Meine Arbeit Ausbruch aus dem grauen Versteck - Alltag und Emanzipation Schwuler und Lesben in der DDR widmet sich der Fragestellung wie das alltägliche Leben von Homosexuellen in der DDR aussah. 1989 lebten hier etwa 17 Millionen Menschen 2 , also mindestens 1.020.000 Schwule und Lesben 3 . Ich werde in dieser Arbeit der Frage nachgehen, wie die Lebenssituation dieser Bevölkerungsgruppe aussah, in dem ich ihre Subkultur und ihre Sexualität untersuche.
Ich versuche die Frage zu klären, wie die Lebensqualität von diesen Menschen ausgesehen hat und zeige auf, wie man in der DDR als Teil einer sexuellen Minderheit lebte.
Das Aufkommen von AIDS stellte weltweit einen Bruch dar, besonders im Leben von Schwulen und Lesben, deshalb werde ich auch den Umgang mit dem HI-Virus in der DDR thematisieren.
Einen großen Teil nimmt die Emanzipationsbewegung in der DDR ein. Hier skizziere ich, wie sich Lesben und Schwule den Ausbau ihrer Rechte erkämpft haben, welche Ziele die Bewegung hatte und wovon sie motiviert war. Eng mit diesem Thema verbunden, wird auch die Rechtsgeschichte im Umgang mit Homosexualität beleuchtet.
Ein Vergleich mit der Bundesrepublik Deutschland wird zwar stellenweise vorgenommen, aber diese Hausarbeit richtet sich explizit auf die DDR und ist keine Vergleichsanalyse der beiden deutschen Staaten.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Rechtgeschichte der Homosexualität
3.1. DDR
3.2. BRD
4. Emanzipationsbewegung Schwuler und Lesben in der DDR
5. Alltag Schwuler und Lesben in der DDR
5.1. Subkultur
5.2. Coming-Out
5.3. Sexualleben
5.4. AIDS
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das alltägliche Leben sowie die Emanzipationsbestrebungen von Schwulen und Lesben in der DDR unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Nischen. Dabei steht insbesondere die Frage im Fokus, wie diese Minderheit unter den spezifischen Bedingungen eines sozialistischen Staates ihre Lebensqualität gestaltete und Rechte erkämpfte.
- Rechtliche Situation von Homosexuellen in der DDR im Vergleich zur BRD.
- Entwicklung und Zielsetzungen der ostdeutschen Emanzipationsbewegung.
- Strukturen und soziale Funktionen der schwul-lesbischen Subkultur.
- Umgang mit Sexualität, Coming-Out und dem Aufkommen der AIDS-Epidemie.
- Rolle von Staatssicherheit und staatlicher Kontrolle.
Auszug aus dem Buch
5.1. Subkultur
Schwules Leben fand in der DDR in Freiräumen, in selbst geschaffenen Nischen der Gesellschaft, statt. In fast allen Städten gab es Freundes- und Bekanntenkreise, bei deren Treffen sich nicht selten bis zu einhundert Homosexuelle zusammenfanden. Diese Gruppen waren oft sehr heterogen, setzten sich aus Personen verschiedener umliegender Regionen, unterschiedlichen Alters und sozialem Hintergrund zusammen, die vielfältige soziale Funktionen erfüllten, wie Informationsaustausch, gemeinsame Unternehmungen, Feste und natürlich eine Art Kontaktbörse zu potentiellen Partnern oder Sexualpartnern.
Eine kommerzielle schwule oder lesbische Subkultur nach westlichem Vorbild in Form von einschlägigen Bars, Diskotheken, Pornoshops oder Sexkinos gab es in der DDR nicht und wurde auch oft als Ghettoisierung abgelehnt.
Die Entwicklung der Szene für männliche Homosexuelle hinkte der westdeutschen Entwicklung um etwa 20 Jahre hinterher, DDR-Großstädte wie Leipzig oder Dresden waren in diesem Punkt mit westdeutschen Provinzstädchen wie Pforzheim oder Flensburg zu vergleichen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung zur Lebenssituation von Homosexuellen in der DDR ein und definiert das Ziel, die Subkultur, Sexualität sowie die Emanzipationsbestrebungen zu beleuchten.
Rechtgeschichte der Homosexualität: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Änderungen in der DDR bezüglich des §175 und vergleicht diese Entwicklung mit der Situation in der Bundesrepublik Deutschland.
Emanzipationsbewegung Schwuler und Lesben in der DDR: Der Abschnitt beschreibt die Entstehung der politischen Gruppen, die staatlichen Repressionen sowie die programmatischen Forderungskataloge zur Gleichstellung.
Alltag Schwuler und Lesben in der DDR: Hier werden die informellen sozialen Strukturen, die Herausforderungen des Coming-Outs sowie die spezifischen Bedingungen des Sexuallebens und der Umgang mit der AIDS-Krise analysiert.
Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die lesbisch-schwule Bewegung trotz ständiger Repressionen durch den Aufbau enger Gemeinschaftsstrukturen einen wesentlichen Beitrag zur Selbstbehauptung und späteren Anerkennung geleistet hat.
Schlüsselwörter
DDR, Homosexualität, Emanzipationsbewegung, Subkultur, §175, Coming-Out, Staatssicherheit, AIDS, Sozialismus, Gleichberechtigung, Lesben, Schwule, Lebenssituation, Diskriminierung, rosa-lila Forum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Alltag sowie den Emanzipationskampf homosexueller Menschen in der DDR zwischen 1949 und 1989.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rechtsgeschichte, die Organisation der Emanzipationsbewegung, die soziale Subkultur und der Umgang mit gesundheitspolitischen Herausforderungen wie AIDS.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Homosexuelle in der DDR unter staatlicher Beobachtung und gesellschaftlicher Normierung ein eigenes Leben in sozialen Nischen gestalteten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es handelt sich um eine historische Hausarbeit, die auf Literaturanalyse und der Auswertung von Zeitzeugnissen sowie sozialwissenschaftlichen Studien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Chronologie der Emanzipationsbewegung sowie die detaillierte Beschreibung des Alltags und der Subkultur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie DDR, Emanzipationsbewegung, Subkultur, §175, Coming-Out und AIDS charakterisiert.
Wie reagierte die DDR-Staatsführung auf homosexuelle Gruppen?
Die Staatsführung begegnete ihnen mit Misstrauen und Repressionen, unterwanderte Gruppen durch Inoffizielle Mitarbeiter der Stasi und stufte Homosexualität als bürgerlich-dekadentes Relikt ein.
Welche Rolle spielten die Kirchen bei der Organisation der Szene?
Die Kirchen boten geschützte Räume für die Gründung erster dauerhafter Gruppen, wie den Arbeitskreis Homosexualität (AKH) in Leipzig, da staatlich sanktionierte Wege oft versperrt waren.
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- Daniel Gollasch (Author), 2005, Alltag und Emanzipation Homosexueller in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34427