Überblick über die Methoden der Performance-Analyse im Portfoliomanagement


Seminararbeit, 2016
15 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung und Bestandteile der Performance-Analyse

3. Performance-Messung
3.1. Benchmark
3.2. Eindimensionale Erfolgsmaße
3.3 Zweidimensionale Erfolgsmaße
3.3.1. Sharpe-Maß/Ratio
3.3.2. Treynor-Maß/Ratio
3.3.3. Jensen-Maß/Ratio

4. Performance-Attribution

4.1. Definition

4.2. Grundlagen und Zielsetzung

4.3. Zusammenfassung

5. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1. Bestandteile der Performance-Analyse

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Eine 85%ig korrekte Messung oder Analyse von Performance gelingt nahezu jedem – wert ist sie allerdings nichts. Das Erreichen der 90%-Schwelle ist schon anspruchsvoller, auch wenn sie nach wie vor wenig bringt. Den letzten 10%, muss der ganze Ehrgeiz gelten. Jeder dieser letzten Prozentpunkte, um den man dem Ziel näherkommen will, ist unsäglich mühevoll und verschlingt Unsummen von Investitionen in Know-how, feinsinnige Lösungen und EDV.

Am 95%igen Gipfelpunkt angelangt, ist man in professioneller Gesellschaft, die kleiner ist als man denkt. Ein ähnlich kleiner Personenkreis kommt dem Bergsteiger in den Sinn, der sich nach gelungenem Aufstieg vergegenwärtigt, wer vor ihm den Mount Everest denn noch bestiegen hat.

Der höchste Berg der Welt lässt sich besteigen, die 100%ige Wahrheit in der Performance-Analyse dagegen scheint unerreichbar, da:[1]

- Performance sehr unterschiedlich berechnet, dargestellt und interpretiert wird
- Vergleichsmaßstab „Generallinie“ - ohne klaren Auftrag, keine faire Erfolgsbeurteilung.
- Risikoabgleich der Rendite – unter Inkaufnahme welchen Risikos wurde die Rendite erzielt?
- Ergebnisquellenanalyse – ist die Performance da entstanden, wo die Stärken erklärt wurden?
- Nachhaltig „gut“, ja oder nein? – bietet ihr Management langfristig gute Leistungen?[2]

Diese Fragen möchte ich mit dieser Seminararbeit beantworten und einen Überblick verschaffen, über die Methoden der Performance Analyse im Portfoliomanagement. Dabei möchte ich auf die meist angewendeten Performance-Analyse-Techniken eingehen und diese näher erläutern.

2. Einführung und Bestandteile der Performance-Analyse

Die Erzielung eines guten Anlageergebnisses ist höchstes Ziel eines professionellen Finanzmanagements. Das gilt für private wie institutionelle Vermögen, für Portfolio-Management wie Fonds-Management in gleicher Weise. Schließlich wird gerade deswegen vor Vergabe des Mandats, an den Fremdmanager gefragt, wie er den in der Vergangenheit „abgeschnitten“ bzw. sich im Vergleich geschlagen hat. Dieser wird mit einer geeigneten Benchmark verglichen.[3]

Aufgabe der Performance-Analyse ist, die Erfassung, Messung, Zerlegung, Beurteilung sowie Darstellung der erzielten Anlageergebnisse. Insofern geht die Performance-Analyse weit über die bloße Errechnung und Festlegung der Erfolgsgröße (Performance-Messung) hinaus. Sie zergliedert, fragt nach Ursachen und schlussfolgert (Performance-Attribution). Insgesamt bietet sie die Chance für eine Qualitätsentwicklung der Managementinhalte und -ergebnisse.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Daher werden grundlegende Performance-Maße unterschieden. Sie messen den Erfolg entweder eindimensional, in dem sie lediglich die Wertentwicklung des zu beurteilenden Portfolios berücksichtigen oder aber zweidimensional, indem sie das absolute bzw. das relative Portfolio-Risiko mit einbeziehen.

Die Performance-Attribution fragt nach den Erfolgsquellen im Portfolio bzw. danach, wo und wie die Performance wirklich entstanden ist. Eine derartige Erfolgsquellenanalyse gibt dem Portfolio-Inhaber wichtige Anhaltspunkte dafür, ob sein Manager ein Könner oder Glückspilz war.[5]

3. Performance-Messung

3.1. Benchmark

„Unter einer Benchmark versteht man einen Vergleichsmaßstab, der dem Manager zum einen als Richtschnur, bezüglich der vom Kunden gewünschten Grobstruktur dienen kann, zum anderen vom Anleger auch zur Erfolgskontrolle verwendet wird.“[6] Die Benchmark stellt somit eine Zielvorgabe bzw. Zielrendite für die vom Kunden gewünschte Anlagepolitik dar. In der Praxis werden häufig individuell gewichtete Indices, die die allgemeine Marktentwicklung darstellen, als passive Vergleichsportfolios verwendet.[7] Beim Aufbau eines Referenzportfolios ist es wichtig darauf zu achten, dass es der gewünschten Anlagestrategie entspricht und dass es vor der Anlageperiode bereits feststeht, um ein exaktes und nicht manipuliertes Ergebnis zu garantieren. Außerdem sollte die Benchmark ein real erwerbbares Portfolio darstellen, aber dabei schwer zu schlagen sein.

Die Auswahl der geeigneten Benchmark ist mit höchster Sorgfalt vorzunehmen, da sie Einfluss auf die Aussagekraft der zukünftig zu berechnenden relativen Performancemaße hat. Anders ausgedrückt, bei ungeeigneten Benchmarks werden alle zukünftigen Ergebnisse verfälscht, unabhängig von der Güte der Performancemessung. Jedoch birgt die Vorgabe eines Referenzportfolios immer die Gefahr, dass sich der Vermögensverwalter zu stark an dieser Benchmark orientiert. Somit unterscheidet sich die Wertentwicklung des aktiv gemanagten Portfolios und des passiven Vergleichsportfolios nur marginal.

Die Festlegung einer Benchmark ist für den Aussagewert aller Methoden zur Performance-Messung wichtig.[8]

3.2. Eindimensionale Erfolgsmaße

Bei der eindimensionalen Performance-Messung wird die Leistung des Managers lediglich anhand einer Kompetente, der erzielten (Über-) Rendite beurteilt. Innerhalb eines festgelegten Betrachtungszeitraums kann diese Rendite einerseits wertgewichtet und anderseits zeitgewichtet berechnet werden. Dabei wird nur die Wertentwicklung von einem zu beurteilten Portfolio herangezogen.

Die Berechnung der wertgewichteten Rendite entspricht der internen Zinsfußmethode aus der Investitionsrechnung. Hierbei werden zwischenzeitliche Ein- und Auszahlungen in einem Portfolio auf den Ausgangswert abgezinst.

Bei der zeitgewichteten Performance-Messung wird die Gesamtperiode in Teilperioden zerlegt, wobei sich die Anzahl und Länge der Subperioden nach den auftretenden Ein- und Auszahlungen richtet. Um die Gesamtrendite zu ermitteln, werden in allen Teilperioden die geometrischen Mittel berechnet und anschließend multiplikativ miteinander verrechnet.

Bei der wertgewichteten Rendite und zeitgewichteten Rendite ist zu beachten, dass sie zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, sobald Kapitalbewegungen im Portfolio vorhanden sind.

Ein erheblicher Nachteil der eindimensionalen Performancemessung ist die Vernachlässigung des Risikos bei der Erfolgsermittlung. Die in der Regel risikoaversen Anleger erhalten keine Informationen darüber, unter welchem Risiko eine erzielte Rendite zustande kommt. Diesem Problem wird durch die zweidimensionale Performancemessung begegnet.[9]

[...]


[1] Vgl. Günther / Moriabadi / Prof. Dr. Schulte / Dr. Garz (2012) S. 367

[2] Vgl. Günther / Moriabadi / Prof. Dr. Schulte / Dr. Garz (2012) S. 368

[3] Vgl. Günther / Moriabadi / Prof. Dr. Schulte / Dr. Garz (2012) S. 369

[4] Vgl. Günther / Moriabadi / Prof. Dr. Schulte / Dr. Garz (2012) S. 371

[5] Vgl. Günther / Moriabadi / Prof. Dr. Schulte / Dr. Garz (2012) S. 372

[6] Saxinger (1996) S. 302

[7] Vgl. Saxinger (2001) S. 203

[8] Vgl. Günther / Moriabadi / Prof. Dr. Schulte / Dr. Garz (2012) S. 383f

[9] Vgl. Günther / Moriabadi / Prof. Dr. Schulte / Dr. Garz (2012) S. 372f

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Überblick über die Methoden der Performance-Analyse im Portfoliomanagement
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Veranstaltung
Seminararbeit / Portfoliomanagment
Note
1,8
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V344730
ISBN (eBook)
9783668345966
ISBN (Buch)
9783668345973
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Benchmark, Eindimensionale Erfolgsmaße, wertgewichtete Performance-Messung, zeitgewichtet Performance-Messung, zweidimensionale Erfolgsmaße, Sharpe-Maß, Sharpe-Ratio, Treynor-Maß, Treynor-Ration, Jensen-Maß, Jensen-Ratio, Performance-Attribution
Arbeit zitieren
Walter Frank (Autor), 2016, Überblick über die Methoden der Performance-Analyse im Portfoliomanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344730

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