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Systemwechsel in Lateinamerika. Argentinien und Chile im Vergleich

Titel: Systemwechsel in Lateinamerika. Argentinien und Chile im Vergleich

Hausarbeit , 2016 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Johanna Seibert (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
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In Form einer Demokratisierungswelle veränderte sich das politische System der lateinamerikanischen Länder. Die meisten dieser Länder wurden in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts von Militärregimen regiert. Bis zum Jahr 1990 hingegen hatten sich fast alle dieser Staaten zu Demokratien entwickelt (Ausnahme: Mexiko und Kuba). Die lateinamerikanischen Regierungen sind bis heute demokratisch geblieben, wenn auch die Qualität dieser Demokratien auch heute noch fragwürdig ist.

Eine Gemeinsamkeit der Militärregierungen von Argentinien und Chile ist die enorme Brutalität, die als Instrument zur Machtsicherung angewandt wurde. Die massiven Menschenrechtsverletzungen sind bis heute nicht vollständig aufgearbeitet worden, weshalb sich beide Länder noch immer mit der Vergangenheitsbewältigung auseinander setzen müssen. Zwar vollzog sich der Weg in die Demokratie in beiden Ländern auf unterschiedliche Weise, jedoch verbindet beide die Bewältigung der Vergangenheit, und das hat die Geschichte der letzten 30 Jahre auch entsprechend geprägt. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Systemwechsel der beiden Länder sollen in der vorliegenden Arbeit herausgearbeitet werden.

Die dritte Demokratisierungswelle wird von Wolfgang Merkel in seiner Monographie „Systemtransformation“ ausreichend erläutert und gilt daher als Grundlage dieser Hausarbeit. Die Autoren Jörg Faust und Jörn Dausch leisten mit ihrem Sammelband „Die ökonomische Dynamik politischer Herrschaft“ einen wichtigen Beitrag zur Erarbeitung des wirtschaftlichen Bereichs des Themas. Ebenso dient Peter Thierys Dissertation mit dem Titel „Transformation in Chile“ als wichtige Grundlage.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Regimewechsel

2.1 Die Verlaufsformen von Systemwechseln

2.2 Transformationsbegriffe

2.2.1 Regimewechsel, Transition

3 Transformationsprozesse in Chile und Argentinien

3.1 Die politische Situation Argentiniens vor der Transition

3.2 Transition in Argentinien

3.2.1 Der Kollaps einer Militärdiktatur

3.2.2 Institutionalisierung

3.2.3 Konsolidierung

3.3 Chiles Militärdiktatur von Pinochet

3.4 Transition in Chile

3.4.1 Die gelenkte Transition

3.4.2 Institutionalisierung

3.4.3 Konsolidierung

4 Der Systemwechsel von Argentinien und Chile im Vergleich

5 Die Rolle der Vergangenheitsbewältigung in Argentinien und Chile

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert und vergleicht die Transformationsprozesse und den Systemwechsel von Argentinien und Chile in Richtung Demokratie, wobei insbesondere die unterschiedlichen Arten des Regimewechsels und die anschließende demokratische Konsolidierung unter Berücksichtigung der Vergangenheitsbewältigung untersucht werden.

  • Vergleich der Systemwechseltypen (Regimekollaps vs. gelenkte Transition)
  • Analyse der politischen Ausgangslagen vor der Transition
  • Untersuchung der Institutionalisierung der neuen demokratischen Systeme
  • Herausarbeitung der Rolle der Vergangenheitsbewältigung für die Stabilität
  • Bewertung der Konsolidierungserfolge und bestehender Herausforderungen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Der Kollaps einer Militärdiktatur

Die Militärregierung war in den 1980er Jahren mit Legitimations- und Performanzproblemen konfrontiert, die zu einem Verlust der Handlungsfähigkeit und Regierbarkeit führten. Bis dahin wurde die Opposition mit repressiven Maßnahmen ausgeschaltet oder verhielt sich passiv, was auf das Militärregime stabilisierend wirkte (Selter 1996, S. 22). Auf den Machtwechsel von General Videla zu General Viola folgten die ersten Liberalisierungsschritte im März 1981, durch die informelle Parteiaktivitäten erlaubt und Wahlen für 1984 angesetzt wurden. Parteien nutzten diese Freiheit für Absprachen einer politischen Strategie und auch Presse, Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisation begannen sich zu formieren und das System zu diskreditieren (Pfister 1998, S. 63–67). Der Sturz General Violas zog eine Unterbindung der Liberalisierungstendenzen durch den neuen General Galtieri nach sich. Da die Militärregierung die anhaltenden Proteste nicht mehr unterbinden konnte, besetzte sie die Falklandinseln, um eine höhere Legitimation zu gewinnen (Faust 2000, S. 76). Man versuchte, die inneren Schwierigkeiten durch einen außenpolitischen Erfolg zu überspielen, was aber wegen des militärischen Sieges Großbritanniens nicht gelang. Die Niederlage bedingte weitere politische Proteste, Rücktrittsforderungen und auch eine Spaltung innerhalb der Militärjunta.

General Bignone übernahm zusätzliche Regierungsgeschäfte und ordnete den Rückzug der Militärs sowie Neuwahlen an. Außerdem versuchte er, Bedingungen für den Übergang zur Demokratie auszuhandeln. Hierzu zählte die Straffreiheit im Hinblick auf die enormen Menschenrechtsverletzungen und das Missmanagement der wirtschaftlichen Lage. Die geschwächte Machtposition der Militärs führte dazu, dass sie keine Forderungen gegenüber der Opposition durchsetzen konnten (Faust 2000, S. 75; Selter 1996, S. 21). Zusätzlich bestimmten die Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen, sowie die Auseinandersetzung mit Pluralismus, Demokratie und Frieden die Phase der Transition. In den Wahlen im Oktober 1983 errang Raúl Alfonsín mit der radikalen Partei UCR den Sieg (Straßner 2007, S. 85).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Demokratisierungswelle in Lateinamerika ein und benennt das Ziel der Arbeit, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Systemwechsel von Argentinien und Chile zu untersuchen.

2 Regimewechsel: In diesem Kapitel werden theoretische Verlaufsformen von Systemwechseln sowie zentrale Transformationsbegriffe definiert, um eine Grundlage für den anschließenden Vergleich zu schaffen.

3 Transformationsprozesse in Chile und Argentinien: Hier werden die historischen Kontexte, die spezifischen Übergangsphasen sowie die Institutionalisierung und Konsolidierung in beiden Ländern detailliert analysiert.

4 Der Systemwechsel von Argentinien und Chile im Vergleich: Dieses Kapitel stellt die unterschiedlichen Arten des Systemwechsels (Regimekollaps in Argentinien vs. gelenkte Transition in Chile) einander gegenüber und erläutert deren Folgen.

5 Die Rolle der Vergangenheitsbewältigung in Argentinien und Chile: Abschließend wird erörtert, welchen Einfluss die Art des Systemwechsels auf die Aufarbeitung der Vergangenheit und die spätere demokratische Konsolidierung hatte.

Schlüsselwörter

Systemwechsel, Demokratisierung, Transition, Argentinien, Chile, Militärdiktatur, Regimekollaps, gelenkte Transition, Konsolidierung, Vergangenheitsbewältigung, Menschenrechte, Institutionen, Politikwissenschaft, Transformation, Regimewechsel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Wegen zur Demokratie in Argentinien und Chile sowie den damit verbundenen Herausforderungen bei der Stabilisierung dieser neuen demokratischen Systeme.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf den Formen des Systemwechsels, der Rolle der jeweiligen Militärregime, der Ausgestaltung der Transition und der Bedeutung der Vergangenheitsbewältigung für die demokratische Konsolidierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, die spezifischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Transformationsprozesse in Argentinien und Chile herauszuarbeiten, insbesondere unter Berücksichtigung des Einflusses der Art des Systemzusammenbruchs auf die nachfolgende politische Ordnung.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen vergleichenden politikwissenschaftlichen Ansatz, um die Regimewechsel und Konsolidierungsprozesse der beiden Länder anhand einschlägiger Fachliteratur systematisch gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Transformationsbegriffe, eine detaillierte historische Betrachtung der Transformationsprozesse in beiden Ländern sowie einen expliziten Vergleich dieser Entwicklungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Systemwechsel, Transition, Demokratisierung, Militärdiktatur, Regimekollaps sowie Vergangenheitsbewältigung im Kontext von Argentinien und Chile.

Wie unterscheidet sich der Systemwechsel in Argentinien von dem in Chile?

Argentinien erlebte einen Regimekollaps infolge der Niederlage im Falklandkrieg und schwindender Legitimität, während in Chile eine von den alten Regimeeliten gelenkte Transition stattfand, die auf einem verfassungsrechtlich vorgezeichneten Fahrplan basierte.

Warum spielt die Vergangenheitsbewältigung eine so wichtige Rolle für die Konsolidierung?

Die Art des Systemwechsels bestimmte die Machtverhältnisse der neuen Regierungen; während es in Argentinien zu strafrechtlichen Verfolgungen kam, blieb dieser Prozess in Chile aufgrund der starken Vormundschaft der Militärs und autoritärer Enklaven lange Zeit blockiert.

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Details

Titel
Systemwechsel in Lateinamerika. Argentinien und Chile im Vergleich
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Veranstaltung
Einführung in die Vergleichende Regierungslehre
Note
1,3
Autor
Johanna Seibert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V343778
ISBN (eBook)
9783668338425
ISBN (Buch)
9783668338432
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Argentinien Chile Systemwechsel Transformation Pinochet Junta Transition Konsolidierung Diktatur Vergleichende Regierungslehre Regimewechsel Politikwissenschaften Institutionalisierung Transformationsprozesse Vergangenheitsbewältigung Menschenrechtsverletzung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johanna Seibert (Autor:in), 2016, Systemwechsel in Lateinamerika. Argentinien und Chile im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343778
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Leseprobe aus  21  Seiten
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