Markus 3, 13-19. Durchführung einer Exegese


Quellenexegese, 2007

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Übersetzung, Neuschreibung und erste Textabgrenzung von Mk 3,13-19

2. Textbeschreibung
2.1 Analyse der Story
2.2 Analyse des Textes
2.3 Analyse des Erzählvorganges

3. Synoptischer Vergleich
3.1 Gemeinsamkeiten und zentrale Unterschiede zwischen Mt, Mk und Lk
3.2 Vergleich mit Mt 10,1-4
3.3 Vergleich mit Lk 6,12-16

4. Literarkritik

5. Gattungsanalyse

6. Traditionskritik

7. Überlieferungsgeschichte und Redaktionskritik

8. Historische Beurteilung: Vor- oder nachösterlich?

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Rekonstruktion der Ereignisfolge bzw. Motivsequenz

Tabelle 2: Synoptischer Vergleich

Tabelle 3: Die Berufung des Elischa

Tabelle 4: Berufungsgeschichten im Markusevangelium

Einleitung

Ziel der vorliegenden Seminararbeit ist es, die im Rahmen des Proseminars „Methoden der Exegese“ erlernten Arbeits- und Analysemethoden mithilfe der Sekundärliteratur anhand der Perikope Mk 3,13-19 (Die Wahl der Zwölf) eigenständig anzuwenden. Die Jüngerthematik spielt im Rahmen des Markusevangeliums eine zentrale Rolle und weist ein deutliches Erzählungsgefälle auf, da die über die Jünger abgegebenen Urteile von sehr gegensätzlicher Natur sind[1]. Im Rahmen der zu analysierenden Perikope werden zwölf von ihnen in die besondere Nachfolge berufen und mit besonderer Vollmacht betraut. Gnilka betrachtet die zwölf Auserwählten als „Keimzelle oder Stammväter der neuen Gemeinschaft“[2], deren Aufgabe darin besteht, „die Zeit Jesus mit der Zeit der Kirche zu verbinden“.[3]

In einem ersten Untersuchungsschritt wird die übersetzte Textstelle[4] aus Analysegründen in eine neue Form gebracht. Im Anschluss daran wird auf die Methoden der Textbeschreibung zurückgegriffen, wobei die Analyse der Story, die Analyse des Textes sowie die Analyse des Erzählvorgangs im Vordergrund des Erkenntnisinteresses stehen. Darüber hinaus wird die Texteinheit einem synoptischen Vergleich unterzogen, um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der synoptischen Evangelien besser herausarbeiten zu können. Dieser Analyseschritt dient insbesondere dem Ziel, den theologischen Standpunkt bzw. das theologische Anliegen des Autors des Markusevangeliums näher zu bestimmen. Mithilfe der Literarkritik und der Gattungsanalyse soll der Frage nachgegangen werden, ob die Perikope einen einheitlichen Text darstellt oder erst nachträglich in diese Form gebracht wurde. Darüber hinaus wird im Rahmen der Gattungsbestimmung die Frage fokussiert, ob eine Berufungsgeschichte vorliegt, da erste Leseeindrücke eine solche Annahme nahe legen. Anhand der Traditionskritik, die sich mit dem gesellschaftlichen und ideellen Hintergrund der damaligen Zeit auseinandersetzt, werden Schlüsselbegriffe der Textpassage auf ihre Verwendung und inhaltliche Ausrichtung geprüft. Abschließend werden im Rahmen der Überlieferungsgeschichte und Redaktionskritik potentielle vormarkinische Einschübe und redaktionelle Veränderungen durch Markus nachgezeichnet sowie die zugrundeliegende Intention bei der Umgestaltung bzw. Erweiterung des Textes analysiert. Aufgrund der wenig gesicherten Erkenntnisse im Hinblick auf vormarkinische Einschübe und Erweiterungen steht in diesem Analyseabschnitt die Auseinandersetzung mit der Redaktionskritik im Vordergrund.

Bereits die ersten Leseeindrücke lassen erkennen, dass die Perikope einige kontextuelle, inhaltliche und stilistische Fragen aufwirft, die einer sachlichen Klärung bedürfen. Zunächst lässt sich die Textstelle nicht im Gesamtkontext verorten. Bevor Jesus den Berg besteigt und zwölf Jünger bestellt, erzählt Markus von Heilungsgeschichten bzw. Dämonenaustreibungen am See (Mk 3,7-12). Wie Jesus und die Jünger den Ort wechseln, wird nicht beschrieben. Auch die Anschlusspassage nach der Wahl bzw. Einsetzung der Zwölf bietet keine inhaltlichen Anknüpfungspunkte, da sie von Jesus und einem Konflikt mit seinen Angehörigen berichtet (Mk 3,20-21). Somit handelt es sich um eine vom Kontext abgekoppelte und isolierte Texteinheit, nach deren Sinn und Stellenwert im Rahmen der Seminararbeit genauer gefragt werden soll. Weitere „Ungereimtheiten“ ergeben sich aus der Beschreibung des Rahmenstücks. Unklar bleibt in diesem Zusammenhang, ob ihn zwölf Jünger auf den Berg begleiten, oder ob ihm mehrere Jünger folgen, aus deren Kreis er dann schließlich zwölf auserwählt. Darüber hinaus ist zu konstatieren, dass die Einsetzung der Zwölf nahezu wortwörtlich wiederholt wird und die Intention der Einsetzung „damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende“[5] widersprüchlich ist. Schließlich stellt sich beim ersten Lesen die Frage, warum Jesus gerade zwölf Jünger ernennt, und ob dieser Zahl eine besondere Bedeutung zugrunde liegt. Des Weiteren weckt die Bevorzugung von drei Jüngern, die einen neuen Namen erhalten, das Leserinteresse. All diese sprachlichen Verzerrungen und inhaltlichen Unebenheiten lassen den vorläufigen Schluss zu, dass die vorliegende Perikope keine ursprüngliche und einheitliche Textpassage darstellt, sondern redaktionell bzw. vormarkinisch bearbeitet wurde. Von zentraler Bedeutung in diesem Kontext ist die Frage, ob die Wahl der Zwölf ein vorösterliches Geschehen darstellt, das direkt auf Jesus zurückgeht, oder eine nachösterliche Erscheinung ist, die der urchristlichen Gemeinde zuzuschreiben ist. Dieser Sachverhalt ist für das Selbstverständnis der Kirche und ihrer Amtsträger von zentraler Bedeutung, weshalb ich mich mit dieser Thematik im letzten Kapitel „historische Beurteilung“ näher beschäftigen werde.

1. Übersetzung, Neuschreibung und erste Textabgrenzung von Mk 3,13-19

Die vorliegende Textanalyse stützt sich auf die revidierte Elberfelder Bibel[6], die meines Erachtens eine sehr gute exegetische Grundlage bietet, da sie eine wörtliche und formgetreue Bibelübersetzung darstellt. Obwohl das Münchener Neue Testament noch strengere Maßstäbe in puncto wörtliche Wiedergabe setzt und die Partizipien nicht auflöst, wird die Elberfelder Bibel bevorzugt, da diese auch die Texte des Alten Testaments einschließt, die im Rahmen der Gattungsanalyse für diese Arbeit von Interesse sind. Bevor ich nun mit der eigentlichen Textarbeit beginne, möchte ich noch eine kurze textkritische Bemerkung anfügen, die für einen sachgerechten Umgang mit der zu analysierenden Perikope notwendig ist. In der Elberfelder Bibel, wie auch in der Einheitsübersetzung und dem Standardkommentar von Gnilka, wird in Mk 3,14 die Lesevariante „die er auch Apostel nannte“ gestrichen, welche in der Textfassung der Handschriften א und B bezeugt wird.[7] Mit Conzelmann/Lindemann ist jedoch davon auszugehen, dass es sich unabhängig von der textkritischen Entscheidung um eine Rückdatierung einer nachösterlichen Entwicklung handelt. Übereinstimmend mit Gnilka belässt die Elberfelder Bibel Vers 16a „Und er bestellte die Zwölf“, die Markus als Verbindungsstück dient und durch die ägyptische Textüberlieferung (cop) aus dem 3. Jh. bezeugt ist.

Übersetzung von Mk 3,14-19 nach der Elberfelder Bibel:[8]

13a Und er steigt auf den Berg

b und ruft zu sich,

c die er wollte.

d Und sie kamen zu ihm;

14a und er bestellte zwölf,

b damit sie bei ihm seien c und damit er sie aussende, d zu predigen

15a und Vollmacht zu haben,

b die Dämonen auszutreiben.

16a Und er bestellte die Zwölf,

b und er gab dem Simon den Beinamen Petrus;

17a und Jakobus, den [Sohn] des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus,

und er gab ihnen den Beinamen Boanerges,

b das ist Söhne des Donners;

18a und Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den [Sohn] des Alphäus, und Thaddäus und Simon, den Kananäer,

19a und Judas Iskariot,

b der ihn auch überlieferte.

Die Perikope beginnt mit einer knappen Angabe zur Ortsveränderung, beschreibt die Bestellung der Zwölf und endet mit einer Aufzählung der auserwählten Jünger. Sie wird in einem hieratischen Erzählungsstil präsentiert und steht außerhalb des vorhergehenden bzw. nachfolgenden Kontextes. Hier zeigen sich gewisse Parallelen zur Einbindung von Mk 1,16-20, wo auch eine vom Kontext abgekoppelte Jüngergeschichte erzählt wird, die an charakteristische Jesuserzählungen anschließt. Inhaltlich zerfällt die Perikope in zwei Sinnabschnitte 3,13-15 (Bestellung der Zwölf) und 3,16-19 (Namenliste), die durch die Wiederaufnahme der Bestellung in 3,16a miteinander verbunden werden.[9]

2. Textbeschreibung

2.1 Analyse der Story

Die Analyse der Story verfolgt das Ziel, die Ereignisfolge der dem Text zugrundeliegenden Geschichte zu rekonstruieren, indem sie die Events[10] repräsentierenden Motive[11] des Textes chronologisch ordnet. Des Weiteren werden die Erzählfiguren des Textes nach ihren Funktionen und gegenseitigen Verbindungen untersucht. Diese Arbeitsschritte sind vor allem für die Gattungsanalyse von zentraler Bedeutung, da die im Text repräsentierten Motive mit denen von idealtypischen Gattungsmotiven verglichen werden können, um so eine Gattungsbestimmung vornehmen zu können.

Rekonstruiert man die Ereignisfolge des Geschehens, wie in Tabelle 1 beschrieben, so ist zu erkennen, dass die chronologische Abfolge der Ereignisse in Vers 16a aufgrund der Wiederholung der Einsetzung der Zwölf durchbrochen wird. Diese Wiederaufnahme der bereits fast identisch benutzten Textpassage stellt quasi eine Art Zäsur dar und teilt die Perikope in zwei Sinnabschnitte: Zum einen die Beschreibung der Einsetzung, zum andern das Aufzählen der Namen, wobei Simon sowie Jakobus und Johannes eine besondere Aufmerksamkeit erfahren, da ihnen neue Namen übertragen werden.

Tabelle 1: Rekonstruktion der Ereignisfolge bzw. Motivsequenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Betrachtet man die Figurenkonstellation der Texteinheit und überträgt das von Ebner/Heininger[12] wiedergegebene Aktantengerüst auf die in der Perikope genannten Akteure, um eine genauere Funktionsbestimmung durchführen zu können, ergibt sich folgendes Bild. Protagonist der Texteinheit ist Jesus, der seine Adressaten, die Jünger, zur Nachfolge aufruft und sie mit besonderen Vollmachten ausstattet. Als Adressant bzw. Sender kann Gott betrachtet werden, während Adjuvanten respektive Opponenten in diesem Kontext keine Rolle spielen.

2.2 Analyse des Textes

Analysiert man die Perikope aus narratologischer Perspektive, so ist festzustellen, dass die Texteinheit von der Grundstruktur weitgehend linear aufgebaut ist. Allerdings wird dem Leser durch die nahezu wörtliche Wiederholung der Einsetzung der Zwölf (Mk 3,16a „und er bestellte die Zwölf“) der Eindruck vermittelt, dass an dieser Textstelle ein ungewöhnlicher Bruch, in der ansonsten chronologisch aufgebauten Texteinheit, vorliegt. Am Ende der Perikope benutzt Markus eine interne Prolepse (Vorblende), welche die Rolle des Judas als Verräter vorwegnimmt. Das Erzähltempo ist hoch, da die Wahl und Ernennung der zwölf Jünger summarisch dargestellt wird. Aufgrund der fehlenden Figurenrede sowie der Weglassung von Details – abgesehen von den beiden „Spitznamen“ bzw. charakterisierenden Beinamen Simon der Kananäer und Judas Iskariot – weist der Text eine große Distanz auf und vermittelt somit nicht das Gefühl, unmittelbar am Geschehen beteiligt zu sein. Darüber hinaus ist die Perikope perspektivisch durch Markus fokalisiert, der erzähltheoretisch einen auktorial-wissenden Gestus einnimmt. Direkte Charakterisierungen liegen in dieser Textpassage nicht vor. Gleiches gilt auch für indirekte Charakterisierungen in Form von Worten und Taten. Lediglich die Übertragung von neuen Namen für Simon, Jakobus und Johannes sowie die „Spitznamen“ für Simon, den Kananäer, und Judas Iskariot lassen Rückschlüsse auf die Charaktereigenschaften der beschriebenen Personen zu. Auf diesen Sachverhalt werde ich im Rahmen der Traditionskritik näher eingehen.

Wendet man sich der Textanalyse unter Heranziehung von linguistischen Methoden zu und konzentriert sich insbesondere auf syntaktisch-stilistische Merkmale, so kann man festhalten, dass in der Texteinheit keine Rekurrenzen und Substitutionen im Hinblick auf den Protagonisten Jesus vorkommen, sondern dass Markus lediglich Pro-Formen (er, ihm etc.) benutzt. Dies gilt in gleicher Weise für die Jünger, die erst am Ende der Perikope mit ihren Namen genannt werden. Textliche Verknüpfungen werden ausschließlich mit der unterordnenden Konjunktion „und“ verbunden, wobei die Dominanz dieser Konjunktion auf einen äußerst einfachen Schreibstil schließen lässt. Betrachtet man den Wortschatz der Texteinheit genauer, so fällt die häufige Verwendung von Verben und Substantiven auf, wogegen Adjektive überhaupt keine Rolle spielen, was schließlich unter anderem auch dazu führt, dass das Erzähltempo gesteigert wird. Typisch für Markus ist das zu Beginn der Texteinheit benutzte historische Präsens und der anschließende Tempuswechsel zum Imperfekt.

Fokussiert man das Erkenntnisinteresse mithilfe eines semantischen Inventars auf Schlüsselbegriffe bzw. Schlüsselwörter, welche die innere Einheitlichkeit des Textes herstellen, so erhält die Bestellung der zwölf Jünger („und er bestellte zwölf“) eine zentrale Bedeutung, die letzten Endes die Einheit des Textes gewährleistet und somit als roter Faden oder Sinnlinie (Isotopie) betrachtet werden kann. Die für die Intention der Bestellung herangezogenen Verben „mit jemandem sein“ und „aussenden“ stehen in semantischer Opposition zueinander, was literarkritisch betrachtet zu „Widersprüchen“ und „Spannungen“ führt.

2.3 Analyse des Erzählvorganges

Über die wahre Identität des Autors des Markusevangeliums kann nur spekuliert werden, da das Evangelium den Namen seines Autors nicht nennt.[13] Darüber hinaus tritt das literarische Ich an keiner Stelle des Evangeliums hervor. „Markus“ erzählt also eine Geschichte, in der er nicht vorkommt und kann deshalb als extradiegetisch-heterodiegetischer Erzähler eingestuft werden. Die schriftliche Fixierung des Evangeliums wird auf die Zeitspanne kurz vor oder kurz nach der Zerstörung des Tempels (70.n.Chr.) datiert. Entscheidend für die Datierung der Abfassung des Markusevangeliums ist die Interpretation von Mk 13, in dem von der Zerstörung des Tempels die Rede ist. Bezüglich des Leserprofils besteht in der Forschung weitgehend Einigkeit darüber, dass „Markus“ bei der Abfassung des Textes in erster Linie Heidenchristen vor Augen hatte.[14] Die einfachen Satzkonstruktionen und der einfache Sprachstil vermitteln den Eindruck, dass der Autor nicht über eine ausgeprägte Sprachkompetenz verfügt. Bezüglich der Leserlenkung lassen sich keine direkten Hinwendungen an den Leser in Form von Imperativen, Drohungen, Warnungen, Ermahnungen etc. ausfindig machen, die innerhalb der Textpragmatik eine zentrale Rolle spielen. Dennoch könnte in Mk 3,14-15 „damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende, zu predigen und Vollmacht zu haben, die Dämonen auszutreiben“ eine religiöse Botschaft für den Leser verpackt sein, der die Verkündigung und Nachfolge der Jünger im Namen Jesu legitimiert und ihre Vormachtstellung hervorhebt.

3. Synoptischer Vergleich

Ausgangspunkt für den synoptischen Vergleich sind die Erkenntnisse der Zwei-Quellentheorie, wonach die Evangelisten Matthäus und Lukas im Wesentlichen zwei gleiche Quellen herangezogen haben, nämlich das Markusevangelium bzw. den „Urmarkus“ oder Deuteromarkus und die sogenannte Logienquelle.[15] Ziel des synoptischen Vergleichs ist es, literarische Abhängigkeiten zwischen den Evangelien aufzuspüren. Im Hinblick auf die „Auswahl der Zwölf“ sind Mt 10,1-4 und Lk 6,12-16 für einen Vergleich heranzuziehen.

Tabelle 2: Synoptischer Vergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1 Gemeinsamkeiten und zentrale Unterschiede zwischen Mt, Mk und Lk

Wörtliche Übereinstimmungen zwischen Mt, Mk und Lk lassen sich abgesehen von der nahezu identischen Namenliste nur an wenigen Stellen ausmachen. Allen Drei gemeinsam ist die Einführung in die Szene mit dem Wort „Und“. Auch die Anzahl der auserwählten Jünger ist bei den Seitenreferenten identisch mit der Zahl zwölf, die Markus angibt.

Abweichend von Mt und Mk zählt Lk Judas, den Bruder des Jakobus, anstelle des Thaddäus zu den zwölf auserwählten Jüngern. Auch bezüglich der Rangfolge der Jünger gibt es kleinere Differenzen. Während die Seitenreferenten Andreas, den Bruder des Simon Petrus an zweiter Stelle platzieren, bevorzugt Mk die beiden Zebedäussöhne Jakobus und Johannes, was dem Andreas Plätze kostet. Des Weiteren wird Thomas – im Gegensatz zu Mk und Lk – von Mt noch vor Matthäus eingeordnet. Als minor agreement kann die Bezeichnung Apostel aufgefasst werden, die sowohl Mt als auch Lk verwenden, während bei Mk nur von „Jüngern“ die Rede ist. Negative minor agreements, also Wörter oder Textpassagen, die Mt und Lk im Hinblick auf Mk gemeinsam weglassen, sind lediglich bei der Namensübertragung für die Söhne des Zebedäus, Jakobus und Johannes, auszumachen. Beide Seitenreferenten verzichten auf diesen Aspekt bzw. kennen ihn nicht. Vergleicht man die Synoptiker im Hinblick auf die Verwendung von Gattungen, so ist zu konstatieren, dass alle Drei auf die Gattung „der Listen“ zurückgreifen.

[...]


[1] Vgl. Gnilka (1998: 29).

[2] Gnilka (1998: 29).

[3] Ebenda.

[4] Auf eine eigenständige Übersetzung wird aufgrund mangelnder Griechischkenntnisse verzichtet.

[5] Mk 3,14.

[6] R. Brockhaus Verlag 2003: Die Bibel . Revidierte Elberfelder Übersetzung. Wuppertal.

[7] Conzelmann/Lindemann (2000: 463).

[8] Das Neu- bzw. Umschreiben des Textes basiert auf der Regel, dass nach jedem Satz und Nebensatz ein Zeilenumbruch erfolgt, wobei pro Zeile nur ein Verb vorkommen darf.

[9] Die folgenden Ausführungen stützen sich auf Ebner/Heininger (2005: 71-77).

[10] Als Events werden Ereignisse bezeichnet, die in der realen oder fiktiven „Wirklichkeit“ geschehen (vgl. Ebner/Heininger 2005: 71).

[11] Literarische Repräsentationen eines Events werden als Motive bezeichnet (vgl. Ebner/Heininger 2005: 71).

[12] Ebner/Heininger (2005: 78).

[13] Schnelle (2005) bietet einen guten Überblick zur Einordnung des Markusevangeliums in den historischen Kontext.

[14] Gnilka (1998: 34).

[15] Vgl. Schnelle (2005: 190). Siehe hierzu auch Schnelle (2000: 67-88). Kritisch hierzu Linnemann (1998: 173).

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Markus 3, 13-19. Durchführung einer Exegese
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
24
Katalognummer
V344822
ISBN (eBook)
9783668347533
ISBN (Buch)
9783668347540
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mk 3, Die Wahl der Zwölf, Methoden der Exegese, Jüngerthematik, Evangelium, Berufungsgeschichte
Arbeit zitieren
Bernhard Stecher (Autor), 2007, Markus 3, 13-19. Durchführung einer Exegese, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344822

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Markus 3, 13-19. Durchführung einer Exegese



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden