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Die Dreiecksbeziehung in Gottfrieds von Straßburg 'Tristan' - Zwischen Schuld und Unschuld durch eine ungewöhnliche Brautwerbung

Title: Die Dreiecksbeziehung in Gottfrieds von Straßburg 'Tristan' - Zwischen Schuld und Unschuld durch eine ungewöhnliche Brautwerbung

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Vivien Ziesmer (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Meine Seminararbeit zu der kontrovers diskutierten Ehebruchsgeschichte in Gottfrieds von Straßburg‚Tristan’ trägt den Titel: „Die Dreiecksbeziehung in Gottfrieds von Straßburg ‚Tristan’ – Zwischen Schuld und Unschuld durch eine ungewöhnliche Brautwerbung“. Ich möchte mit meiner Arbeit die Frage nach der Legitimation des Ehebruchs im Kontext der vielseitigen Forschungsliteratur aufwerfen und beleuchten.

Zu diesem Zweck werde ich zunächst die protagonistischen Charaktere der Dreiecksbeziehung – jene Tristan, Isolde und Markes – innerhalb der Personenkonstellation definieren, indem ich in einem kurzen Abriss die Beziehungen der Figuren zueinander darstelle. Darauf aufbauend werde ich mich dem Aspekt der Brautwerbung in Gottfrieds ‚Tristan’ zuwenden. Hierbei folgt einer allgemeinen Darstellung des Schemas nach Schmid-Cadalbert ein Vergleich mit der Tristan’schen Brautwerbung, indem ich Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum traditionellen Schema herausstellen werde. Diese beiden Schritte dienen dem folgenden Kapitel als Grundlage, in welchem die Frage nach der Legitimation der Brautwerbung bzw. des Ehebruchs im Mittelpunkt stehen wird. Ich möchte mich dabei auf zwei verschiedene Teilaspekt einer möglichen Legitimierung beziehen und stütze mich hauptsächlich auf die Forschungsliteratur von Haug, Wessel, Simon, von Ertzdorff und Mikasch-Köthner. Der Aspekt des Minnetranks – welcher die Frage nach der Freiwilligkeit bzw. Unfreiwilligkeit der Tristanminne sowie der Aktivität bzw. Passivität impliziert – wird ebenso zu berücksichtigen sein wie eine mögliche Ehebruchslegitimierung durch die Unzulänglichkeit Markes. Der letztgenannte Aspekt wird in einer Gegenüberstellung von Tristan-Minne und den geltenden Normen der höfischen Gesellschaft am Hof Markes zu erläutern und zu diskutieren sein. Abschließen werde ich meine Arbeit mit einem Fazit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Personenkonstellation – Zwischen Krieg und Frieden

2.1 Tristan – Der ehebrecherische Held

2.2 Isolde – Zwischen Ehe und Ehebruch

2.3 Marke – Innerhalb einer doppelgesichtigen Gesellschaft

3. Eine ungewöhnliche Brautwerbung

3.1 Das Brautwerbungsschema – Ein Abriss

3.2.1 Schemaübereinstimmungen der Brautwerbung in Gottfrieds ‚Tristan’

3.2.2 Schemaabweichungen der Brautwerbung in Gottfrieds ‚Tristan’

4. Die Frage nach der Legitimation des Ehebruchs

4.1 Der zentrale Aspekt des Minnetranks – Zwischen Zwang und Zufall

4.1.1 Zum Minneentstehen nach der Trankeinnahme

4.1.2 Zum Minneentstehen vor der Trankeinnahme

4.2 Zwischen Gut und Böse – Marke-Hof vs. Tristan-Minne

4.2.1 Legitimation durch die Minne als höchstes Gut

4.2.2 Illegitimität durch moralische Verwerflichkeit

4.2.3 Zwischen Legitimation und Illegitimität

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kontrovers diskutierte Ehebruchsgeschichte in Gottfrieds von Straßburg „Tristan“. Ziel der Untersuchung ist es, die Frage nach der Legitimation des Ehebruchs im Kontext der wissenschaftlichen Forschung zu erörtern und dabei sowohl die Protagonisten als auch die Brautwerbungsstruktur kritisch zu beleuchten.

  • Analyse der Personenkonstellation zwischen Tristan, Isolde und Marke.
  • Untersuchung der Brautwerbung anhand des Schemas nach Schmid-Cadalbert.
  • Diskussion der Legitimitätsfrage des Ehebruchs vor dem Hintergrund des Minnetranks.
  • Gegenüberstellung von Tristan-Minne und den Normen der höfischen Gesellschaft am Hof Markes.
  • Evaluation der moralischen Rechtfertigung der Ehebrüchigen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Brautwerbungsschema – Ein Abriss

Die Raumstruktur des traditionellen Brautwerbungsschemas zeichnet sich durch eine Dreiteilung aus – der bekannte und vorbildliche Machtbereich des Werbers steht dem vielgelobten fremden Gebiet der Brautvaters gegenüber. Die beiden Machtbereiche trennt meist ein gefährlich drohendes Meer, welches bei der Überfahrt zu überwinden gilt.

Die Personenstruktur ist im Gegensatz zur Raumstruktur weitläufiger und variationsreicher gestaltet. Die Figur des Werber kleidet oft ein verwaister, tugendhafter und heiratsfähiger König und Held. Beraten und unterstützt wird dieser von einem Nenner, Kundigen, außergewöhnlichen Helfer und Boten. Jene, deren Charaktere auch in einer Person verinnerlicht sein können, gehören dem Hof des Werbers an und gelten ihm gegenüber als vertrauenswürdig. Der Nenner erwähnt als erstes die schwer zu erringende und ferne Braut, die des Werbers würdig ist. Darauf aufbauend erläutert der Kundige die Verhältnisse im Land der Braut und bestimmt das Vorgehen bei der Werbung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der Legitimation des Ehebruchs in Gottfrieds „Tristan“ und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise.

2. Personenkonstellation – Zwischen Krieg und Frieden: Definition und Charakterisierung der zentralen Figuren Tristan, Isolde und Marke als Basis für das Verständnis der nachfolgenden Handlung.

3. Eine ungewöhnliche Brautwerbung: Analyse der Brautwerbung in Gottfrieds „Tristan“ im Vergleich zum traditionellen Schema nach Schmid-Cadalbert, unter Hervorhebung von Übereinstimmungen und Abweichungen.

4. Die Frage nach der Legitimation des Ehebruchs: Diskussion kontroverser Forschungsmeinungen zur moralischen Rechtfertigung der Minne-Ehe und deren Konflikt mit der höfischen Ordnung.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Minne-Ehe als komplexes Geflecht, in dem die Ehebruchsthematik weder einseitig als moralisch verwerflich noch als vollkommen legitim bewertet werden kann.

Schlüsselwörter

Gottfried von Straßburg, Tristan, Isolde, Marke, Ehebruch, Brautwerbung, Minnetrank, Legitimation, Minne-Ehe, höfische Gesellschaft, Tugend, Schuld, Unschuld, Literaturwissenschaft, Personenkonstellation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die komplexe Ehebruchsgeschichte in Gottfrieds von Straßburg „Tristan“ und untersucht, inwiefern dieses Handeln legitimiert oder als unmoralisch betrachtet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Personenkonstellation, das literarische Schema der Brautwerbung, die Rolle des Minnetranks sowie die Frage der moralischen Legitimität innerhalb der höfischen Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Frage nach der Legitimation des Ehebruchs vor dem Hintergrund der Forschungsliteratur zu beleuchten und zu klären, wie der Autor diese heikle Geschichte darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine strukturelle Analyse der Figurenkonstellation sowie den Vergleich mit dem Brautwerbungsschema nach Schmid-Cadalbert, ergänzt durch eine diskursive Auseinandersetzung mit der Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Personencharakterisierung, die Analyse der Brautwerbung und eine intensive Diskussion über die Ambivalenz des Ehebruchs, wobei insbesondere der Minnetrank und die gesellschaftlichen Normen am Hof Markes untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Tristan, Isolde, Marke, Minne-Ehe, Legitimation, Ehebruch, Brautwerbung, Minnetrank und höfische Ordnung.

Welche Bedeutung kommt dem Minnetrank in der Argumentation der Autorin zu?

Der Minnetrank fungiert als zentraler Faktor, der die Frage aufwirft, ob die Liebesbeziehung als zwanghaftes Schicksal oder als bewusste Entscheidung der Liebenden zu werten ist, was maßgeblich für deren moralische Verantwortung ist.

Wie wird König Marke als Gegenspieler charakterisiert?

Marke wird als zwiespältige Figur dargestellt, deren Unzulänglichkeiten als König und betrogener Ehemann einerseits seine moralische Autorität schwächen, ihn aber andererseits zu einer tragischen Figur innerhalb der Dreiecksbeziehung machen.

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Details

Title
Die Dreiecksbeziehung in Gottfrieds von Straßburg 'Tristan' - Zwischen Schuld und Unschuld durch eine ungewöhnliche Brautwerbung
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,7
Author
Vivien Ziesmer (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V34420
ISBN (eBook)
9783638346436
Language
German
Tags
Dreiecksbeziehung Gottfrieds Straßburg Tristan Zwischen Schuld Unschuld Brautwerbung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vivien Ziesmer (Author), 2003, Die Dreiecksbeziehung in Gottfrieds von Straßburg 'Tristan' - Zwischen Schuld und Unschuld durch eine ungewöhnliche Brautwerbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34420
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