Der Euro. Vor- und Nachteile einer Gemeinschaftswährung


Seminararbeit, 2016

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

VORWORT

1. GESCHICHTE DER GEMEINSCHAFTSWÄHRUNG
1. Historische Vorgeschichte
2. Einführung des Euros
1. Europäische Annäherung
2. Euroeinführung

2. FUNKTIONSWEISE DES EUROSYSTEMS
1.Ausmaße des Euroraums
2. Währungspolitische Institutionen

3. NEGATIVE AUSWIRKUNGEN DES EUROS
1. Allgemein
1. Fiskalpolitik/Geldpolitik
2. Schuldenfalle
2. Für Deutschland
1. Verlust relativer Vorteile beim Zinsniveau
2. Niedriges Wachstum

4. POSITIVE AUSWIRKUNGEN DES EUROS
1. Allgemein
1. Kreditwürdigkeit
2. Handelsvorteile
3. Hohe Preisstabilität des Euros
4. Vollendung der Europäischen Einheit
2. Für Deutschland
1. Zunehmender Export
2. Keine Kapitalflucht in der Wirtschaftskrise

5. FAZIT

6. LITERATURVERZEICHNIS
1. Buchquellen
2. Aufsätze
3. Internetquellen
1. Webseiten
2. PDFs
3. Zeitungsartikel
4. Aufsätze

VORWORT

Europa glich nicht nur im letzten Jahrhundert einem Kriegsschauplatz

Europa war seit mehreren Jahrtausenden in mehr oder weniger große Staaten unterteilt. Vor allem das deutsche Gebiet war eine lange Zeit von verschiedenen Maßeinheiten, Zollgrenzen und Währungen geprägt.[1] Nur wenige Imperien wie das Römische, oder das Fränkische Reich, konnten diese Handelsbarrieren mit einheitlichen Währungen aufheben.[2]

Nun, nach einer langen Zeit reiht sich der Euro in die Geschichte der europäischen Gemeinschaftswährungen mehrerer Völker ein. Doch anders als bisher, kam vor der Währung keine politische Einheit. Der Euro ist die Währung mehrerer souveräner Staaten.[3]

Wird dieses europäische Währungsprojekt ein Meilenstein europäischer Geschichte sein, an dem alle profitieren? Oder kann man an der Eurokrise schon erkennen, dass die Kritiker Recht hatten? Ist die funktionierende Gemeinschaftswährung mehrerer souveräner Staaten eine Illusion? Was ist die Lösung? Mehr Europa? Weniger Europa?

1. GESCHICHTE DER GEMEINSCHAFTSWÄHRUNG

1. Historische Vorgeschichte

„Unum Imperium - una moneta" [4],
(dt. „Ein Reich – Ein Geld“)– So hieß es schon damals bei den Römern, die wie in so vielen anderen Bereichen, ihrer Zeit weit voraus waren.[5] 400 Jahre lang war es möglich mit dem römischen Silberdenar, auf dessen Rückseite der Kopf des römischen Herrschers abgebildet war im gesamten Reich zu bezahlen. Mit dem Zerfall des Römischen Reiches ging allerdings auch die Gemeinschaftswährung der Völker Europas zu Grunde. Zwar beeinflusste der Denar noch nachfolgende Währungen - wie den fränkischen Denar unter Karl dem Großen[6] bis ins Mittelalter, die geographische Akzeptanz des gesetzlichen Zahlungsmittel wurde allerdings bis zum Euro nicht mehr erreicht.[7]

Als es schon lange große Nationalstaaten wie Frankreich, oder Großbritannien gab, war die deutsche Nation noch ein Flickenteppich einzelner Herzogtümer, vereint unter der schwachen Kontrolle des Heiligen Römischen Reichs. Über 100 Kleinstaaten prägten Münzen unterschiedlichster Währungen, zudem gab es innerhalb des losen Reiches über 1.800 Zollgrenzen, an denen der Handel gebremst wurde. Effizient war das nicht.[8] Mit der Gründung des Deutschen Zollvereins 1834 auf Initiative der Großmacht Preußen, schlossen sich fast alle Staaten zusammen, um den Handel durch das Wegfallen von Zöllen und später auch durch die Schaffung eines einheitlichen Münzsystems effizienter zu gestalten. Erste Vereinheitlichungen der deutschen Währungen (123 Währungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts) geschahen auf der Münchner Konvention 1837, die den Guldenfuß in Süddeutschland zur verbindlichen Währung erklärte. Der süddeutsche Guldenfuß und der norddeutsche preußische Taler wurden dann 1838 auf der Dresdner Münzkonvention zu einer Währung – dem Vereinsdoppeltaler. Sein Nachfolger – der Vereinstaler wurde schnell zum allgemeingebräuchlichen Zahlungsmittel in ganz Deutschland. Mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 war die Umwandlung des Vereinstalers zur Mark (auch Goldmark[9] ) nur noch eine Formalität.[10]

2. Einführung des Euros

1. Europäische Annäherung

Zerstörte Straßen, Wohnblocks, Fabriken und Bahnhöfe – nach dem 2. Weltkrieg war Europa bereit für einen Neuanfang. Nicht nur die wirtschaftliche Not brachte die europäischen Nationen dazu, sich in der Montanunion 1952 zusammenzuschließen.[11] Es ist ein Interessenskonflikt über die deutsche Ruhrkohle der zwei Siegermächte Frankreich und den USA, der zur Gründung der ersten europäischen supernationalen Behörde führt. Die Gründung der Montanunion war ein Kompromiss, welcher einen gemeinsamen Markt der sechs Gründungsländer (FR, DE, IT, Benelux) für Kohle und Stahl schuf.

Die Instrumente sollten die Eliminierung tarifärer und nicht-tarifärer Handelshemmnisse, Einführung einheitlicher Transaktionssysteme und die Bildung einer Zollunion sein.[12] Die Regierungen haben keine Kontrolle mehr über die Kohle- und Stahlproduktion.[13]

Im Jahre 1957 wird die wirtschaftliche Zusammenarbeit der sechs Länder wieder aufgrund französischer Anstrengungen[14] durch Gründung der EWG mit Unterzeichnung der Römischen Verträge erweitert.[15] Nun wird beschlossen, gemeinsame Märkte, für noch mehr Industriegüter stufenweise zu schaffen.[16] Zudem werden noch mehr Maßnahmen[17] getroffen um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu intensivieren, diese sind zwar für die Geschichte der EU, und des Euros wichtig, allerdings nicht zielführend für die weitere Ausführung der Thematik. Wichtig ist es festzuhalten, dass der Ursprung der europäischen Annäherung und Autonomieaufgabe und damit auch der Ursprung des Euros, vor allem auf drei Gründe zurückzuführen ist.

1. Die europäische Angst vor einem wiedererstarkten Deutschland als Feind.[18]

- Wirtschaftspolitische Beziehungen, sowie Aufgabe von Autonomie zugunsten einer supernationalen Institution Europas werden erneute Aggressionen einzelner Länder verhindern.

2. Die neu entstandenen Supermächte USA und UdSSR, gegen die die alten europäischen Mächte in Relation an Bedeutung verloren haben.[19]

- Zusammenschluss der europäischen Staaten soll Europa vor einem wirtschaftlichen und politischen Machtverfall sichern.

3. Die wirtschaftlichen Gewinne durch europäischen Freihandel, der beim Wiederaufbau hilft.[20]

- Komparative Kostenvorteile durch Freihandel helfen, den Lebensstandard in Europa schnell wieder zu erhöhen.

2. Euroeinführung

„L’Europe se féra par la monnaie ou ne se fera pas“ [21] (dt. „Europa wird über eine gemeinsame Währung geschaffen oder niemals verwirklicht“). Diese Idee verkündete schon Jacques Rueff (ein Franzose, welche die treibende Kraft beim Ausbau der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft waren)[22] vor der Gründung der EWG im Jahr 1950. Die Forderungen waren allerdings ihrer Zeit voraus und stießen größtenteils auf taube Ohren, vor allem weil damals noch Voraussetzungen wie Vertrauen und bestehende Institutionen fehlten. Erst im nächsten Jahrzehnt fasst die EWG die Idee mit konkreten Plänen ins Auge. Im Jahr 1962 scheitert der nächste Vorschlag einer Währungsunion. Diesmal kommt der Vorschlag von der EWG-Kommission selbst, wird allerdings aufgrund des intakten Festkurssystems von Bretton-Woods und dem fehlenden politischen Willen der Mitgliedsstaaten abgelehnt.[23]

Festkurssystem von Bretton-Woods

Das System wurde nach dem zweiten Weltkrieg eingeführt, mit dem Ziel den Handel durch Eliminierung von Wechselkursrisiken freier zu gestalten. Die USA, verpflichtet sich zu einem festen Kurs $ und Gold anzukaufen (Goldparität).[24] 43 andere westliche Währungen werden mit einem festen Wechselkurs an die Leitwährung $ gekoppelt. Das System brach allerdings 1971 endgültig zusammen, da der USA die Goldvorräte ausgingen.[25]

Die europäischen Länder, brachte dieser Zusammenbruch in eine Zwangslage, nun selbst ein Währungssystem zu schaffen um die Wechselkursrisiken (zumindest für die ca. 50% innereuropäischen Handel) zu senken.[26]

Sieben Jahre später, am 1. Und 2. Dezember des Jahres 1969 beschließt die Kommission der EWG, „dass im Rat, [...] im Laufe des Jahres 1970 ein Stufenplan für die Errichtung einer Wirtschafts- und Währungsunion [bis 1980][27] ausgearbeitet wird“.[28] Die Leitung für die Ausarbeitung des Stufenplans zur WWU[29] wird vom luxemburgischen Premierminister Pierre Werner übernommen, daher wird der Plan im Nachhinein „Werner-Plan“ genannt.

Als es dann in den siebziger Jahren zu Ölkrisen, dem Bretton-Woods Zusammenbruch und dem darauf folgenden Dollarverfall kommt,[30] stellt sich heraus, dass der Stufenplan im Angesicht der neuen Herausforderungen zu ambitioniert ist und es den Ländern am politischen Ehrgeiz fehlt, gemeinsam fortzuschreiten.[31]

Am 5. Dezember 1978 einigt sich der Europäische Rat (auf Vorschlag Frankreichs) trotzdem auf die Gründung des Europäischen Währungssystems (EWS) dessen Ziel es ist, die Wechselkursschwankungen durch Aufhebung des Floatings zu begrenzen und damit nächste Schritte zu erzwingen.[32] Der Rat unterstützt damit klar die monetaristische Position von Frankreich, Belgien und Luxemburg, die im Gegensatz zu den Ökonomisten Deutschland, Italien und den Niederlanden nicht zunächst eine wirtschaftliche Integration, sondern sofort eine Währungsintegration durchführen möchten.[33]

[...]


[1] Vgl. Issing, Der Euro, Geburt, Erfolg, Zukunft, 2008, S.3

[2] Vgl. von Hellfeld, Die Einführung des Euro (Internetquelle), 2009, Stand: 12. 04. 2016

[3] Vgl. Petry, Jahrbuch Bernkastel-Wittlich 2003 (Internetquelle) Stand: 12. 04. 2016

[4] ebenda

[5] Vgl. ebenda

[6] Vgl. Universität Würzburg, Münzreform Karls des Großen (Internetquelle), 2014, Stand: 12. 04. 2016

[7] Vgl. Muth, Währungsdesintegration – Das Ende von Währungsunionen, 1997 S. 137 - 138

[8] Vgl. Issing, Der Euro, Geburt, Erfolg, Zukunft, 2008, S.3

[9] Vgl. Vaupel, Die Einführung der Goldmark (Internetquelle), 2011, Stand: 12. 04. 2016

[10] Vgl. Bundesministerium der Finanzen, Deutscher Zollverein (Internetquelle), Stand: 13. 04. 2016

[11] Vgl. Issing, 2008, S.4

[12] gemeinsame Außenzölle

[13] Vgl. Pfister, Fertig, Europäische Integration – Die Montanunion (Internetquelle), 2004, Stand: 13. 04. 2014

[14] Vgl. Pfister, Fertig, Europäische Integration – Die Montanunion (Internetquelle), 2004, Stand: 13. 04. 2014

[15] Vgl. Czysz, Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (Internetquelle), 2016, Stand: 15. 04. 2016

[16] Vgl. Pfister, Fertig, Europäische Integration – Die Montanunion (Internetquelle), 2004, Stand: 15. 04. 2016

[17] Freizügigkeit der Arbeitskräfte und Schaffung einer europ. Atomgemeinschaft und einer gem. Agrarpolitik

[18] Vgl. Stratenschulte, Gründung Europäischen Gemeinschaften (Internetquelle), 2014, Stand: 15. 04. 2016

[19] Vgl. ebenda

[20] Vgl. Czysz, Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (Internetquelle), 2016, Stand: 15. April 2016

[21] Vgl. Issing, 2008, S.4

[22] Vgl. Pfister, Fertig, Europäische Integration – Die Montanunion (Internetquelle), 2004, Stand: 13. 04. 2014

[23] Vgl. Issing, Der Euro, Geburt, Erfolg, Zukunft, 2008, S.4

[24] Vgl. Weerth, Klein, Bretton-Woods-System (Internetquelle), Stand: 16. 04. 2016

[25] Vgl. Härling, Bretton Woods Angriff auf Fort Knox (Internetquelle), 2006, Stand: 16. 04. 2016

[26] Vgl. Hillenbrand, Europa als Witschafts- und Währungsunion, 2000, S. 2-3

[27] Vgl. Görgens, Ruckriegel, Seitz, Europäische Geldpolitik, 2013, S.34

[28] Vgl. Issing, 2008, S.4/ siehe auch Görgens, Ruckriegel, Seitz, Europäische Geldpolitik, 2013, S.34

[29] Wirtschafts- und Währungsunion

[30] Vgl. Deutsche Bundesbank, Geld und Geldpolitik, 2014, S. 125 - 126

[31] Vgl. Issing, Der Euro, Geburt, Erfolg, Zukunft, 2008, S.4

[32] Vgl. Geld und Geldpolitik, siehe auch Issing, 2008, S.4

[33] Vgl. Zapka, Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (Internetquelle) 2012, Stand: 20. 04. 2016

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der Euro. Vor- und Nachteile einer Gemeinschaftswährung
Hochschule
Hochschule Heilbronn Technik Wirtschaft Informatik
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V343694
ISBN (eBook)
9783668337282
ISBN (Buch)
9783668337299
Dateigröße
615 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Euro, Europa, Geld, vwl, Gemeinschaftswährung, eu, Deutschland, Politik, Wirtschaft, Währungsgeschichte, Währungen, Eurokrise, Zins, Wirtschaftskrise, Wirtschaftspolitik, Schuldenfalle, Export, Handel, Annäherung, Geldpolitik, Fiskalpolitik, Supernationalität
Arbeit zitieren
Simon Bahr (Autor), 2016, Der Euro. Vor- und Nachteile einer Gemeinschaftswährung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343694

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Euro. Vor- und Nachteile einer Gemeinschaftswährung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden