Sportunterricht in Deutschland und den USA. Ein Vergleich der curricularen Programmatik


Examensarbeit, 2016

70 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen zum deutsch-amerikanischen Vergleich
2.1. Deutsch-amerikanische Vergleiche in historischer und aktueller Perspektive

3. Bedeutung des (Jugend-)Sports in den USA
3.1. Das deutsch-amerikanische Sportverständnis
3.2. Das Sportinteresse in den USA

4. Kinder- und Jugendsport im Vergleich
4.1. Außerschulischer Sport, Angebote und „Athletic Capitalism"
4.2. Schulsport - Interscholastic und Intramural Sports im Vergleich zum außerunterrichtlichen Sport in Deutschland

5. Bildungssysteme im Vergleich
5.1. Das amerikanische Bildungswesen
5.2. Das deutsche Schulsystem und der aktuelle Bildungsplan BW

6. Der Sportunterricht im Ländervergleich
6.1 Der amerikanische Sportunterricht: Physical Education
6.1.1. Shape of the Nations Report 2016 - aktuelle Ergebnisse des amerikanischen Sportunterricht
6.1.2. Die Content Standards for Physical Education - Die curriculare Programmatik im amerikanischen Sportunterricht
6.2. Der deutsche Sportunterricht - der Doppelauftrag des Sportunterrichts und die neue curriculare Programmatik

7. Vergleich der curricularen Programmatik - Versuchsbeschreibung

8.Sportcurricula der amerikanischen Staaten im Vergleich
8.1. Zielebene der amerikanischen Lehrpläne
8.2. Inhaltsebene der amerikanischen Lehrpläne
8.3. Zusammenfassung der amerikanischen Lehrpläne

9. Sportcurricula der deutschen Bundesländer im Vergleich
9.1. Zielebene der deutschen Lehrpläne
9.2. Inhaltsebene der deutschen Lehrpläne

10. Vergleich amerikanischer und deutscher Lehrpläne
10.1. Zielebene amerikanischer und deutscher Lehrpläne
10.2. Inhaltsebene amerikanischer und deutscher Lehrpläne
10.3. Fazit des Vergleichs

11. Diskussion

Tabellenverzeichnis

Abblidungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1. Einleitung

„Der Schulsport ist ein unverzichtbarer Bestandteil umfassender Bildung und Erziehung" (Kultusministerkonferenz, 2005): so heißt es in Absatz 1 der gemeinsamen Erklärung der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, des Präsidenten des DSB und des Vorsitzenden der Sportministerkonferenz aus dem Jahr 2005 und bezieht sich somit auf die zentrale Aufgabe des Schulsportes in Deutschland. Dieser bildet neben dem Vereinssport eine wichtige Säule zur sportlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und wird somit als wichtiger Übergang zum gesundheitsorientierten, breitensportlichen oder leistungsorientierten Sport angesehen. Kern des Schulsportes ist der Sportunterricht, der (in Deutschland) auf inhaltlicher und methodischer Ebene so aufgebaut werden soll, dass er alle teilnehmenden Schüler auf gleicher Weise fördert und erreicht sowie wichtige überfachliche Bildungs- und Erziehungsaufgaben wie z.B. Gesundheitsförderung, Werteerziehung und soziales Lernen vermittelt (Kultusministerkonferenz, 2005, S. 2). Über die Bedeutung, Entwicklung und Umsetzung des Schulsportes in Deutschland liegen schier endlose Arbeiten und Studien verschiedenster Autoren vor, womit erneut der Wert des Schulsportes in Deutschland verdeutlicht wird. Doch welche Bedeutung hat der Sportunterricht im bildungspolitischen Kontext eines Landes, in dem der Sport einen anderen gesellschaftlichen Stellenwert hat und wie wird dieser im Praxis umgesetzt? Die Rede ist hier von den Vereinigten Staaten von Amerika, einer Nation, die nicht nur als eine der erfolgreichsten Nationen im internationalen Vergleich gilt, sondern in deren Sprachgebrauch und gesellschaftlichen Wertschätzung Sport eine differenzierte Bedeutung erlangt hat und in deren historischen Entwicklung nicht zuletzt die „U.S.-Sports" Football, Basketball und Baseball einen eigenen Markt entstehen ließen, der heute ein enormes kommerzielles Interesse bedient.

Der Frage nach der Bedeutung und Umsetzung des Schulsportes der USA und einem Vergleich zum deutschen Bildungssystem soll in dieser wissenschaftlichen Arbeit auf den Grund gegangen werden, indem die Curricula ausgewählter deutscher Bundesländer sowie ausgewählter Bundesstaaten der USA auf der Ziel- und Inhaltsebene miteinander verglichen werden sollen. In einem ersten und theoretischen Grundlagenteil werden zunächst wichtige kulturelle Unterschiede in der Bedeutung der Sport- und Bildungssysteme beider Länder in einen Vergleich gezogen bevor genauer auf die maßgeblichen Unterschiede des Kinder- und

Jugendsportes und später des Schulsportes bzw. Sportunterrichts generell eingegangen werden soll. Als Grundlage dienen hier die Arbeiten von Brandl-Bredenbeck (1999), Brettschneider & Brandl-Bredenbeck (1997) sowie Hofmann (2012) die sich in interkulturellen Vergleichen und Berichten mit den unterschiedlichen Sportkulturen und dem jugendlichem Selbstkonzept beschäftigt haben und eine fruchtbare Grundlage für den bevorstehenden Vergleich ermöglichen. Eine solche grundlegende Analyse ist notwendig da Schule, Verein und Freizeit in diesem interkulturellen Vergleich eine zentrale Bedeutung für den Schulsport und Schulunterricht sowie dessen Umsetzung haben. Ein Einblick in den aktuellen Stand des amerikanischen Schulsportes durch den „Shape of the Nations Report 2016" soll diesen Teil abrunden. In einem zweiten, empirischen Teil sollen ausgewählte Lehrpläne deutscher Bundesländer sowie amerikanischer Bundesstaaten untereinander analysiert, auf eine gemeinsame Ziel- und Inhaltsebene gebracht werden und final miteinander vergleichbar gemacht werden. Die Analyse der Lehrpläne orientiert sich stark an der in Kapitel 3 der DSB-SPRINT Studie durchgeführten Vergleiche deutscher Lehrpläne und soll darüber hinaus den im Schuljahr 2016/17 gültig werdenden Bildungsplan 2016 aus Baden-Württemberg berücksichtigen. Grundlage für die Analyse der amerikanischen Curricula bildet die Analyse von Huber (2012) sowie die das Physical Education Framework des Bundesstaates Kalifornien (2009).

2. Grundlagen zum deutsch-amerikanischen Vergleich

Bevor der bereits beschriebene Vergleich angestrebt wird, muss jedoch ein grundlegendes Verständnis der Sportkultur, besonders bezüglich Jugendlicher geschaffen werden. Doch wieso lohnt sich ein solcher Vergleich und welche Nutzen können aus einer Analyse zweier unschädlicher Bildungs- und Sportsysteme gezogen werden? Um diese grundlegende Frage zu beantworten muss zunächst ein allgemeines Verständnis zum Kulturvergleich geschaffen werden, der in vielen wissenschaftlichen Disziplinen eine lange Tradition hat und auch in der Pädagogik bzw. Erziehungswissenschaft bereits Einzug gehalten hat. Pöggeler (zitiert nach Brandl-Bredenbeck, 1999, S.57) nennt als Zentrales Motiv des Kulturvergleiches innerhalb der Erziehungswissenschaft das Verständnis des Andersartigen und das Kennenlernen der Vor- und Nachteile des Eigenen. Durch einen solchen Vergleich wird ermöglicht, das eigene Erziehungssystem zu schätzen und Mängel zu erkennen sowie Wissen austauschbar und neue Erkenntnisse beurteilbar zu machen. Zwar dient die eigene Kultur richtigerweise in solch einem Vergleich oftmals als Grundlage, dennoch darf die Bewertung von Unterschieden nicht wertend vorgenommen werden, sondern sollte objektiv beobachtbar bleiben. Bestimmte Wertungen oder Stereotype sind in der Wertung und im Vergleich zwar zwangsläufig gegebene Kategorien und helfen so dem Menschen in Verbindung mit kognitiven Prozessen die Komplexität dieser Welt zu ordnen und zu verstehen. Wenn jedoch Stereotype negativ geladen werden, können rasch aus harmlosen Beobachtungen gefährliche Zuordnungen werden und so zu Vorurteilen und Fremdenhass führen. Erfahrungen und Wissen über das jeweils andere jedoch lassen Menschen besser verstehen und so sachgerechter Urteilen bzw. Toleranz zu üben (Brandl-Bredenbeck, 1999, S. 56).

Da in dieser Vergleichsarbeit deutsche und amerikanische Lehrpläne untersucht werden sollen ist die Bedeutung des gemeinsamen „westlichen Kulturkreis", der nach Huntington (zitiert durch Brandel-Bredenbeck, 1999 S. 75) durch Globalisierungsprozesse und eigene universelle Vorstellung einer globalen Kultur des Abendlandes entstanden ist, von besonderer Bedeutung. Huntingtons Einteilung in sieben große zeitgenössische Kulturkreise ist freilich nicht ohne Kritik zu beschreiben, da er immer wieder auf das mögliche Konfliktpotential zwischen den jeweiligen Kulturkreisen aufmerksam macht. Deutschland und die USA gelten demnach als angehörige des westlichen Kulturkreises und zeichnen sich durch zahlreiche Übereinstimmungen in den kulturellen Dimensionen aus und grenzen sich so von den anderen Kulturkreisen ab. Zu diesen Gemeinsamkeiten zählen unter anderem das klassische Erbe der griechischen Philosophie und des Christentums, Europäische Sprachen, die Trennung geistlicher und weltlicher Macht sowie Repräsentativorgane, welche sich zu Parteien der modernen Demokratie etablierten und der Individualismus mit individuellen Rechten und Freiheiten (Brandl-Bredenbeck, 1999, S. 76).

Versucht man den deutsch-amerikanischen Kulturvergleich auf das Feld des Sports und der Sportkultur zu übertragen und zu begründen, so gelten ähnliche Gründe einen Vergleich wie es bereits für einen pädagogischen Vergleich gemacht wurde. Neben den reflektierbaren Unterschieden und Gemeinsamkeiten im Bildungs- und Sportsystem und dem Vermeiden von Vorurteilen bzw. Stereotypen beider Länder lässt sich durch einen solchen Vergleich auch das als universal geltende Sportverständnis überprüfen und so verdeutlichen, ob Sport wirklich eine verbindende, friedensstiftende und globale Sprache ist. Darüber hinaus lassen sich durch einen solchen interkulturellen Vergleich des Sports vielfältige soziale Phänomene erläutern und erklären (Brettschneider & Brandl-Bredenbeck, 1997, S. 40).

2.1. Deutsch-amerikanische Vergleiche in historischer und aktueller Perspektive

Die Vereinigten Staaten von Amerika als Einwanderungsland wurden aus historischer Sicht von mehreren Einwanderungswellen, vor allem aus Europa, immer wieder neu besiedelt und somit wurden auch immer mehr neue Kulturgüter in den Alltag der damaligen Siedler bzw. etablierten Bürger gebracht. Andersherum prägen historische Prozesse und Entwicklungen des amerikanischen Sports bis heute die deutsche Sportkultur und etablierten sich nachhaltig in die Infrastruktur des Sports. Aktuell wird durch die immer vernetztere und globalisierte Welt eine „Amerikanisierung" zu einem Prozess, der immer wieder neue Trends, pluralisierte Lebensstile und Konsummuster in den Alltag der Menschen außerhalb der Vereinigten Staaten bringt und der besonders jugendliche in ihrer Entwicklung beeinflussen kann. Im Sport äußert sich dieser Prozess in einer Entwicklung hin zu individuellerer Ausführung des Sports und Ausübung neuer Trendsportarten sowie der Eventorientierung bzw. Ökonomisierung des Sports (Schildmacher, 1998).

Die deutschen Siedler, welche in einer zweiten Auswanderungswelle aus Europa im 18. Jahrhundert das amerikanische Festland erreichten, etablierten zu dieser Zeit die Anfänge der „Turnbewegung", welche sich in den 1850er Jahren bedingt durch weitere Wirtschaftsflüchtlinge aus Deutschland in Cincinnati vollends etablierte. Dadurch wurde das „deutsche Turnen" erstmals in Amerika bekannt, spielte für die Umsetzung im „physical- education-system" jedoch kaum eine Rolle. Neben der deutschen Turnbewegung wurden die traditionellen „englischen" Sportarten durch Siedler aus Großbritannien in die neue Welt gebracht und erlebten dort im Laufe der Zeit eine Anpassung bzw. Veränderung. Erste Gemeinsamkeiten deutscher und amerikanischer Sportkulturen wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts deutlich, als im Zuge der sog. „Hygiene Bewegung" erfolgreich große Spielplätze für Kinder und Jugendliche in den großen Städten der USA eingerichtet wurden, von denen auch deutsche Turnlehrer beeindruckt waren und sie in das deutsche Schulturnen einbeziehen wollten - leider weniger erfolgreich. Wesentlich Fortschrittlicher und

Nachhaltiger waren amerikanische Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen zur Sportwissenschaft und Medizin, die staatliche Förderung zum Errichten großzügiger Spielplätze und Sportanlagen sowie die Ausbildung der Leibeserzieher an den amerikanischen Universitäten. All diesen Neuerungen stand die konservative Einstellung der deutschen Turnerschaft gegenüber und bremste so die Entwicklung in deren Heimat östlich des Atlantiks. Diese Umsetzungen etablierten sich erst in der Zwischenkriegszeit um die 1920er Jahre mit einer verbesserten Ausbildung der Sportlehrer, der Neugründung von Turn- und Sportvereinen aber auch der Veränderung des Sportunterrichts mit der Einführung von Leichtathletik und Schwimmen. Der amerikanische Lebensstil galt schon in den späten 1920ern als Vorbild und äußerte sich neben Mode, Musik vor allem im Sport, was dazu beitrug, dass „amerikanische Spiele" wie Basketball und Volleyball aber auch neue Elemente der Gymnastik und des Tanzes ins Bewusstsein der Gesellschaft kamen. Die Infrastruktur der jugendlichen Sportkultur wie zum Beispiel Sportstättenbau, Jugendabteilungen, Freizeitanlagen und Etablierung des Sports an Hochschulen wurde somit in den 20er und 30er Jahren in Deutschland nachhaltig verändert, was nahezu komplett auf amerikanische Vorbilder zurück ging. Während der Diktatur Adolf Hitlers wurden amerikanische Einflüsse auf Sport und Kultur jedoch weitestgehend eingedämmt und verurteilt. Nach dem zweiten Weltkrieg und mit der Besatzung der amerikanischen Soldaten in Deutschland wurden nach dem zweiten Weltkrieg erstmals direkt Einflüsse der amerikanischen Sportkultur übernommen und veränderten so das deutsche Sportsystem erneut. Basketball und später Volleyball dürften, ausgehend von den deutschen Universitätsstädten bzw. kirchlichen Vereinigungen, die prägnantesten Beispiele sein wie sich der amerikanische Sport in Deutschland in den 1950er und 60er Jahren etablierte und später auch im Schulsport seine Berechtigung fand. Wie bereits vor dem zweiten Weltkrieg wurde der amerikanische Lebensstil durch die neuen Medien diesmal jedoch schneller und flächenhafter verbreitet und durch die in Deutschland lebenden Amerikaner direkt vorgelebt: so beispielsweise Trends wie der „Rock n' Roll-Tanz". Die deutsche Vereinslandschaft und die davon ausgehenden Jugendabteilungen wurden allerdings weniger vom „modernen" amerikanischen Lebensstil beeinflusst und so wurde nach wie vor dem Turnen und Schwimmen, der Leichtathletik und dem Fußball nachgegangen, obwohl sich vereinzelt natürlich Abteilungen für Basketball und Volleyball etablierten. Mit den politischen Änderungen der USA (Vietnam Krieg) und der Stärkung Deutschlands als Wirtschaftsnation aber auch Ausdifferenzierungen im Bildungs- und Hochschulsystem sowie der Sportwissenschaft endete Mitte der 60er Jahre der „Amerika-Boom" als Impulsgeber für die Gestaltung der deutschen Sportlandschaft und als Leitbild jugendlicher Lebensstilentwicklung. Erst mit dem Beginn der 1980er Jahren „schwappte" eine zweite Welle an Anregungen nach Europa, diesmal mit Sportbewegungen wie Body-Building, Aerobic oder Fitness. Sportlichkeit, Jugendlichkeit und körperliche Fitness sind heute in beiden Ländern zu dominierenden Wertvorstellungen geworden und sind längst nicht mehr ein Phänomen der Jugend. Globalisierungsprozesse und pluralisierende Lebensstile schlagen sich besonders im 21. Jahrhundert, ausgehend in den USA und medial verbreitet, auch auf die deutsche Sportkultur nieder und äußern sich in neuen Trendsportarten die typisch für die postmoderne mit einer Anpassung des Lebensstils und einer Ökonomisierung des Sports einhergehen (Brettschneider & Brandl-Bredenbeck, 1997, S. 40-48).

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die deutsche Sportlandschaft, Infrastruktur und gesellschaftliche Einstellung zum Sport nachhaltig von Impulsen aus den Vereinigten Staaten beeinflusst wurde, was sich nicht zuletzt auch in der Umsetzung des Sports im Unterricht bemerkbar macht. Sportarten wie Basketball und Volleyball waren und sind seither in nahezu jedem Bildungsplan vertreten und gehören zum etablierten Kanon der Spiele im Sportunterricht. Mit dem gesellschaftlichen Wandel, neuen Lebensformen und neuen Trendsportarten steht jedoch auch hier die Schule in der Verantwortung aktuelle Entwicklungsprozesse aufzugreifen und neue Bewegungsformen in den Sportunterricht zu integrieren und diese Ausbildung nicht den Medien und dem Sportsystem zu überlassen. Dies wird in aktuellen und neuen Bildungsplänen, wie die bewegungsfeldorientierten Pläne im Verlauf dieser Arbeit zeigen werden, deutlich (Schwier, 2004, S. 69).

3. Bedeutung des (Jugend-)Sports in den USA

Sport gilt als wichtiger Bestandteil der amerikanischen Kultur und prägt in unterschiedlichsten Formen den Alltag der amerikanischen Bürger. Um ein genaueres Verständnis der amerikanischen Sportkultur zu bekommen soll im folgenden ein Überblick über das Verständnis des Begriffs „Sport" und dessen Bedeutung für die amerikanische Gesellschaft geschaffen werden. Lediglich mit diesem Verständnis lassen sich später ein besserer Überblick sowie ein Vergleich über den Kinder- und Jugendsport bzw. den Schulsport gewährleisten.

3.1. Das deutsch-amerikanische Sportverständnis

Wie aus dem vergangenen Kapitel herausging, gibt es seither verschiedene Sportarten, Bewegungsformen und Trends, die sich historisch auch in nahezu allen Kulturen finden lassen bzw. übertragen und übernommen wurden. Heute lässt sich Sport aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und definieren, jedoch spielen immer wieder der Körper, welcher den Regeln der Physiologie unterliegt, als auch die sozialen Normen eine Rolle wie Sport verstanden und in den sozial-kulturellen Kontext gesetzt wird. So kann eine bestimmte Bewegung wie beispielsweise das „Laufen" auf verschiedenste Art und Weise Interpretiert werden: Als gesundheitsförderliche Maßnahme für Jedermann, als soziale Gemeinsamkeit und Hobby, das Menschen zusammenbringt, aber auch als leistungsorientierter 100m Sprint mit wissenschaftlich fundiertem Training und hohem medialen Interesse. Der sogenannte moderne Sport hat seinen Ursprung in England und dessen Charakterisierung hat bis heute noch teilweise eine gemeinsame Gültigkeit für das Verständnis von Sport in Europa aber auch den USA - wenn auch mit markanten Unterschieden in der Interpretation. Der moderne Sport wird durch Chancengleichheit im Wettbewerb, Leistungsorientierung bzw. - vergleich, dem Brechen von Rekorden und einer „abstrakten" Auseinandersetzung mit Bewegung charakterisiert. Darüber hinaus werden Sportarten im modernen Sport durch Regelwerke definiert und somit vergleichbar gemacht: So zum Beispiel Fußball, der nicht über die Betrachtung definiert wird, dass der Ball in das Tor gebracht werden muss, sondern durch die Regel, dass der Ball nur mit dem Fuß gespielt werden darf. Die Vorstellung, dass Sport immer etwas mit Bewegung zu tun hat kann allerdings nicht bestätigt werden, da auch Schach als Sportart gilt. Diese „sportification", also die Umwandlung von körperlicher und informelle Bewegung in den modernen, zivilisierten Sport unterliegt somit einer starken sozialen und gesellschaftlichen Konstruktion und spiegelt die Werte und Normen einer bestimmten Gesellschaft wieder (Gems & Pfister, 2009, S. 6; Brettschneider & Brandl- Bredenbeck, 1997, S. 128). Ein solcher Vergleich über das jeweilige Sportverständnis eines Landes und seiner gesellschaftlichen Bedeutung und der damit verbundenen Werte und Normen ist besonders wichtig, um einen Vergleich anzugehen, da sonst gewisse Gleichungen falsch interpretiert oder bestimmte Konstrukte unnötigerweise vergleichbar gemacht werden und bleibt gleichzeitig aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen ein dynamischer Prozess.

Das Sportverständnis in den USA und der Begriff „Sport" werden durch die unterschiedlichen sozialen und kulturellen Unterschiede jeweils anders definiert. Während in den USA mit „Sport" Leistung, Wettbewerb und das Brechen von Rekorden gemeint ist, wird in Europa und in Deutschland dem „Sport" ein weitaus breiteres Begriffsfeld nach dem Motto „Sport für alle" zugeordnet und beinhaltet sowohl den sportlichen und leistungsorientierten Wettbewerb als auch den gesundheitsorientierten Freizeitsport. Im Amerikanischen wird der „Sport für alle" hingegen mit „recreational activities", also den Freizeitaktivitäten, beschrieben (Gems & Pfister, 2009, S. 6). Diese Definition dürfte auch im späteren Vergleich der Lehrpläne eine Rolle spielen, da sich hier untersuchen lässt, welche Ziele der Schulsport in den jeweiligen Ländern hat und wie er im Unterricht umgesetzt werden kann. In den theoretischen Grundlagen dieser Arbeit jedoch soll mit dem Begriff Sport weiterhin die europäische Sicht erfasst werden und alle „recreational activities" mit einbeziehen.

Brettschneider und Brandl-Bredenbeck (1997) untersuchten in ihrer Gesamtanalyse zur Sportkultur und dem jugendlichen Selbstkonzept das subjektive Verständnis von Sport bei Jugendlichen in Deutschland und den USA. Mit Hilfe einer Assoziationsmethode wurden bei rund 6000 deutschen und 4600 amerikanischen Jugendlichen Begriffe zusammengetragen und kategorisiert mit denen die Befragten ihre individuelle Bedeutung von Sport in Verbindung bringen. Die Untersuchung ergab sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede im Sportverständnis und ist in Abbildung 1 zu finden. Deutsche Jugendliche assoziieren mit dem Begriff „Sport" zu gleichen Teilen Mannschaftssportarten, Individualsportarten und Freizeitsport wenn es um die Wahl der Sportaktivitäten geht und bestätigen hier die genannte „Sport für alle" Begrifflichkeit. Freizeitaktivitäten finden bei den amerikanischen Jugendlichen kaum eine Verbindung mit dem Begriff „Sport". Bei amerikanischen Jugendlichen dominieren die Mannschaftssportarten weit vor den anderen Begriffswahlen. Deutsche Jugendliche bringen darüber hinaus körperliche Anforderungen und Gesundheits- und Fitnesswerte in Verbindung mit dem Sportbegriff, während bei den amerikanischen der Begriff „Sieg" mit dem bereits erwähnten Leistungsverständnis von Sport assoziiert wird (Brettschneider & Brandl-Bredenbeck, 1997, S. 132-134). Gemeinsam haben jedoch alle Jugendlichen eines: Sie assoziieren Sport immer mit positiven Emotionen. In einer weiteren Faktorenanalyse verdeutlichen Brettschneider und Brandl-Bredenbeck die Ergebnisse und kommen zur Schlussfolgerung, dass sich das Sportverständnis der Jugendlichen beider Länder jedoch in zentralen Dimensionen voneinander unterscheidet: Zwar bedeutet für die Jugendlichen beider Länder Sport einheitlich Spaß zu haben, jedoch sind Leistungsgedanke und Leistungsvergleiche sowie die Bedeutung von Training und Gewinnen bei den amerikanischen Jugendlichen ausgeprägter als bei den gleichaltrigen Deutschen. Mögliche Interpretation mit diesen Gedanken ist die lebhafte Idee des „american dream" bei den amerikanischen Jugendlichen, bei dem durch harte Arbeit und Gewinnen ein sozio-ökonomischer Aufstieg durch den Sport ermöglicht werden kann. (Brettschneider & Brandl-Bredenbeck, 1997, S. 128-141). Es wird deutlich, dass der Begriff „Sport" in beiden Ländern, besonders bei Jugendlichen, zu unterschiedlichem Verständnis führt und somit auch eine differenzierte Vorstellung von Sport vorzufinden ist.

3.2. Das Sportinteresse in den USA

Die große Sportnation der USA ist nicht nur durch ihre Erfolge bei den Olympischen Spielen und den damit verbundenen 1. Platz im „ewigen Medaillenspiegel"

(https://de.wikipedia.org/wiki/Ewiger Medaillenspiegel der Olympischen Spiele Zugriff am 31.05.16 16:08 Uhr) bekannt, sondern auch durch die eigenen „American Sports" wie Football, Baseball und Basketball, die sowohl in den professionellen, als auch in den College Ligen für ausverkaufte Stadien bekannt sind.

Unabhängig vom bereits beschriebenen Verständnis von Sport und den in den USA geschätzten Werten Teamgeist, Fairness, Disziplin und Durchhaltevermögen, gilt der Sport in den USA als eine sehr beliebte Freizeit- und Unterhaltungsbeschäftigung - nicht nur bei Jugendlichen. Laut Digel (2005, S. 65) betätigen sich rund 85 % aller Amerikaner sportlich, wenn auch unregelmäßig, wohingegen 35% dieser regelmäßig sportlicher Aktivität nachgeht.

Die beliebteste sportliche Aktivität ist mit 51 % der Fitnesssport, gefolgt von den Mannschaftssportarten mit 25 % und dem Outdoor Sport (Wandern, Joggen etc.). Abbildung 2 verdeutlicht dies genauer. Es wird bei dieser Aufzählung deutlich, dass der Mannschaftssport in den USA außerhalb des Schul- und Hochschulsystems sowie in den professionellen Sportligen weniger stark vertreten bzw. organisiert ist und folglich weniger genutzt bzw. nachgefragt wird. Darüber hinaus lässt sich mit insgesamt rund 75 % der sportlichen Aktivitäten die große Bedeutung des Individualsports (Fitnesssport, Outdoor- Sport etc.) für einen gesunden Lebensstil sowie eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in Verbindung bringen. Digel (2005, S. 67) nennt hier die Sportarten Schwimmen, Walking und Radfahren, welche die drei beliebtesten Sportarten der Amerikaner darstellen und alle drei als „recreational" beschrieben werden.

Neben dem aktiven Sporttreiben erfreut sich das passive verfolgen von Sportveranstaltungen in den USA großer Beliebtheit und hoher medialer Aufmerksamkeit. Alle Ebenen des Leistungssports, egal ob High-School Tennis oder Super-Bowl Finale werden dementsprechend in Szene gesetzt und zu einem Event gemacht. Die Athleten selbst werden bewundert und verkörpern die bereits erwähnten und in der Gesellschaft anerkannten Werte wie Leistung, Disziplin und Ehrgeiz und damit die Erfüllung des „american dream". Als beliebteste Mannschaftssportarten werden die vier „Major Team Sports" Football, Baseball, Basketball und Eishockey genannt und werden in dieser Reihenfolge bei der Beliebtheit der Bürger eingeschätzt. Mit einem Zuschauerschnitt von rund 67.000 Zuschauern pro Spiel und insgesamt rund 34 Mio. Zuschauern in ausgefüllten Stadien ist die National Football League auch wirtschaftlich eine der begehrtesten Sportligen der Welt. Weniger häufig pro Spiel, doch aufgrund der hohen Spielanzahl insgesamt nachgefragter ist die Major League Baseball mit insgesamt rund 140 Mio Zuschauern bei ca. 162 Saisonspielen pro Team (http://www.spiegel.de/sport/sonst/us-sportligen-die-vierklassengesellschaft-a-727055.html - Zugriff am 1.06.16 - 13:34 Uhr). Alle Major Sports werden darüber hinaus in verschiedenen öffentlichen und privaten Fernsehsendern übertragen, was die Anzahl der Zuschauer vor dem Fernsehgerät wohl nochmal enorm steigert und die Bedeutung des passiven Sporttreiben nochmals erhöht. Die Alltagskultur ist im Interesse demnach stark auf die typisch amerikanischen Sportarten und in der Partizipation auf den individuellen Freizeitsport gerichtet. Olympische Sportarten wie Leichtathletik, Schwimmen, und Turnen geraten daher immer weiter in Vergessenheit bzw. bekommen lange nicht so viel

Aufmerksamkeit wie sie verdient hätten. In Deutschland kann hier eine Parallele gezogen werden, wo der Fußball die unangefochtene Nummer 1 im Sport, in der ökonomischen Polarisierung, in der medialen Berichterstattung und in der Wahrnehmung der Bevölkerung ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Sportinteresse und die Partizipation der amerikanischen Bevölkerung sehr hoch sind. Allerdings werden in der Ausübung der Sportarten deutlich mehr Individualsportarten als Freizeitaktivitäten ausgeführt, während die großen mannschaftssportarten das mediale Interesse bedienen.

Für den amerikanischen Schulsport mit seinen außerschulischen Sportaktivitäten kann dies bedeuten, dass möglicherweise nur Kompetenzen vermittelt werden, die zur Förderung der Gesundheitserhaltung oder Ausführung von Individualsportarten vermittelt werden. Dieser Hypothese soll im praktischen Teil und nach Auswertung weiter auf den Grund gegangen werden.

4. Kinder- und Jugendsport im Vergleich

Die Grundlage eines jeden erfolgreichen Sportsystems aber vor allem der Erziehung durch und zum Sport unterliegt neben dem Schulsport dem organisierten Kinder- und Jugendsport. In Deutschland hat die Schule den Bildungsauftrag Schüler auf die Welt nach der Schule vorzubereiten und durch den Schulsport Werte und Normen, aber auch individuelle soziale Eigenschaften zu lehren. Dieser kann, bedient man sich einem interkulturellen Vergleich, in unterschiedlichen Bereichen durchgeführt werden: Während in Deutschland die Körperbildung und Sportsozialisation entweder im Sportunterricht oder in den Vereinen durchgeführt wird, bieten die USA weitaus vielfältigere Institutionen um Kindern und Jugendlichen sportliche Bewegung aber auch Wettkämpfe zu ermöglichen.

Wie bereits erwähnt ist der Sport ein wichtiger Teil der amerikanischen Kultur und hat großen Einfluss auf die amerikanische Gesellschaft und damit besonders auf die Kinder- und Jugendlichen. Trotz der großen Bedeutung gibt es in den USA keinen einheitlich organisierten Kinder- und Jugendsport, wie man es aus deutschen Beispiel der Sportvereine kennt. Anstelle einer einheitlichen Institution (die Vereine) gibt es in den USA mehrere private Anbieter und Sportorganisationen, die bestimmte Sportarten anbieten und Wettkämpfe in Sportarten organisieren, um Kinder und Jugendliche so vor allem auf den schulischen Wettkampfsport vorzubereiten. Prinzipiell lassen sich jedoch nur zwei unterschiedliche „Schienen" in der Organisation des Sports erkennen: Zum einen den Leistungssport, welcher entweder durch private Anbieter durchgeführt wird oder aber als „interscholastic" Sport (Wettkampfsport) in den Schulen angeboten und genutzt wird und zum anderen den gesundheitsorientierten Sport, der aktuell immer beliebter wird. Wie auch in Deutschland ist der Vielfalt der Angebote in amerikanischen Vereinen vor allem die die Beliebtheit der „Major Sports" keine Grenzen gesetzt, wobei in Deutschland die Sportvereine mit dem Angebot des Fußballs wohl dominierend sein dürften (Goodway, 2012, S. 27).

4.1. Außerschulischer Sport, Angebote und „Athletic Capitalism"

In Deutschland ist der Kinder- und Jugendsport in den rund 90.800 Vereinen organisiert und mit der Schulpflicht und einheitlichen Lehr- bzw. Bildungsplänen besteht in der gesamten Bundesrepublik Teilnahmepflicht am Schulsport. Bei den 7-14 jährigen sind rund 83 % der Jungen und 63 % der Mädchen Mitglied in einem Sportverein, währenddessen bei den 15-18 jährigen nur noch rund 69 % der Jungen und rund 50% der Mädchen Mitglied in einem Sportverein sind. Rund 70 % der Sportvereine in Deutschland haben eine intakte Jugendarbeit und insgesamt melden die Sportvereine unter ihren Mitgliedern rund 83 % Kinder- und Jugendliche als Mitglieder was die enorme Wichtigkeit des Vereins untermauert (Schmidt, et al., 2015, S. 104-108).

In den USA ist der außerschulische Sport in unterschiedlichen Organisationen, Clubs und Programmen organisiert, an denen rund 87 % der unter 18-jährigen, also 40 Mio. Jugendliche, teilnehmen. Coakley (2007, zitiert nach Hawkins, 2012) teilt die Angebote des Jugendsportes in vier Hauptkategorien ein:

1. Public, Tax-Supported Community Recreation Organization: In dieser Kategorie finden sich kostengünstige oder kostenlose Angebote vor Ort in denen es eine generelle Teilnahme am Sport und um die Entwicklung motorischer Fähigkeiten. Finanziert werden diese Programme aus Steuergeldern. Wettbewerb und Perfektion/Ergebnis sind weniger wichtig als die Bewegung und die Sporterfahrung selbst. Diese Angebote sind für sozial schwache Gruppen bestimmt bzw. gelten als Einrichtungen zum Freizeitsport. 1995 hatten diese Programme mit 45% den größten Anteil an Jugendlichen.
2. Public, Non-Profit, Community Organziations: Im Gegensatz zu den Tax-Supported Programs werden diese Programme von Non-Profit Organisationen geführt, haben aber ähnliche Absichten wie erstere und sollen ganzheitliche und christliche Werte vermitteln. Bekannteste Organisationen sind die YMCA oder YWCO.
3. Private, Non-Profit Sport Organizations: sind gebührenpflichtige Sportprogramme und sind sehr viel stärker an Wettbewerben und am sportlichen Ergebnis orientiert. Sie dienen zur athletischen Grundausbildung in einer Sportart und zur kommerziellen Nutzug des „Athleti Capitals. Ei gutes ud Beispiel ist die „Little League, einer Baseballliga für Kinder, eine internationale Serie von Wettbewerben die sowohl in den USA, als auch in Asien starkes mediales Interesse erfährt. Der Zugang zu solchen Programmen ist sehr kostspielig und daher nur ökonomisch starken Haushalten vorbehalten.
4. Private Commercial Clubs: Hierbei handelt es sich um private Sportakademien in denen gegen hohe Gebühr die athletischen Grundfähigkeiten nahegebracht werden. Auch diese Einrichtungen sind sehr teuer und daher nur für ein erlesenes Publikum erschwinglich.

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Details

Titel
Sportunterricht in Deutschland und den USA. Ein Vergleich der curricularen Programmatik
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für Sport und Sportwissenschaften)
Note
2,5
Autor
Jahr
2016
Seiten
70
Katalognummer
V344855
ISBN (eBook)
9783668346444
ISBN (Buch)
9783668346451
Dateigröße
2145 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sportunterricht, deutschland, vergleich, programmatik
Arbeit zitieren
Gregor Hartmann (Autor), 2016, Sportunterricht in Deutschland und den USA. Ein Vergleich der curricularen Programmatik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344855

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