Die Unterrichtsstunde ist für die Klassenstufe 7 am Gymnasium vorgesehen. In der Unterrichtseinheit „Gliedsätze“ sollen die Schüler lernen, den Aufbau von komplexen Sätzen zu erkennen und die Funktion der unterschiedlichen Gliedsätze zu bestimmen. Die Schüler sollen Texte als eine Folge von Sätzen mit inhaltlichem Zusammenhang erkennen und Möglichkeiten kennen lernen, die Sätze mit Hilfe von Subjunktionen und Konjunktionen zu strukturieren (vgl. HERINGER, H.J.: Lesen Lehren lernen(1988), S. 239). Das Thema der Unterrichtseinheit ist zwar auf die Subordination von Komplement- und Supplementsätzen begrenzt, dennoch sollte auch Berücksichtigung finden, dass bestimmte Sachzusammenhänge (z.B. Kausalzusammenhänge) sowohl mit Subordinationen, als auch als mit Nominalisierungen oder Koordinationen ausgedrückt werden können.
Dieser Entwurf folgt der Konzeption des Sprachschlüssels für die Klasse 7, die als oberstes Richtziel die erweiterte Kommunikationsfähigkeit der Schüler definiert, ohne dass die Beschäftigung mit Sprache als System mit Formen und Regeln zum Selbstzweck wird.
Gliederung
Die Unterrichtseinheit beginnt mit der Behandlung des Inhaltssatzes mit „dass“ als wichtigster Vertreter der Komplementsätze. Der Komplementsatz ist im Vergleich zu den Supplementsätzen grammatisch viel enger an den Kernsatz gebunden, weil er eine Valenzstelle des Verbs im Trägersatz (HERINGER, H.J.: Lesen Lehren lernen (1988), S. 251) besetzt. Daher sollen an ihm auch noch einmal Grundbegriffe wie „Gliedsatz“ oder „Satzgliedstelle“ aufgefrischt bzw. auf einen einheitlichen Stand (7.Klasse!) gebracht werden. Der Zeitbedarf wird infolgedessen mit 2 Stunden relativ hoch angesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1.Die Unterrichtseinheit - Gliedsätze
2. Adverbialsätze
3. Unmittelbare Unterrichtsvoraussetzungen/ Bedingungsfeldanalyse
Bedingungsfeldanalyse für die 7.Klasse: Folgerungen für den Unterricht
4. Sachanalyse Gliedsätze: Die Adverbialsätze
5. Didaktische Analyse
5.1 Rahmenplan
5.2 Warum sollen sich die Schüler mit dem Thema „Gliedsätze“ befassen?
5.3 Schülerinteressen, Lernschwierigkeiten und methodische Überlegungen
5.4 benötigte Vorkenntnisse
6. Methodische Überlegungen zum Unterrichtsablauf
6.1 Einstieg:
6.2 Darbietung und Bearbeitung des Materials
6.3. Auswertung
7. Geplanter Unterrichtsverlauf
8.Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine didaktisch fundierte Unterrichtseinheit zur Einführung in das Thema „Gliedsätze“, mit Fokus auf Adverbialsätze, für die 7. Klasse am Gymnasium zu konzipieren. Die zentrale Fragestellung ist, wie Schüler ohne isoliertes Auswendiglernen von Regelwerken ein Verständnis für den Aufbau und die semantische Funktion von komplexen Satzstrukturen entwickeln können, um ihre Kommunikationsfähigkeit nachhaltig zu erweitern.
- Induktive Sprachbetrachtung anhand von Sachtexten
- Analyse der semantischen Funktion von Subjunktionen
- Verhältnisbestimmung zwischen Kern- und Supplementsatz
- Nominalisierung als stilistische Alternative zu Gliedsätzen
- Motivation durch Alltagsbezug und phantasievolle Materialien
Auszug aus dem Buch
4. Sachanalyse Gliedsätze: Die Adverbialsätze
Bei den Adverbialsätzen handelt es sich um Nebensätze, die als Supplemente zu dem Hauptsatz stehen (s. HERINGER, H.J.: Lesen Lehren lernen (1988), S. 251). Sie werden durch eine Subjunktion eingeleitet, am Ende steht immer die Personalform des Verbs.
Im Vergleich zu den Komplementsätzen werden Adverbialsätze nicht von dem Hauptsatz gefordert, da sie keine Valenzstelle besetzen. Daher erhöht sich die Bedeutung der Subjunktionen, die maßgeblich die semantische Rolle des Adverbialsatzes in Relation zu dem Hauptsatz bestimmen.
Die semantischen Funktionen der verschiedenen Adverbialsätze können verdeutlicht werden, indem man sie durch Nominalphrasen ersetzt: Für Kausalsätze lässt sich die Phrase „Aus diesem Grund“, für Konditionalsätze „unter dieser Bedingung“ usw. einsetzen. Adverbialsätze können zudem nominalisiert werden (Präposition+Substantiv-/Nominalgruppe).
Zusammenfassung der Kapitel
1.Die Unterrichtseinheit - Gliedsätze: Einführung in die Zielsetzung der Einheit für die Klassenstufe 7, die den Aufbau komplexer Sätze und den inhaltlichen Zusammenhang von Texten in den Vordergrund stellt.
2. Adverbialsätze: Erläuterung der Behandlung von Adverbialsätzen, ihrer semantischen Funktionen durch Subjunktionen und der Abgrenzung zu Nominalisierungen.
3. Unmittelbare Unterrichtsvoraussetzungen/ Bedingungsfeldanalyse: Theoretische Reflexion über klassenspezifische Faktoren wie Lernstände, Sozialformen und die zeitliche Einbettung der Unterrichtsstunde.
4. Sachanalyse Gliedsätze: Die Adverbialsätze: Grammatische Einordnung der Adverbialsätze als Supplementsätze und detaillierte Auflistung ihrer semantischen Typen.
5. Didaktische Analyse: Darlegung der fachdidaktischen Begründung unter Einbeziehung des Rahmenplans und der Konzeption einer erweiterten Kommunikationsfähigkeit.
6. Methodische Überlegungen zum Unterrichtsablauf: Beschreibung des geplanten methodischen Vorgehens, das induktiv über motivierende Texte zur Sprachreflexion führt.
7. Geplanter Unterrichtsverlauf: Detaillierte tabellarische Übersicht über den zeitlichen Ablauf, Lehrer-Schüler-Interaktion und Medieneinsatz.
8.Literatur: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen und didaktischen Quellen.
Schlüsselwörter
Gliedsätze, Adverbialsätze, Unterrichtsplanung, Deutschunterricht, Subjunktionen, Satzstruktur, Kommunikationsfähigkeit, Sprachbetrachtung, Grammatik, Nebensätze, Satzglieder, Nominalisierung, Didaktik, Sprachschlüssel, Satzverknüpfung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Planung einer Unterrichtseinheit zum Thema „Gliedsätze“, insbesondere Adverbialsätze, für eine siebte Klasse am Gymnasium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Aufbau von komplexen Satzgefügen, die Funktion von Subjunktionen sowie die stilistische Variation durch Nominalisierungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Förderung der erweiterten Kommunikationsfähigkeit der Schüler, indem Grammatik nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug zur Texterschließung vermittelt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer didaktischen Reflexion, die rezeptive Grammatikkonzepte (nach Heringer) nutzt, um Schüler induktiv an sprachliche Strukturen heranzuführen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl eine Bedingungsfeld- und Sachanalyse als auch die methodischen Überlegungen für den Unterrichtsverlauf ausführlich dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Adverbialsätze, Sprachbetrachtung, Subjunktionen, induktive Grammatikvermittlung und Kommunikationsfähigkeit.
Warum wird eine „eigenartige Welt“ als Material verwendet?
Das Material dient dazu, die Barrieren gegenüber einem als „trocken“ empfundenen Grammatikunterricht zu umgehen und die Schüler spielerisch zur Analyse von Satzverknüpfungen zu motivieren.
Welche Rolle spielt das Tafelbild in diesem Entwurf?
Das Tafelbild dient als strukturierte Diskussionsgrundlage, um die verschiedenen Arten von Zusammenhängen (z.B. kausal, temporal, konzessiv) und deren Ausdrucksmöglichkeiten systematisch zu bündeln.
- Quote paper
- Andreas Steiner (Author), 1999, Adverbialsätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34457