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Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG. Empirische Analyse der Angaben ausgewählter HDAX Unternehmen im Zeitraum 2009 bis 2015

Titel: Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG. Empirische Analyse der Angaben ausgewählter HDAX Unternehmen im Zeitraum 2009 bis 2015

Hausarbeit , 2016 , 41 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Alexander Rochlitzer (Autor:in)

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) wurde im Jahr 2002 erstmalig von der hierfür eingesetzten Regierungskommission verabschiedet und ging aus einer weltweiten Debatte um die optimale Unternehmensleitung und -überwachung ebendieser Unternehmensleitung (Corporate Governance (CG)) hervor. Mit dem Ziel die entsprechenden CG-Strukturen deutscher (börsennotierter) Unternehmen transparenter darzustellen und zu verbessern, gibt der Kodex dazu einerseits die diesbezüglich wichtigsten Wirtschaftsgesetze wieder und „enthält [andererseits] international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung“ (Präambel des DCGK idF v. 5. Mai 2015).

Mit der Verpflichtung zur Abgabe einer Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG wurde der DCGK ebenfalls 2002 gesetzlich verankert. Seitdem müssen nach dem Comply or Explain Prinzip Abweichungen von den Empfehlungen des Kodex offen gelegt werden. Die Sanktionierung überlässt der Gesetzgeber dabei dem Kapitalmarkt. Diese Entscheidung wurde in Deutschland häufig kritisch gesehen, da dies grundsätzlich einen hohen Investorenschutz voraussetzt, während in Deutschland eher ein relativ hoher Gläubigerschutz besteht.

Demnach stellt sich die Frage, inwieweit der DCGK trotz seiner rechtlichen Unverbindlichkeit tatsächlich Wirkung entfalten kann. Dies soll im Rahmen der Untersuchung analysiert werden, deren Ausgangspunkt das Jahr 2009 darstellt, in welchem die Stellungnahme zur Unternehmensführung durch das verabschiedete BilMoG um wesentliche zu veröffentlichende Angaben erweitert wurde. Im Voraus der empirischen Analyse soll nach der Darstellung des DCGK und des § 161 AktG auf die theoretischen wirtschaftlichen und rechtlichen Konsequenzen des Soft Law eingegangen werden, um ein potenzielles Akzeptanzniveau ermitteln zu können. Schließlich soll das Konzept auch kritisch betrachtet werden.

Auf Basis der theoretischen Erkenntnisse sollen im Anschluss die Angaben der Entsprechenserklärungen anhand verschiedener Kriterien analysiert und ausgewertet werden. Entgegen der Masse der Studien, welche die Korrelation zwischen der Einhaltung des DCGK von DAX - und MDAX - Gesellschaften und deren Performance untersucht, wird im Rahmen der vorliegenden Arbeit detailliert die Einhaltung des Kodex von größtenteils kleineren HDAX - Unternehmen analysiert. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung der Angaben im Zeitraum 2009 bis 2015 sowie die Erkenntnisse, die daraus gewonnen werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG als gesetzliche Verankerung des Deutschen Corporate Governance Kodex

2.1. Entstehung und Zielsetzung des Soft Law

2.2. Aufbau, Inhalt und Entwicklung des Kodex

2.3. Die Stellungnahme zur Unternehmensführung nach § 161 AktG, deren Rolle i.R. der Abschlussprüfung und deren Ausweitung durch das BilMoG

2.4. Die wirtschaftlichen und rechtlichen Konsequenzen von DCGK und § 161 AktG

2.5. Kritische Betrachtung

3. Empirische Analyse zur Umsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex im Zeitraum 2009 – 2015 am Beispiel ausgewählter HDAX Unternehmen

3.1. Die Kodexakzeptanz im zeitlichen Verlauf

3.2. Kapitel-, ziffer- und empfehlungsspezifische Analyse - Gesetze infolge kritischer Empfehlungen?

3.3. Analyse der Erläuterungen – Gründe für die Abweichungen

3.4. Einfluss von Unternehmenseigenschaften auf die Angaben

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Akzeptanz des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) bei ausgewählten HDAX-Unternehmen im Zeitraum von 2009 bis 2015, um zu analysieren, ob die rechtliche Unverbindlichkeit des Kodex dennoch eine steuernde Wirkung entfaltet.

  • Gesetzliche Verankerung und Funktion der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG.
  • Empirische Messung der Kodexakzeptanz und Analyse zeitlicher Trends.
  • Identifikation kritischer Kodex-Ziffern und deren Einfluss auf mögliche Gesetzesanpassungen.
  • Untersuchung des Einflusses von Unternehmensgröße und Eigentümerstruktur auf das Compliance-Verhalten.

Auszug aus dem Buch

2.1. Entstehung und Zielsetzung des Soft Law

Der Deutsche Corporate Governance Kodex und seine gesetzliche Verankerung sind als Ergebnis eines länger andauernden Entwicklungs- und Reformprozesses zu verstehen. Vorläufer finden sich unter anderem im anglo-amerikanischen Raum, da dort auf Grund „spärlicher gesetzlicher Vorgaben für die Satzungen von Kapitalgesellschaften […] schon lange ein Bedarf für gesetzergänzende Richtlinien oder „Codes of Best Practice““ (Schwarz 2004: 23) bestand. Neben die anfangs meist Börsen- oder Pensions- und Indexfondseigenen Kodizes traten mit der Zeit vermehrt staatlich initiierte generische Regelwerke, welche unterhalb des zwingenden Gesetzesrechts einzuordnen waren und den Unternehmen Freiraum für eigene Governance Strukturen ließen (ebd.: 23 f.). Vorreiter in Europa war Großbritannien mit dem Combined Code, dessen Einhaltung nicht verpflichtend war (Nowak et al. 2004: 3 f.).

Darüber hinaus war im Gegensatz zum DCGK sogar die Abgabe einer auf den Code bezogenen Entsprechenserklärung gesetzlich nicht vorgeschrieben (Schwarz 2004: 24). Das wachsende Aufkommen staatlicher Regelwerke mündete schließlich 1999 in einem transnationalen vom OECD vorgelegten Corporate Governance Bericht, der wiederum als Basis für den von der „Grundsatzkommission Corporate Governance“ in 2000 vorgelegten „Code of Best Practice“ für Unternehmen in Deutschland diente (ebd.: 24 f.). Gleichzeitig erarbeitete auch der „Berliner“ Initiativkreis mit dem „German Code of Corporate Goverance“ ein entsprechendes Regelwerk bezüglich der Unternehmensführung und -überwachung (ebd.: 25). Diese Entwicklung gipfelte unter anderem auf Grund spektakulärer Unternehmenskrisen wie der Phillip Holzmann - Pleite, des Bilanzskandal des Enron-Konzerns und dem daraufhin verabschiedeten Sarbanes-Oxley-Act sowie des wachsenden ausländischen Drucks hinsichtlich eines einheitlichen Kodex am 29. Mai 2000 in der Gründung der Regierungskommission „Corporate Governance - Unternehmensführung - Unternehmenskontrolle - Modernisierung des Aktienrechts“ (sog. Baums-Kommission), welche unter der Leitung Theodor Baums die deutsche CG-Struktur analysieren und entsprechende Verbesserungsempfehlungen erarbeiten sollte (ebd.: 24 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entstehung und Zielsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) ein und definiert das Forschungsinteresse der Arbeit im Zeitraum 2009 bis 2015.

2. Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG als gesetzliche Verankerung des Deutschen Corporate Governance Kodex: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen sowie die Entstehung des Kodex als Instrument der Selbstregulierung.

3. Empirische Analyse zur Umsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex im Zeitraum 2009 – 2015 am Beispiel ausgewählter HDAX Unternehmen: Hier erfolgt eine detaillierte quantitative Auswertung der Compliance-Raten, der Einflussfaktoren sowie der Auswirkungen auf die Gesetzgebung.

4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammen und bewertet die Wirksamkeit des DCGK trotz seiner rechtlichen Unverbindlichkeit.

Schlüsselwörter

Deutscher Corporate Governance Kodex, DCGK, § 161 AktG, Entsprechenserklärung, Corporate Governance, HDAX, Comply or Explain, Unternehmensführung, Aufsichtsrat, Vorstandsvergütung, Selbstregulierung, Kapitalmarkt, Transparenz, BilMoG, Compliance.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Einhaltung und Entwicklung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) bei ausgewählten HDAX-Unternehmen im Zeitraum 2009 bis 2015, um die Steuerungswirkung von Soft-Law-Regelungen in Deutschland zu prüfen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die gesetzliche Verankerung der Entsprechenserklärung, die empirische Entwicklung der Compliance-Quoten, die Identifikation kritischer Empfehlungen und die Analyse, ob diese zu neuen gesetzlichen Regelungen führen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie der DCGK trotz seiner rechtlichen Unverbindlichkeit tatsächlich eine Wirkung auf die Unternehmensführung entfaltet und welche Trends in der Akzeptanz über den untersuchten Zeitraum hinweg zu beobachten sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine empirische Analyse, bei der Entsprechenserklärungen von zwölf HDAX-Unternehmen aus verschiedenen Branchen im Zeitraum 2009 bis 2015 quantitativ ausgewertet, statistisch aufbereitet und in Bezug auf ihre Compliance-Entwicklung untersucht wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der rechtliche und theoretische Rahmen dargestellt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Kodexakzeptanz auf Ebene der Kapitel, Ziffern und Empfehlungen sowie einer Untersuchung des Einflusses von Unternehmenseigenschaften auf die Compliance.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Corporate Governance, DCGK, Entsprechenserklärung, Comply or Explain, HDAX und Selbstregulierung definiert.

Welche Rolle spielt die Fielmann AG in der Analyse?

Die Fielmann AG wird als Ausreißer identifiziert, da sie im untersuchten Zeitraum eine deutlich geringere und volatile Umsetzung der Empfehlungen aufwies, was die Durchschnittswerte der Branchenanalyse maßgeblich beeinflusste.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Kodex-Empfehlungen und Gesetzen?

Die Arbeit untersucht, ob häufig nicht eingehaltene Kodex-Empfehlungen vom Gesetzgeber in zwingendes Recht umgewandelt werden; ein konkreter Zusammenhang ließ sich dabei insbesondere für die Regelung zur Frauenquote in Ziffer 5.1.2 nachweisen.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG. Empirische Analyse der Angaben ausgewählter HDAX Unternehmen im Zeitraum 2009 bis 2015
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,5
Autor
Alexander Rochlitzer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
41
Katalognummer
V345109
ISBN (eBook)
9783668351059
ISBN (Buch)
9783668351066
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corporate Governance DCGK Deutscher Corporate Governance Kodex Corporate Governance Kodex Entsprechenserklärung §161 AktG § 161 AktG
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Rochlitzer (Autor:in), 2016, Die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG. Empirische Analyse der Angaben ausgewählter HDAX Unternehmen im Zeitraum 2009 bis 2015, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345109
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Leseprobe aus  41  Seiten
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