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Das deutsche Hochschulsystem von 1945 bis heute - Strukturen, Probleme, Reformen

Title: Das deutsche Hochschulsystem von 1945 bis heute - Strukturen, Probleme, Reformen

Term Paper , 2004 , 43 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Christian Conrad (Author), Marcel Jobst (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Summary Excerpt Details

In Anbetracht der jüngst durchgeführten Bildungsvergleichsuntersuchungen im Rahmen der Bildungsforschung, ist es unumstritten, dass das Hochschulsystem der Bundesrepublik Deutschland einiger grundlegender Reformen bedarf. Der tertiäre Bereich durchlief im vergangenen Jahrhundert eine Welle von Neuordnungen, Reformen und Neustrukturierungen. Natürlich genießen die deutschen Universitäten heute ein hohes Ansehen im Sinne der Lehre und Forschung. Das war allerdings nicht immer so. Noch in der Weimarer Republik konnten sich die Hochschulen auf ihre, bereits seit Anfang des neunzehnten Jahrhunderts erworbene, hohe Bedeutung berufen. Einrichtungen, wie zum Beispiel die Friedrich- Wilhelm- Universität oder die Wilhelm von Humboldt- Universität waren maßgeblich daran beteiligt, das Hochschulwesen auf eine Stufe enormer Tradition und Wichtigkeit zu bringen. Mit dem Ende der Weimarer Republik wandelte sich dieses Bild jedoch. Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten verlor die Universität ihre Tradition. Das NS-Regime und die Professoren standen sich ‚feindlich’ gegenüber. Nach außen sollte es den Anschein erwecken, dass die Regierung am Plan des Ausbaus der Hochschulen festhält. Wirft man jedoch einen Blick in entsprechende Literatur, so stellt man fest, dass eine systematische und durchdachte Strategie nicht vorhanden war, sondern ein großer Teil der Geschehnisse vom Faktor Zufall gesteuert wurden. Im Zuge der Regierungszeit der Nationalsozialisten sollte der tertiäre Bereich zu einem Werkzeug des in dieser Zeit verankerten, Bildungsgedanken werden. Die Zerstörung traditioneller Strukturen und die Schaffung eines neuen Lehrertyps waren zwei entscheidende Aspekte, die die NSDAP zur Durchführung der Maßnahmen in Erwägung zog. Die folgende Ausarbeitung soll die Entwicklung des Hochschulwesens ab dem Ende des 2. Weltkrieges näher beleuchten. Dazu ist die Arbeit in zwei wesentliche Teile untergliedert. Der erste Teil wurde von Marcel Jobst bearbeitet und befasst sich mit der Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik von 1945-1988. Im zweiten Teil beschreibt Christian Conrad die Weiterentwicklung im wiedervereinigten deutschen Staat bis hin zur heutigen Situation. Schwerpunkt in beiden Abschnitten ist die Untersuchung der Punkte Befunde, Probleme und Reformen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das deutsche Hochschulsystem von 1945 bis 1989 – Strukturen, Probleme, Reformen

2.1. Das Hochschulsystem nach dem II. Weltkrieg bis 1949

2.2. Die Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland bis 1989

2.3. Die Entwicklung in der DDR bis 1989

3. Zusammenfassung

4. Das deutsche Hochschulsystem von 1989 bis heute – Strukturen, Probleme, Reformen

4.1. Die Integration des ostdeutschen Hochschulwesens in die westdeutschen Strukturen

4.2. Die Entwicklung der Hochschulen in den neunziger Jahren

4.3. Die Struktur des deutschen Hochschulwesens

4.3.1. Anzahl der Hochschulen

4.3.2. Träger der Hochschulen

4.3.3. Die Studierenden

4.3.4. Personalbestand und Ausgaben

4.3.5. Vergleich von Universitäten und Fachhochschulen

4.4. Probleme innerhalb des deutschen Hochschulwesens

4.4.1 Entwicklungen in Lehre und Studium

4.4.2. Qualität des Studiums und Studiendauer

4.4.3. Der Zusammenhang zwischen Überfüllung an Hochschulen und der Unterfinanzierung

4.5. Reformen innerhalb des deutschen Hochschulwesens

4.5.1. Gestufte Studiengänge

4.5.2. Internationalisierung

4.5.3. Akkreditierung

4.5.4. Evaluation

4.5.5. Modularisierung und Leistungspunktesystem

5. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die strukturellen Gegebenheiten sowie die bestehenden Probleme und Reformansätze des deutschen Hochschulsystems von 1945 bis in die heutige Zeit, wobei die Unterschiede zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen DDR sowie deren spätere Zusammenführung im Fokus stehen.

  • Historische Entwicklung des tertiären Bildungsbereichs seit 1945
  • Strukturvergleich und Transformation des ost- und westdeutschen Hochschulwesens
  • Analyse der Probleme in Lehre, Studium und Finanzierung
  • Evaluierung der eingeleiteten bildungspolitischen Reformen und Maßnahmen

Auszug aus dem Buch

4.4.1 Entwicklungen in Lehre und Studium

In welcher Weise die deutschen Hochschulen mit ihren Studierenden umgehen, ist nach einhelliger Meinung sehr Besorgnis erregend. Trotz eines hohen Engagement einiger Professoren und ihrer Assistenten wird in Expertenkreisen von einer ‚strukturellen Vernachlässigung’ gesprochen. Das Niveau der Lehrveranstaltungen wird zwar von den meisten Professoren als sehr hoch angesehen allerdings spiegeln die Erfahrungen der Studenten meistens das genaue Gegenteil wider. Erstaunlich ja geradezu paradox erscheint die Tatsache, dass die Lehrqualität sich immer mehr verschlechterte, je mehr Mitbestimmungsrechte die Studenten laut Gruppenuniversitätsverfassung erhielten. Ein weiteres Manko in diesem Bereich ist, dass viele Professoren sich mehr als Forscher denn als Lehrende sehen und die Vorlesungen von ihren wissenschaftlichen Mitarbeitern gehalten werden.

Um das Engagement der Hochschullehrer zu steigern, werden Zuschüsse auf das Grundgehalt bewilligt, wenn der Professor besondere Leistungen in Lehre und Forschung vorweisen kann. Auch die Übernahme von zusätzlichen Funktionen innerhalb der Fachbereiche wird extra honoriert. Somit ist neben Zulassung zum gewünschten Studienfach und der mangelnden Organisation auch die Qualität der Lehre ein Grund für die steigende Studiendauer. Um dem entgegen zu wirken, werden Reformen wie zum Beispiel Lehrberichte und Lehrevaluationen eingeführt, auf die ich im Abschnitt „Reformen“ noch eingehen werde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass das deutsche Hochschulsystem grundlegender Reformen bedarf, und skizziert die Gliederung der Arbeit in zwei zeitliche Abschnitte: von 1945 bis 1988 sowie die Phase nach der Wiedervereinigung.

2. Das deutsche Hochschulsystem von 1945 bis 1989 – Strukturen, Probleme, Reformen: Dieses Kapitel behandelt die Entwicklung der Hochschulen in der Bundesrepublik und der DDR, wobei die jeweiligen historischen Rahmenbedingungen, politischen Einflüsse und Strukturveränderungen detailliert analysiert werden.

3. Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Entwicklungsphasen des tertiären Bereichs in Deutschland vor der Wiedervereinigung zusammen und dient als Bindeglied zur weiteren Betrachtung.

4. Das deutsche Hochschulsystem von 1989 bis heute – Strukturen, Probleme, Reformen: Dieser Abschnitt widmet sich der Transformation des vereinigten Hochschulsystems, der Integration der ostdeutschen Strukturen sowie den vielfältigen Herausforderungen und Reformbemühungen ab den neunziger Jahren.

5. Schluss: Der Schluss reflektiert die komplexe Lage des deutschen Hochschulsystems und betont, dass trotz zahlreicher Reformbemühungen die Problemlösungen ein andauernder Prozess bleiben.

Schlüsselwörter

Hochschulsystem, Bundesrepublik Deutschland, DDR, Bildungsreformen, Hochschulrahmengesetz, Strukturwandel, Lehre und Studium, Studiendauer, Unterfinanzierung, Bologna-Prozess, Akkreditierung, Evaluation, Modularisierung, Leistungspunktesystem, Hochschulautonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die Entwicklung des deutschen Hochschulsystems von 1945 bis zur Gegenwart und beleuchtet dabei Strukturen, auftretende Probleme und umgesetzte Reformen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Hochschulpolitik in Ost und West, die Anpassung an veränderte Studierendenzahlen, die Qualität von Lehre und Forschung sowie die institutionelle Umstrukturierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Transformationsprozess des Hochschulwesens unter Berücksichtigung der unterschiedlichen politischen Systeme vor und nach der Wiedervereinigung kritisch zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, die offizielle Bildungsberichte, historische Dokumente und einschlägige hochschulpolitische Untersuchungen auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Hochschulen seit 1945, die Probleme bei der Studienplatzvergabe, die Qualität der Lehre und die verschiedenen Reformschritte wie die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hochschulreformen, das deutsche Hochschulwesen im Wandel, Akkreditierung, Modularisierung und der Bologna-Prozess.

Welche Rolle spielten die Studentenproteste für die Hochschulreformen?

Studentenproteste, etwa 1968/69 oder 1988, wirkten oft als Katalysator für die Politik, um drängende Probleme wie den Mangel an Studienplätzen oder inakzeptable Studienbedingungen durch Sonderprogramme und Gesetzesänderungen anzugehen.

Warum wurde das Modul- und Leistungspunktesystem eingeführt?

Das System wurde eingeführt, um die Effizienz und Modernität des Hochschulsystems zu steigern, die internationale Mobilität der Studierenden durch Vergleichbarkeit zu fördern und die Strukturierung des Studiums zu verbessern.

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Details

Title
Das deutsche Hochschulsystem von 1945 bis heute - Strukturen, Probleme, Reformen
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Bildungswesen mangelhaft? Das deutsche Bildungssystem in der Kritik
Grade
2,3
Authors
Christian Conrad (Author), Marcel Jobst (Author)
Publication Year
2004
Pages
43
Catalog Number
V34430
ISBN (eBook)
9783638346528
Language
German
Tags
Hochschulsystem Strukturen Probleme Reformen Bildungswesen Bildungssystem Kritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Conrad (Author), Marcel Jobst (Author), 2004, Das deutsche Hochschulsystem von 1945 bis heute - Strukturen, Probleme, Reformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34430
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