Peter Handkes "Publikumsbeschimpung". Ein Skandalwerk, betrachtet aus dem 21. Jahrhundert


Seminararbeit, 2015
12 Seiten, Note: 1,0

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Inhalt

1. Einleitung

2. Allgemeines zum Werk
2.1 Entstehungskontext
2.2 Ablauf & Inhalt

3. Brechts episches Theater

4. Handkes frühe Poetik

5. Auswirkungen auf die Theaterwelt

6. Fazit/Abschluss

7. Literaturangaben
7.1 Primärliteratur
7.2. Sekundärliteratur
7.3. Internetquellen

1. Einleitung

Peter Handke gilt als einer der wichtigsten und einflussreichsten, aber auch umstrittensten Autoren der Gegenwartsliteratur. Immer wieder sorgte er für Kontroversen. Das prominenteste Beispiel dafür war sicherlich sein Engagement im Jugoslawien-Krieg und seine Prosa aus dieser Zeit, wie das Essay “Abschied des Träumers vom Neunten Land” von 1991. Seinen ersten großen Erfolg erlangte er allerdings bereits 1966 mit der Uraufführung seines Bühnenstücks Publikumsbeschimpfungen. Dabei geht es nicht nur um das “sich auflehnen” gegen die Wiederholung von bereits Dagewesenem, er konstituiert damit auch seine eigene, ganz neue Poetik. Handke versucht, die Theaterwelt in anderes Licht zu setzen und alte Muster zu durchbrechen. Aus damaliger Sicht war dieser Ansatz revolutionär und im Zusammenspiel mit seinem wirkungsvollen Auftritt in Princeton bei der Tagung der Gruppe 47 im gleichen Jahr, bei dem er die “Beschreibungsimpotenz” der alteingesessenen Schriftsteller kritisiert, begründet dieses erste Bühnenstück seinen kometenhaften Aufstieg. Und entgegen aller Erwartungen hat sich Publikumsbeschimpfung innerhalb kürzester Zeit zu einer Art Publikumshit und Kassenschlager entwickelt. Denn obwohl es sich um eine Art Beschimpfung handelte, strömten die Zuschauer ins Theater.

Das spricht dafür, dass Handke damit wirklich den Nerv der Zeit traf. In dieser Zeit, kurz vor den Protesten der 68er-Bewegung, waren vor allem junge Zuschauer begeistert von dieser Art, die alten Muster zu durchbrechen, sich von den Generationen vor Ihnen zu unterscheiden und neue Wege zu gehen.

Im Folgenden soll dieses Werk nun erneut betrachtet werden. Da es sich damals auch gegen das epische Theater Bertolt Brechts wendete, sollen auch die Eckpfeiler von Brechts Auffassung vom Theater noch einmal untersucht werden, um Handkes Kritik und seine Lösungsansätze in einen Kontext zu setzen.

Das abschließende Ziel dieser Arbeit soll es sein, herauszufinden, ob Handkes Ansätze und Kritik fast 50 Jahre nach der Uraufführung von Publikumsbeschimpfung noch gleich relevant und aktuell sind.

2. Allgemeines zum Werk

2.1 Entstehungskontext

Zum Entstehungszeitpunkt des Sprechstücks Publikumsbeschimpfung war Peter Handke zum Studium der Rechtswissenschaften in Graz inskribiert und studierte auch aktiv. In einem Fernseh-Interview mit Friedrich Luft 1969 sagt er, er habe das Jus-Studium in Graz vor allem deshalb angefangen, weil es in Graz billiger war und er gehört hatte, neben dem Studium bliebe genug Zeit, zu schreiben[1]. Seinen Roman Die Hornissen hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits beendet. Durch sein Verhältnis mit der Schauspielerin Libgart Schwarz kam Handke um 1965 herum verstärkt in den Wirkungskreis des Theaters. Außerdem war er im Forum Stadtpark aktiv. Handke sagt zu seinem Einstieg in die Theaterwelt später in einen Interview mit dem FOCUS-Magazin:

Zum Theater bin ich eigentlich ganz naiv gekommen. Siegfried Unseld, der meinen ersten Roman „Die Hornissen“ angenommen hatte, hat gesagt: Davon können Sie nicht leben, mit Stücken können Sie Geld verdienen.[2]

Je mehr er sich jedoch mit dem Theater und dem Schreiben von Stücken beschäftigte, desto resignierter wurde er. Er war genervt davon, wie gespielt wurde und davon, wie im Theater Natürlichkeit vorgetäuscht wurde.[3]

Zur gleichen Zeit schrieb Handke neben dem Studium auch Buchbesprechungen für die Literatursendung “Bücherecke” des Österreichischen Rundfunks im Landesstudio Steiermark. Unter anderem wurden auch zeitgenössische Dramentexte besprochen, man kann also hier einen weiteren Anstoß für Handkes Einstieg in die Theaterwelt sehen.

Handke schloss die Schaffensphase des Stückes im Herbst 1965 ab und übergab es im November an seinen Verleger Siegfried Unseld. Es fanden sich sofort Fans des Stückes im Verlag und es wurden ihm gute Aufführungschancen eingeräumt. Dennoch dauerte es einige Zeit, bis sich ein Theater fand, dass die Uraufführung der Publikumsbeschimpfung wagte. Viele Theater wollten wohl das Wagnis nicht eingehen, ihr Stammpublikum zu verärgern. Uraufgeführt wurde Publikumsbeschimpfung schlussendlich am 8.6.1966 im Theater am Turm Frankfurt im Rahmen des Theaterfestivals Experimenta 1. Die Regie führte Claus Peymann.[4]

2.2 Ablauf & Inhalt

Sie werden kein Schauspiel sehen. Ihre Schaulust wird nicht befriedigt werden. Sie werden kein Spiel sehen. Hier wird nicht gespielt werden. Sie werden ein Schauspiel ohne Bilder sehen.[5]

Diese Zeilen finden sich im Eingangstext des Stückes. Zu diesem Zeitpunkt spätestens muss einem aufmerksamen Publikum auffallen, dass es kein Theaterstück in konventionellen Sinn zu sehen bekommen wird. Vier Schauspieler stehen auf der Bühne, sie tragen sehr legere Kleidung, es gibt keine Requisiten, keine Handlung. Das Licht im Zuschauerraum brennt, die Schauspieler blicken die Gäste direkt an. Die Schauspieler richten während der gesamten Aufführung das Wort an das Publikum. Der Text kann als eine Art choreographisch einstudierter Sprechgesang bezeichnet werden. Immer wieder sprechen die 4 Schauspieler im Chor, durcheinander, gegeneinander oder Sie wechseln sich ab, nach jeden Satz, nach jedem Wort. Zwischendurch begeben die Schauspieler sich in den Zuschauerraum, verteilen sich und sprechen das Publikum damit noch direkter und näher an.

Die tatsächliche “Beschimpfung” beginnt aber erst in den letzten 10 Minuten des Stückes. Und dann endet das Stück sehr abrupt, mit den Worten “Sie waren hier willkommen. Wir danken Ihnen. Gute Nacht.[6]

3. Brechts episches Theater

Handkes frühe Theorie des Theaters, zu finden im wissenschaftlichen Aufsatz Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturmes von 1967, setzt sich mit dem damaligen Theater auseinander. Er bezieht vorallem Bertolt Brechts episches Theater in seine Ausführungen mit ein.

Die Geschichten auf der Bühne gingen mich nichts an, sie waren, statt einfach zu sein, ständig nur Vereinfachungen.”[7]

Als ein Relikt aus vergangenen Zeiten sei Ihm das Theater vorgekommen und er erklärt auch, dass er deshalb früher nie gedacht habe, überhaupt jemals Bühnenstücke zu schreiben.[8]

Brechts episches Theater war seinerzeit eine große Neuerung. Es verbindet zwei Literaturgattungen und stellte einen Gegensatz zum aristothelischen Theater der fünf Akte dar. Brechts Intention war es, die Zuschauer des Theaters zum Nachdenken anzuregen. Er zeigt dem Theaterbesucher unverständliche Handlungsmuster und Widersprüche. Es gibt keine Einfühlung in die Figur, nur mit Denkarbeit soll der Zuschauer zu einer eigenen Erkenntnis und Meinung kommen.[9]

Ein wichtiger Bestandteil des Brechtschen Theaters ist der Verfremdungseffekt. Brecht war der Meinung, durch die Einbindung epischer Elemente in ein dramatisches Stück “lehrhafte Tendenzen” hervorrufen zu können. Dabei soll das Theater trotzdem Theater bleiben und weiterhin ein Bedürfnis nach Vergnügen trotzallem befriedigen. Stoffe und Vorgänge müssten einem Entfremdungsprozess ausgesetzt werden und eine Einfühlung in die dramatischen Personen sollte vermieden werden. Viktor Šklovskijs Begriff von der “Verfremdung” kommt ihm gelegen. Er schreibt, Verfremdung sei eine Darstellung, durch die “das Geläufige auffällig, das Gewohnte erstaunlich” werde.[10]

Die Verfremdung ist durch verschiedene Maßnahmen in der Textvorlage und in der Theaterpraxis zu erzielen. Der Schauspieler soll sich dabei nicht mit seiner Rolle identifizieren und dadurch auch die Identifizierung des Zuschauers mit der Figur verhindern, er bewahrt Distanz zu seinem Text. Der Schauspieler selbst soll im epischen Theater Stellung zum gezeigten Vorgang nehmen und damit das Publikum zur kritischen Reflexion animieren. Illusionistische Wirkungen sollen vermieden werden und die “vierte Wand” wird niedergerissen, um den “Schein von Unmittelbarkeit und realer Präsenz des Geschehens” zu durchbrechen. Der Zuschauer soll nicht passiv sein und das Schauspiel nachempfinden, sondern aktiv das Gezeigte kritisch einschätzen.[11]

Der Gebrauch von Kulissen im epischen Theater ist sehr sparsam, manchmal werden Masken eingesetzt oder eine Inhaltsangabe wird vor der Szene von einem der Schauspieler vorgelesen. Manchmal richten sich die Schauspieler direkt an das Publikum. Dennoch bleibt der Schein des Theaters gewahrt.

In der Textvorlage gibt es, um den Verfremdungseffekt zu erzielen, oft keinen linearen Handlungsverlauf. Die Szenen stehen für sich und nicht “nacheinander”, oft sind sie sogar untereinander austauschbar. Dabei wird die Handlung in örtlicher und/oder zeitlicher Distanz dargestellt. Des Weiteren bedient sich der Autor meist einer Art Satire gegen die Obrigkeit und gibt dieser der Lächerlichkeit Preis.

Das epische Theaterstück endet auch häufig mit einem offenen Schluss, um einmal mehr dem Zuschauer Raum für eigene Überlegung zu geben. Das letztendliche Ziel des epischen Theaters ist es, Konflikte um z.B. Kriege, Revolution, soziale Ungerechtigkeit und Ökonomie für den Zuschauer durchschaubar zu machen. Der Zuschauer soll den Willen entwickeln, die Gesellschaft zum Besseren zu verändern.[12]

4. Handkes frühe Poetik

Einer der interessantesten Aspekte der frühen Handke-Werke ist vielleicht, dass er mit einer Reihe von Aufsätzen (Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms, erschienen 1968) sein Vorgehen und seine Methodik selbst erklärt.

Den ersten Angriffspunkt für seine Kritik an der zeitgenössischen Literatur findet Handke im Realismus. In seinen Essays spricht er dem Realismus vor allem den allgemein anerkannten Wahrheitsanspruch ab. Während der Realismus zunehmend die Wahrheit für sich beansprucht und vergisst, dass er nur eine Methode ist, sieht Handke realistisches Schreiben als eine von vielen literarischen Möglichkeiten, Natürlichkeit und Wirklichkeit darzustellen.

Handkes frühe Werke richten sich also gegen die falsche Natur des Schreibens.[13]

Etwas weniger explizit zieht sich diese Idee Handkes durch sein gesamtes Werk. Er schreibt gegen etwas Falsches, Anderes; gegen Methoden, die mit unreflektierten, immer gleichen Mustern arbeiten. Er richtet sich beständig gegen die Wahrheitsansprüche dieser Methoden, sei es in der Politik, der Geschichte oder auch in den Medien.

Handke erlegt sich daher eine Art Programm auf, das Programm der kontinuierlichen Neuerung. Er will jede Methode des Schreibens nur ein einziges Mal verwenden. Seine Gründe legt Handke im Essay Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms ziemlich deutlich dar:

Wenn die Methode so sehr abgebraucht - d.h. natürlich geworden ist, daß mit ihr das Trivialste, das allseits Bekannte - nur neu ‘formuliert’ - wieder gesagt werden kann, dann ist sie zur Manier geworden [...]”[14]

Er ist überzeugt, dass eine Methode nach der ersten Verwendung bereits verbraucht ist und nicht mehr in der Lage, Neues zu schaffen. Handke umschifft damit die “Beschreibungsimpotenz”, die er all denen vorwirft, die sich über Jahre hinweg in der Methode des realistischen Schreibens verfangen haben. Auch wehrt sich Handke vehement gegen die Fiktion und will sie aus seinen eigenen Stücken fern halten. Es soll mehr um die Mitteilung von sprachlichen und nicht sprachlichen Erfahrungen gehen, dazu werde eine Geschichte nicht mehr benötigt.[15]

Es ist daher nur konsequent, dass Publikumsbeschimpfung so völlig frei von Handlung ist. Nicht ohne Grund wird es oft eher als Sprechstück, denn als Theaterstück bezeichnet. Die “falsche Wirklichkeit” ist es, die seine Kritik im Theaterkontext besonders auf sich zog. Der Bühnenraum und seine Bedeutung blieben im zeitgenössischen Theater unreflektiert. Auch Brechts Versuch der Desillusionierung scheint Handke nicht geeignet, denn auch hier sind erst Illusionen, also Fiktion, nötig, um zur Desillusionierung zu kommen. Brecht täusche Wirklichkeit vor, wo Fiktion sei.[16]

In Publikumsbeschimpfung testet Handke daher seine erste Methode: die komplette Verneinung aller bisherigen Methoden. Das Stück hat keine Handlung, keine Figuren, keinen Bedeutungsraum “Bühne”, keine Kulissen oder Kostüme, selbst die Schauspieler treten nicht wirklich als Schauspieler auf. Das Geschehen findet nicht nur auf der Bühne statt, vielmehr ist es eine Art Kommunikation mit dem Publikum. Der Bühnenraum wird gar nicht erst “hergestellt”, von Anfang an verschwimmen die Grenzen und werden später, mit dem Eintreten der Schauspieler in den Zuschauerraum, gänzlich aufgehoben.

Besonders interessant und auch amüsant zu lesen sind im Text von “Publikumsbeschimpfung” die Regeln für die Schauspieler, die dem Stück voran gestellt sind. “In dem ersten Beatles-Film Ringo Starrs Lächeln ansehen, in dem Augenblick, da er, nachdem er von den andern gehänselt worden ist, sich an das Schlagzeug setzt und zu trommeln beginnt.[17] Das ist eine der 17 Anweisungen, die immer skurriler zu werden scheinen. Einmal mehr beweist Peter Handke damit unkonventionellen Einfallsreichtum und den Willen, alte Muster zu durchbrechen. Er setzt mit diesem Regeln ganz andere Prioritäten, um das Gelingen der Aufführung sicherzustellen.

Nun könnte man argumentieren, dass es durchaus Parallelen zwischen der Methode Handkes in Publikumsbeschimpfung und Brechts epischem Theater gibt. Auch Brecht möchte die Zuschauer zur Reflexion animieren, auch im epischen Theater wird gelegentlich das Wort an die Zuschauer gerichtet. Der entscheidende Unterschied findet sich aber, wie oben bereits erwähnt, in der Fiktion. Für Brecht bleibt das Theater immer fest verbunden mit einer erfundenen Geschichte. Diese soll das Publikum, angestoßen durch die Wirkung der Verfremdung, zum Überlegen bewegen, ihm Stoff zum Nachdenken geben und Reflexion über das eigene Handeln und Handeln Anderer initiieren. Handke jedoch ist der Meinung, es sei das Beste, die Literatur zur Gänze frei von unnötiger Fiktion zu halten.[18] Mit diesem Schritt kapselt er sich von allem vorher Bekannten ab und begründet, zumindest für sich selbst, eine neue Art Theater.

5. Auswirkungen auf die Theaterwelt

Provokation und Neuerung, die erkennbaren Hauptmotive der frühen Stücke Handkes sprechen besonders die jungen Theaterbesucher an. Die grundlegende Kritik am Theaterbetrieb und seinen Machern, an sprachlichen Mustern, die die Wirklichkeit verzerren, passt gut in den aufkeimenden Unmut der nachkommenden Generation. 2 Jahre später wird dieser Unwille, den vorangegangenen Generationen in alten Bahnen zu folgen, seinen Ausdruck in der 68er-Bewegung finden. Handke selbst war dieses politische Engagement jedoch bereits zu direkt. Es ging ihm eher um eine Veränderung der ästethischen Wahrnehmung, die dann wiederum eine politische Veränderung des Menschen bewirken könne.[19]

Unmittelbar nach seinem Aufstieg zum “Pop-Star der Literatur” war sein Einfluss auf die Öffentlichkeit sehr groß. Er war faszinierend und undurchsichtig, eine politische Motivation nur schwer erkennbar, kurz: Peter Handke wurde zum Phänomen. Seminare und Arbeitskreise schossen wie Pilze aus dem Boden; es gab Fans, die ihm wie Groupies zu seinen Lesungen und Auftritten hinterher reisten und es gab Leute, dessen neues Hobby es wohl war, gegen Handke und seine Überzeugungen zu sein.[20]

In diesen ersten Jahren nach Publikumsbeschimpfung hatte Handke also großen Erfolg, nicht zuletzt auch weil er in den Jahren von 1966 bis 1971 in rascher Folge neue Romane und Theaterstücke “auf den Markt warft”, die alle recht erfolgreich sind.

Später, mit Handkes Eintritt in die Debatte um Serbien und den Jugoslawien-Konflikt, scheint seine Kredibilität geschwächt und mit der allgemeinen Kritik, die er von den Medien und Lesern/Zuschauern erfährt, verändert sich sicher auch die Rezeption seiner nachfolgenden Werke.

6. Fazit/Abschluss

Handkes Publikumsbeschimpfung und auch seine weiteren Bühnenwerke sind ohne Zweifel revolutionär, gewagt und provokant. Die Kritik an der Literatur und auch am Theaterwesen, die er mit seinen frühen Werken und den Essays in Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms übt, hat möglicherweise nicht den langfristigen Erfolg erzielt, den Handke damals im Sinn hatte.

Vor allem deshalb glaube ich, dass die Aussage, die hinter diesen Werken steht, nach wie vor nicht ihre Relevanz verloren hat. Auch nach fast 50 Jahren scheint mir die Kritik an der Wiederholung und “Abnutzung” von Methoden nicht überholt zu sein, sondern möglicherweise prominenter denn je.

In einer Zeit, in der man dank Eigenverlag und Internet von allen Seiten mit Literatur geradezu überschwemmt wird, lässt sich leicht der Überblick verlieren. Diese Vielfalt der Publikationsmöglichkeiten eröffnet zwar vor allem Chancen, mindert aber gleichzeitig auch die Qualität eines Großteils der produzierten Werke.

Meiner Meinung nach bedarf es gerade jetzt, wieder oder immer noch einer Persönlichkeit, die gängige Muster durchbricht, mit Altbekanntem kurzen Prozess macht und die Menschen zum Nachdenken bewegt. Besonders in einer Zeit, die politisch und gesellschaftlich wohl einmal mehr grundlegend für die kommenden Jahrzehnte sein könnte.

7. Literaturangaben

7.1 Primärliteratur

Handke, Peter: Publikumsbeschimpfung und andere Sprechstücke. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2012

7.2. Sekundärliteratur

Handke, Peter: Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms. Aufsätze. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1972

Kastberger, Klaus: Lesen und Schreiben. Peter Handkes Theater als Text. In: Ders. / Pektor, Katharina (Hg.): Die Arbeit des Zuschauers. Peter Handke und das Theater. Salzburg/Wien: Jung und Jung 2012, S. 35-48

Müller, Klaus-Detlef: Bertolt Brecht. Epoche - Werk - Wirkung. München: C. H. Beck 2009

7.3. Internetquellen

Hajer, Jan: Episches Theater. In: Unterricht.hajer.com

URL: http://hajer.com/unterricht/deutsch/gattungen/drama/episches_theater.htm (29.8.15)

Luft, Friedrich: Das Profil: Peter Handke - Gespräch mit Friedrich Luft. München: Bayrischer Rundfunk Alpha 1969

URL: https://www.youtube.com/watch?v=fMPW00m_gZc (26.8.15)

Mühry, Andres / Sattler, Stefan: In den Rätseln bleiben!. In: FOCUS Magazin/7: 2007

URL: http://www.focus.de/kultur/buecher/kultur-in-den-raetseln-bleiben_aid_227012.html (26.8.15)

Pektor, Katharina: Publikumsbeschimpfung - Enstehungskontext. Handkeonline.onb.ac.at

URL: http://handkeonline.onb.ac.at/node/296 (27.8.15)

Pektor, Katharina: Stationen am Theater. In: Handkeonline.onb.ac.at

URL: http://handkeonline.onb.ac.at/node/1866 (7.9.2015)

Spiegel: Schriftsteller/Handke. Unerschrocken naiv. In: Der Spiegel 1970, H. 22, S. 174

URL: http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/44906306 (7.9.2015)

[...]


[1] Vgl. Friedrich Luft: Das Profil: Peter Handke - Gespräch mit Friedrich Luft. München: Bayrischer Rundfunk Alpha 1969 URL: https://www.youtube.com/watch?v=fMPW00m_gZc (26.8.2015)

[2] Andres Mühry, Stefan Sattler: In den Rätseln bleiben!. In: FOCUS Magazin/7: 2007 URL: http://www.focus.de/kultur/buecher/kultur-in-den-raetseln-bleiben_aid_227012.html (26.8.2015)

[3] Vgl. ebda

[4] Vgl. Katharina Pektor: Publikumsbeschimpfung - Enstehungskontext. In: Handkeonline.onb.ac.at URL: http://handkeonline.onb.ac.at/node/296 (27.8.15)

[5] Peter Handke: Publikumsbeschimpfungen und andere Sprechstücke. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2012, S.15

[6] ebda, S.48

[7] Peter Handke: Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms. Aufsätze. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1972, S.27

[8] Vgl. ebda, S.27

[9] Vgl. Jan Hajer: Episches Theater. URL: http://hajer.com/unterricht/deutsch/gattungen/drama/episches_theater.htm (29.8.15)

[10] Vgl. Klaus-Detlef Müller: Bertolt Brecht. Epoche - Werk - Wirkung. München: C. H. Beck 2009, S. 121f.

[11] Vgl. Klaus-Detlef Müller: Bertolt Brecht. Epoche - Werk - Wirkung. München: C. H. Beck 2009, S.122

[12] Vgl. Jan Hajer: Episches Theater. URL: http://hajer.com/unterricht/deutsch/gattungen/drama/episches_theater.htm (31.8.15)

[13] Vgl. Kastberger, Klaus: Lesen und Schreiben. Peter Handkes Theater als Text. In: Ders. / Pektor, Katharina (Hg.): Die Arbeit des Zuschauers. Peter Handke und das Theater. Salzburg/Wien: Jung und Jung 2012, S.35

[14] Peter Handke: Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms. Aufsätze. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1972, S. 21

[15] Vgl. ebda, S. 24

[16] Vgl. ebda, S. 27

[17] Peter Handke: Publikumsbeschimpfung und andere Sprechstücke. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2012, S. 9

[18] Vgl. Peter Handke: Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms. Aufsätze. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1972, S. 24

[19] Vgl. Katharina Pektor: Stationen am Theater. In: Handkeonline.onb.ac.at URL: http://handkeonline.onb.ac.at/node/1866 (7.9.2015)

[20] Vgl. Der Spiegel: Schriftsteller/Handke. Unerschrocken naiv. In: Der Spiegel 1970, H. 22, S. 174 URL: http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/44906306 (7.9.2015)

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Details

Titel
Peter Handkes "Publikumsbeschimpung". Ein Skandalwerk, betrachtet aus dem 21. Jahrhundert
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Germanistik)
Veranstaltung
Literaturwissenschaftliches Forschen - Peter Handke
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V343710
ISBN (Buch)
9783668337251
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Peter Handke, Publikumsbeschimpfung
Arbeit zitieren
BA Laura Schilling (Autor), 2015, Peter Handkes "Publikumsbeschimpung". Ein Skandalwerk, betrachtet aus dem 21. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343710

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