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Die Reform von Bankenaufsicht und Bankenregulierung im Eurosystem. Analytische Darstellung und kritische Würdigung

Titel: Die  Reform von Bankenaufsicht und Bankenregulierung im Eurosystem. Analytische Darstellung und kritische Würdigung

Bachelorarbeit , 2015 , 108 Seiten , Note: 1,4

Autor:in: Arcan Orak (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der Arbeit ist es, die Gründe für die Einführung der Bankenunion und der neuen Vorschriften um Basel III zu erläutern, beide Bestandteile in ihren Ausprägungen samt ihrer Ziele darzustellen und sie kritisch zu würdigen.

2007/2008 brach eine Finanzkrise aus, die sich global ausweitete und erhebliche Kosten verursachte. Nach Ausbruch der Krise übernahm die EU die Verantwortung, um die Krise mit global abgestimmten Regulierungsmaßnahmen zu bekämpfen. Mit den internationalen Partnern der G20-Staaten überarbeitete die EU den Regulierungs- und Aufsichtsrahmen für den Finanzsektor grundlegend.

Den Höhepunkt der Krise markierte die am 15.09.2008 angemeldete Insolvenz der Traditionsbank Lehman Brothers. Viele weitere Banken gerieten aufgrund von Refinanzierungsproblemen in eine Schieflage, die nur dank der staatlichen Hilfen beseitigt werden konnte. Die Banken vertrauten sich gegenseitig nicht mehr, sodass der Interbankenmarkt, auf dem sich die Banken gegenseitig Geld leihen, austrocknete. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS), der auf internationaler Ebene die Aufsichtsstandards und Empfehlungen für die Bankenaufsicht aufstellt, konnte wegen des Mangels an einem ausreichendem Sicherungs- und Kontrollmechanismus die Finanzkrise ab 2007 nicht verhindern. Die Steuerungsmechanismen des Finanzsektors mussten somit infolge der Krise auf den Prüfstand gestellt werden. Das Eingreifen des Staates in die freie Marktwirtschaft, das als Anomalie in der marktwirtschaftlichen Ordnung gesehen werden kann, deutete auf Fehlkonstruktionen dieser Steuerungsmechanismen hin, die die Funktionsfähigkeit des Finanzsektors gewährleisten sollten.

Ein staatlicher Regulierungs- und Aufsichtsrahmen, in der sich die Teilnehmer des Finanzmarktes bewegen und der Krisen wie die Finanzkrise ab 2007 verhindern kann, ist mit Blick auf den gravierenden volkswirtschaftlichen Schaden, den die Finanzkrise angerichtet hat, unabdingbar. Bankenregulierung und Bankenaufsicht mussten dabei neu überdacht werden, da sie die Finanzkrise nicht verhindern konnten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufbau und Vorgehensweise

3 Das Europäische System der Finanzaufsicht (ESFS)

3.1 Europäischer Ausschuss für Systemrisiken (ESRB)

3.2 Die drei neuen europäischen Finanzaufsichtsbehörden (European Supervisory Authorities – ESAs)

4 Bankenunion

4.1 Säule 1 der Bankenunion - Einheitlicher Aufsichtsmechanismus (SSM)

4.2 Säule 2 der Bankenunion - Einheitlicher Abwicklungsmechanismus (SRM)

4.3 Säule 3 der Bankenunion - Einheitliche Einlagensicherungssysteme (DGS)

5 Basel III - Der Weg von Basel I zu Basel III

5.1 Basel I

5.2 Basel II

5.3 Basel III

5.3.1 Quantitativ und qualitativ höhere Eigenkapitalbasis

5.3.2 Höchstverschuldungsquote Leverage Ratio (LR)

5.3.3 Liquiditätsrisikosteuerung

5.3.3.1 Liquidity Coverage Ratio (LCR)

5.3.3.2 Net Stable Funding Ratio (NSFR)

6 Kritische Würdigung

6.1 Kritische Würdigung – Bankenunion

6.2 Kritische Würdigung – Basel III

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Gründe für die Einführung der Bankenunion sowie die neuen Vorschriften im Rahmen von Basel III zu erläutern, ihre Ausprägungen und Ziele darzustellen und diese abschließend kritisch zu bewerten.

  • Gründe für die Neuausrichtung von Bankenaufsicht und Bankenregulierung infolge der Finanzkrise.
  • Struktur und Funktionsweise des Europäischen Systems der Finanzaufsicht (ESFS).
  • Die drei Säulen der Bankenunion (SSM, SRM, DGS) und deren Implementierung.
  • Die Entwicklung und spezifischen Anforderungen von Basel III, insbesondere Kapitalpuffer und Liquiditätskennzahlen (LCR, NSFR).
  • Kritische Analyse der Effektivität und der ökonomischen Folgen dieser Reformmaßnahmen.

Auszug aus dem Buch

4.1 Säule 1 der Bankenunion - Einheitlicher Aufsichtsmechanismus (SSM)

Durch die zunehmende Fragmentierung des Finanzsektors ist, wie die Finanzkrise gezeigt hat, die Integrität der gemeinsamen Währung und des Binnenmarkts gefährdet. Die einheitliche Bankenaufsicht soll die Union stärken und den Finanzmarkt wieder stabilisieren.

Die Europäische Kommission hat 2012 Vorschläge für einen einheitlichen Aufsichtsmechanismus unter dem Dach der EZB ausgearbeitet. Die EZB bekommt somit entscheidende Aufsichtsfunktionen für Banken im Euroraum und in anderen teilnehmenden Mitgliedsstaaten übertragen. Innerhalb des Mandats erhält sie Kompetenzen, durch die sie Banken zulassen, sie aufsichtsrechtlich überprüfen und Stresstests bei ihnen durchführen kann. Ab November 2014 übernimmt die EZB die Aufsicht über ca. 6000 Banken im Euroraum. Sie wird jedoch nur die 128 größten und systemisch relevanten Banken direkt überwachen. Die Aufsicht der übrigen Banken obliegt weiterhin den nationalen Aufsichtsbehörden.

Die politische Bedeutung des SSM wird bei der Betrachtung des vergleichsweise kurzen Zeitraums für die Umsetzung deutlich. Das oftmals langwierig erscheinende europäische Gesetzgebungsverfahren konnte in nur eineinhalb Jahren durchlaufen werden. Für den Starttermin am 04.11.2014 hatte die EZB für ihre Vorbereitungen somit nur etwa ein Jahr Zeit.

Zu den wesentlichen Aufgaben gehörte die Durchführung eines Comprehensive Assessments, die in der SSM-Verordnung verankert war. Ziel des Comprehensive Assessments war das Schaffen der Transparenz über die Belastbarkeit der größten europäischen Banken. Damit sollte auch das durch die Krise verloren gegangene Vertrauen in den europäischen Finanzsektor gestärkt und die neue europäische Aufsicht ab dem 04.11.2014 vorbereitet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beleuchtung der Hintergründe der Finanzkrise ab 2007 und die Notwendigkeit einer fundamentalen Überarbeitung des Regulierungsrahmens.

2 Aufbau und Vorgehensweise: Erläuterung der Struktur der Arbeit und des inhaltlichen Aufbaus der einzelnen Kapitel.

3 Das Europäische System der Finanzaufsicht (ESFS): Darstellung der Gremien und Behörden wie ESRB und ESAs zur makro- und mikroprudentiellen Überwachung.

4 Bankenunion: Vorstellung der drei Säulen SSM, SRM und DGS, die eine grenzüberschreitende Aufsicht und Abwicklung in der Eurozone etablieren sollen.

5 Basel III - Der Weg von Basel I zu Basel III: Historischer Rückblick auf die Baseler Akkorde und detaillierte Analyse der neuen Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften.

6 Kritische Würdigung: Kritische Analyse der Bankenunion und von Basel III unter Berücksichtigung von Effizienz, Umsetzbarkeit und Auswirkungen auf Banken.

7 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Reformen, der noch bestehenden Schwächen und ein Ausblick auf die zukünftige Stabilität des Finanzsystems.

Schlüsselwörter

Bankenunion, Bankenaufsicht, Bankenregulierung, Basel III, Eigenkapitalquote, Liquiditätsrisiko, LCR, NSFR, SSM, SRM, Finanzkrise, systemische Relevanz, Finanzstabilität, Leverage Ratio, Bankenabwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die grundlegende Neugestaltung der Bankenregulierung und Bankenaufsicht im Eurosystem nach der Finanzkrise ab 2007.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Etablierung der europäischen Bankenunion sowie die Umsetzung der neuen Eigenkapital- und Liquiditätsstandards gemäß Basel III.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die erläuternde Darstellung der neuen Regulierungsmechanismen und deren kritische Würdigung hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Stabilität und Effizienz des Bankensektors.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Darstellung der aktuellen EU-Verordnungen und Baseler Standards, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung mit Fachliteratur und Stellungnahmen.

Was wird im Hauptteil ausführlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung des ESFS, die drei Säulen der Bankenunion sowie die quantitativen und qualitativen Anforderungen von Basel III.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bankenunion, Basel III, Eigenkapitalbasierung, Liquiditätsrisikosteuerung und Finanzstabilität geprägt.

Wie wird die Rolle der EZB im SSM bewertet?

Die Arbeit hinterfragt die EZB kritisch, da Interessenkonflikte zwischen ihrem geldpolitischen Mandat zur Preisstabilität und ihrer neuen Aufgabe als Bankenaufseherin entstehen könnten.

Warum ist das Volumen des Abwicklungsfonds (SBRF) umstritten?

Es wird kritisiert, dass das geplante Volumen nicht ausreicht, um im Ernstfall große, systemrelevante Banken ohne Rückgriff auf Steuergelder abzuwickeln.

Welche Auswirkung hat die LCR auf die Kreditvergabe der Banken?

Es wird befürchtet, dass die Kurzfristigkeit der LCR Anreize setzt, vorzugsweise kurzfristige Kredite an bonitätsstarke Kunden zu vergeben, was die langfristige Kreditversorgung der Realwirtschaft einschränken könnte.

Wie beeinflusst die NSFR die Ertragssituation der Banken?

Die NSFR schränkt die Fristentransformation ein, die eine wichtige Ertragsquelle darstellt, und zwingt Banken zur Nutzung teurerer langfristiger Refinanzierungsquellen.

Ende der Leseprobe aus 108 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Reform von Bankenaufsicht und Bankenregulierung im Eurosystem. Analytische Darstellung und kritische Würdigung
Note
1,4
Autor
Arcan Orak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
108
Katalognummer
V344827
ISBN (eBook)
9783668345980
ISBN (Buch)
9783668345997
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bankenaufsicht Bankenregulierung Finanzkrise Basel I Basel II Basel III Bankenunion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Arcan Orak (Autor:in), 2015, Die Reform von Bankenaufsicht und Bankenregulierung im Eurosystem. Analytische Darstellung und kritische Würdigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344827
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Leseprobe aus  108  Seiten
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