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Satirefreiheit im Lichte des Art. 5 GG. Verfassungsrechtliche Grundlagen

Title: Satirefreiheit im Lichte des Art. 5 GG. Verfassungsrechtliche Grundlagen

Term Paper , 2016 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Carolin Geyer (Author)

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Nicht lange ist es her, dass Jan Böhmermann mit dem Gedicht mit dem Titel „Schmähkritik“ über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, dass er in seiner satirischen Late-Night-Show „Neo Magazin Royale“ vortrug, Schlagzeilen machte. Er trat eine deutschlandweit geführte Diskussion darüber los, was Satire darf und wo ihre Grenzen, auch in strafrechtlicher Hinsicht sind. Er selbst gibt an, sich nicht bewusst gewesen zu sein, welche Wirkung sein Beitrag entfalten würde. Insbesondere in den sozialen Medien wurden Teile seines Beitrages ungeachtet des Gesamtzusammenhangs dargestellt und lösten so teils heftige Reaktionen aus, die bis zu einer Reduzierung Böhmermanns als Rassist und türkenfeindlich reichten.

Im künstlerischen Bereich, insbesondere im Theater- und Kabarettbereich bleibt diese Frage, was Satire darf und wo ihre Grenzen liegen, stetiger Begleiter der Künstler persönlich, der Intendanten und des Künstlermanagements.

Um die ordentliche Betreuung des Künstlers im Umgang mit den Medien sicherzustellen und ihn im Rahmen des Managements ausreichend schützen zu können, ist die Kenntnis der rechtlichen Einordnung seiner Äußerungen mindestens genauso wichtig, wie die Abschätzung von deren gesellschaftspolitischen Auswirkungen.

Diese Arbeit soll aufzeigen, wo der Freiraum von Satire aufhört, beziehungsweise (bzw.) wo ihre Grenzen beginnen und welche Kriterien zur Einordnung heranzuziehen sind.

Vorrangiges Ziel ist es, sich als Verfasser mit dem Thema auseinanderzusetzen, um eine theoretische Grundlage mit ins Berufsleben nehmen zu können. Denn es liegt nahe, dass im späteren Arbeitsumfeld eines Kulturmanagers, Satirefreiheit ein Teil des Aufgabenbereichs einnehmen kann. Im Folgenden wird auf die Kunst- und Satirefreiheit im Lichte des Art. (Artikel) 5 GG (Grundgesetz) näher eingegangen sowie der allgemein theoretische Bezugsrahmen skizziert. In diesem Zusammenhang werden wesentliche Begriffe einleitend erläutert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wesen und Formen der Satire

3. Verfassungsrechtliche Grundlagen der Satirefreiheit

3.1 Schutzbereichsdefinition

3.2 Rechtliche Grenzen der Satire

3.3 Güter- und Interessenabwägung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der verfassungsrechtlichen Einordnung der Satirefreiheit im Kontext des Art. 5 GG auseinander. Ziel ist es, eine theoretische Grundlage für Kulturmanager zu schaffen, um die Grenzen zwischen satirischer Freiheit und den Rechten Dritter, insbesondere dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht, fundiert einschätzen zu können.

  • Historische und definitorische Einordnung des Satirebegriffs
  • Verfassungsrechtlicher Schutz durch Meinungs- und Kunstfreiheit
  • Kriterien für die rechtliche Zulässigkeit satirischer Darstellungen
  • Konfliktlösung bei Interessenabwägungen (Trenn- und Abwägungsmethodik)
  • Abgrenzung zwischen zulässiger Satire und strafbarer Schmähkritik

Auszug aus dem Buch

3.3 Güter- und Interessenabwägung

Ob sich Satire letztlich innerhalb des rechtlich zulässigen bewegt, lässt sich demgemäß nur im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung durch die Abwägung der jeweils betroffenen Rechtsgüter und Interessen zu beurteilen. In dieser Abwägung ist zu prüfen, ob der Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts dem Freiheitsanspruch der Satire als Kunstform oder Meinungsäußerung vorrangig ist und deshalb eine Beschränkung der Satire rechtfertigt (vgl. Brauneck 2000, ZUM 2000, S. 142).

Die Rechtsprechung hat über die Jahre hinweg für die Güterabwägung im satirischen Kommunikationskontext die sogenannte Trennmethode entwickelt. Hiernach sind sowohl die Kernaussage der Satire wie auch deren Erscheinungsbild (Einkleidung) jeweils einzeln daraufhin zu überprüfen, ob sie die Würde des Betroffenen bzw. dessen Persönlichkeitsrecht verletzen (vgl. Beschluss des BVerfG vom 03.06.1987, AFP 1987, S. 677f.). Dabei darf jedoch der verfassungsrechtliche Schutz der Satire nicht dadurch ins Leere laufen, dass sie wörtlich genommen wird. Vielmehr ist ihr gerade eigen, dass die satirische Äußerung auch dort straffrei bleibt und in der Abwägung bestehen kann, wo sie in einem nicht satirischen Kontext bereits erheblich persönlichkeitsverletzend wäre. (vgl. Brauneck 2000, ZUM 2000, S. 142). Umgekehrt sind auf der Seite der Persönlichkeitsverletzung die Schwere des Eingriffs und die Intensität der Verbreitung in die Waagschale zu werfen. Für die Beurteilung der Schwere des Eingriffs spielt es unter anderem eine Rolle, ob in die Intimsphäre, die Privatsphäre oder die Individualsphäre des Betroffenen eingegriffen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas anhand des Falles Böhmermann und begründet die Notwendigkeit rechtlicher Kenntnisse für Kulturmanager.

2. Wesen und Formen der Satire: Dieses Kapitel definiert Satire als indirekte Kritikform und arbeitet deren wesentliche Merkmale wie Spott, Übertreibung und Verfremdung heraus.

3. Verfassungsrechtliche Grundlagen der Satirefreiheit: Der Abschnitt erläutert den Schutz der Satire als Meinungs- sowie Kunstform unter Art. 5 GG und analysiert die verfassungsrechtlichen Grenzen.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Zulässigkeit von Satire stets eine Einzelfallabwägung erfordert, bei der die Kernaussage und die Einkleidung gleichermaßen zu berücksichtigen sind.

Schlüsselwörter

Satirefreiheit, Art. 5 GG, Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit, Persönlichkeitsrecht, Güterabwägung, Schmähkritik, Trennmethode, Rechtsgrundlagen, Kulturmanagement, Grundgesetz, Indirekte Kritik, Verfassungsrecht, Rechtsprechung, Einzelfallbetrachtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem verfassungsrechtlichen Rahmen der Satire in Deutschland und untersucht, wie die Freiheit zur satirischen Äußerung gegenüber dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht abgewogen wird.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die Definition von Satire, ihre Verankerung im Grundgesetz (Art. 5 GG) sowie die rechtlichen Schranken durch das Zivil- und Strafrecht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erarbeitung einer theoretischen Grundlage zur rechtlichen Einordnung satirischer Beiträge, insbesondere für die berufliche Praxis im Kulturbereich.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine juristisch-theoretische Analyse, die auf einer Auswertung von Gesetzen, Kommentaren und einschlägiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Schutzbereiche der Meinungs- und Kunstfreiheit, definiert die rechtlichen Grenzen der Satire und erläutert die Methodik zur Güter- und Interessenabwägung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Satirefreiheit, Verfassungsrecht, Güterabwägung, Schmähkritik und Persönlichkeitsrecht.

Was besagt die sogenannte „Trennmethode“ bei der Güterabwägung?

Die Trennmethode besagt, dass Kernaussage und äußeres Erscheinungsbild einer Satire getrennt voneinander darauf geprüft werden müssen, ob sie die Menschenwürde oder das Persönlichkeitsrecht verletzen.

Wann ist eine Satire als „Schmähkritik“ einzustufen?

Eine Schmähkritik liegt vor, wenn nicht mehr die sachliche Auseinandersetzung im Vordergrund steht, sondern die reine Diffamierung einer Person, die den Betroffenen herabsetzen und an den Pranger stellen soll.

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Details

Title
Satirefreiheit im Lichte des Art. 5 GG. Verfassungsrechtliche Grundlagen
College
University of Applied Sciences Saarbrücken
Grade
1,0
Author
Carolin Geyer (Author)
Publication Year
2016
Pages
13
Catalog Number
V344898
ISBN (eBook)
9783668345195
ISBN (Book)
9783668345201
Language
German
Tags
Art. 5 GG Schutzbereichsdefinition Rechtliche Grenzen der Satire Güter- und Interessenabwägung Schmähkritik Jan Böhmermann Satirefreiheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Geyer (Author), 2016, Satirefreiheit im Lichte des Art. 5 GG. Verfassungsrechtliche Grundlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344898
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