Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) haben unseren Alltag durchdrungen und sind aus diesem kaum wegzudenken. Sie sind mittlerweile zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Wie sich allerdings die Informatisierung und Mediatisierung auf Kinder und die Kindheit auswirken, wurde noch nicht ausreichend thematisiert. Die oben genannten Zahlen lassen aber vermuten, dass sich die IKT erheblich auf unser gesamtes Leben auswirken und somit auch auf die Familie und Kindheit.
Diese Hausarbeit wird sich unter anderem mit der Darstellung von Kindern innerhalb von sozialen Netzwerken beschäftigen. Dafür wird im zweiten Teil der Hausarbeit erst einmal auf die Veränderung der IKT und die daraus folgenden Entwicklungen eingegangen. Insbesondere wird aufgezeigt, dass Deutschland mittlerweile eine von IKT abhängige Gesellschaft ist und es viele auf Informationen basierende Ressourcen und Dienstleistungen gibt. Im Anschluss werden die Auswirkungen der IKT auf die Privatsphäre von Menschen dargestellt. Ebenfalls wird die erhöhte Datenspeicherung und des „nicht Vergessen“ des Internets thematisiert.
Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem Thema der Kindheit als besondere Lebensphase und wie sich das Verständnis von Kindheit im Laufe der Zeit verändert hat. Da Kindheit in der Wissenschaft nicht eindeutig definiert ist, wird eine Arbeitsdefinition erstellt. Im Anschluss daran wird darauf eingegangen, was „Digital Natives“ sind und wie sie ihre Kinder durch IKT präsentieren.
Im vierten Teil wird das soziale Netzwerk Facebook genauer analysiert. Im ersten Schritt werden dafür die Rahmenbedingungen, sowie Daten und Fakten der Onlineplattform dargestellt. Im Anschluss daran werden Fotografien aus Facebook analysiert, um so aufzuzeigen, dass sich mit der Veränderung der Informations- und Kommunikationstechnologien auch die Kindheit verändert, indem sie immer öfter online stattfindet und präsentiert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sozialer Wandel und die daraus entstehenden Folgen
2.1. Veränderung der Informations- und Kommunikationstechnologien
2.2. Veränderung der Privatsphäre
3. Kindheit als besondere Lebensphase
3.1. Arbeitsdefinition von Kindheit
3.2. Digital Natives und ihre Kinder
4. Informations- und Kommunikationstechnologien und Kindheit
4.1. Facebook – Daten und Fakten
4.2. Analyse von Bildern aus dem sozialen Netz „Facebook“
5. Schluss
Zielsetzung & Themen der Hausarbeit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht den Einfluss moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) auf die Kindheit, mit einem besonderen Fokus auf die Darstellung von Kindern durch ihre Eltern in sozialen Netzwerken wie Facebook und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Privatsphäre der Kinder.
- Wandel zur Informationsgesellschaft durch IKT
- Veränderungen der Privatsphäre im digitalen Zeitalter
- Kindheit als gesellschaftliches Konstrukt und Lebensphase
- Digitale Elternschaft ("Digital Parents") und deren Praxis der Selbstdarstellung
- Analyse von Bilddaten in sozialen Netzwerken am Beispiel von Mark Zuckerberg
Auszug aus dem Buch
3.2. Digital Natives und ihre Kinder
YOU SEE THEM EVERYWHERE. THE TEENAGE GIRL WITH THE IPOD, SITTING on the subway, frenetically typing messages into her cell phone. The whiz kid summer intern in your office who knows what to do when your e-mail client crashes. The eight-year-old who can beat you at any video game on the market—and types faster than you do, too. Even your niece’s newborn baby in London, whom you’ve never met, but with whom you have bonded nonetheless, owing to the new batch of baby photos that arrive each week. All of them are “Digital Natives.” They were all born after 1980, when social digital technologies, such as Usenet and bulletin board systems, came online. They all have access to networked digital technologies. And they all have the skills to use those technologies. (Except for the baby— but she’ll learn soon enough.) (Palfrey/ Gasser 2008: 1).
Diese Generation ist ständig online. Zeitungen werden online gelesen, Musik wird online gestreamt oder runtergeladen. Informationen werden online recherchiert oder verbreitet, um hier nur einige wenige Beispiele der Nutzung von IKT zu nennen. Diese Digital Natives werden jetzt zu Eltern und die Elternschaft wird häufig auch online ausgelebt. Sie werden sogar „Digital Parents“ (Autenrieth, 2014: 99) genannt. Wie diese Digital Natives ihre Elternschaft und auch ihre Kinder in sozialen Netzwerken darstellen wird im nächsten Kapitel thematisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Durchdringung des Alltags durch IKT und definiert das Forschungsziel, die Auswirkungen dieser Technologie auf Kinder und deren Privatsphäre in sozialen Netzwerken zu untersuchen.
2. Sozialer Wandel und die daraus entstehenden Folgen: Dieses Kapitel beschreibt den Übergang zur "Hypergeschichte", in der Gesellschaften vollständig von IKT abhängig sind, und analysiert die daraus resultierenden Konsequenzen für die Privatsphäre.
3. Kindheit als besondere Lebensphase: Das Kapitel erarbeitet eine Arbeitsdefinition von Kindheit als gesellschaftliches Konstrukt und führt den Begriff der "Digital Natives" ein, um die Elterngeneration der heutigen Kinder zu charakterisieren.
4. Informations- und Kommunikationstechnologien und Kindheit: Hier werden Daten zu Facebook dargestellt und anhand von prominenten Bildbeispielen kritisch hinterfragt, wie Eltern ihre Kinder online präsentieren und welche Risiken dies für die Privatsphäre der Kinder birgt.
5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Dokumentation des kindlichen Alltags in sozialen Netzwerken die Privatsphäre der Kinder gefährdet und ihre Online-Biographien vorbestimmt, ohne dass diese selbst Einfluss darauf nehmen können.
Schlüsselwörter
Informations- und Kommunikationstechnologien, IKT, Kindheit, Privatsphäre, soziale Netzwerke, Facebook, Digital Natives, Digital Parents, Datenspeicherung, Selbstinszenierung, Identität, Online-Biographie, Medienpädagogik, Sozialer Wandel, Kindheitsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie sich die zunehmende Digitalisierung und die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien auf das Leben von Kindern und deren Privatsphäre auswirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Informationsgesellschaft, dem Wandel der Privatsphäre, der Definition von Kindheit und der Praxis der digitalen Elternschaft in sozialen Netzwerken.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, wie sich die Kindheit durch soziale Netzwerke verändert, insbesondere unter dem Aspekt der zunehmenden Sichtbarkeit und der dadurch entstehenden, nicht löschbaren digitalen Datenspuren für Kinder.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Analyse gewählt?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch eine Analyse von Bildmaterial aus dem sozialen Netzwerk Facebook ergänzt wird, um die Praxis der "digitalen Elternschaft" exemplarisch zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine medientheoretische Fundierung (Wandel der IKT und Privatsphäre), eine begriffliche Einordnung der Kindheit und eine fallbezogene Analyse der Bilddarstellung von Kindern auf Facebook.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation am besten?
Die zentralen Begriffe sind Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Privatsphäre, Kindheit, digitale Elternschaft, Facebook und Online-Biographie.
Was ist das spezifische Problem bei der Darstellung von Kindern auf Facebook?
Das Kernproblem liegt darin, dass Eltern Bilder ihrer Kinder in sozialen Netzwerken teilen, die das Kind als "gläsernes Wesen" darstellen, ohne dass das Kind im frühen Alter in die Preisgabe seiner Daten einwilligen kann.
Welche Rolle spielt Mark Zuckerberg in der Argumentation?
Mark Zuckerberg dient als ein prominentes Beispiel für einen "Digital Parent", an dessen öffentlich geposteten Fotos die Problematik der fehlenden Privatsphäre und der frühen Entstehung einer digitalen Identität für Kinder aufgezeigt wird.
- Arbeit zitieren
- Sarah Böhme (Autor:in), 2016, Auswirkungen der Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Kindheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345062