Die vorliegende Bachelorarbeit gibt einen Einblick in die aktuelle Situation der Wasserwacht Bayern hinsichtlich der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung in die Jugendverbandsarbeit der Wasserwacht. Darüber hinaus werden allgemeine Methoden und Möglichkeiten aufgezeigt, die bei der Integration dieser Zielgruppe in die Jugendverbandsarbeit hilfreich sein können und es wird erläutert, was bei der Integration der Zielgruppe in die Jugendverbandsarbeit der Wasserwacht Bayern, aufgrund des Schwerpunkt Schwimmens, speziell beachtet werden sollte.
Dafür wurden insgesamt 62 der insgesamt 526 Wasserwacht Ortsgruppen in Bayern mittels eines empirischen Fragebogens über die aktuelle Situation, Zahlen und Fakten zur Integration der Zielgruppe in die Jugend-verbandsarbeit ihrer Ortsgruppe befragt. Danach wurden aufgrund der so gewonnen Daten zwei Arbeitshilfen, eine ausführlichere und eine kürzere, erstellt, die die Ortsgruppen bei der Integration, genauer gesagt bei der Planung von Aktionen und Projekten zur Integration, von jungen Geflüchteten und jungen Migranten, mit hilfreichen Hinweisen und Tipps unterstützen sollen.
Die so gewonnen Ergebnisse bestätigten die Annahme, dass aktuell nur sehr wenige junge Menschen mit Fluchterfahrung oder mit Migrationshintergrund in die Jugendverbandsarbeit integriert sind. Zunächst war jedoch überraschend, dass die meisten Ortsgruppen aufgrund der schlechten strukturellen Gegebenheiten noch keine jungen Menschen mit Migrations-/Fluchterfahrung integriert hatten und nicht wie zunächst angenommen aufgrund der fehlenden Ideen und Hinweise, wie die Zielgruppe angesprochen werden kann, welche Angebote sinnvoll sind und wie die Integration der Zielgruppe allgemein gelingen kann. Die Bachelorarbeit ist sowohl für aktive Helfer und Führungskräfte der Wasserwacht Ortsgruppen und anderen Schwimmvereinen interessant, sowie für Sozialarbeiter im Bereich der Jugendarbeit und der Jugendverbandsarbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Flüchtlinge: Eine Übersicht
2.1 Häufig verwendete Begriffe
2.1.1 Abgrenzung zum Begriff Migration
2.1.2 Flüchtlingsschutz
2.1.3 Schutz politisch Verfolgter
2.1.4 Subsidiärer Schutz
2.1.5 Unbegleitete Minderjährige
2.2 Asylverfahren
2.3 Asylbewerberleistungsgesetz
2.4 Rechte von Flüchtlingen
3 BRK Wasserwacht
3.1 Trägerschaft, Aufgaben, Ziele, Zusammensetzung
3.2 Ehrenamt und Jugendarbeit
4 Jugendverbandsarbeit
4.1 Aktuelle Situation und Statistiken
4.1.1 Zum Wandel der Jugendverbandsarbeit
4.1.2 Prinzipien der Jugendverbandsarbeit
4.1.3 Jugendringe in Deutschland
4.2 Ansätze in der Jugendarbeit mit Flüchtlingen
4.2.1 Interkulturalität
4.2.2 Interkulturelle Orientierung
4.2.3 Interkulturelle Öffnung im DRK
5 Empirische Untersuchung
5.1 Methodische Vorgehensweise: Quantitative Sozialforschung
5.2 Beschreibung der Stichprobe
5.3 Durchführung der empirischen Studie
5.4 Ergebnisse der Umfrage
6 Integration in die Jugendverbandsarbeit der Wasserwacht
6.1 Die Problemstellung Schwimmen
6.2 Schwimmkurse für Flüchtlinge und Migranten
7 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung in die Jugendverbandsarbeit der Wasserwacht Bayern integriert werden können. Das zentrale Ziel ist es, den aktuellen Ist-Zustand in den Ortsgruppen zu erfassen, Barrieren für die Integration zu identifizieren und auf Basis der empirischen Ergebnisse praktische Arbeitshilfen für die Gestaltung von Aktionen und Projekten zu entwickeln, um die Teilhabe dieser Zielgruppe nachhaltig zu fördern.
- Aktuelle Situation der Integration in der Wasserwacht Bayern.
- Herausforderungen und Barrieren bei der Ansprache von jungen Geflüchteten.
- Methoden und Ansätze für eine erfolgreiche interkulturelle Jugendarbeit.
- Notwendigkeit und Gestaltung von Schwimmkursen als Integrationsinstrument.
- Entwicklung von praxisnahen Arbeitshilfen für Jugendleiter und Ehrenamtliche.
Auszug aus dem Buch
6.2 Schwimmkurse für Flüchtlinge und Migranten
In diesem Kapitel sollen einige Probleme die bei der Durchführung von Schwimmkursen für Flüchtlinge und Migranten auftreten können, benannt werden. Des Weiteren werden mögliche Lösungen für die aufgetretenen Probleme aufgezeigt und Tipps zur Planung, Durchführung und Finanzierung von Schwimmkursen gegeben. Viele dieser Hinweise lassen sich auch auf andere Projekte mit Kindern und Jugendlichen mit Migrations-/ Fluchterfahrung übertragen. Außerdem stellen sie einen Auszug aus den Arbeitshilfen, die im Zuge dieser Bachelorarbeit erarbeitet wurden, dar.
Wenn man sich in der Wasserwacht Ortsgruppe darauf geeinigt hat, dass man einen Schwimmkurs für junge Menschen mit Migrations-/Fluchterfahrung durchführen möchte, gilt es verschiedene Herausforderungen zu überwinden. Dabei war das von den befragten Ortsgruppen am meisten genannte Problem, für den besagten Schwimmkurs zusätzliche Schwimmzeiten und Helfer zu bekommen. Daher sollte zuerst abgeklärt werden, ob es im Umkreis ein Schwimmbad gibt, in dem Schwimmzeiten zu Zeiten verfügbar sind oder in denen sowohl die junge Menschen als auch die aktiven Helfer der Wasserwacht Zeit haben. Wenn dies der Fall ist und die Schwimmzeiten vorangemeldet wurden, geht es an die weitere Planung. Dabei sollte man sich darüber Gedanken machen, welche Zielgruppe genau im Vordergrund steht und wie man an die Teilnehmer herankommt.
Bei der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen mit Fluchterfahrung gibt es mehrere Möglichkeiten der Ansprache und der Information über das Angebot. Hier stellen vor allem die sprachlichen Defizite ein mögliches Problem dar. Allerdings gibt es in den meisten Städten die Möglichkeit, sich ehrenamtliche Dolmetscher vermitteln zu lassen, die einen bei der Ansprache oder den ersten Terminen unterstützen können. U.a. kann diese Ansprache aber auch über Helfer oder hauptamtliches Personal in den Notunterkünften und dezentralen Einrichtungen geschehen, die die Familien bereits kennen und eine Beziehung aufgebaut haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigenden Flüchtlingszahlen und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Handlungsbedarf sowie die persönliche Motivation der Verfasserin zur Wahl dieses Themas.
2 Flüchtlinge: Eine Übersicht: Dieses Kapitel definiert wichtige Begriffe wie Migration und Flüchtlingsschutz, erläutert den Ablauf des Asylverfahrens und die rechtlichen Rahmenbedingungen für Asylbewerber.
3 BRK Wasserwacht: Es werden die Trägerschaft, die vielfältigen Aufgaben, die sieben Grundsätze sowie die Struktur der Wasserwacht im Bayerischen Roten Kreuz dargestellt.
4 Jugendverbandsarbeit: Dieses Kapitel behandelt die aktuelle Situation, den Wandel der Verbandsarbeit, sowie pädagogische Prinzipien und Konzepte der interkulturellen Öffnung.
5 Empirische Untersuchung: Hier wird der methodische Ansatz der quantitativen Sozialforschung vorgestellt, die Stichprobe beschrieben und die Durchführung der Umfrage bei den Wasserwacht-Ortsgruppen erläutert.
6 Integration in die Jugendverbandsarbeit der Wasserwacht: Das Kapitel thematisiert die Herausforderungen beim Schwimmenlernen für die Zielgruppe und liefert konkrete Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Schwimmkursen.
7 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Resümee der Ergebnisse, einer kritischen Reflexion der empirischen Untersuchung und formuliert Forderungen für die zukünftige Integrationsarbeit.
Schlüsselwörter
Integration, Wasserwacht Bayern, Jugendverbandsarbeit, Flüchtlinge, Migrationshintergrund, Schwimmkurse, Ehrenamt, Interkulturelle Öffnung, Fluchterfahrung, Sozialpädagogik, Empirische Untersuchung, Jugendarbeit, Schwimmfähigkeit, Prävention, Teilhabe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung in die Jugendverbandsarbeit am Beispiel der Wasserwacht Bayern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Flüchtlingshilfe, die Strukturen der Wasserwacht, Konzepte der interkulturellen Öffnung in Jugendverbänden sowie die praktische Schwimmausbildung als Integrationsmöglichkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie kann die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrations-/Fluchterfahrung in die Jugendverbandsarbeit gelingen?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt quantitative Sozialforschung, konkret eine schriftliche Befragung mittels eines standardisierten Fragebogens in 62 Ortsgruppen der Wasserwacht Bayern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Rechtliche Grundlagen, interkulturelle Konzepte) und einen empirischen Teil, der den aktuellen Integrationsstatus in den Ortsgruppen sowie Lösungsansätze und Arbeitshilfen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Integration, Wasserwacht, Jugendverbandsarbeit, interkulturelle Öffnung und Schwimmkurse für Geflüchtete.
Warum ist gerade das Schwimmen für diese Zielgruppe so relevant?
Viele Kinder und Jugendliche aus Herkunftsländern mit geringer Wasser-Infrastruktur können nicht schwimmen. Da sie zudem oft die Gefahren des Wassers unterschätzen, besteht ein hohes Risiko für Ertrinkungsunfälle, was Schwimmangebote lebenswichtig macht.
Welche Rolle spielen die "strukturellen Gegebenheiten" laut der Umfrage?
Die empirischen Daten zeigen, dass finanzielle Engpässe, fehlende Schwimmzeiten und mangelnde personelle Ressourcen in den Ortsgruppen die größten Hemmnisse für die Integration sind, weit mehr als ein fehlendes Interesse an der Aufgabe.
- Arbeit zitieren
- Christina Bender (Autor:in), 2016, Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung im Bereich der Jugendarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344811