Das 18. Jahrhundert. Eine Zusammenfassung


Zusammenfassung, 2008

23 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Allgemein:

Die Mächte der Pentarchie:

Die Absteiger:

Schwellenmächte:

Spanischer Erbfolgekrieg 1701-1714:

Der Nordische Krieg 1700-1721 und der Aufstieg Russlands:

Die britisch-französische Entente

Die Mächtepolitischen Umgruppierungen der 1730er Jahre:

Der Polnische Thronfolgekrieg 1733-1735(38):

Der Österreichische Erbfolgekrieg 1740-1748:

Die diplomatische Revolution – Das Renversement des Alliances:

Der Siebenjährige Krieg 1756-1763:

Die Teilung Polens:

Bayrische Erbfolgekrieg:

Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg 1775-1783:

Der Fürstenbund:

Die Türkenkriege:

Schluß:

Allgemein:

- Pentarchie, Kontrolle der fünf stärksten Mächte des Kontinents. Kein geschlossenes System und der Pluralismus sollte aufrecht erhalten bleiben. Stärke war Voraussetzung für Zugehörigkeit, militärische Stärke und Ordnungsfunktion in einer Region.

- Balance of Power, Gleichgewicht. Es gab im 18. Jahrhundert ganz unterschiedliche Auffassungen über den Zweck einer Gleichgewichtspolitik. Die Wahrung des Friedens der die Auffassung gegenüber stand, dass ohne Krieg das Gleichgewicht nicht aufrechtzuerhalten sei.

- Das Gleichgewicht in Europa sicherte die britische See- und Überseedominaz.

- Permanente diplomatische Vertretungen in anderen Staaten waren selten, meist da die Kassen knapp waren. Wien etwa hatte nur im Osmanischen Reich, Venedig und der Schweiz eine ständige Vertretung. Erst mit dem ausgehenden 17. Jahrhundert begann Wien die Präsenz zu erhöhen.

- Frankreich hatte den am weitesten verzweigten diplomatischen Dienst und gab den Anstoß zu der Erweiterung dieses Dienstes in anderen Ländern.

- Kriegsunternehmer waren aus dem Heerwesen verschwunden, ein (staatliches) Heer wurde geradezu zu einem Wesensmerkmal des Souveränen Staates.

- Ein Großteil der Friedensschlüsse im 18. Jahrhundert waren Erschöpfungsfrieden.

- Die Staaten waren noch nicht saturiert, sie waren noch „hungrig“, insbesondere Russland und Preußen.

- Ein Primärziel Österreichs war die Anerkennung der Pragmatischen Sanktion, nach der auch die weibliche Nachkommenschaft des Kaisers thronberechtigt sein sollte. 1738 hatten alle europäischen Staaten ihre Anerkennung und Garantie der Pragmatischen Sanktion gegeben. In Wien glaubte man daher, dass die österreichische Erbfolgeordnung unumstritten und die Integrität des Staates gesichert sei.

- Britisch-französische Rivalität.

- Spanien und der Kaiser waren mit der Utrechter Friedensordnung nicht zufrieden.

Die Mächte der Pentarchie:

- Großbritannien England seit 1707 in Personalunion mit Schottland.

- Großbritannien hatte kein großes stehendes Heer, sparte dadurch aber auch die Kosten für ein solches.

- An der maritimen Überlegenheit Großbritanniens konnte im 18.Jahrhundert nicht gezweifelt werden. (was nicht bedeutet, dass sie nicht angefochten wurde besonders durch Spanien und Frankreich).

- Durch den Frieden von Utrecht waren wichtige Stützpunkte (Gibralta, Menorca) in britische hand gelangt. Der Zugang zu den Märkten außerhalb Europas war erstritten worden.

- Dynastiewechsel in England Haus Hannover (Welfen) kommen mit Georg I. 1714 auf den englischen Thron.

- Der Jakobitismus war eine Bürde der englischen Politik. Jakobiner waren die Anhänger des im Exil lebenden Jakob II. von England. Jakob war in der Glorious Revolution vertrieben worden. Der Parlamentarismus hatte gesiegt.

- Eine weitere Belastung der britischen Außenpolitik war die Personalunion mit Hannover. Gewiss hatte die Personalunion auch Vorteile, etwa Einfluss im Ostseeraum oder kontinentales Standbein, aber es warfen sich auch Probleme auf. Besonders wichtig war, dass Großbritannien eines Partners bedurfte, der Hannover schützen konnte. Hannover war eine Art Achillesferse der britischen Europapolitik.

- Österreich nach der Abwehr der Türkengefahr 1683 konnte Wien auf dem Balkan in die Offensive gehen. Im Frieden von Karlowitz 1699 mit der Pforte konnten große Gebietsgewinne (Siebenbürgen, Teile Ungarns und Slawoniens) erzielt werden.

- Ein Prestigegewinn war die Anerkennung des Erbrechtes durch die ungarischen Stände.

- Dennoch war Österreich im Grunde ein armer Staat. Besonders in Kriegszeiten konnte sich der Staat nur durch Auslandsanleihen (vor allem bei England und den Generalstaaten) oder Anleihen bei jüdischen Hoffaktoren über Wasser halten.

- Dieser schwierigen finanziellen Lage stand eine ambitionierte Außen- und Kulturpolitik gegenüber.

- Österreichische Heer etwa 120.000 Mann.

- Kaunitz hatte die Außenpolitik reformiert, behördenmäßig organisiert, so dass sie im ausgehenden 18. Jahrhundert kaum einen Vergleich scheuen musste.

- Bis zum Renversement des alliances 1756 war die Wiener Außenpolitik vom Gegensatz zu Frankreich geprägt. Bis dahin hatte Österreich auf die Seemächte als Verbündete gesetzt (seit der Großen Allianz).

- Eine weitere Alternative war das Bündnis mit Russland, welches ebenfalls ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Betracht kam und schließlich zu einer Konstante wurde.

- Die Bemühungen die Thronfolge zu sichern machte die österreichische Außenpolitik seit den 1720er Jahren labil und erpressbar. Die Pragmatische Sanktion erreichte ihr Hauptziel erst nach einem neuerlichen Erbfolgekrieg und dem Verlust Schlesiens

- Der Dualismus mit Preußen wurde dann nach 1748 zur zweiten Konstante der österreichischen Außenpolitik.

- Der österreichisch-preußische Antagonismus führte aber zu einem Zwiespalt zwischen Großmachtpolitik und der Verantwortung gegenüber dem Reich. In Wien wurde immer wieder mit dem Gedanken gespielt das Reich sich selbst zu überlassen.

- Kaiser war Karl VI.

- Frankreich zu Beginn des 18. Jahrhunderts stand Frankreich was das Ansehen und die militärische Macht angeht an der Spitze Europas.

- Die Grenzen galten als sicher, da Festungen sie schützten und die Form des Hexagons erreicht wurde.

- Die Zuwachsraten des französischen Außenhandels konnten mit den englischen mithalten, doch war der Staatshaushalt dennoch defizitär.

- Der Staatsbankrott wurde letztlich nur durch die Revolution verhindert.

- Die Spitzenstellung Frankreichs war zum Teil durch die entschlossenen Außenpolitik erreicht worden. Der Conseil d’en haut betrieb die Außen- und Militärpolitik. In ihm war besonders der Adel der Robe vertreten. Gute Bürokratie.

- Das französische Heer bestand aus etwa 160.000 Söldnern, deren Zahl im Kriegsfall deutlich erhöht werden konnte.

- Der Siebenjährige Krieg bewies, dass Frankreich in Übersee nicht mehr mithalten konnte. Auch in der Europapolitik waren engere Grenzen gesetzt, da die traditionellen Partner entweder im russischen Fahrwasser segelten (Preußen, Schweden) oder drastisch an Macht verloren hatten (Osmanische Reich). Im Reich ließ sich nur noch bedingt Politik machen, da der gemeinsame Nenner, die Gegnerschaft zum Haus Habsburg nicht mehr vorhanden war.

- Versailles bereitete sich auf eine Revanche an Großbritannien vor, die im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-83) aber nur bedingt gelang. Die französischen Finanzen lagen nach diesem Krieg am Boden.

- Russland nahm im 18. Jahrhundert einen rasanten demographischen Aufschwung.

- Peter I. 1682-1725? Unter seiner Herrschaft trat eine Orientierung nach Westen ein, die zahlreiche Reformen beinhaltete.

- Die russische Wirtschaft erlebte durch den Nordischen Krieg einen Aufschwung.

- Russland wollte die Drehscheibe des Handels zwischen Europa und Asien sein. Die Kriege gegen Schweden, mit dem Ziel des Ostseezugangs, resultierten daraus. Auch der Schwarzmeerzugang sollte erkämpft werden.

- Große Gewinne blieben jedoch aus und so war der russische Staatshaushalt besonders in Zeiten des Krieges defizitär.

- Russlands Heer belief sich zur Zeit des Siebenjährigen Krieges auf über 300.000 Mann. Auch die Flotte wurde massiv ausgebaut (besonders unter Katharinas II. Herrschaft). Russland befand sich damit auf dem Weg zur Seemacht. Militärmonarchie.

- Seit den 1720er Jahren wurde überraschenderweise nicht Großbritannien, sondern Frankreich zum Hauptkontrahenten Russlands. Russland blickte daher nach Berlin und Wien.

- Die äußerliche Anerkennung Russlands als Pentarchiemacht war ein zäher Prozeß.

- Mit der Eroberung der Krim hatte Russland 1783 ein wichtiges geostrategisches Ziel erreicht. Für die anderen Großmächte warf sich nun immer deutlicher das Problem der Eindämmung der russischen Expansion auf.

- Russland war rein geographisch schon zu einer Weltmacht geworden, deren Einfluß bis zum Pazifik reichte. Bereits seit Anfang des 18.Jahrhunderts befand sich die Halbinsel Kamtschatka in russischen Besitz.

- Preußen war der Aufsteiger des 18. Jahrhunderts.

- 1701 wurden die Hohenzoller Könige in Preußen. Diese Begrifflichkeit setzte sich rasch für die Gesamtheit der brandenburgischen Territorien durch.

- Preußen verfügte über sehr begrenzte Ressourcen und war daher immer eine Großmacht auf tönernen Füßen.

- Das preußische Heer war im Vergleich zu seiner Bevölkerung enorm. Es rangierte zahlenmäßig auf dem 3. oder 4. Platz in Europa (160.000 Mann und mehr).

- Preußen verfügte über einen Staats(/Kriegsschatz). Die Eroberung Schlesiens brachte Geld, denn Schlesien war reich. Aber zwei drittel des Staatshaushaltes flossen ins Militär.

- Preußen verfügte zunächst über keine eigene Rüstungsindustrie, sondern lediglich über kleinere Manufakturen. Auch für Rüstungszwecke benötigte Rohstoffe (etwa Eisen, Blei oder Schwefel) wurden in Preußen nicht abgebaut. Daher war es von Importen abhängig.

- Preußen verfügte über keine Flotte.

- Der diplomatische Dienst war, schon aus finanziellen Gründen, nicht mit dem der anderen Großmächte vergleichbar.

- Das schlesische Abenteuer, ohne echte Legitimation, machte Preußen zu einem gesuchten Bündnispartner der Großmächte, stellte den König aber andererseits im Reich ins moralische Abseits.

- In Europa glaubte man, dass Preußen mit dem Tod Friedrich des Großen seinen Großmachtstatus verlieren würde. Hier liegt der Grund für die mächtepolitische Isolierung Preußens in den 1780er Jahren.

- Preußen konterte Geschickt mit der Gründung des Fürstenbundes.

- Der zweite Faktor für Preußens Aufstieg war seine geostrategische Lage (an der Flanke Polens)

- Preußen sah das russische Bündnis lange als essentiell an, zu dem es keine Alternative gab.

- Russland und auch Großbritannien blieben die potentiellen Verbündeten gegen Österreich, welches die Entscheidung in Bezug auf Schlesien revidieren wollte. Der preußisch-österreichische Dualismus wurde zu dem Strukturelement im Reich und auch auf internationaler Ebene eine Konstante.

Die Absteiger:

- Spanien s riesige Besitzungen in Übersee verdeckten den Abstieg dieser Großmacht lange Zeit. Öffentliche Meinung und tatsächlicher Niedergang klafften im Fall Spaniens besonders weit auseinander.

- Spaniens Haushaltsdefizit kann im Ancien Regime als chronisch bezeichnet werden.

- Seine Positionen in Übersee konnte Spanien nur dank seiner dynastischen Vernetzung mit Frankreich behaupten. Spanien flüchtete sich oft in eine ohnmächtige Neutralitätspolitik oder schwenkte auf den Kurs der bourbonischen Union ein. Spanien wurde zu einem Beiboot, welches im französischen Schlepptau befindet. Sein neues Feindbild Großbritannien bezog es daher aus Solidarität.

- Spaniens Engagement wurde durch seine überseeischen Interessen dominiert. Es war eine Status-quo- orientierte Politik.

- Spanien war in den Kolonien in die Defensive geraten. Besonders durch Großbritannien (aber auch Portugal in Brasilien).

- Die Tatsache, dass Spanien sich in Übersee im wesentlichen halten konnte war dem Faktum geschuldet, dass die Briten eine spanische Nachbarschaft der französischen Vorzogen.

- Besonders die Schwäche seiner Herrscher erklärt, warum Spanien trotz guter Rahmenbedingungen keine starke Außenpolitik betreiben konnte. Die spanischen Bourbonen waren alle keine brillanten Herrschergestalten.

- Schweden wurde vielleicht (These) nur deshalb zur Großmacht, weil seine Nachbarn schwach waren. In dem Moment, als die unmittelbaren Nachbarn an militärisch-politischer Potenz gewannen, verlor Schweden den Großmachtstatus.

- Die schwedische Großmachtära endete spätestens 1719/21. Es dauerte freilich, bis Schweden sich mit diesem Abstieg abfand.

- 1721 stand Schweden vor dem Staatsbankrott, der Verlust der transbaltischen Besitzungen hatte das Land schwer getroffen (die Kroneinkünfte wurden halbiert!).

- Schweden wurde nach 1720 von Russland außengesteuert, bis Gustav III. 1772 der monarchische Staatsstreich gelang.

- Niederlande hatten eine Bevölkerung von etwa 2 Millionen Menschen. Der Kommerz hatte die Großmachtstellung der Niederlande im 17. jahrhundert ermöglicht.

- Auch im 18.Jahrhundert waren die Niederlande eine bedeutende Wirtschaftsmacht, die jedoch einen politischen und wirtschaftlichen Abschwung erlebte. An der Expansion des Welthandels waren die Niederlande nicht mehr beteiligt, hier waren Frankreich und Großbritannien die Nutznießer.

- Wichtige Stützpunkte gingen an die Briten verloren. (Im wesentlichen blieb das Kolonialimperium allerdings erhalten).

- Die Niederländer flüchteten sich in die Neutralität seit der Mitte des 18.Jahrhunderts. Vorher waren sie mit England verbündet während der Herrschaft Ludwigs XIV. (Seemächte).

- Im 18. Jahrhundert hatten die Niederlande militärisch nur noch den Status einer Mittelmacht.

- Polen musste hinnehmen, dass die Hohenzoller Preußen der polnischen Lehenshoheit entwanden.

- Ab 1717 wurde Polen zu einem russischen Satelliten. Russische Truppen konnten ungehindert das Land durchqueren, die polnische Truppenstärke wurde begrenzt (auf 24.000 Mann).

Schwellenmächte:

- Das Osmanische Reich war einem Machtverfall ausgesetzt, was nicht zuletzt das osmanische Heer betraf.

- Bereits seit dem 17.Jahrhundert nahm die Schlagkraft des Heeres ab, was besonders wirtschaftliche Ursachen hatte, aber auch mit der mangelnden Qualität der Führungskräfte zusammenhing.

- Die Osmanen waren besonders bemüht dem russischen Ausgreifen nach Süden Richtung Schwarzes Meer zu verhindern.

- Savoyen s neue Rangerhöhung (Königskrone) wurde in Europa sofort anerkannt.

- Bedeutende geostrategische Lage, daher gesuchter Bündnispartner.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Das 18. Jahrhundert. Eine Zusammenfassung
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Veranstaltung
Mündlicher Teil der Magisterprüfung
Autor
Jahr
2008
Seiten
23
Katalognummer
V344847
ISBN (eBook)
9783668347755
ISBN (Buch)
9783668347762
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
18. Jahrhundert Überblick, Pentarchie, Spanischer Erbfolgekrieg, Diplomatische Revolution
Arbeit zitieren
Markus Schüßler (Autor), 2008, Das 18. Jahrhundert. Eine Zusammenfassung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344847

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das 18. Jahrhundert. Eine Zusammenfassung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden