Einführung in die Praxis des Rock’n’Roll-Tanzes


Ausarbeitung, 2014

6 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Themenwahl und –begründung

2. Sachanalyse

3. Kritische Diskussion

4. Literatur

1. Themenwahl und –begründung

Das Thema der heutigen Stunde: „Einführung einer Gruppe SportstudentenInnen in das Rock’n’Roll-Tanzen“. Mit besonderer Rücksicht auf die Basisschritte dieser Tanzform.

Das Ziel der Stunde war es, der oben genannten Zielgruppe innerhalb des Tanzkurses die grundlegenden„basics“ des Rock´n´roll-Tanzens anzueignen.

Da für diese Aufgabe lediglich eine ¾ Stunde zur Verfügung stand, sollte sich der Inhalt der Stunde auf das Erlernen des 6er-Grundschritts, auf simple Tanzfiguren wie die offene sowie die geschlossene Drehung und auf drei ausgewählte Akrobatiken beschränken. Um dies zu gewährleisten, wurde folgender Stundenverlauf festgelegt:

- Erlernen des Grundschritts durch zählen (erst „gegangen“, dann „gesprungen/gehopst“)
- Anwendung des gelernten mit dem Partner
- Vorführung der Figuren und Akrobatiken durch die verantwortlichen Studierenden
- Anwendung des gelernten mit dem Partner zur Musik (erst langsames Stück, dann nach Festigung des gelernten zu schnellerer Musik)

Anwendung des gelernten in einer selbst festgelegten Choreographie

Die Gruppe war sehr lernwillig und interessiert, sodass unser vorab formuliertes Ziel, nämlich einen groben Überblick über den Tanz und die Grundkenntnisse zu vermitteln, erreicht worden ist.

2. Sachanalyse

Im nachfolgenden Abschnitt sollen die wichtigsten Informationen zum Thema Rock’n’Roll dargestellt werden. Zunächst wird die geschichtliche Entwicklung des Rock’n’Roll beschrieben. Desweiteren soll erklärt werden für welche Zielgruppen dieser Tanz geeignet ist und welcher Zugang dafür gegeben sein muss. Auch wird ein Einblick in die Tanztechnik gegeben und die Rock’n’Roll Musik und ihrer Eignung für Tanzpraxis soll nicht außer Acht gelassen werden.

Seine große Blütezeit erlebte der Rock’n’Roll in den Jahren 1954-1959 welche auch die Jahre der Jugendrevolution in den Vereinigten Staaten waren. Es wurde damals gegen die moralische Enge und die Gleichberechtigung gekämpft. Die weißen, als auch die schwarzen Jugendlichen versuchten Zeichen zu setzen. Und so unterschiedlich die Motive auch waren, für beide Gruppen galt die Rock’n’Roll-Musik als Befreiungsmusik (Clausmeyer S.168). Musikalisch basiert dieser auf dem städtischen Rhythem and Blues, einer Mischung aus Jazz, Blues, Big-Band-Sound und Gospel der amerikanischen dunkelhäutigen Einwohner.

Der Tanz löste schieres Entsetzen aus. Es sollte durch geregelte Bewegungs- und Körpertechniken eine Ekstase erreicht werden, die der bürgerlichen Mittelschicht sehr befremdlich war. „Im afrikanischen Tanz wird der Körper nicht als Einheit, sondern in Bewegungszentren aufgegliedert, die dann unabhängig voneinander (isoliert) voneinander gleichzeitig (polyzentrisch) bewegt werden. Ausgehend von den Bewegungszentren (Kopf, Schulter, Brustkorb, Bauch, Becken, Arme und Beine) waren es eindeutig die sexuellen Beckenbewegungen(Pelvismotion), die die Gemüter erhitzten.“ (nach Clausmeyer in , S.168).

Das Bedürfnis nach Ausbruch aus der bürgerlichen Spießigkeit verkörperte genau dieser Tanz und war dadurch bei den Teenagern sehr beliebt. Sie schockten damit die Erwachsenenwelt und machten den Rock’n’Roll „zum ersten Einbruch der afroamerikanischen Kultur in das Gehege der weißen Gesellschaft“ (Günther 1976, 5).

Nach diesem ersten Bekanntwerden des Rock’n’Rolls sollte nun auch der Durchbruch eines weißen Sängers nicht länger auf sich warten lassen. Elvis Presley wurde zum „King of Rock’n’Roll“, der diesen mit Leib und Seele verkörperte.

„Eine Gefahr der Zerstörung symbolhaltigen Materials liegt vor, wenn eine originale Ausdrucksform, z.B. einer Subkultur, über massenmediale Vermittlung aus ihrem Entstehungszusammenhang gerissen wird und in partiellen Stücken als Mode an die dominante Kultur weitergegeben wird“ (Vgl. Fritsch 1985, 16).

Genau dies ist mit dem Rock’n’Roll geschehen und somit verlor dieser Tanzstil immer mehr an Bedeutung. Das Ende der 60er Jahre wurde auch das vorläufige Ende des wilden, spontanen Rock’n’Roll. Die Musik wurde wieder weicher und weißer Pseudorock und auch die Tanzlehrer versuchten den umstrittenen Tanz „zu entschärfen“, verzichteten somit auf die nsogenannte Pelvismotion und tanzten sichtlich stilisiert einen gepflegten Boogie Woogie zur begeisternden Musik (Clausmeyer, S. 169).

1959 wird der Rock’n’Roll vom Twist abgelöst. Seit 1968 hat sich der Rock’n’Roll Tanzsport mit festgelegtem Regelwerk in der Tanzwelt etabliert.

Als dynamische, primär technische Tanzart stellt er sich in einem breiten Spektrum dar, das vom Leistungssport bis hin zum Hobbytanz reicht. Jedoch steht der Wettkampfsport als berühmteste Nische derzeit in der Öffentlichkeit. Auf Tanzturnieren zeigen physisch und psychisch optimal aufeinander eingestellte Tanzpaare tänzerische und akrobatische Höchstleistungen (Clausmeyer, S. 170). „In Tanzschulen sind spontane Bewegungshandlungen und Improvisationen zu Musik weitgehend ausgeklammert; stattdessen vermittelt man hier in der Regel ein festgelegtes Bewegungsrepertoire von Grundschritte und Tanztechniken.“ (Brinkmann 1980, 100).

Die Tanztechnik des Rock’n’Roll hat sich in den 70er Jahren durch den Sprungschritt zu einer sehr sportlichen und dynamischen Variante entwickelt. Dieser ist für das Turniertanzen obligatorisch und wird vorausgesetzt. Da dieser für Anfänger jedoch zunächst nicht ganz leicht zu erlernen ist, wird der „vereinfachte Sprungschritt“ getanzt um eine attraktive Bewegung, die auch von Freizeittänzern ohne große Probleme erlernt werden kann dafür genutzt. Das für den Turniertanz typische Kick-Ball-Chance wird hier durch ein einfaches Kicken ersetzt. Auch auf die Armführung wird zunächst einmal verzichtet und erst später dazu genommen. Auch die akrobatischen Elemente wie den „Grätschsitz“, den „Kniesitz“ und den Durchzieher werden bei fortgeschrittenen Gruppen schnell und gerne erlernt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Rock’n’Roll Tanzen eines der beliebtesten Tanzvarianten ist das sich mittlerweile zu einem echten Turniersport entwickelt hat. Durch seine akrobatischen Elemente und seiner Musik setzt sich der Rock’n’Roll von anderen Tanzstilen ab.

3. Kritische Diskussion

Das Rock´n´roll-Tanzen ist eine sehr schnelle Sportart, die vom Tänzer ein hohes Maß an Kondition sowie auch Koordination abverlangt.

Mag das Rock´n´Roll-Tanzen sicherlich eine der meist getanzten Tanzstile sein, so hat es in den letzten Jahren seinen freizeitsportlichen Charakter verloren.

Neben gesellschaftlichem Wandel kommen dort hinzufügend zielgruppeneinschränkende Gründe zu Tage:

Besonders für Heranwachsende, bzw Pubertierende stellt der Partnerbezug zum anderen Geschlecht eine grundlegende Barriere dar. Zudem kommt dazu, dass Rock´n´Roll durch seine immer komplexer werdenden Figuren und Akrobatiken einen hohen Anspruch an die körperliche Koordinations- und Leistungsfähigkeit stellt, die nur für einen geringen Teil der Bevölkerung zu bewerkstelligen sind, und deshalb eventuell abschreckend wirken könnten.

Dennoch ist es sicherlich möglich, sich für Rock´n´Roll als Freizeitsport auf die grundlegenden Basiselemente zu beschränken und somit einfach den Spaß am Tanzen zu haben.

4. Literatur

Brinkmann, Ulla (1980): Kontaktimprovisation : neue Bewegung im Tanz. 1 Aufl. Frankfurt: AFRA

Clausmeyer, Ingrid (1991) : Tanz - Bewegung – Musik. Herder Verlag

Fritsch, U . Tanzen - auch im Sportunterricht in: Artus, H-G. (Hrsg.): Grundlagen zur

Theorie und Praxis von Gymnastik - und Tanzunterricht. Eine Aufsatzsammlung.

Band 46. Verlag Ingrid Czwalina 1985, S 96 - 123

Günther, Helmut (1976): Vom Rock'n Roll bis Soul. Die modernen Poptänze von 1954 bis 1976. Hepp, Ostfildern-Nellingen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Einführung in die Praxis des Rock’n’Roll-Tanzes
Veranstaltung
Tanzen
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
6
Katalognummer
V344666
ISBN (eBook)
9783668352957
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einführung, praxis, rock’n’roll-tanzes
Arbeit zitieren
Erika Wießner (Autor), 2014, Einführung in die Praxis des Rock’n’Roll-Tanzes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344666

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Einführung in die Praxis des Rock’n’Roll-Tanzes



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden