Inwieweit unterscheiden sich die Wandmalereien des Iphigenie Komplexes und der Halle A auf dem Magdalensberg?


Hausarbeit, 2016
14 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil:
2.1. Der Iphigenie Komplex aus AA/15f
2.2. Halle A aus der Principia

3. Gegenüberstellung der beiden Wandmalereien

4. Fazit

5. Literaturnachweis

Einleitung

Der Magdalensberg ist ein Berg im Klagenfurter Becken in Österreich. Er liegt 1059m über dem Meeresspiegel und ist berühmt für seine Kirche auf dem Gipfel, welche 1462 im spätgotischen Stil erbaut wurde und der heiligen Helena, wie Magdalena geweiht ist.1

Durch die gesicherte Lage, einer weiten Fernsicht vom Gipfel aus und einem Reichtum an Wasser waren die Voraussetzungen für die Entstehung einer größeren Siedlung gegeben.2 Der Handel zwischen Italien und den Kelten des Ostalpengebiets entstand um 181 v. Chr..3 Der Schwerpunkt lag auf dem Gebiet des Metallwarenhandels, besonders auf das norische Eisen, dem „ferrum Noricum“, welches zudem früh gefördert wurde. Die Abbaugebiete für das norische Eisen lagen innerhalb der Kärntner Erzvorkommen. Durch die Erze, die Kenntnisse der Norici und dessen Verarbeitung entstand ein guter Naturstahl, ein Produkt, das in der Antike nur selten vorkam. Die Lage des Magdalensberges, unweit der norischen Eisenvorkommen, war der Grund der ersten Zuwanderung römischer Händler und der Errichtung der ältesten römischen Händlerquartiere. Der Magdalensberg wurde somit zu einem bedeutenden Handelszentrum. Wichtig hierfür war vor allem das hbereinkommen „hospitium publicum“, welches 170 v. Chr. zwischen Rom und dem Keltenland abgeschlossen wurde und den norischen, wie römischen Händlern das Niederlassungsrecht innerhalb des norischen Reiches bot. 88 v. Chr. kam es dann zu einer stärkeren Verlagerung des römischen Handelspotenzial in den Ostalpenraum, Grund dafür war die Zerstörung der römischen Handelsstationen in Anatolien.4 Eine stätige Zuwanderung führte letztendlich zu vielen Bauten und zu einer Romanisierung. Anschließend wurden auch südliche Bauhandwerker und Künstler in die Siedlung gerufen.5 Insgesamt gab es drei Bauperioden auf dem Südhang des Magdalensberges. Die älteste Bauphase war vor der Mitte des 1. Jh. v. Chr., in ihr wurde eine große Terrasse mit kellerartigen Gebäuden erbaut, welche teils aus Stein und teils aus Holz bestanden. Von den ersten ansässigen römischen Händlern und von der einheimischen Bevölkerung wurden unterirdische Räume, die als Wohnräume dienten, errichtet. Die 2. Bauperiode, eine großräumige Umbauphase, fällt in die zweite Hälfte des 1 Jh. v. Chr.. Hier wurden die einräumigen in die Erde versenkten Häuser zu Keller umgewandelt oder zugeschüt tet.

Zusätzlich entstand auf der Terrasse ein großes Forum. Es wurde von mehrstöckige Tabernen umgeben und war 111,15m lang und 45m breit. Darüber hinaus wurde an der Westfront eine einschiffige Basilika erbaut.6 Die 3. Bauphase erfolgte 15 v. Chr.. In ihr wurde die Basilika zum Repräsentationshaus umgebaut und der Tempelbau begann. 14 n.Chr. kam es zu einer Brandkatastrophe in allen Bereichen, sodass 15 n. Chr. die Neugestaltung der Bauten begannen. Jedoch wurde die Siedlung ziemlich schnell wieder aufgegeben, sie war insgesamt neunzig Jahre besiedelt, vom 1 Jh. v. Chr. bis zur Mitte des 1 Jh. n. Chr., weswegen viele Bauten unvollständig blieben.7

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Wandmalereien auf dem Magdalensberg. Die Analyse beschränkt sich dabei vor allem auf die Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede des Iphigenie Komplex aus AA/15f. und der Halle A aus der Principia. Im Hauptteil werde ich zunächst beide Räume mit ihren Malereien kurz vorstellen, sie daraufhin miteina nder vergleichen und in pompejanische Wandmalereistile einordnen. Die Ergebnisse werde ich abschließend in meinem Fazit vorstellen.

In dieser Arbeit werde ich bei den Wandmalereien der Halle A mit dem Rekonstruktionsvorschlag von Frau K. Gostenčnik arbeiten.

2. Hauptteil

2.1. Der Iphigenie Komplex aus AA/15f.

Die Wandmalereifunde auf dem Magdalensberg sind überwiegend trümmerhaft und ihre Deutung ist recht problematisch. Am meisten liegen dekorative oder einfarbige Reste, sowie Streifenmaterial vor, wohingegen figürliche Darstellungen selten sind.8 Die Deutung der einzelnen Figuren und Szenen ist unklar und wird von verschiedenen Wissenschaft ler n differenziert. Der Iphigenie Komplex aus AA/15f. wurde im Jahre 1964 gefunden. Die Wandmalereifragmente lagen zwischen zwei Stützmauern sechs Meter unter der Erde. Der gesamte Komplex wurde nach der Gestalt der Iphigenie benannt. Der große Raum zu dem diese Dekorationen gehörten wurde noch nicht gefunden, wird aber in einem Komplex westlich des Bades vermutet. Die Malereien wurden vorwiegend über eine dicke Mörtelschicht am Rutengeflecht angebracht. Dies deutet darauf hin, dass der Bau aus Holz war. Nach der Zusammensetzung der Fragmente beträgt die Höhe 3,20m, womit der ursprüngliche Raum ca. 3,80m bis 4m hoch gewesen sein muss, die Wandbreite der Wand gegenüber der Tür betrug vermutlich 6m.9 Die Wand bestand aus einem schwarzen Grundstreifen, welcher 0,15m hoch war. Darauf folgte ein 0,60m hoher Sockel, der abwechselnd mit heller und dunkler Marmorierung versehen war. Die Sockelverkröpfung bestand aus Dunkelvioletten, schwarzen, grünen und grauweißen schmalen, marmorierten Rechtecken mit einer Breite von 0,47m. hber den marmorierten Sockel liegt einheitlich ein 0,12m breiter, unten zur Hälfte braunroter, oben zur Hälfte grüner Streifen. Dieser ist in seiner Mitte mit einem weißen und oberhalb mit einem schwarzen Strich versehen, welches den Eindruck einer vorspringenden Kante erweckt und als Podiumsdarstellung gedacht sein könnte. Die Plinthen der kannelierten Säulen stehen deutlich auf der oberen Hälfte des grünen Streifens. Die Wand wird in ihren mittleren Hauptteil rote, gelbe und violette Felder gezeigt haben, wobei die roten womöglich überwogen haben. Einige von ihnen waren zudem mit figürlichen Darstellungen geschmückt. Die bunten Felder sind durch schmale, hohe Säulen und Pilaster getrennt. Pilaster können grün, weiß oder grün mit einem gemusterten Innenfeld sein. Die Bilder waren wohl jeweils in der Mitte einer Wand angebracht, wobei die Türwand ausblieb. Insgesamt sind Reste von drei Bildern erhalten. Wahrscheinlich war über jedes dieser Bilder von Säule zu Säule ein Giebel oder ein Gebälk angebracht. Die Säulen sind entweder als ionisch oder korinthisch angegeben und die Base ruht auf einer braunen Plinthe. Von den Kapitellen ist nichts erhalten.10 Das Bild A befand sich im Raum an der Wand gegenüber der Tür und hat eine Breite von 1,30m, sowie eine Höhe von 1,85m. Es war über einer 0,42m hohen braunroten Predella angebracht und wurde von grünen Pilastern eingerahmt.11 Das Bild zeigt eine thronende Dame zwischen zwei Jünglingen und mindestens zwei Zuschauern.12 Bild B befand sich an der linken Seitenwand und zeigt eine Hirtenszene. Es wird von Säulen und einem weiß gesäumten, schwarzen Streifen eingerahmt und ist 1,48m breit.13 Bild C befand sich an der rechten Seitenwand und zeigt einen Sitzenden mit Stab.14

Die isolierten Figuren auf roten Grund waren ohne Bodenstreifen in der Mitte eines Feldes platziert. Wo die Fußspitzen erhalten sind, ist jedoch ein dunkelbrauner Schatten unter den Füßen zu erkennen, welcher vielleicht die Standplatte ersetzt haben mag.

[...]


1 Piccottini, Gernot: Die usgrabungen auf dem Magdalensberg͘ Klagenfurt͘ 2003, S͘7

2 Vgl͘ Piccottini 2003, S͘25

3 Vgl͘ Piccottini 2003, S͘46

4 Vgl͘ Piccottini 2003, S͘48

5 Vgl͘ Piccottini 2003, S͘51

6 Vgl͘ Piccottini 2003, S͘32

7 Vgl͘ Piccottini 2003, S͘34

8 Kenner, Hedwig: Die römischen Wandmalereien des Magdalensberges͘ Klagenfurt͘ 1985, S͘9

9 Vgl͘ Kenner 1985, S͘22

10 Vgl͘ Kenner 1985, S͘23

11 Vgl͘ Kenner 1985, S͘26

12 Vgl͘ Kenner 1985, S͘27

13 Vgl͘ Kenner 1985, S͘34

14 Vgl͘ Kenner 1985, S͘23

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Inwieweit unterscheiden sich die Wandmalereien des Iphigenie Komplexes und der Halle A auf dem Magdalensberg?
Hochschule
Universität zu Köln  (Archäologisches Institut)
Veranstaltung
Provizialrömische Wandmalereien
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
14
Katalognummer
V344786
ISBN (eBook)
9783668405738
ISBN (Buch)
9783668405745
Dateigröße
946 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inwieweit, wandmalereien, iphigenie, komplexes, halle, magdalensberg
Arbeit zitieren
Jennifer Lemke (Autor), 2016, Inwieweit unterscheiden sich die Wandmalereien des Iphigenie Komplexes und der Halle A auf dem Magdalensberg?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344786

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Inwieweit unterscheiden sich die Wandmalereien des Iphigenie Komplexes und der Halle A auf dem Magdalensberg?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden