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Der Konfliktbegriff Niklas Luhmanns am Beispiel der Kuwaitkrise 1990/91

Title: Der Konfliktbegriff Niklas Luhmanns am Beispiel der Kuwaitkrise 1990/91

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 35 Pages , Grade: Sehr gut (1,0)

Autor:in: Michael Berka (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Anhand der internationalen Krise um Kuwait nach dem irakischen Einmarsch am 2. August 1990 und dem daraus resultierenden Zweiten Golfkrieg zu Beginn des Jahres 1991 soll in dieser Arbeit der Konfliktbegriff Niklas Luhmanns exemplarisch dargestellt und angewandt werden. Ich habe dazu die Arbeit wie folgt gegliedert. In einem ersten theoretischen Kapitel wird einleitend, soweit für das Verständnis des Konfliktbegriffs nötig, die Theorie sozialer Systeme Niklas Luhmanns erläutert. Im Anschluß daran werden die Vorstellungen Luhmanns zu Widerspruch und Konflikt geschildert.

Im zweiten Kapitel folgt ein historischer Abriß des gewählten Beispiels der Kuwaitkrise, der die Voraussetzung für eine analytische Betrachtung dieser Krise bilden soll. Dabei werden folgende Aspekte näher betrachtet. Einführend wird auf die veränderte weltpolitische Lage nach dem Ende des Ost-West-Gegensatzes einzugehen sein, die meines Erachtens eine entscheidende Voraussetzung für die Ereignisse am Persischen Golf bildet. Dann werde ich die Lage im Irak vor der Invasion behandeln und dabei die irakischen Ziele näher betrachten, die Saddam Hussein zu dem Schritt bewegt haben, in Kuwait einzufallen. In einem zweiten Abschnitt schließt sich eine chronologische Darstellung der Ereignisse unmittelbar vor der Invasion, der internationalen Reaktionen auf diese, der diplomatischen Bemühungen, Irak zu einem Rückzug aus Kuwait zu bewegen, und schließlich der militärischen Maßnahmen gegen den Irak seitens der internationalen Koalition an. Drittens sollen die sowjetischen und USamerikanischen Interessen am Persischen Golf und die Rolle beider Staaten während der Krise thematisiert werden. Und viertens werde ich die Bedeutung des arabisch- israelischen Konflikts für die hier behandelten Ereignisse beleuchten. In einem dritten analytischen Kapitel sollen dann die theoretischen Überlegungen Luhmanns zu sozialen Konflikten am konkreten historischen Beispiel angewandt werden. Dazu wird zuerst zu fragen sein, ob es sich bei den Vorgängen am Persischen Golf zwischen dem August 1990 und dem Frühjahr 1991 um einen sozialen Konflikt im Sinne Luhmanns gehandelt hat. Kann diese Frage positiv beantwortet werden, schließt sich daran eine Betrachtung der Struktur und der Entwicklung dieses konkreten Konflikts an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der soziale Konflikt bei Luhmann

1.1 Kommunikation

1.2 Widerspruch

1.3 Konflikt

2. Historische Darstellung der Kuwaitkrise

2.1 Der Irak vor der Invasion – Lage und Ziele

2.2 chronologischer Verlauf der Ereignisse

2.3 Die amerikanischen und sowjetischen Interessen am Persischen Golf und die Beziehungen zwischen beiden Staaten im Verlauf der Krise

2.3.1 Die Sowjetunion

2.3.2 Die USA

2.4 Der arabisch-israelische Konflikt

3. Analyse der Kuwaitkrise anhand des Luhmannschen Konfliktbegriffs

Zusammenfassung:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kuwaitkrise und den Zweiten Golfkrieg unter Anwendung der systemtheoretischen Konfliktsoziologie von Niklas Luhmann. Ziel ist es, zu klären, ob diese historischen Ereignisse als "sozialer Konflikt" im Sinne Luhmanns definiert werden können, wobei insbesondere die Rolle von Kommunikation, Widerspruch und doppelter Negation analysiert wird.

  • Theorie sozialer Systeme und Konfliktbegriff bei Niklas Luhmann
  • Historischer Hintergrund der Kuwaitkrise 1990/91
  • Analyse der geopolitischen Interessen von USA und Sowjetunion
  • Anwendung des Luhmannschen Konfliktmodells auf die Krisenereignisse
  • Funktion von Konflikten für sozialen Wandel und Systemerhalt

Auszug aus dem Buch

1.3 Konflikt

Von einem Konflikt, um nun zum eigentlichen Gegenstand dieser Arbeit zu gelangen, spricht Luhmann dann, „wenn einer Kommunikation widersprochen wird. Man könnte auch formulieren: wenn ein Widerspruch kommuniziert wird“12. Zur Bildung eines Konflikts sind also immer zwei Kommunikationen notwendig. Zum einen diejenige, in der eine Erwartung geäußert wird und zum anderen die, in der dieser Erwartungsäußerung widersprochen wird. Luhmann spricht auch von einem kommuniziertem Nein, „das eine vorherige Kommunikation beantwortet“13. An dieser Stelle kommt zwangsläufig die Frage auf, was denn der Unterschied der Begriffe Widerspruch und Konflikt sei. Widerspruch wurde als Kommunikation einer Ablehnung eingeführt und Konflikt als Kommunikation eines Widerspruchs. Daraus folgt logisch, daß Konflikt die Kommunikation einer Ablehnung sein muß oder anders gesagt: Widerspruch und Konflikt sind identisch. Um dieses Problem zu lösen, hat Schneider dazu geraten, in den Konfliktbegriff eine doppelte Negation hineinzunehmen: Erst wenn der Ablehnung einer Erwartung von dem Kommunikationspartner wiederum widersprochen wird, könne demnach von Konflikt gesprochen werden. 14 In ‚Das Recht der Gesellschaft‘ ist Luhmann dieser Anregung gefolgt, wenn er sagt: „Zur Störung wachsen sich solche Bagatellvorfälle aus, wenn auf ein Nein mit einem Gegennein geantwortet wird; .... In einem solchen Falle wollen wir von Konflikt sprechen“15. Ich werde im Folgenden mit dieser zweiten Variante des Konflikts als doppelte Negation einer Kommunikation arbeiten und somit deutlich zwischen Widerspruch und Konflikt zu unterscheiden versuchen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob die Kuwaitkrise als sozialer Konflikt im Sinne Luhmanns analysiert werden kann, und erläutert die methodische Herangehensweise.

1. Der soziale Konflikt bei Luhmann: Es werden die theoretischen Grundlagen der Systemtheorie dargelegt, insbesondere die Begriffe Kommunikation, Widerspruch und die Modifizierung des Konfliktbegriffs mittels doppelter Negation.

2. Historische Darstellung der Kuwaitkrise: Dieses Kapitel liefert einen historischen Abriss der Ereignisse, der irakischen Motivationen sowie der internationalen Interessenlagen am Persischen Golf.

3. Analyse der Kuwaitkrise anhand des Luhmannschen Konfliktbegriffs: Hier erfolgt die empirische Anwendung der Theorie auf das Beispiel der Kuwaitkrise, wobei die Stabilität und die integrative Wirkung des Konfliktsystems untersucht werden.

Zusammenfassung: Abschließend wird das Ergebnis der Analyse bestätigt, dass es sich bei der Kuwaitkrise um ein stabiles, autopoietisches Konfliktsystem gehandelt hat.

Schlüsselwörter

Niklas Luhmann, Soziale Systeme, Konfliktbegriff, Kommunikation, Kuwaitkrise, Zweiter Golfkrieg, Systemtheorie, Doppelte Negation, Autopoiesis, Geopolitik, Internationale Beziehungen, Soziale Systeme, Widerspruch, Konfliktsoziologie, Machtvakuum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Kuwaitkrise 1990/91 aus der Perspektive der systemtheoretischen Konfliktsoziologie von Niklas Luhmann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft systemtheoretische Grundlagen mit einer historischen Analyse der Golfregion, den Interessen der Supermächte und der soziologischen Dynamik von Konflikten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist zu klären, ob die historischen Vorgänge am Persischen Golf als "sozialer Konflikt" gemäß Luhmanns Definition (basierend auf doppelter Negation) verstanden werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse auf Basis von Luhmanns Theorie sozialer Systeme durchgeführt und auf ein historisches Fallbeispiel angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Luhmanns Begrifflichkeiten, einen historischen Teil zum Verlauf der Krise und einen analytischen Teil zur Anwendung der Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Luhmanns Systemtheorie, der Konfliktbegriff, Kommunikation, Kuwaitkrise, Doppelte Negation und Autopoiesis.

Wie unterscheidet Luhmann zwischen Widerspruch und Konflikt?

Widerspruch ist laut Luhmann die einfache Ablehnung einer Kommunikation, während ein Konflikt erst entsteht, wenn auf diese Ablehnung wiederum mit einer (negativen) Anschlusskommunikation geantwortet wird (doppelte Negation).

Warum ist die Unterscheidung in positive und negative Anschlüsse wichtig?

Sie dient dazu, das Konfliktsystem als autopoietisches System zu verstehen, das sich durch eine Abfolge von Ablehnungen reproduziert, anstatt am Ende der Kommunikation zu zerfallen.

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Details

Title
Der Konfliktbegriff Niklas Luhmanns am Beispiel der Kuwaitkrise 1990/91
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Course
Hauptseminar: Soziologie des Konflikts
Grade
Sehr gut (1,0)
Author
Michael Berka (Author)
Publication Year
2000
Pages
35
Catalog Number
V34465
ISBN (eBook)
9783638346757
Language
German
Tags
Konfliktbegriff Niklas Luhmanns Beispiel Kuwaitkrise Hauptseminar Soziologie Konflikts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Berka (Author), 2000, Der Konfliktbegriff Niklas Luhmanns am Beispiel der Kuwaitkrise 1990/91, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34465
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