Potenziale von Smart-Containern


Hausarbeit, 2016

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Grundlagen der Logistik und des Containerverkehr
1.1 Definition der Logistik
1.2 Definition von Supply Chain Management
1.3 Definition der Lieferkette
1.4 Was ist ein Container?
1.5 Geschichte von Containern und deren Einfluss auf die Logistik
1.6 Vorteile von Containern

2. Herausforderungen heutiger logistischer Prozesse im Zusammenhang mit Containern
2.1 Sicherheit des Containers und der Ladung
2.2 Mangelnde Effizienz in der Supply Chain
2.3 Terroristische Bedrohung

3. Smartcontainer als mögliche Lösung der Herausforderungen in der Lieferkette
3.1 Überblick über die Funktionen von Smartcontainern
3.1.1 Sensor- und GPS-Modul
3.1.2 Kommunikationsmodul

4. Marktpotenzial für Smartcontainer
4.1 Seecontainer
4.2 Luftfrachtcontainer
4.3 Lastwagen
4.4 Güterwagen
4.5 Spezialtransporte

5. Fazit, Ausblick und Vision

Literaturverzeichnis

Einleitung

Im Rahmen einer fortgeschrittenen Globalisierung werden hohe Anforderungen an das Management und die Technologien von Unternehmen aus der Logistikbranche gestellt. Zu derartigen Anforderungen gehört zum einen der Themenbereich Sicherheit, der durch Kriminalität seit jeher von Bedeutung war, jedoch durch Terroranschläge der letzten Jahre und damit einhergehende gesetzgeberische Aspekte eine neue Dimension erlangt hat. Zum anderen werden hohe Anforderungen an die Prozesse der internationalen Logistik gestellt, in denen Effektivität und Effizienz angestrebt werden. Smartcontainer könnten eine Lösung dieses Interessenkonflikts darstellen. Sie können einen wichtigen Beitrag leisten zu einem umfassenden und zuverlässigen Sicherheitssystem und darüber hinaus konkrete Geschäftsvorteile mit sich bringen. Weiter gibt diese Arbeit einen Überblick über die aktuell bereits eingesetzten Technologien sowie wirtschaftliche und technologische Zukunftsvisionen.

Im Vordergrund stehen folgende Fragen:

- Welche Smartcontainertechnologie ist für welche Logistik-Branche sinnvoll?
- Welche Vorteile ergeben sich durch den Einsatz von Smartcontainern?
- Welche Auswirkungen haben Smartcontainer auf die Logistik?
- Welche technologischen und wirtschaftlichen Potenziale ergeben sich zukünftig in der Smartcontainerbranche?

1. Grundlagen der Logistik und des Containerverkehr

1.1 Definition der Logistik

In der Literatur gibt es verschiedene Definitionen. Die traditionelle Definition besteht laut Bundesvereinigung Logistik (2006) in der Seven-Rights-Definition: „Logistik heißt, die Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden, zu den richtigen Kosten zu sichern“.

1.2 Definition von Supply Chain Management

Die Begriffe Supply Chain Management umfasst laut Koether (2011, S. 88) das Management des Warenverkehrs und des Informationsflusses zwischen Unternehmen und seinen Zulieferern und Kunden zur Erreichung strategischer Vorteile.

1.3 Definition der Lieferkette

Der Begriff der Lieferkette wird nach Bogatu (2008, S. 19) als die Sequenz von Zulieferern, Produktionsstätten, Verteilungszentren und Kunden, die miteinander über Material- und Informationsfluss verbunden sind, definiert.

1.4 Was ist ein Container?

Container sind Großraumbehälter welche als Ladehilfsmittel der Logistik fungieren. Je nach Aufgabenbereiche ist die Beschaffenheit durch internationale Normungs-Organistionen, wie Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) oder International Civil Aviation Organisation (ICAO) festgelegt.

1.5 Geschichte von Containern und deren Einfluss auf die Logistik

Die Globalisierung verdankt ihr Dasein und ihr Ausmaß zu einem Großteil dem Bestehen des Containers. Erfunden wurde der Container in den 1950er Jahren von Malcolm McLean, der als Erster auf die Idee kam, Ladung nicht, wie bisher üblich, einzeln von Lastwagen auf Schiffe zu verladen, sondern in einem Container direkt vom Lastwagen auf ein Schiff zu laden. Das erste Containerschiff legte am 26. April 1956, mit 58 Aluminium-Containern beladen vom US-amerikanischen Newark, New Jersey ab (Poston 2016).

Anfang der 1950er Jahre dauerte es im Durchschnitt eine Woche, bis ein Schiff entladen war, da es bis zu 200.000 verschiedene Artikel führen, die jeweils einzeln, und damit zeitund kostenintensiv, von Arbeitern an Land getragen werden mussten. Dies hatte zur Folge, dass es sich oftmals nicht lohnte, Waren über weite Distanzen zu verschicken. Mit dem Einsatz der Container änderte sich dies schlagartig (Levinson 2006).

Auch auf Häfen und ganze Hafenstädte hatte der Container massiven Einfluss. Container stellten die Grundlage für automatisierte Transportprozesse an Häfen dar (Baumgarten 1972). Traditionelle Häfen wie London oder New York, die sich nicht darauf einstellten, verloren an Bedeutung. Hier kämpften die Hafenmitarbeiter um ihre Arbeitsplätze und verzögerten auf diese Weise ein Ausstatten der Häfen mit modernen Containerkränen. Neue Häfen hatten mit solchen Problemen nicht zu kämpfen. Auf diese Weise bekamen damals noch unbekannte Häfen wie Felixstowe oder New Jersey in kurzer Zeit größere weltweite Bedeutung als ihre jeweiligen Gegenspieler London oder New York (Bogatu 2006, S. 57).

Die Auswirkungen von Containern auf die Weltwirtschaft waren und sind immer noch immens. Hersteller können Standorte wählen, die nicht mehr unbedingt in Hafen- oder Kundennähe liegen. Sie können sogar ganze Fertigungsprozesse ins Ausland verlegen, und damit Kostenvorteile erzielen. Der Container hat also sehr stark zur Ausweitung der Lieferketten beigetragen.

1.6 Vorteile von Containern

Die Einführung von Containern brachte neben den erheblichen Effizienz- und Effektivitätsgewinnen auch ein zunehmendes Maß an Sicherheit mit sich. Der Container wird oftmals bereits in der Fabrik vollständig beladen und kann so als eine geschlossene Einheit über den gesamten Transportweg (Intermodalität) bis zu seinem Bestimmungsort bewegt werden. Dabei ist die Ware theoretisch permanent stoß- und wetterfest verpackt. Der Be- und Umladungsprozess von Verkehrsträgern wie Schiffen, Bahnen und LKWs ist mit dem Abladen des Containers erledigt. Dadurch reduzieren sich in großem Ausmaß Handlingkosten sowie Be- und Entladungszeiten der Schiffe. So sanken die Kosten zur Beladung von Schiffen um über 97 Prozent. Darüber hinaus wurden Diebstähle stark reduziert (Bogatu 2006, S. 57-58).

2. Herausforderungen heutiger logistischer Prozesse im Zusammenhang mit Containern

Die Containerlogistik steht drei großen Herausforderungen gegenüber. Zum einen ist dabei die Sicherheit des Containers und der transportierten Waren zu nennen. Zum anderen spielt die Effizienz und Effektivität des Transportes eine wesentliche Rolle. Hinzu kommt seit den Anschlägen des 11. September 2001 noch das Thema Terrorismus.

2.1 Sicherheit des Containers und der Ladung

Die Sicherheit von Ladung und Transportmitteln spielt eine immer bedeutenderer Rolle innerhalb der Logistik. Um maximale Sicherheit zu erreichen, können Maßnahmen erstellt und umgesetzt werden, welche sowohl erwartete als auch nicht erwartete Gefahren abwehren soll. Dabei können Beeinträchtigungen durch Gefahren nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Das Volpe Center des amerikanischen Transportministeriums bezeichnet den Diebstahl von Gütern zusammen mit Schmuggel als das größte Problem der internationalen Transportkette. Das International Maritime Bureau geht von 50 Milliarden US-Dollar an weltweitem Schaden durch Diebstahl in der Supply Chain aus (Souza 2005). Durch die in Kapitel 1.5 beschriebene Einführung des Containers als Transportmedium wurde zunächst die Diebstahlquote drastisch gesenkt. In der Zeit vor dem Container wurden zumeist einzelne Waren durch Mitarbeiter gestohlen. Dies wurde durch den Container weitgehend unterbunden. Nach einer kurzen Zeit mit niedriger Diebstahlquote wurde es nun üblich ganze Containerladungen auf einmal zu stehlen (Campbell 1991). Nichtsdestotrotz, selbst der Diebstahl von nur kleinen Mengen für den Eigenbedarf stellt Logistiker und Versender vor große Probleme, wenn es sich um sehr sensitive Waren handelt.

Ein weiteres aktuelles Thema ist die Piraterie, die ein ernstzunehmendes Problem in einigen Regionen der Welt darstellt. Mit knapp 80 Attacken auf Containerschiffe im Jahr 2015 liegt Indonesien dabei an der Spitze. Verglichen mit den weltweiten Schiffsbewegungen sind diese Zahlen zwar relativ klein, allerdings liegt die Dunkelziffer weit über diesen knapp 80 Vorfällen. Weitere Probleme bei der Sicherheit des Containers und der Ladung sind laut Bogatu (2006, S. 89-92):

- Verlust von Containern, z.B.: durch Überbordgehen von Containern (ca. 2000 Container jährlich)
- Beschädigung von Containern und Ladung, z.B.: durch Unfälle
- Schmuggel und Produktpiraterie Potenziale von Smartcontainern

2.2 Mangelnde Effizienz in der Supply Chain

Seit jeher sind Manager in Unternehmen bemüht, die Effizienz und Effektivität in der Supply Chain zu erhöhen. Mit der Einführung der Container kam es zu einem enormen Schub an Effizienz und Effektivität gegenüber den Beförderungsmöglichkeiten ohne die Nutzung von Containern. Schnell wurde jedoch der Punkt erreicht, wo die Zunahme des globalen Transportaufkommens dazu führte, dass die Komplexität und damit die Fehleranfälligkeit des Systems wuchsen. Dadurch bestehen heute große Potenziale zur Erhöhung der Effizienz und Effektivität in der Supply Chain.

Die Effizienz und Effektivität in der Lieferkette kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Nicht alle Faktoren lassen sich dabei von den Akteuren beeinflussen. Dadurch wird Visibility in der Supply Chain als zentrales Thema und Grundlage für das Management von Logistik-Netzwerken angesehen (Dittmann 2006, S. 22).

Visibility ist dabei definiert als Sichtbarkeit von Ladungsträgern und Wirtschaftsgütern, also zum Beispiel Container, Wechselbrücken und Güterwagen. Darüber hinaus schließt der Begriff der Visibility ebenfalls die Kenntnis aller wichtigen Orts- und Statusdaten bezüglich der transportierten Ware mit ein (Dittmann 2006, S. 23). Visibility ermöglicht es dem Logistikmanager, zu jeder Zeit zu wissen, wo sich seine Waren befinden. Damit wird nicht nur ein besseres Management ermöglicht, sondern es können erhebliche Kosten gespart werden. Wenn Logistiker zum Beispiel mit rechtzeitigem Vorlauf in Kenntnis gesetzt werden, dass eine Lieferung nicht pünktlich ankommen wird, ermöglicht dieses Wissen, dass flexibel reagiert werden kann. Noch existiert jedoch keine ausreichende Visibility in der Supply Chain.

Weitere Probleme die eine mangelnde Effizienz in der Supply Chain auslösen kann, sind laut Bogatu (2006, S. 101-107):

- Überlastung von Containerhäfen
- Verderblichkeit von Waren

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Potenziale von Smart-Containern
Hochschule
Hochschule Bremerhaven
Veranstaltung
Strategic Logistic Management
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V344910
ISBN (eBook)
9783668346000
ISBN (Buch)
9783668346017
Dateigröße
1028 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Smartcontainer, Potenziale von Smartcontainern
Arbeit zitieren
Matthias Siebenhüner (Autor), 2016, Potenziale von Smart-Containern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/344910

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Potenziale von Smart-Containern



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden