Einsatz von interaktiven Whiteboards im Englischunterricht


Hausarbeit, 2014
12 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Interaktive Whiteboards im Englischunterricht

3. Verwendung des interaktiven Whiteboards zur Schulung der kommunikativen Kompetenz Sprechen

4. Fazit

5. Bibliographie

1. Einleitung

Die Verwendung von technischen Medien bietet viele Möglichkeiten für ein interaktives Lehren und Lernen. Deshalb investieren einige Schulen in interaktive Whiteboards, die als multimediale weiße Leinwand verbunden mit einem Computer und einem Beamer verstanden werden. Allerdings befinden sich die technologischen Umsetzungen in einer Phase der ständigen Weiterentwicklung, da sie weiterhin über viele Defizite verfügen. Beispielsweise funktioniert bei einigen Boards1, die mit einer Infrarot-Technologie arbeiten, die Handschrifterkennung nicht einwandfrei. Auch eine direkte Sonneneinstrahlung kann sich hier negativ auswirken (vgl. Lehrerfreund 2010).

Jedoch offerieren die interaktiven Whiteboards viele Möglichkeiten für den Unterricht. Zum Beispiel lässt es sich auf deren Oberfläche wie auf einer Tafel oder einem herkömmlichen Whiteboard arbeiten. Dabei entsteht eine virtuelle Form des Tafelbildes, das bei Bedarf als Datei abgespeichert und weiterhin bearbeitet und verändert werden kann. Bereits bei der Entstehung des Tafelbildes am Board kann die Lehrkraft dieses gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen (SuS) bearbeiten und gegebenenfalls verändern. Das interaktive Whiteboard bietet so einen klaren Vorteil zum klassischen Tafelbild, das meist vorher schon geplant wurde und damit meist starr zum Abschreiben präsentiert wird. Zudem kann es nur als Foto in digitaler Form festgehalten (vgl. Issing; Eule 2005: 1) und so nicht mehr weiterentwickelt werden.

Aufgrund dieser und einiger anderer Vorzüge sind die interaktiven Whiteboards in deutschen Schulen angekommen. Dabei ersetzen diese in einigen Unterrichtsräumen die Tafel, in anderen werden sie als ein zusätzliches Medium verwendet. Einige Schulen, wie beispielsweise die Gustave-Eiffel-Oberschule in Berlin Prenzlauer Berg, verfügen jedoch nur über sehr begrenzte finanzielle Mittel, weshalb diese Schule nur zwei ihrer Unterrichtsräume mit dem Board bestücken konnte. In den Unterrichtsräumen ersetzen sie jedoch nicht die klassische Tafel.

Da die interaktiven Whiteboards nicht mehr aus dem Schulalltag auszuschließen sind, soll in der folgenden Arbeit analysiert werden, welche Möglichkeiten die Verwendung des interaktiven Whiteboards für den Englischunterricht bietet. Insbesondere soll untersucht werden, was das Board speziell zur Schulung der kommunikativen Kompetenz Sprechen beitragen kann.

2. Interaktive Whiteboards im Englischunterricht

Die Gestaltung eines interessanten schülerorientierten Unterrichts verlangt von der Lehrkraft eine intensive Vorbereitung. Bei der Planung formuliert diese unter anderem Ziele zur Förderung der kommunikativen, interkulturellen und methodischen Kompetenz der SuS, was eine Verwendung von unterschiedlichen Medien voraussetzt. Zu diesen Medien zählen auch die technischen Geräte. Diese bestehen in den meisten staatlichen Schulen aus Overheadprojektor, Fernseher, Videorekorder oder DVD-Player, CD-Player, Computer und/oder Beamer, wobei nicht allen Lehrkräften diese Geräte gleichzeitig zur Verfügung stehen. Auch die Nutzung des Internets spielt eine immer größere Rolle im Unterricht. Möchte eine Lehrkraft diese Technik in ihrem Unterricht verwenden, muss sie diese, wenn sie nicht über einen Fachraum verfügt, meist in die Unterrichträume mitnehmen, was einen zeitlichen Aufwand bedeutet, da sie diese auf- und abbauen muss. Ebenfalls ist eine vorherige Belegung dieser Geräte (meist auf einer Liste) notwendig, was eine genaue Planung der Unterrichtssequenz voraussetzt. Selbstverständlich sollte eine Lehrkraft ihren Unterricht vorbereiten. Dennoch sind ihr in Hinblick auf eine spontane Verwendung von technischen Medien sowie dem Internet an vielen Schulen weiterhin klare Grenzen gesetzt. Diese Umstände führen im Alltag meist dazu, dass Lehrkräfte nur die notwendigsten audiovisuellen Medien für ihren Unterricht nutzen.

Das interaktive Whiteboard könnte eine Lösung für diese Probleme sein, da es die „Nutzung traditioneller Lehr und Präsentationsformen an der „Tafel“ bei zusätzlicher Integration sämtlicher Arbeits- und Gestaltungstechniken durch den Computer“ (Issing; Eule 2005: 5) ermöglicht. Das Board bietet damit die erstmalige Chance für die Lehrkraft, alle ihm für den Unterricht zur Verfügung stehenden technischen Geräte in einem Medium vorzufinden. Dies führe zu einem „Ende der Medienschlachten[, denn das Board eignet sich] [...] [z]um Projizieren, Sammeln, Ordnen [und] Präsentieren“ (Lehrerfreund 2008) gleichzeitig und ersetzt damit die herkömmlichen technischen Medien. Außerdem bietet es einen einfachen und schnellen Zugang zum Internet. Auf diese Weise können spontan Bilder der Veranschaulichung dienen, wenn den SuS eine Vokabel unbekannt ist oder ein Sachverhalt unklar erscheint. Allerdings sollte die Lehrkraft darauf verzichten, zu viele Bilder zu verwenden (vgl. Lehrerfreund 2008).

Einen weiteren Vorzug bietet die einfache Handhabung beim Abspielen von Audio- und Videodateien. Somit ist die Lehrkraft in der Lage, auf einem USB-Stick gespeicherte Audio- und Videoausschnitte zu zeigen und damit den Unterricht audiovisuell zu bereichern. Dabei gilt, dass vor allem kurze Videoausschnitte effektiv zu einem interaktiven Unterricht beitragen, da gleichzeitig mehrere Sinne der SuS stimuliert werden (vgl. Lehrerfreund 2008). Zusätzlich hat die Lehrkraft die Möglichkeit, neue Vokabeln audiovisuell zu unterstreichen, indem sie diese illustriert und die Aussprache des zu erlernenden Wortes als Tonaufnahme vorspielt. Das Internet bietet hier viele nützliche Quellen. Zusätzlich könnten die SuS nach einer visuellen Darstellung suchen oder gar die Aussprache der Vokabeln selbst mit einem Mikrofon vertonen. Den Möglichkeiten der Umsetzung sind kaum technische Grenzen gesetzt. Es gilt eben immer vorher zu planen, welche Lernziele verfolgt und welche Kompetenzen der SuS gefördert werden sollen.

Weiterhin lässt sich mit Hilfe des interaktiven Whiteboards die Motivation der SuS steigern, da diese heutzutage meist medienorientiert aufwachsen und damit positiv auf einen gezielten Einsatz des Boards im Unterricht reagieren. Zudem liefern die Hersteller Spiele, die beispielsweise zur Übung der englischen Grammatik genutzt werden können (vgl. Lehrerfreund 2008). Zur Festigung von Vokabeln bietet sich im Anfangsniveau das online zugängliche Zuordnungsspiel Body Parts2 an, welches gezielt Vokabeln mit Bildern verbindet, diese vertont und deren richtige Schreibweise aufzeigt. So können die SuS auf unterschiedlichen Ebenen stimuliert werden. Zudem bieten die bunten Farben ein zusätzliches Motivationspotenzial bei Grundschülern (vgl. Lehrerfreund 2008). Allerdings werden in diesem Bereich auch Spiele angeboten, die bereits vor ihrer virtuellen Form existierten. Die geringe Auswahl an neuen Lernspielen fernab von Bingo etc. spricht für eine notwenige Weiterentwicklung in diesem Bereich.

Ein weiteres ausschlaggebendes Argument für die Verwendung eines interaktiven Whiteboards sind die vereinfachten „Vorbereitungsmöglichkeiten einer Lehrveranstaltung unter Beibehaltung spontaner Änderungen / Improvisation vorbereiteter Präsentationen“ (Issing; Eule 2005: 5). Damit wird die Lehrkraft im Unterricht deutlich flexibler und kann die vorbereiteten Inhalte an die Bedürfnisse ihrer SuS anpassen. Zusätzlich bekommen die SuS das Gefühl, etwas Sinnvolles zum Unterricht beitragen zu können, indem sie beispielsweise die am Board erstellte Mindmap nach ihrem Belieben umstellen. Denn im Gegensatz zum starren Tafelbild können die SuS bei der am Board erstellten Mindmap die Gedankenblasen verschieben und damit nach ihren Vorstellungen neu anordnen.

Weiterhin bietet das interaktive Whiteboard im Vergleich zum klassischen Unterricht den Vorteil, dass die Unterrichtsmaterialien zeitgleich bei den SuS, die erkrankt sind, zu Hause übertragen werden könnten. In Verbindung mit einer Liveübertragung beispielsweise via Skype wären die SuS in der Lage, in Form von E-Learning am Unterricht teilzunehmen (vgl. Issing; Eule 2005: 5). Allerdings fehlt es in diesem Bereich noch an einer flächendeckenden Umsetzung. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Materialien im Anschluss im Internet über Lernportale allen SuS zugänglich zu machen (vgl. Issing; Eule 2005: 5).

Trotz vieler Vorzüge bedarf der Unterricht am interaktiven Whiteboard einer intensiven Vorbereitung. Der Irrglaube, das interaktive Whiteboard sei „eine wesentliche Arbeitserleichterung“ (Meinke 2008), lässt sich leicht widerlegen. Denn die Planung einer Unterrichtsstunde am Computer ist genauso zeitaufwendig wie die manuelle Methode, mit dem Unterschied, dass alles in digitaler Form produziert wird. Zudem wird die Lehrkraft gerade in der Einarbeitungsphase in das neue Medium viel Zeit investieren müssen (vgl. Lehrerfreund 2008).

Das größte Problem stellt jedoch der Mangel an didaktischen Kenntnissen zur sinnvollen Verwendung des interaktiven Whiteboards im Unterricht dar, denn kaum eine Schule ordnet an, dass ihre Lehrkräfte an Fortbildungen teilnehmen müssen. Zudem werden in diese zu wenig staatliche Gelder investiert. Außerdem müssen die Boards in den „Unterricht eingebunden werden, was für Lehrpersonen mit nur durchschnittlichen technischen und mediendidaktischen Kenntnissen kaum zu bewältigen ist“ (Lehrerfreund 2008). Dadurch kann es leicht zu einer falschen Nutzung dieses Mediums kommen, was sich negativ auf die Unterrichtsziele auswirken und eine enorme Zeitverschwendung bedeuten würde.

[...]


1 Die Begriffe interaktives Whiteboard und Board werden synonym verwendet.

2 http://www.bgfl.org/bgfl/custom/resources_ftp/client_ftp/ks1/science/body_parts_p/english.htm.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Einsatz von interaktiven Whiteboards im Englischunterricht
Hochschule
Universität Potsdam  (Anglistik/Amerikanistik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V345088
ISBN (eBook)
9783668349605
ISBN (Buch)
9783668349612
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einsatz, whiteboards, englischunterricht
Arbeit zitieren
Anne Lipp (Autor), 2014, Einsatz von interaktiven Whiteboards im Englischunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345088

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