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Der Sonderfall Art Brut. 'Geisteskranken-Kunst' oder Auflehnung gegen akademische Konvention?

L'Art informel

Titel: Der Sonderfall Art Brut. 'Geisteskranken-Kunst' oder Auflehnung gegen akademische Konvention?

Hausarbeit , 2015 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Theresa Flammersberger (Autor:in)

Didaktik für das Fach Französisch - Literatur, Werke
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Um sich zunächst dem Begriff der informellen Kunst im Allgemeinen zu nähern, wird einleitend ein Definitionsversuch unternommen, der darin besteht den Minimalkonsens dessen was dem Informel zugehörig erscheint zu bestimmen. Anschließend werden die Ursprünge und Einflüsse des Informel erörtert.

In der zweiten Hälfte wird das Schaffen von Jean Dubuffet beleuchtet, der einen großen Beitrag zur Neuerung der Kunst leistete und ein wichtiger Wegbereiter der ersten informellen Nachkriegspräsentationen war. Seine von ihm benannte künstlerische Konzeption Art Brut stieß in den fünfziger Jahren auf lautstarke Reaktionen und wird von Kritikern fälschlicher Weise oftmals als Kunst Geisteskranker bezeichnet. Dieser Vorwurf ist Ausgangspunkt der Fragestellung „Der Sonderfall Art Brut. 'Geisteskrankenkunst‘ oder Auflehnung gegen akademische Konvention?“ Abschließend wird im letzten Teil das Verhältnis von Art Brut und Art Informel erläutert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Definitionsversuch von Art Informel

1.1 Avantgarde der 1950er Jahre

1.2 Ablehnung des klassischen Form- und Kompositionsprinzips

1.3 Unbestimmtheit und Formlosigkeit als Minimalkonsens

2. Die Entstehung und Ursprünge von Art Informel

2.1 Barock

2.2 Impressionismus

2.3 Abstraktionskonzepte des 20. Jahrhunderts

2.4 Surrealismus

3. Jean Dubuffet & Art Brut

3.1 Jean Dubuffet als Schriftsteller, Maler und Sammler

3.2 Die Sonderstellung der Art Brut

3.3 Die Wegbereitung der Art Brut

3.3.1 Die Visionärin Clémence R.

3.3.2 Die Sammlung Hans Prinzhorns

3.3.3 Walter Morgenthaler

3.4 Konzeption der Art Brut

3.4.1 Die „Compagnie de L’Art Brut“

3.4.2 Krankheit als neue Dimension des Lebens

3.4.3 Vorwurf der Geisteskrankenkunst

4. Das Verhältnis von Art Brut und Informel

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Art Brut im Kontext der informellen Kunst der Nachkriegszeit. Das primäre Ziel ist es, den Vorwurf zu entkräften, dass die Art Brut lediglich als „Kunst von Geisteskranken“ zu verstehen sei, und stattdessen ihre Funktion als kritische Auflehnung gegen akademische Konventionen und eurozentrische Wertvorstellungen herauszuarbeiten.

  • Grundlagen und Definition des Begriffs Art Informel
  • Historische Herleitung des Informel (vom Barock bis zum Surrealismus)
  • Das künstlerische Schaffen und die Theorien von Jean Dubuffet
  • Bedeutung der Art Brut als Gegenentwurf zur etablierten Kunst
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen „normalem“ und „pathologischem“ Kunstschaffen

Auszug aus dem Buch

3.4.2 Krankheit als neue Dimension des Lebens

Wie bereits erwähnt wird Dubuffets Art Brut oftmals als Kunst ,Geisteskranker‘ verkannt. Genau diese negativ konnotierte Bezeichnung spiegelt die eurozentrische Abwertung und Verachtung wider, gegen welche sich Dubuffets Schaffen richtet. Dubuffet kritisiert den Zustand in unserer Gesellschaft, der das Prinzip von „normal“ und „krank“ so verinnerlicht hat, dass der „Wahnsinn“, der in anderen Kulturen als positiv und produktiv wertgeschätzt wird, bewusst aus dem Blickfeld der aus medizinischer Sicht „gesunden“ Menschen gedrängt wird. Er bezeichnet den Wahnsinn als einen „sehr fruchtbaren, sehr nützlichen, sehr wertvollen Wert […], der in unseren Welten nicht im Übermaß herrscht, sondern daß er im Gegenteil dort zu sehr fehlt.“ Anstoß für diese Überlegungen war die Diskussion in Frankreich, die nach dem zweiten Weltkrieg entfachte, um eben genau diese Thematik vom Normalen und Pathologischen zu beleuchten. Es wurde versucht das Pathologische als eine Variante des Normalen zu betrachten und Krankheit wurde zunehmend neu definiert. Durch diesen Vorgang der „Ent- Pathologisierung von Krankheit und Wahnsinn“ wurden herkömmliche Grenzen verschoben. So wird Krankheit nicht nur als eine Variante der Gesundheit begriffen, sondern als eine neue Dimension des Lebens. Vor diesem psychohistorischen Hintergrund der Nachkriegszeit, in dem die Begriffe normal und krank neu dimensioniert wurden, „ließe sich Dubuffets Konzept des Art Brut als Versuch beschreiben, normativ zu sein.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Definitionsversuch von Art Informel: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Abgrenzung des Begriffs Informel als eine künstlerische Haltung, die klassische Kompositionsprinzipien ablehnt.

2. Die Entstehung und Ursprünge von Art Informel: Hier wird der historische Kontext beleuchtet, wobei Einflüsse vom Barock über den Impressionismus bis hin zum Surrealismus als Wegbereiter identifiziert werden.

3. Jean Dubuffet & Art Brut: Dieser zentrale Teil befasst sich intensiv mit der Biografie Dubuffets, der Bedeutung seiner Sammlung und der theoretischen Fundierung der Art Brut.

4. Das Verhältnis von Art Brut und Informel: Das Kapitel erörtert die Gemeinsamkeiten und Trennlinien zwischen der Art Brut und der allgemeinen informellen Kunstströmung.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Art Brut als emanzipatorische Kunstform jenseits tradierter Normen.

Schlüsselwörter

Art Brut, Art Informel, Jean Dubuffet, Informelle Kunst, Geisteskrankenkunst, Kunstgeschichte, Surrealismus, Hans Prinzhorn, Pathologie, Normalität, Avantgarde, Antiakademismus, Bildnerei, Kreativität, Ästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Kunstform der Art Brut und deren Verhältnis zur informellen Kunst, insbesondere im Lichte des Schaffens von Jean Dubuffet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Feldern gehören die Definition des Informel, die Einflüsse auf Dubuffets Werk und die kritische Auseinandersetzung mit der Stigmatisierung von Kunst durch gesellschaftliche Normen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, ob die Art Brut lediglich eine Form der „Geisteskrankenkunst“ darstellt oder ob sie als bewusste Auflehnung gegen akademische Konventionen zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die kunsthistorische Definitionen mit psychohistorischen Hintergründen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Informel, eine historische Herleitung, eine detaillierte Analyse der Figur Jean Dubuffet sowie eine Untersuchung des Verhältnisses von Art Brut zu gesellschaftlichen Vorurteilen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Art Brut, Art Informel, Jean Dubuffet, psychische Erkrankung im künstlerischen Kontext, Antiakademismus und ästhetische Normierung.

Welchen Stellenwert nimmt die Sammlung Hans Prinzhorns ein?

Die Sammlung Prinzhorns wird als fundamentales Erlebnis und direktes Vorbild für Dubuffets Konzept der Art Brut hervorgehoben.

Warum wird der Begriff der "Geisteskrankenkunst" als Vorwurf bezeichnet?

Der Begriff wird als Vorwurf gewertet, da er Dubuffets Schaffen auf ein rein medizinisches Symptom reduziert und die künstlerische Intention sowie die systemkritische Komponente seiner Arbeit ignoriert.

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Details

Titel
Der Sonderfall Art Brut. 'Geisteskranken-Kunst' oder Auflehnung gegen akademische Konvention?
Untertitel
L'Art informel
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Romanistik)
Veranstaltung
Der Französische Existentialismus
Note
1,3
Autor
Theresa Flammersberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V344583
ISBN (eBook)
9783668342989
ISBN (Buch)
9783668342996
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sonderfall brut geisteskranken-kunst auflehnung konvention
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Theresa Flammersberger (Autor:in), 2015, Der Sonderfall Art Brut. 'Geisteskranken-Kunst' oder Auflehnung gegen akademische Konvention?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344583
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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