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Platons Psychologie in der Politeia. Der Aufbau der Seele, die Erkenntnis des wahrhaft Existenten

Title: Platons Psychologie in der Politeia. Der Aufbau der Seele, die Erkenntnis des wahrhaft Existenten

Seminar Paper , 2001 , 24 Pages , Grade: 2

Autor:in: Magistra Artium Silvia Bielert (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Summary Excerpt Details

In dieser Hausarbeit soll es um die Psychologie Platons gehen, seine Seelenlehre, die in dem umfangreichen Werk der Politeia dargestellt wird. Platon verfasste vornehmlich Dialoge, in denen meist Sokrates und seine Schüler Begriffe der Griechischen Sprache erörtern.
Am Anfang der Politeia steht der Begriff der Gerechtigkeit. Ist es nun besser gerecht zu sein, oder ungerecht unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit? Die Meinungen seiner Schüler und auch die öffentliche Meinung sind hier eindeutig: vorteilhafter sei es für den Einzelnen, so sagen sie, ungerecht zu walten. Doch der Sokrates will sich damit nicht zufrieden geben.
Anders als z.B. in der platonischen Charmides und der Laches, belässt es Platon hier nicht dabei, den Begriff an sich zu erörtern und schlussendlich zu definieren, sondern er baut den Diskurs aus, so dass am Ende die Suche nach dem was Gerechtigkeit ist eher in den Hintergrund rückt und Platon einen völlig neuen, ideellen, gerechten, für jeden vorteilhaften Staat entstehen lässt, eine Aristokratie oder gar ein Königtum. Zusätzlich zu diesen beiden Hauptthemen baut er auch noch eine komplette Lehre von der Seele des Menschen, wie sie notwendig gebildet sein muss, damit der Mensch einem bestimmten Aufgabenfeld innerhalb der Gesellschaft gewachsen sein kann. Hier entstehen drei der wichtigsten platonischen Gleichnisse: das Höhlengleichnis, das Sonnengleichnis und das Liniengleichnis, alle drei dienen der Verbildlichung der menschlichen Seele, ihrer Struktur und wie sie am besten gebildet werden muss, damit sie allen zu Gute kommt.
Somit habe ich den Titel der Arbeit auch geteilt, an erster Stelle steht es, Platons Psychologie, seine Lehre von der Seele, darzustellen. Als Unterpunkte wählte ich den Begriff der Gerechtigkeit in diesem Werk und die Bildung und Weisheit der Wächter und Philosophenregenten.
Dennoch bin ich in gleicher Reihenfolge vorgegangen, wie das Werk – unter Auslassung einiger mir nicht allzu wichtig erscheinende Passagen für die Aufgabe, die ich mir stellte – um auch aufzuzeigen, wie Platon seinen Weg von der ursprünglichen Frage nach Gerechtigkeit zum kompletten idealen Staat schaffte und gleichzeitig seine Seelenlehre und seine These von der Idee des Guten einfügte.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Der Wächterstaat

1. Die Vorreden

2. Die Stadt als Modell zur Untersuchung des Wesens der Gerechtigkeit

2.1 Die Stadt

2.2 Die Wächter

2.2.1 Charakteristika

2.2.2 παιδεία und σοφία

2.2.3 Die Auswahl der Herrscher aus den Wächtern

2.2.4 Aufgaben der Wächter und Regierenden

2.3 Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit im Staatsmodell und im einzelnen Menschen

2.3.1 Vier Grundtugenden

2.3.2 Die drei Seelenteile

2.3.3 Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit im einzelnen Menschen

II. Der Philosophenstaat

1. Erfordernisse für die Verwirklichung des gerechten Staates

1.1 Die Philosophen müssen Regenten sein

1.2 Die παιδεία und die σοφία der Philosophen und die Idee des Guten

2. Glück und Unglück von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit

Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Platons Seelenlehre, wie sie in seinem Werk Politeia dargelegt wird, und verknüpft diese mit seiner Definition von Gerechtigkeit sowie der Konzeption des idealen Wächter- und Philosophenstaates. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Platon den philosophischen Weg von der anfänglichen Suche nach dem Wesen der Gerechtigkeit zur Entfaltung einer umfassenden psychologischen Lehre und einer idealen Staatsordnung beschreitet.

  • Analyse des platonischen Gerechtigkeitsbegriffs im Kontext des Staatsmodells.
  • Untersuchung des Aufbaus der menschlichen Seele und ihrer drei Seelenteile.
  • Darstellung der Rolle, Ausbildung (παιδεία) und Weisheit (σοφία) von Wächtern und Regierenden.
  • Vergleich der Gerechtigkeit im idealen Staat mit der psychischen Harmonie des einzelnen Menschen.
  • Diskussion über die Bedeutung der "Idee des Guten" für die Herrschaft der Philosophen.

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Die drei Seelenteile

Er setzt die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Staat an, denn bedarf, wie vorher ja schon aufgezeigt wurde, ein gerechter Staat auch gerechter Menschen, ein vernünftiger Staat vernünftiger Menschen usw. So finden sich also auch in der Seele des Menschen drei Arten, die die selben Namen erhalten wie die drei Zustände im Staat.

Es stellt sich die Frage, ob wir „mit einem von dem, was in uns ist, lernen, mit einem andern uns mutig erweisen und mit einem dritten wiederum die mit der Ernährung und Erzeugung verbundene Lust begehren, [...] oder ob wir mit der ganzen Seele jegliches von diesen verrichten“.

Zuerst stellt Platon den vernünftigen und den begehrenden Seelenteil gegenüber und beweist, dass der Mensch gar viele Gelüste hat nach z.B. Trinken oder Essen, aber ein von diesen Gelüsten unabhängiger Seelenteil, nämlich dieser der Vernunft, durch Überlegung die befehlende Gewalt übernimmt und entweder erlaubt oder verbietet zu trinken, und erlaubt und verbietet, was getrunken werden darf und was nicht.

Als dritten Seelenteil nennt Platon das Mutartige oder Eifrige, das sich von den beiden anderen Seelenteilen zwar unterscheidet, aber als Helfer auftritt: „...wie in der Stadt drei verschiedene Arten sie zusammenhielten, die erwerbende (Arbeiter), die helfende (Wächter) und die beratende (Regierende), ist so auch in der Seele dieses ein drittes das eifrige, von Natur dem Vernünftigen beistehend, wenn es nicht etwa durch schlechte Erziehung verdorben ist“. Und je nachdem welcher Seelenteil in einer Seele vorherrscht, dieser Klasse gehört er auch an.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in Platons Seelenlehre in der Politeia und Erläuterung der ursprünglichen Fragestellung zur Gerechtigkeit.

I. Der Wächterstaat: Untersuchung der Entstehung der Stadt, der Tugenden und der Notwendigkeit einer spezifischen Erziehung für Wächter.

1. Die Vorreden: Darstellung der Diskussionen zwischen Sokrates und seinen Schülern über die Definition von Gerechtigkeit.

2. Die Stadt als Modell zur Untersuchung des Wesens der Gerechtigkeit: Sokrates schlägt die Stadt als Modell vor, um das Wesen der Gerechtigkeit besser untersuchen zu können.

2.1 Die Stadt: Analyse der Entstehung der Stadt aus dem Bedürfnis heraus, arbeitsteilig verschiedene Bedürfnisse zu befriedigen.

2.2 Die Wächter: Erörterung der Notwendigkeit eines Heeres und der Anforderungen an die Wächter.

2.2.1 Charakteristika: Beschreibung der notwendigen Eigenschaften wie scharfe Wahrnehmung, Schnelligkeit, Stärke und Sanftmut.

2.2.2 παιδεία und σοφία: Diskussion über die musische und gymnastische Erziehung zur Bildung der Seele.

2.2.3 Die Auswahl der Herrscher aus den Wächtern: Festlegung der Kriterien für die Auswahl der besten Wächter als zukünftige Herrscher.

2.2.4 Aufgaben der Wächter und Regierenden: Erörterung der Lebensweise und der Pflichten der Wächter im Dienste des Staates.

2.3 Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit im Staatsmodell und im einzelnen Menschen: Zusammenhang zwischen der Gerechtigkeit im Staat und der psychischen Struktur des Menschen.

2.3.1 Vier Grundtugenden: Definition der Tugenden Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit.

2.3.2 Die drei Seelenteile: Vergleich der drei Stände im Staat mit den drei Teilen der menschlichen Seele.

2.3.3 Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit im einzelnen Menschen: Erklärung der Gerechtigkeit als Harmonie der Seelenteile und Ungerechtigkeit als deren Zwiespalt.

II. Der Philosophenstaat: Analyse der Bedingungen, unter denen ein gerechter Staat realisiert werden kann, insbesondere durch Philosophenregenten.

1. Erfordernisse für die Verwirklichung des gerechten Staates: Voraussetzungen und Ausbildung für die Verwirklichung des gerechten Staates.

1.1 Die Philosophen müssen Regenten sein: Begründung, warum nur Philosophen die Weisheit besitzen, um einen gerechten Staat zu führen.

1.2 Die παιδεία und die σοφία der Philosophen und die Idee des Guten: Die Bedeutung der Erkenntnis der Idee des Guten für das gerechte Handeln.

2. Glück und Unglück von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit: Untersuchung der verschiedenen Staatsverfassungen und der psychischen Konsequenzen von Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit.

Zusammenfassung: Fazit zur platonischen Politeia als umfassendes Werk über Staat und Seele.

Schlüsselwörter

Platon, Politeia, Gerechtigkeit, Seelenlehre, Wächterstaat, Philosophenstaat, Tugenden, Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit, παιδεία, σοφία, Idee des Guten, Seelenteile, Dialektik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Platons Psychologie und seiner Seelenlehre, wie sie im Werk Politeia entwickelt wird, um daraus ein Verständnis für sein Staatsmodell abzuleiten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Gerechtigkeit, dem Aufbau der Seele, der Rolle der Wächter und der Notwendigkeit von Philosophenregenten für den idealen Staat.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Platon von der ursprünglichen Frage nach der Gerechtigkeit zur Konstruktion eines idealen Staates gelangt und dabei seine Seelenlehre sowie die Idee des Guten integriert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische und textanalytische Untersuchung, die sich auf den Dialog der Politeia stützt und Platons Argumentationsgang nachzeichnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Wächterstaates inklusive Erziehungsfragen sowie den Philosophenstaat, wobei die Harmonie der Seelenteile mit der staatlichen Ordnung korreliert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Platon, Politeia, Gerechtigkeit, Seelenlehre, Wächter, Philosophenregenten, παιδεία, σοφία und die Idee des Guten.

Wie begründet Platon die Notwendigkeit von Philosophen als Herrscher?

Platon argumentiert, dass nur Philosophen durch ihre Weisheit und ihr Streben nach dem wahrhaft Guten in der Lage sind, den Staat gerecht zu verwalten und die richtigen Entscheidungen für das Gemeinwohl zu treffen.

Welche Rolle spielt die Erziehung (παιδεία) in Platons Staatsmodell?

Die Erziehung ist entscheidend, um sowohl Wächter als auch Regenten zu bilden. Durch musische und gymnastische Bildung sowie spätere dialektische Studien wird die Seele für ihre jeweilige Aufgabe im Staat vorbereitet und strukturiert.

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Details

Title
Platons Psychologie in der Politeia. Der Aufbau der Seele, die Erkenntnis des wahrhaft Existenten
College
University of Leipzig  (Philosophie)
Course
Proseminar: Platons Psychologie
Grade
2
Author
Magistra Artium Silvia Bielert (Author)
Publication Year
2001
Pages
24
Catalog Number
V3446
ISBN (eBook)
9783638121163
ISBN (Book)
9783656676539
Language
German
Tags
Platons Psychologie Politeia Aufbau Seele Erkenntnis Existenten Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Silvia Bielert (Author), 2001, Platons Psychologie in der Politeia. Der Aufbau der Seele, die Erkenntnis des wahrhaft Existenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3446
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