Aufgrund von Aktualität und gesellschaftlicher sowie politischer Bedeutsamkeit der Thematik, stellt die soziale Ungleichheit von Männern und Frauen einen relevanten und interessanten Gegenstand für die vorliegende Hausarbeit dar. Bedingt durch den begrenzten Rahmen der Untersuchung, kann hier allerdings nur ein Aspekt der Differenzen genauer betrachtet werden.
Da bei Frauen vor allem nach der Geburt von Kindern eine Unterbrechung ihrer Berufstätigkeit und ein damit einhergehender Wandel im Lebensverlauf verzeichnet werden kann, wird der Fokus in diesem Beitrag auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich der Aufteilung von Elternaufgaben gelegt.
Leitfragen dieser Hausarbeit sind somit: Inwiefern lässt sich heute eine Geschlechteregalität in Paarbeziehungen und der Übernahme von Elternaufgaben verzeichnen? Welche Faktoren beeinflussen die Verteilung von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit sowie Elternaufgaben?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Elternaufgaben – Begriffsklärung und Abgrenzung
3. Lebensformen und Erwerbsverhalten im Wandel: Von der klassischen Ernährerehe zur partnerschaftlichen Paarbeziehung
4. Theorien zur Aushandlung von Reproduktions- und Fürsorgearbeit
4.1 Zeitbudgettheorie
4.2 Ressourcentheorie
4.3 Theorie der Haushaltsökonomie
4.4 Geschlechterrollentheorie
5. Die Übernahme von Elternaufgaben in Deutschland
6. Zwischenfazit
7. Einflussfaktoren
7.1 Arbeitsmarkt
7.2 Politik und Staat
7.3 Gesellschaft, Sozialisation und (latente) Normen
8. Zusammenfassung
9. Schlussfolgerung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob die in Deutschland zu beobachtenden gesellschaftlichen Veränderungen tatsächlich zu einer geschlechtergerechteren Verteilung von Elternaufgaben führen oder ob es sich lediglich um eine rhetorische Modernisierung handelt. Dabei wird analysiert, inwieweit ökonomische Theorien und gesellschaftliche Rahmenbedingungen die Aufteilung von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit beeinflussen.
- Geschlechterungleichheit bei der Verteilung von Fürsorgearbeit
- Wandel von Lebensformen und Erwerbsverhalten
- Theoretische Erklärungsansätze für Aushandlungsprozesse in Paarbeziehungen
- Einfluss von Arbeitsmarkt, staatlicher Politik und sozialen Normen
Auszug aus dem Buch
3. Lebensformen und Erwerbsverhalten im Wandel: Von der klassischen Ernährerehe zur partnerschaftlichen Paarbeziehung
Resümiert man die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte in Deutschland, lässt sich in Bezug auf Familie, Partnerschaft und Erwerbsarbeit ein enormer Wandel erkennen. Diese entscheidenden und für diese Analyse relevanten Entwicklungen werden im Folgenden komprimiert erörtert. Hier ist zu beachten, dass bis zur Deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 sowohl hinsichtlich der Erwerbs- und Reproduktionsarbeit als auch in der damit zusammenhängenden Organisation des Familienlebens große Unterschiede zwischen DDR und BRD bestanden (welche sich teilweise auch heute noch in Erwerbsquoten und Meinungsbefragungen zur gleichberechtigten Arbeitsteilung in Ost- und Westdeutschland widerspiegeln). Der nachfolgend thematisierte soziale Wandel bezieht sich primär auf die Veränderungen in Westdeutschland.
In der Nachkriegszeit galt die sogenannte „Hausfrauenehe“ als klassische Familien- und Partnerschaftsform. Der Mann übernahm hier die Rolle des alleinigen Familienernährers, während die Frau im Gegenzug sämtlich erforderliche Reproduktionsarbeit und leistete und sich somit auf Hausarbeiten und Fürsorgearbeit beschränkte. Eine Erwerbstätigkeit der Frau wurde in den 1950er und 1960er Jahren entsprechend nur durch die ökonomische Notwendigkeit legitimiert. Doch dieses klassische Ernährermodell wurde in den 1970er Jahren durch die kontinuierlich stärker werdende Frauenbewegung kritisiert und in Frage gestellt und die „unbezahlte Nutzung der Reproduktionsarbeit von Frauen als Quelle ihrer Unterdrückung“ identifiziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Widerspruch zwischen dem offiziellen Ziel der Gleichberechtigung und der faktischen Ungleichheit bei der Verteilung von Erwerbs- und Fürsorgearbeit.
2. Elternaufgaben – Begriffsklärung und Abgrenzung: Dieses Kapitel definiert Elternaufgaben als Kombination aus notwendiger „Care-Arbeit“ für Kinder und „parentalem Engagement“.
3. Lebensformen und Erwerbsverhalten im Wandel: Von der klassischen Ernährerehe zur partnerschaftlichen Paarbeziehung: Das Kapitel beschreibt den historischen Wandel vom traditionellen Ernährermodell hin zu pluralisierten Lebensformen in Westdeutschland.
4. Theorien zur Aushandlung von Reproduktions- und Fürsorgearbeit: Hier werden ökonomische und sozialwissenschaftliche Ansätze vorgestellt, um die Verteilung unbezahlter Arbeit zwischen den Partnern zu erklären.
5. Die Übernahme von Elternaufgaben in Deutschland: Dieses Kapitel gleicht die Theorien mit statistischen Daten ab und zeigt, dass die Hauptlast der Fürsorge weiterhin bei den Müttern liegt.
6. Zwischenfazit: Das Zwischenfazit konstatiert, dass trotz gesellschaftlichen Wandels eine traditionelle Verteilung von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit fortbesteht.
7. Einflussfaktoren: In diesem Kapitel werden der Arbeitsmarkt, staatliche Maßnahmen und soziale Normen als zentrale Determinanten für die Aufgabenverteilung identifiziert.
8. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Erkenntnis, dass sich die Verteilung von Elternaufgaben nur sehr langsam wandelt und von multiplen Faktoren abhängt.
9. Schlussfolgerung und Ausblick: Das Fazit stellt die These auf, dass eine Gleichverteilung ohne umfassende strukturelle Änderungen der Arbeitswelt und Normen vorerst unwahrscheinlich bleibt.
Schlüsselwörter
Elternaufgaben, Geschlechtergleichheit, Fürsorgearbeit, Reproduktionsarbeit, Ernährermodell, Erwerbstätigkeit, Zeitbudgettheorie, Ressourcentheorie, Vereinbarkeit, Familienpolitik, Elterngeld, Rollenerwartungen, Sozialisation, Geschlechterrollen, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Verteilung von Elternaufgaben in Deutschland und untersucht, ob der behauptete gesellschaftliche Fortschritt hin zu mehr Geschlechtergleichheit tatsächlich stattfindet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen den Wandel von Familien- und Erwerbsmodellen, theoretische Erklärungen für Arbeitsteilung in Partnerschaften sowie die Analyse von Einflussfaktoren wie Arbeitsmarkt und staatlicher Politik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu überprüfen, ob in Deutschland eine reale Geschlechteregalität in Bezug auf Elternaufgaben existiert oder ob man nur von einer rhetorischen Modernisierung sprechen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziologischer Theorien sowie die Auswertung aktueller statistischer Erhebungen und Familienberichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Aushandlungsmodelle, die empirische Überprüfung der Elternschaft in Deutschland sowie die Rolle von Arbeitsmarktbedingungen und familienpolitischen Reformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geschlechterrollen, Fürsorgearbeit, Erwerbsquote, Elterngeld und soziale Normen charakterisiert.
Warum übernehmen Mütter trotz moderner Egalitätsideale weiterhin den Großteil der Fürsorgearbeit?
Laut der Analyse liegt dies an einem komplexen Zusammenspiel aus Arbeitsmarktstrukturen, ökonomischen Anreizsystemen (wie dem Ehegattensplitting) und tief verwurzelten gesellschaftlichen Rollennormen.
Welchen Einfluss hatte das Elterngeld auf die Rollenverteilung?
Die Einführung des Elterngeldes hat zu einem deutlichen Anstieg der Väterbeteiligung an der Elternzeit geführt, wobei der Anteil der Väter an der alltäglichen Fürsorge im Vergleich zu Müttern jedoch weiterhin gering bleibt.
- Quote paper
- Marie Schröder (Author), 2014, Die Verteilung von Elternaufgaben in Deutschland. Neue Geschlechtergleichheit oder rhetorische Rollenmodifikation?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343781