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Das Doppelkönigtum Spartas. Ursprung, Aufgaben und Machtausübung

Title: Das Doppelkönigtum Spartas. Ursprung, Aufgaben und Machtausübung

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 18 Pages , Grade: 2

Autor:in: Markus Schüßler (Author)

World History - Antiquity
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In der antiken griechischen Welt nahm Sparta in mancherlei Hinsicht eine Sonderstellung im Vergleich zu den anderen griechischen Stadtstaaten ein. Sowohl in der Regierungsform als auch den Gesellschaftsformen bildeten sich in Sparta einmalige Besonderheiten heraus, die besonders von der attischen Seite misstrauisch beobachtet wurden. Das bei Sparta besondere System des Doppelkönigtums wurde nie in Frage gestellt, obwohl in allen anderen griechischen Staaten andere Regierungsformen wie zum Beispiel die Demokratie entstanden.

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dieser Besonderheit. Die diesbezüglich auftretenden Problematiken sollen in drei Teilen untersucht werden. Zunächst soll der Ursprung des Doppelkönigtums, soweit möglich, erhellt werden. Die Privilegien und Aufgaben der Könige in den Bereichen Religion, Gerichtsbarkeit, Militär, Staat und Gesellschaft stehen im Mittelpunkt des zweiten Teils der Arbeit. Der dritte Teil schließlich geht der Frage nach, inwieweit die spartanischen Könige politischen Einfluss ausüben konnten. Da es hierzu keine einhellige Meinung gibt, werden die verschieden Ansichten dargestellt.

Auch der Frage der Gleichberechtigung beider Könige im Rahmen ihrer Ämter oder ob es eher so war, dass einer der beiden Könige eine dominierende Rolle einnahm oder ob sie sich zuweilen gar zusammentaten und gemeinsam agierten, wird im dritten Teil der Arbeit nachgegangen. Es sind im Wesentlichen die Könige Spartas, die einen außerspartanischen Bekanntheitsgrad erlangen konnten, während wir zum Beispiel nur sehr wenige Ephoren dem Namen nach kennen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Könige Oberbefehlshaber im Krieg waren und somit am ehesten mit den anderen Griechen in Berührung kamen. Auch ihre lebenslange Amtszeit mag ein Grund hierfür sein. Die allgemeine Quellenlage zu Sparta ist ziemlich schlecht. Was wir über Sparta wissen, stammt nicht von den Spartanern selbst, sondern bietet immer nur eine Sicht Außenstehender bzw. die attische Sicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Ursprung des Doppelkönigtums

1.1 Herodots Erzählung

1.2 Moderne Erklärungsversuche

2. Die Privilegien und Aufgaben der Könige

2.1 Die Priesterlichen Aufgaben und Ehrungen

2.2 Die gesellschaftlichen Ehrungen der Könige

2.3 Die richterlichen Befugnisse der Könige

2.4 Die politische Stellung der Könige

3. Die Macht der spartanischen Könige

Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das historisch einzigartige System des spartanischen Doppelkönigtums unter besonderer Berücksichtigung der politischen Machtverhältnisse, der Aufgabenbereiche sowie der sozialen Privilegien der Könige. Dabei soll erörtert werden, inwieweit die Könige tatsächlich über politischen Einfluss verfügten oder ob ihr Wirkungskreis primär zeremonieller Natur war und wie die Machtbalance zu anderen Institutionen wie den Ephoren und der Gerusia ausgestaltet war.

  • Ursprung und Legitimation des Doppelkönigtums
  • Religiöse, militärische und richterliche Kompetenzen
  • Einflussmöglichkeiten und politische Machtspielräume
  • Das Spannungsfeld zwischen den Königen, Ephoren und der Gerusia
  • Die Bedeutung von Bestechung und politischem Rückhalt

Auszug aus dem Buch

1.1 Herodots Erzählung

Es lässt sich gleich vorweg nehmen, dass die Herkunft des spartanischen Doppelkönigtums unklar ist. Die Besonderheit fiel aber bereits in der Antike auf, und so versuchte bereits Herodot, eine Erklärung für das Doppelkönigtum zu finden. Er schreibt, dass es zunächst nur einen König in Sparta gegeben habe. Dem König Aristodamos seien aber Zwillinge geboren worden. Als kurz darauf der König starb, habe das lakedaimonische Volk der Sitte gemäß den älteren Sohn zum König machen wollen. Da es aber nicht wusste, wer der Ältere war, befragten die Lakedaimonier die Mutter. Die behauptete aber, sie wisse auch nicht, wer der Ältere sei. Auf ihre Anfrage beim Orakel in Delphi, erhielten die Lakedaimonier den Befehl, beide Knaben zu krönen, den älteren aber höher zu ehren.

Da sie nach diesem Befehl aber immer noch nicht wussten, wer der ältere Knabe war, folgten sie dem Rat eines Messeniers. Dieser empfahl ihnen, die Mutter zu beobachten und herauszufinden, welchen der Zwillinge sie zuerst bade und tränke. Wäre das immer der Gleiche, so habe man das Rätsel gelöst, schwanke es, so habe die Mutter die Wahrheit gesagt und wisse selbst nicht mehr, wer der Ältere sei. Durch diesen Rat erkannten die Lakedaimonier nun, welcher der ältere der Brüder war. Sie nahmen ihn und erzogen ihn auf öffentliche Kosten.

Herodots Darstellung liefert zwar den Versuch einer Erklärung für das Vorhandensein der Doppelmonarchie und für den Umstand, dass der König aus dem Hause der Agiaden, bei ansonsten gleichen Rechten, das höhere Ansehen hatte; ist aber alles in allem nicht sehr einleuchtend. Denn die „Notlösung“ Doppelmonarchie ist letztendlich nicht notwendig, weil am Ende ja doch der ältere der beiden Zwillinge ermittelt werden konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt das spartanische Doppelkönigtum als antike Besonderheit vor und definiert die Forschungsfragen bezüglich Ursprung, Machtbefugnissen und politischer Einflussnahme der Könige.

1. Der Ursprung des Doppelkönigtums: Dieses Kapitel beleuchtet sowohl die mythologische Herleitung durch Herodot als auch moderne wissenschaftliche Theorien über Wanderungsbewegungen und politische Kompromisse zwischen dorischen Stämmen.

2. Die Privilegien und Aufgaben der Könige: Hier werden detailliert die priesterlichen, richterlichen und gesellschaftlichen Vorrechte der Könige sowie deren politische Rolle im spartanischen Staatsgefüge dargestellt.

3. Die Macht der spartanischen Könige: Dieses Kapitel analysiert das tatsächliche Machtpotenzial der Könige, die institutionelle Kontrolle durch Ephoren und Gerusia sowie die Möglichkeiten zur politischen Einflussnahme durch Popularität oder Bestechung.

Schlußbetrachtung: Die Schlußbetrachtung fasst zusammen, dass die formale Gleichheit der Könige theoretisch blieb, da individuelle Macht stark vom Rückhalt im Volk und den anderen staatlichen Organen abhing.

Schlüsselwörter

Sparta, Doppelkönigtum, Herodot, Ephoren, Gerusia, Große Rhetra, politische Macht, antike Polis, Königsherrschaft, Bestechung, Kleomenes, Agesilaos, politische Institutionen, Geschichte Griechenlands

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die besondere Verfassung des antiken Sparta, insbesondere das System der Doppelmonarchie, und untersucht dessen Ursprung sowie die reale politische Machtstellung der Könige.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die historische Herleitung des Doppelkönigtums, die spezifischen Privilegien der Könige in Religion und Recht sowie das institutionelle Wechselspiel mit den Ephoren und der Gerusia.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist zu klären, wie viel politische Gestaltungsmacht die spartanischen Könige tatsächlich besaßen und inwiefern sie diese gegenüber anderen Gremien behaupten konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer kritischen Auswertung antiker Quellen (Herodot, Xenophon, Aristoteles, Plutarch) und moderner Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die priesterlichen und richterlichen Aufgaben, die politische Stellung im Konflikt mit den Ephoren, die Erbfolgeregelungen sowie die Möglichkeiten zur persönlichen Machtausübung durch Bündnisse oder Bestechung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Sparta, Doppelkönigtum, Ephorat, Gerusia, politische Macht und antike Verfassungsgeschichte.

Warum war das Doppelkönigtum eine "Notlösung"?

Laut der Herodot-Erzählung entstand das System aus einer Unklarheit bei der Erbfolge von Zwillingsbrüdern, wobei die Doppelmonarchie als Lösung diente, um trotz der Unkenntnis über den Erstgeborenen beide Knaben zu ehren.

Welchen Einfluss hatten die Ephoren auf die Könige?

Die Ephoren fungierten als Kontrollorgan, überwachten die Könige monatlich durch Eid-Austausch und konnten diese bei Gesetzesverstößen oder religiösen Zeichen (wie Sternschnuppen) sogar vor Gericht bringen und absetzen.

Welche Rolle spielte die Bestechung in der spartanischen Politik?

Bestechung war ein verbreitetes politisches Mittel, da sowohl Könige als auch Ephoren und Mitglieder der Gerusia durch Geschenke beeinflussbar waren, was jedoch oft zu politischen Machtkämpfen und dem Sturz von Königen führte.

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Details

Title
Das Doppelkönigtum Spartas. Ursprung, Aufgaben und Machtausübung
College
University of Marburg
Course
Hauptseminar: Athen und Sparta
Grade
2
Author
Markus Schüßler (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V344823
ISBN (eBook)
9783668345232
ISBN (Book)
9783668345249
Language
German
Tags
Sparta Doppelkönigtum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Schüßler (Author), 2006, Das Doppelkönigtum Spartas. Ursprung, Aufgaben und Machtausübung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344823
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