Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Literature of History, Eras

Sprache der Studentenverbindungen - nationalistisch geprägte Sprachnormen

Title: Sprache der Studentenverbindungen - nationalistisch geprägte Sprachnormen

Presentation (Elaboration) , 2004 , 22 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Wolfgang Gärtner (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Mittelpunkt dieses Referats steht die Analyse von Texten, die von oder für Studenten im 19. Jahrhundert geschrieben wurden.
Als Quellentexte habe ich ausgewählt:
• Einen Ausschnitt aus den Grundsätzen und Beschlüssen des Wartburgfestes von 1817. (Text 1),
• Dazu ein (gekürztes) Gedicht von August Daniel von Binzer mit dem Titel „Stoßt an!“ und dem Refrain „Frei ist der Bursch!“, ebenfalls von 1817. (Text 2),
• Zwei Lieder aus einem Kommersbuch (Studentenliederbuch) aus dem 19. Jahrhundert. (Texte 3a und 3b),
• Ein Dokument über die Zielvorstellungen neugegründeter Burschenschaften von 1885. (Text 4). Die Studentensprache im 19. Jahrhundert ist vor allem von Friedrich Kluge, dem führenden Sach- und Sondersprachenforscher um 1900 in einem 1895 erschienenen Buch untersucht worden (s. Literaturverzeichnis).
Erwähnen möchte ich dazu auch die Studie von John Meier über die Hallische Studentensprache (1894) und die 1928 in Berlin erschienene Schrift von Alfred Götze mit dem Titel: Deutsche Studentensprache.

Die Studentensprache ist eine Sondersprache, die sich in der inneren Kommunikation so-wohl von der Sprache der „Philister“ (ich gehe auf diesen Begriff noch ein) deutlich unter-schied, als auch reichliches Sprachmaterial in die Standardsprache eingeführt hat.
Nach einer zusammenfassenden Darstellung der Sondersprachenforschung von Hermann Hirt in seiner 1909 erschienen Monographie „Etymologie der neuhochdeutschen Sprache“
ist die Studentensprache deshalb eine Sondersprache und damit umfassender als eine reine Standessprache, weil es auch eine Sprache der Geschlechter und Altersklassen ist. Somit ist die Studentensprache einerseits als Standessprache zu klassifizieren, andererseits aber auch als Jugendsprache und eine Männersprache (denn Frauen gab es zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Studierende noch nicht).
Wohl keine andere Standes- (oder Sondersprache) hat auf unsere heutige Schriftsprache einen so großen Einfluss gehabt wie die Sprache der Studenten. Das mag sowohl daran gelegen haben, dass weite studentische Kreise souverän mit der Sprache umzugehen verstanden, als auch daran, dass aus diesen Kreisen eben auch die Leute hervorgingen, die später den Literaturbetrieb darstellten.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Zum historischen Hintergrund.

3. Zur Geschichte der Studentenverbindungen.

4. Quellentexte

4.1. Ausschnitt aus den Grundsätzen und Beschlüssen des Wartburgfestes 1817.

Text 1

4.2. Stoßt an! Text 2

4.3. Hinaus, hinaus! es ruft das Vaterland! Text 3 a

4.3. Es braust ein Ruf wie Donnerhall. Text 3 b

4.4. Aus der Zielformulierung eines Zusammenschlusses von 42 Burschenschaften

Text 4

5. Zusammenfassung.

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert Texte aus dem 19. Jahrhundert, die von oder für Studenten verfasst wurden, um die Verbreitung nationalistisch geprägter Sprachnormen innerhalb von Studentenverbindungen wie den Burschenschaften zu untersuchen. Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen studentischem Selbstverständnis, patriotischen Idealen und einer exkludierenden Sprache aufzuzeigen.

  • Historische Einordnung der studentischen Burschenschaften und deren politischer Rolle.
  • Analyse der Bedeutung von Begriffen wie „Volk“, „Vaterland“, „Freiheit“ und „Ehre“.
  • Untersuchung der Funktion von studentischen Liedern und Kommersbüchern als Träger nationalistischer Ideologien.
  • Kritische Beleuchtung der Abgrenzung gegenüber dem „Fremden“ und der Ausgrenzung jüdischer Studenten.
  • Reflektion über die Militarisierung des Verbindungslebens und dessen politische Wirkung.

Auszug aus dem Buch

4. Quellentexte

An diesen Beschlüssen ist bemerkenswert, dass unterschieden wird zwischen einer abzulehnenden „müßigen Gelehrsamkeit“ und einer propagierten Wissenschaft, die über die öffentlichen Verhältnisse Aufklärung geben kann, über Moral (Moralphilosophie?), Politik und Geschichte.

Das Studium erhält den Sinn, auf ein künftiges öffentliches Wirken vorzubereiten. Der Wirkungsbereich wird zweimal genannt: Volk und Vaterland. Das ist eine ganz wichtige Verbindung, die immer wieder auftaucht und den Einheitsgedanken impliziert: Sind wir ein Volk, dann müssen wir auch ein (gemeinsames) Vaterland haben.

An dieser Stelle ist an die Genese der Jenaer Urburschenschaft von 1815 zu erinnern. Sie entstand aus den zurückgekehrten studentischen Freiwilligen in den Freikorps der Kriege gegen Napoleon. Dort hatten sie nicht für einen fürstlichen Landesvater gekämpft, sondern für ein Volk und ein Vaterland, in dessen Einheit allein das zukünftige Wohlergehen („Heil“) gesehen wurde.

Die Politisierung zumindest des Teils der Studentenschaft, der auf dem Wartburgfest anwesend war oder sich dort repräsentiert sah, ist unverkennbar. Zugleich verrät die Wortwahl, dass es nicht um ein ergebnisoffenes Erkennen von politischen Zusammenhängen geht, sondern um ein aktives Eintreten für bestimmte politische Vorstellungen. Es ist die Rede von Wissenschaften, die „den Geist“ über Volk und Vaterland „aufklären“ sollen, sowie – noch wichtiger – die „Gesinnung für Volk und Vaterland zu läutern und zu kräftigen“ vermögen.

Vor allem im „Läutern und Kräftigen der Gesinnung“ wird sowohl eine politische Zielrichtung als auch eine deutliche emotionale Komponente des politischen Engagements sichtbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor erläutert die Auswahl der Quellentexte, die von studentischen Inhalten im 19. Jahrhundert geprägt sind, und definiert den Begriff der Studentensprache als Sondersprache.

2. Zum historischen Hintergrund.: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die politische Situation des 19. Jahrhunderts, von den Befreiungskriegen bis zur 1848er Revolution, und ordnet die studentischen Bewegungen darin ein.

3. Zur Geschichte der Studentenverbindungen.: Es wird die Entwicklung der Burschenschaften aus den Landsmannschaften beschrieben, wobei der Fokus auf den Begriffen „Ehre, Freiheit, Vaterland“ liegt.

4. Quellentexte: Anhand ausgewählter Dokumente und Lieder wird die nationalistische Sprachprägung in den Verbindungen detailliert analysiert und interpretiert.

5. Zusammenfassung.: Das Kapitel resümiert, dass die untersuchten Texte durchweg nationalistische Tendenzen aufweisen, die sich durch Ausgrenzung und eine militärisch konnotierte Sprache definieren.

Schlüsselwörter

Studentensprache, Burschenschaft, Nationalismus, Vaterland, 19. Jahrhundert, Wartburgfest, Kommersbuch, Patriotismus, Sondersprache, politische Ideologie, Identitätsbildung, Studentengeschichte, Sprache und Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sprachlichen Ausprägungen nationalistischer Normen in deutschen Studentenverbindungen des 19. Jahrhunderts.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Burschenschaften, ihr politisches Selbstverständnis und die Analyse studentischer Texte und Lieder als Träger dieser Ideologien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch Sprache eine nationalistische Identität innerhalb der studentischen Gemeinschaft konstruiert und nach außen hin abgegrenzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine textanalytische Methode, um Begriffe und Topoi in historischen Quellentexten (Liedern, Statuten) zu identifizieren und in ihren politischen Kontext einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den historischen Kontext der Zeit, die Entwicklung der Burschenschaftsstrukturen und die detaillierte Auswertung von vier spezifischen Quellentexten, die von 1817 bis 1885 reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie „Burschenschaft“, „Nationalismus“, „Studentensprache“ und „Identitätsbildung“ charakterisieren.

Wie definiert der Autor das „Feindbild“ in den Liedern?

Der Autor stellt fest, dass das Feindbild primär durch eine Abgrenzung gegenüber dem „Fremden“, insbesondere gegenüber Frankreich als „Erbfeind“, und durch eine antiaufklärerische Haltung definiert wird.

Welche Rolle spielt die „Vaterlandsliebe“ im Dokument?

Sie wird nicht nur als emotionale Zuneigung dargestellt, sondern als eine verpflichtende moralische Norm, die religiös aufgeladen ist und den Ausschluss Andersdenkender oder „wesensfremder“ Gruppen legitimiert.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Sprache der Studentenverbindungen - nationalistisch geprägte Sprachnormen
College
University of Bremen  (Studiengang Germanistik)
Course
Seminar
Grade
sehr gut
Author
Wolfgang Gärtner (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V34423
ISBN (eBook)
9783638346467
ISBN (Book)
9783640868469
Language
German
Tags
Sprache Studentenverbindungen Sprachnormen Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wolfgang Gärtner (Author), 2004, Sprache der Studentenverbindungen - nationalistisch geprägte Sprachnormen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34423
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint