Jeder Mensch ist selbst dafür verantwortlich, seinen Lebensunterhalt durch die Ausübung einer zumeist unselbstständigen Beschäftigung zu verdienen. Doch die Arbeit dient inzwischen nicht nur dem Verdienen des Lebensunterhaltes. Durch die Arbeit werden soziale Kontakte mit Kollegen oder Bekannten geknüpft, die Auswirkungen auf alle Bereiche der sozialen Gesellschaft haben. Da der Normalbürger durch seine Arbeit innerhalb der Woche zeitlich fast komplett gebunden ist, bleibt weniger Zeit, um soziale Kontakte zu knüpfen. Dies geschieht inzwischen in den meisten Fällen nur noch durch Beziehungen, die in der Beschäftigungszeit entstanden sind. Arbeit nimmt also auch erheblichen Einfluss auf unser soziales Leben.
Unter dieser Annahme möchte ich in meiner Hausarbeit untersuchen, welchen Stellenwert die Erwerbsarbeit in unserer heutigen Gesellschaft hat und welche Auswirkungen die Arbeitslosigkeit innerhalb der Erwerbsgesellschaft für die soziale Integration des einzelnen Menschen hat.
Dazu werde ich zunächst klären, welches Verständnis wir vom Begriff der Arbeit haben und wie die Arbeit zur Vergesellschaftung des Einzelnen beiträgt. Anschließend werde ich untersuchen, ob es zum Ausschluss von Arbeitslosen aus der Gesellschaft kommt und aus welchen Gründen dies geschieht. Dazu verwende ich themenbezogene Fachliteratur aus den Disziplinen Soziologie und Politik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Arbeit als Element der Vergesellschaftung
2.1. Wandel des Begriffes Arbeit
2.2. Vergesellschaftung durch Erwerbsarbeit
2.3. Arbeit im sozialen Leben
3. Arbeitslosigkeit
3.1. Bereitschaft zur Arbeit
3.2. Veränderung der Einstellung zur Arbeit
3.3. Ausgeschlossen aus der Gesellschaft
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht den Stellenwert der Erwerbsarbeit in der modernen Gesellschaft und analysiert die soziologischen sowie persönlichen Folgen von Arbeitslosigkeit für die soziale Integration des Einzelnen.
- Historischer Wandel des Arbeitsbegriffs
- Die Rolle der Erwerbsarbeit bei der Vergesellschaftung
- Soziale Bedeutung der Arbeit über den Broterwerb hinaus
- Psychologische und soziale Auswirkungen von Arbeitslosigkeit
- Ausgrenzungsprozesse innerhalb der heutigen Leistungsgesellschaft
Auszug aus dem Buch
3.3. Ausgeschlossen aus der Gesellschaft
Die Arbeitslosen schließen sich allerdings nicht nur selbst aus der Gesellschaft aus, sie werden auch von der Erwerbsgesellschaft ausgegrenzt. In den letzten Jahren stieg zwar das Durchschnittseinkommen der Einzelnen, doch vor allem wuchs das Einkommen der bereits vermögenden Menschen erheblich, während die Geringverdiener immer mehr den Anschluss an die breite Masse verloren. Diese Entwicklung ist primär in den Randgebieten der Großstädte zu beobachten. Dort tummeln sich die Menschen in sozialen Wohnungsbauanlagen, die sich mit ihren niedrigen Lebensstandards abgefunden haben und nicht mehr die Kraft aufbringen an ihrer Situation etwas zu verändern. Diese Menschen werden von der Erwerbsgesellschaft ausgeschlossen, weil sie den Wandel in der Gesellschaft verpasst haben oder durch einen Karriereknick nicht mehr vorankommen.
Der Grundsatz von Leistung gegen Teilhabe an der Gesellschaft gilt für diese Menschen nicht mehr. Ihre Bedürfnisse und Eigenschaften werden von der Gesellschaft nicht mehr erhört und benötigt. Sie sind für die Gesellschaft das ungewollte Produkt von nicht funktionierenden Mechanismen, das in ihrer Mitte keinen Platz findet. Die heute praktizierte Handlungsweise staatliche Leistungen zu zahlen, um den betroffenen Personen eine Möglichkeit zur Teilnahme an der Gesellschaft zu ermöglichen schlägt völlig fehl. Anstatt die Menschen zu unterstützen Herr über ihr Leben zu werden und sich frei zu entfalten, werden sie durch die Unterstützungszahlungen in eine Abhängigkeit vom Staat getrieben, in der sie sich für jede Beanspruchung von diesen Zahlungen rechtfertigen müssen und zunächst erst einmal einen Nachteil an gesellschaftlicher Beteiligung nachweisen müssen, um Anrechte auf bestimmte Leistungen zu generieren. Das Prinzip von Hilfe zur Selbsthilfe ist nicht mehr vorhanden und hat sich in eine Abhängigkeit vom Wohlfahrtssystem gewandelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel stellt die grundlegende Bedeutung von Arbeit in der modernen Erwerbsgesellschaft dar und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Folgen von Arbeitslosigkeit für die soziale Integration.
2. Arbeit als Element der Vergesellschaftung: Hier wird der historische Wandel des Arbeitsbegriffs von der Antike bis zur Gegenwart nachgezeichnet und die zentrale Rolle der Erwerbsarbeit als Mittel zur sozialen Identitätsbildung erläutert.
3. Arbeitslosigkeit: Dieses Kapitel analysiert die Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme, die psychologischen Einstellungsänderungen bei Erwerbslosen und die zunehmende Ausgrenzung von Personengruppen aus der Gesellschaft.
4. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, arbeitslosen Menschen durch eine gesellschaftliche Kraftanstrengung wieder Teilhabe und Selbstvertrauen zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Erwerbsgesellschaft, Arbeitslosigkeit, Vergesellschaftung, Soziale Integration, Arbeitsethik, Arbeitsmarkt, Wohlfahrtssystem, Soziale Ausgrenzung, Leistungsgesellschaft, Beschäftigung, Lebensunterhalt, Arbeitsmotivation, Sozialstatus, Identitätsfindung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die soziologische Bedeutung der Erwerbsarbeit in unserer Gesellschaft und untersucht, wie der Verlust von Arbeit durch Arbeitslosigkeit zu einer sozialen Ausgrenzung führen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit fokussiert sich auf den Bedeutungswandel von Arbeit, die Integration durch Erwerbsarbeit, das Verhalten von Arbeitssuchenden sowie die Mechanismen der sozialen Exklusion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den hohen Stellenwert der Erwerbsarbeit aufzuzeigen und zu klären, warum und wie es durch Arbeitslosigkeit zum Ausschluss aus der gesellschaftlichen Teilhabe kommt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Untersuchung, die Erkenntnisse aus der soziologischen und politikwissenschaftlichen Fachliteratur analysiert und zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die historische Entwicklung des Arbeitsbegriffs, die Funktion von Arbeit für die soziale Identität sowie die verschiedenen Verhaltensweisen und Problemlagen von Arbeitslosen detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Erwerbsgesellschaft, soziale Integration, Vergesellschaftung, Arbeitslosigkeit und das Wohlfahrtssystem.
Welche Typen von Arbeitslosen werden bei der Einstellungsveränderung unterschieden?
Der Autor unterscheidet zwischen Arbeitslosen, die alternative Arbeitsverhältnisse suchen, jenen, die in ein passives Ritual verfallen, solchen, die sich komplett zurückziehen, und einem rebellischen Typus, der dem Arbeitsmarkt den Rücken kehrt.
Warum schlägt die heutige staatliche Unterstützung laut dem Autor oft fehl?
Der Autor argumentiert, dass das aktuelle System Menschen in eine Abhängigkeit vom Staat drängt, anstatt Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und ihnen dabei zu helfen, ihre Eigenständigkeit zurückzugewinnen.
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- Georg Kahl (Author), 2014, Die Erwerbsgesellschaft. Ausschluss durch Arbeitslosigkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343872