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Die Ehre als Auslöser der Tragödie in Federico García Lorcas "Yerma"

Titel: Die Ehre als Auslöser der Tragödie in Federico García Lorcas "Yerma"

Seminararbeit , 2016 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Miriam Knop (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Yerma" von Federico García Lorca ist vor allem ein Stück über die unerfüllte Mutterschaft der gleichnamigen Hautperson, welche auch nach Jahren der Ehe kinderlos bleibt. Jegliche Bestrebungen schwanger zu werden scheitern und so gipfelt die Tragödie schließlich in einer Katastrophe, als Yerma ihren Ehemann Juan eigenhändig tötet. Dass der unerfüllte Kinderwunsch allein nicht tragisch sein kann liegt auf der Hand, vielmehr liegt es nahe, dass die Tragödie erst durch hinzutretende Faktoren ausgelöst wird. Denn Yerma ist neben dem zentralen Thema der (unerfüllten) Mutterschaft, vor allem ein Drama der andalusischen Provinz, in welcher Traditionen das Zusammenleben der Menschen bestimmen.
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, Federico García Lorcas Werk in Hinblick auf den Ehrbegriff zu untersuchen. Dabei soll zunächst eine Einführung in die Thematik der Ehre gegeben werden, Definition des Ehrbegriffs und seiner Dualität, und in der Folge auf die Bedeutung der Ehre in der spanischen Welt eingegangen werden.
Im weiteren Verlauf sollen die herausgearbeiteten Erkenntnisse an dem Stück selbst geprüft werden. Zunächst sollen Handlungsort des Dramas und die Gesellschaftsordnung beleuchtet, und in der Folge die Personen analysiert werden. Dabei wird sich beschränkt auf zwei der Hauptpersonen des Dramas, Yerma und Juan, welchen die öffentliche Meinung gegenübergestellt wird. Hinsichtlich der Eheleute soll die Frage beantwortet werden, was Ehre für diese bedeutet und inwiefern ihre Ehrbegriffe die Tragödie erst ermöglicht, Ehre also als ihr Auslöser fungiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Semantik der Ehre

2.1 Der allgemeine Ehrbegriff

2.2 Der dualistische Ehrbegriff

2.3 Der Ehrbegriff im Spanischen

3. Lorcas Yerma

3.1 Handlungsort

3.2 Gesellschaftsordnung

3.3 Personen

3.3.1 Juan

3.3.2 Yerma

3.3.3 Die öffentliche Meinung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Drama "Yerma" von Federico García Lorca unter dem spezifischen Fokus des Ehrbegriffs. Dabei wird analysiert, inwiefern traditionelle Konzepte von Ehre als zentraler Auslöser für die tragische Zuspitzung und den letztendlichen Untergang der Hauptfigur fungieren.

  • Semantische Herleitung und Dualität des Ehrbegriffs
  • Bedeutung der Ehre im spezifisch spanischen, ländlichen Kontext
  • Analyse der gesellschaftlichen Rollenbilder von Mann und Frau
  • Gegenüberstellung von Juan und Yerma im Spannungsfeld zwischen öffentlicher Anerkennung und innerer Moral
  • Die Rolle der öffentlichen Meinung als Instrument sozialer Kontrolle

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Juan

Juan genießt als Viehzüchter ein hohes Ansehen innerhalb der Dorfgemeinschaft, er gilt als arbeitsam und vermögend. Dieses Ansehen ist er bestrebt aufrechtzuhalten. Es ist ihm bewusst, dass sein Ruf dabei nicht allein von seinem Verhalten, sondern vor allem von dem Verhalten seiner Frau abhängt und er ist bestrebt, diese Familienehre aufrecht zu erhalten, um den Schein nach außen hin zu wahren. Eine gewisse Sicherheit hierfür sieht er dabei in der gewissenhaften Ausübung der Rollen, welche die Gesellschaft Mann und Frau zuschreibt, das heißt die Frau lebt ihr Leben im privaten Bereich. Er sieht es nicht gerne, dass Yerma das Haus verlässt. Er verbietet es ihr nicht ausdrücklich, redet ihr aber ein, dass es besser sei.

JUAN. Si necesitas algo me lo dices y lo traeré. Ya sabes que no me gusta que salgas.

YERMA. Nunca salgo.

JUAN. Estás mejor aquí.14

Als Juan Yerma auf dem Feld im Gespräch mit Victor entdeckt, wirft er ihr vor durch ihr Verhalten ins Gerede der Leute zu kommen.

JUAN. Está bien. Así darás que hablar a las gentes.

YERMA. (Fuerte.) Juan, ¿qué piensas?

JUAN. No lo digo por ti, lo digo por las gentes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der unerfüllten Mutterschaft und Formulierung der Forschungsfrage, inwiefern der Ehrbegriff die Tragödie in Lorcas Werk auslöst.

2. Semantik der Ehre: Theoretische Grundlegung durch Definition des allgemeinen und dualistischen Ehrbegriffs sowie Einordnung in den spezifisch spanischen kulturellen Kontext.

3. Lorcas Yerma: Analyse des Dramas durch Untersuchung des Handlungsortes, der gesellschaftlichen Strukturen und der zentralen Charaktere unter Einbezug der öffentlichen Meinung.

4. Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass die traditionelle Ehre und die Ausweglosigkeit der sozialen Normen maßgeblich zum tragischen Ende der Protagonistin beitragen.

Schlüsselwörter

Yerma, Federico García Lorca, Ehre, Ehrbegriff, Tragödie, Mutterschaft, andalusische Provinz, Gesellschaftsordnung, Familienehre, soziale Normen, Patriarchat, Juan, Innere Ehre, Äußere Ehre, Rolle der Frau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Drama "Yerma" von Federico García Lorca und untersucht, wie der kulturelle Ehrbegriff als treibende Kraft hinter der Tragödie der Protagonistin wirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Dualität von innerer und äußerer Ehre, den patriarchalischen Strukturen der andalusischen Gesellschaft und dem Konflikt zwischen persönlicher Erfüllung und sozialem Ansehen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ergründen, inwiefern Yermas Handlungen durch den Ehrbegriff determiniert sind und warum dieser die tragische Entwicklung des Stücks erst ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen des Ehrbegriffs auf das Primärwerk anwendet und durch eine detaillierte Figuren- und Milieuanalyse ergänzt.

Was wird im Hauptteil des Textes behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Ehrbegriffs, die Vorstellung des soziokulturellen Rahmens des Dramas und die Analyse der Hauptfiguren Juan und Yerma sowie der Rolle der Dorfgemeinschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Besonders prägend sind Begriffe wie "Ehrbegriff", "Tradition", "Patriarchat", "soziale Kontrolle" und "Ausweglosigkeit".

Welche Rolle spielt Juan in der Konstruktion der Tragödie?

Juan ist eine Figur, die primär von der "äußeren Ehre" und dem sozialen Ansehen geleitet wird. Sein mangelndes Verständnis für Yermas Innenwelt und sein Festhalten an starren Normen forcieren die Eskalation.

Inwiefern unterscheidet sich Yermas Ehrbegriff von dem Juans?

Während Juan rein gesellschaftsorientiert handelt, zeigt Yerma eine stärkere Bindung an eine "innere Ehre", die ihr moralisches Streben nach Mutterschaft als persönlichen Lebenssinn definiert, woraus ihr innerer Konflikt erwächst.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ehre als Auslöser der Tragödie in Federico García Lorcas "Yerma"
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Romanistik)
Note
1,0
Autor
Miriam Knop (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V345004
ISBN (eBook)
9783668346147
ISBN (Buch)
9783668346154
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ehre auslöser tragödie federico garcía lorcas yerma
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Miriam Knop (Autor:in), 2016, Die Ehre als Auslöser der Tragödie in Federico García Lorcas "Yerma", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345004
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Leseprobe aus  15  Seiten
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