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Traumatisierte Kinder in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

Titel: Traumatisierte Kinder in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

Forschungsarbeit , 2016 , 45 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Susann Meltzer (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Eingehen auf die vielseitigen Traumata würde den Rahmen sprengen, somit liegt der Fokus auf dem Trauma sexueller Missbrauch. Die Autorin ist als Erzieherin in der stationären Kinder- und Jugendhilfe tätig und wird derzeitig in ihrer Arbeit mit dem Trauma sexuellem Missbrauch konfrontiert.

Daraus entwickelte sich die Forschungsfrage, in wie fern kann die stationäre Kinder und Jugendhilfe ohne Traumapädagogikkonzept unterstützend wirken, für Kinder und Jugendliche vor dem Hintergrund des sexuellen Missbrauchs? Das erlebte Trauma muss im gesellschaftlichen Kontext und nicht als individuelle Problemstellung erfasst werden. Daher ist die Traumapädagogik politisch relevant, da ein Trauma gesellschaftlich verursacht, gefördert und beeinflusst wird.

Die Autorin ist der Meinung, dass Pädagogen, über ausreichendes Wissen der Traumapädagogik verfügen sollten, um die Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Betroffenen deuten und als Anpassung an die traumatischen Umstände wahrnehmen zu können. Daraus resultiert auch die Annahme, dass traumapädagogisches Wissen eine Voraussetzung ist, um den Betroffenen einen förderlichen Aufenthalt zu gestalten. Nach dem Begriffsbestimmungen geklärt sind, werden die Folgen des Missbrauchs und die damit verbundenen Bedürfnisse der Kinder beleuchtet.

Innerhalb der Arbeit werden auch die Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte fokussiert. Zur wissenschaftlichen Darstellung wird ein qualitatives Erhebungsinstrument verwendet, indem drei Pädagogen einer Wohngruppe interviewt werden. Darunter befindet sich eine angehende Traumapädagogin. Ziel ist es, anhand der Sachkompetenz, Selbstreflexion und Selbstfürsorge, Ergebnisse gemäß der Forschungsfrage zu erhalten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Begriffsbestimmung

1.1 Trauma- sexueller Missbrauch

2 Folgen des Missbrauchs

2.1 Verlust an Vertrauen

2.2 Verlust an Selbstwirksamkeit

2.3 Sexuelles Trauma

2.4 Stigmatisierung

3 Pädagogische Förderung im Alltag

3.1 Selbstverstehen

3.2 Körper- und Sinneswahrnehmung

3.3 Selbstregulation

3.4 Selbstwirksamkeit

4 Anforderungen an die Pädagogen

5 Empirie

5.1 Methodenbeschreibung

5.2 Auswertung des Interviews

6 Zusammenfassung und Ausblick

7 Methodenreflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht, inwiefern die stationäre Kinder- und Jugendhilfe ohne ein spezifisches Traumapädagogikkonzept unterstützend für Kinder und Jugendliche wirken kann, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind. Ziel ist es, durch Experteninterviews mit pädagogischen Fachkräften deren Wissensstand, Reflexionsfähigkeit und Handlungsweisen zu analysieren, um Erkenntnisse über die notwendige Unterstützung und die Anforderungen an das Personal zu gewinnen.

  • Traumafolgen bei Kindern und Jugendlichen (Verlust an Vertrauen, Selbstwirksamkeit, sexuelles Trauma)
  • Traumapädagogische Ansätze und pädagogische Förderung im Alltag
  • Anforderungen an pädagogische Fachkräfte im Umgang mit traumatisierten Klienten
  • Empirische Untersuchung der Handlungspraxis von Pädagogen einer Wohngruppe
  • Reflexion von Fachkompetenz, Selbstfürsorge und professioneller Haltung

Auszug aus dem Buch

1.1 Trauma- sexueller Missbrauch

Ein Trauma ist ein gravierender Wendepunkt im Leben des Menschen, dessen Erleben sich nicht in die Biografie einordnen lässt. Die gelernten Lösungsstrategien finden keine Anwendung und die Betroffenen erfahren eine Hilflosigkeit, die ihnen die Verarbeitung erschwert. (vgl. Eckardt 2005: 9f ) Es gibt die Traumatypen I und II, die sich in der Zeitdauer des stattgefunden Traumas unterscheiden. Sexueller Missbrauch lässt sich als Typ II bezeichnen, er passiert meist schleichend und wird über einen längeren Zeitraum ausgeübt. Sexueller Missbrauch ist im Strafgesetzbuch unter den Paragraphen 173 StGB Beischlaf zwischen Verwandten, (Jugendrecht 2015: 244f) 174 StGB Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen und 176 StGB Sexueller Missbrauch von Kindern festgehalten.(ebd.: 245ff) Die verschiedenen Einstufungen des Begriffs sind auf die verschiedenen Tatumstände und die damit verbundenen Strafzumessungen zurückzuführen. Gleichzeitig lassen die Paragraphen darauf schließen, dass der Missbrauch durch eine verwandte Person oder eine nicht verwandte Person den Grad der Folgen beeinflusst. Jedoch variiert die subjektive Wahrnehmung nach dem Alter und Geschlecht des Kindes und der emotionalen und räumlichen Nähe zum Täter. Die Reaktion der Erwachsenen im sozialen Umfeld spielt ebenfalls eine große Rolle. (vgl. Hartwig/Weber 1991: 22) Wenn die Faktoren, emotionale und räumliche Nähe mitentscheidend sind, ist es für das Opfer unwesentlich, ob der Täter biologischer oder sozialer Beziehung ist. Das heißt es ist unwesentlich, ob die Tat zum Beispiel vom leiblichen oder vom Stiefvater vollzogen wird. (vgl. ebd.: 17)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel definiert den Trauma-Begriff, speziell in Bezug auf sexuellen Missbrauch und dessen Einordnung im Strafrecht.

2 Folgen des Missbrauchs: Hier werden die zentralen psychischen Auswirkungen des Missbrauchs beleuchtet, insbesondere Vertrauensverlust, beeinträchtigte Selbstwirksamkeit, sexuelle Traumata und Stigmatisierungsprozesse.

3 Pädagogische Förderung im Alltag: Das Kapitel beschreibt traumapädagogische Ansätze zur Alltagsgestaltung, die auf Selbstverstehen, Körperwahrnehmung und Selbstregulation abzielen.

4 Anforderungen an die Pädagogen: Hier werden die notwendigen fachlichen Kompetenzen und die psychische Belastbarkeit beschrieben, die Pädagogen für die Arbeit mit traumatisierten Kindern benötigen.

5 Empirie: Dieser Teil umfasst die Methodenbeschreibung sowie die Auswertung der Experteninterviews mit den pädagogischen Mitarbeitern.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die Notwendigkeit von traumapädagogischen Kompetenzen.

7 Methodenreflexion: Die Autorin reflektiert hier ihr eigenes Vorgehen im Forschungsprojekt und bewertet Stärken und Schwächen der gewählten Methode.

Schlüsselwörter

Traumapädagogik, sexueller Missbrauch, stationäre Jugendhilfe, Pädagogen, Selbstwirksamkeit, Vertrauensverlust, Stigmatisierung, Kindeswohl, Traumafolgen, Experteninterview, Fachkompetenz, Selbstreflexion, Selbstfürsorge, Fallberatung, Netzwerkarbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Fachkräfte in einer stationären Wohngruppe mit traumatisierten Kindern umgehen, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, ohne dass ein explizites Traumapädagogikkonzept vorliegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Trauma, die Auswirkungen von sexuellem Missbrauch, Möglichkeiten der pädagogischen Alltagsgestaltung und die professionellen Anforderungen an Erzieher.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern kann die stationäre Kinder- und Jugendhilfe ohne Traumapädagogikkonzept unterstützend für Kinder und Jugendliche vor dem Hintergrund des sexuellen Missbrauchs wirken?

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin führte eine qualitative empirische Untersuchung durch, basierend auf Experteninterviews mit den Betreuern einer stationären Wohngruppe.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Traumafolgen und pädagogischer Förderansätze sowie einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Interviews ausgewertet und reflektiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Traumapädagogik, Selbstwirksamkeit, pädagogische Fachkompetenz, Vertrauensverlust, sexueller Missbrauch und stationäre Erziehungshilfe.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Sachkompetenz der befragten Pädagogen?

Die Untersuchung zeigt, dass bei den befragten Fachkräften ein Mangel an spezifischem Fachwissen über Traumafolgen besteht, was zu einer eingeschränkten Reflexionsfähigkeit und unbewusster Stigmatisierung der Kinder führen kann.

Welche Bedeutung hat die Selbstfürsorge für die Pädagogen laut der Arbeit?

Obwohl die Arbeit hervorhebt, dass Selbstfürsorge und Supervision essenziell sind, um die psychische Belastung zu bewältigen und professionell zu bleiben, wurde dies von der Praxis nur unzureichend umgesetzt.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Traumatisierte Kinder in der stationären Kinder- und Jugendhilfe
Note
1,0
Autor
Susann Meltzer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
45
Katalognummer
V344524
ISBN (eBook)
9783668343368
ISBN (Buch)
9783668343375
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Traumapädagogik Kinder- und Jugendhilfe Sexueller Missbrauch Heim Selbstwirksamkeit sexuelles Trauma Stigmatisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susann Meltzer (Autor:in), 2016, Traumatisierte Kinder in der stationären Kinder- und Jugendhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344524
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Leseprobe aus  45  Seiten
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