Didaktik, Methodik und Medien in der Erwachsenenbildung. Didaktisches Handeln und Design


Einsendeaufgabe, 2015
14 Seiten, Note: mit Erfolg bestanden

Leseprobe

Einsendeaufgaben zum Modul EB 0400

„Didaktik und Methodik“

EB 0410: Didaktisches Handeln und Kommunikation in Lerngruppen (v. Felden)

EB 0420: Didaktisches Design (Siebert)

EB 0430: Methoden und Medien in der Erwachsenenbildung (Höffer-Mehlmer)

Gender-Hinweis: In meinen Ausführungen verwende ich aus Vereinfachungsgründen sowohl die männliche als auch die weibliche Form abwechselnd. Die jeweils andere Form ist miteingeschlossen.

Einsendeaufgabe 1

Planen Sie ein Seminar zu einem von ihnen gewählten Thema und mit einer von Ihnen bestimmten Zielgruppe und wenden Sie dabei die Prinzipien bildungstheoretischer Didaktik nach Klafki an.

Bei der Beantwortung der Frage orientiere ich mich an der didaktischen „Checkliste“ zur Vorbereitung von Seminaren , welche Horst Siebert im Studienbrief „Didaktisches Design“ erstellt hat und beziehe die Prinzipien der bildungstheoretischen Didaktik nach Klafki mit ein.

Vorerst möchte ich die Begriffe Seminar und bildungstheoretische Didaktik nach Klafki klären.

Das Seminar ist eine „Lehrveranstaltung, in der bestimmte Themen vertieft behandelt und diskutiert werden. Meist wird erwartet, dass die TeilnehmerInnen aktiv mitarbeiten, Hausarbeiten schreiben und Referate halten. Idealerweise umfassen die Gruppen nicht mehr als 20-30 Studierende. Um konzentriert an einer Sache arbeiten zu können, finden Seminare gerne als Blockveranstaltung und/oder außerhalb der Hochschule in irgendwelchen Tagungshäusern statt.“ (http://1)

In der bildungstheoretischen und kritisch konstruktiven Didaktik nach Klafki ist der Begriff „Bildung“ zentral. „Bildung“ wird als Fähigkeit zur Selbstbestimmung verstanden. Die Ergänzung „kritisch“ besagt, dass das einzelne Subjekt zur Selbstbestimmung befähigt werden soll. Klafki ist der Praxisbezug wichtig. Die Lernenden sollen sich als Handelnde erleben und eine allgemeine Bildung für alle soll möglich sein. Dies besagt das Wort „Konstruktiv“. Die Lernenden sollen an Beispielen praktisch üben, also Selbsttätig werden und dabei ist die Selbst- und Mitbestimmungsfähigkeit jedes einzelnen gefragt. Hierbei werden einzelne Themen in Zusammenhänge gestellt und fächerübergreifend unterrichtet. Es sollen Herausforderungen wie beispielsweise der Umgang mit Fremden oder soziale Ungleichheit mit einbezogen werden. Klafki hat die bildungstheoretische Didaktik in den 1980er Jahren erweitert zur kritisch-konstruktiven Didaktik. (vgl. Heide von Felden, 2014, S. 14ff). „Sich bilden heißt also in der bildungstheoretischen Didaktik: sich Themen über Kategorien zu erschließen und durch diese Erfahrungen und Einsichten die eigene Persönlichkeit zu verändern.“ (Heide von Felden, 2014, S. 16)

In meinen folgenden Ausführungen beziehe ich mich, wie in der Frage erwünscht, auf die bildungstheoretische Didaktik und nehme Bezug zu den fünf Grundfragen nach Klafki.

Bei der Vorbereitung stelle ich mir Fragen zur Seminarleitung. In diesem Falle übernehme ich die Rolle des Lernbegleiters. Meine fachlichen Kompetenzen bestehen darin, dass ich ein Studium der Sozialpädagogik und Rehabilitation sowie eine Ausbildung in personenzentrierter Gesprächsführung nach Rogers usw. mitbringe. Außerdem noch ca. 15 Jahre Unterricht- und Beratungserfahrung mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Zusätzliche Referenten zur Bearbeitung des Themas sind nicht erforderlich.

Mein Thema lautet: Wie kann ich erfolgreich personenzentrierte Elterngespräche in meiner beruflichen Praxis führen?

In Bezug auf die Gegenwartsbedeutung stelle ich mir die Frage: „Welche Bedeutung hat der betreffende Inhalt bereits im geistigen Leben der [Studierenden]? Welche Bedeutung soll er – vom pädagogischen Gesichtspunkt aus gesehen – darin haben?“ (von Felden, 2014, S. 17) Die Studierenden haben bereits Elterngespräche geführt und somit besitzen Sie in ihrem „geistigen Leben“ bereits Vorerfahrung in unterschiedlichem Ausmaß. Auch wird es von Studierendem zu Studierendem unterschiedlich gewichtet werden, je nachdem wie häufig und intensiv er die Aufgabe innehat, Elterngespräche zu führen. Zukunftsbedeutung: Auch zukünftig sind die Studierenden in der beruflichen Praxis immer wieder mit dem Führen von Elterngesprächen betraut. Sie benötigen Kenntnisse und Fertigkeiten sowie den Erwerb einer eigenen Haltung zu diesem Thema. Der Gegenwartsbezug soll vom pädagogischen Gesichtspunkt aus gesehen dazu dienen, praktische Beispiele einzubringen, sich das Thema dadurch leichter erschließen und die Praxis vorstellen zu können. Durch die Einsicht in die Relevanz und die Bedeutung des Lerninhalts kann die Motivation bei den Studierenden gesteigert werden (vgl. Siebert/Seidel, 2011, S. 18).

Als Zielgruppe wähle ich unsere Studierenden der Fachakademie für Heilpädagogik im 1. Semester. Dies ist bezüglich der Vorbildung eine eher homogene Gruppe, da alle Studierenden mindestens die mittlere Reife und eine Ausbildung zum Erzieher oder Heilerziehungspfleger besitzen. Die Anzahl der Berufsjahre ist sehr unterschiedlich von 1 Jahr (Mindestvoraussetzung) bis zu circa 25 Jahren. Die unterschiedlich lange Dauer der beruflichen Praxis ist für das Seminarthema von großer Bedeutung, da es sein kann, dass manche Studierende bereits viel und manche nahezu keine Erfahrung in der Führung von personenzentrierten Elterngesprächen besitzen. Die Vorkenntnisse kann ich durch einen Blick in die jeweilige Studierendenakte sowie durch persönliche Befragung feststellen. Die Fachakademie für Heilpädagogik führt bereits seit Jahren dieses Seminar durch und hat bisher gute Erfahrungen gemacht, indem die Studierenden den hohen Praxisbezug sowie die persönliche Weiterentwicklung schätzten und zurückgemeldet haben. Den Inhalt strukturiere ich wie folgt: Die Studierenden dürfen von eigenen Praxisfällen/Elterngesprächen berichten. Worin Sie ihrer Meinung nach bereits sicher sind und bei welchen Punkten sie noch üben möchten. Hierbei wird gleichzeitig die Reflexionsfähigkeit der Studierenden geschult. Beispielsweise wollen Sie das empathische Einfühlen und paraphrasieren nach Rogers üben. Hierdurch versuche ich die Bedürfnisse der Studierenden zu erfassen und gehe auf Themen, welche bereits durch das Vorwissen abgedeckt wurden weniger und andere neue Themenbereiche für die Studierenden vertieft ein. Dazwischen fließen, passend zu verschiedenen Beiträgen von Studierenden, Sachinformationen bezüglich der 3 Basisvariablen nach Rogers sowie dem aktiven Zuhören, dem Lebenslauf von Rogers, den Bedürfnissen von Eltern, der Auftragsklärung, dem Beziehungsaufbau, Kommunikationsstörungen, Laster der Gesprächsführung usw. ein. Zugänglichkeit: Von den Studierenden wird zu jeder Einheit eine Vor- und Nachbereitung erwartet indem beispielsweise zu Hause praktische Fälle zusammengestellt und der Gruppe vorgetragen werden. Ebenso können die Studierenden Gespräche aufnehmen und im Seminar werden diese bearbeitet. Es werden reale Elterngespräche reflektiert in Bezug auf die personenzentrierte Haltung beim Heilpädagogen. Ebenso zeige ich Filmausschnitte von gelungenen und weniger gelungenen Elterngesprächen und lasse diese in Kleingruppenarbeit analysieren. Wir besprechen, wie die theoretischen Inhalte in die Praxis transferiert werden können. Beispiel: Ein Studierender ist vor den Elterngesprächen oft noch „voll Gedanken in seinem Kopf“ er bringt diesen nicht frei. So probieren wir im Seminar die Methode der „aktuellen Momentaufnahme“. Dies bedeutet, dass der Studierende alle Gedanken in seinem Kopf fünf Minuten vor dem Gespräch verschriftlicht. Dies soll der Studierende in seiner beruflichen Praxis ausprobieren und kann in der zweiten Woche Rückmeldung über seine Erfahrungen geben. Wir besprechen herausfordernde Gesprächssituationen indem Studierende beispielsweise von Fällen berichten in welchen Eltern aggressiv, handgreiflich oder traurig wurden. Durch den Bezug zur Praxis und die eigene Schilderung kann die Motivation für die Inhalte – auch für später theoretisch folgende Inhalte- besser gebunden werden. Ebenso ist den Studierenden der Nutzen dieses Seminarinhalts für ihre berufliche Praxis bewusst. Durch eigenes Üben in Rollenspielen erhalten die Studierenden Sicherheit und Rückmeldung in Ihrer Arbeit. Durch die Exkursion in eine Beratungsstelle können die Studierenden Wissen über die Organisation und Aufgabenbereiche einer Heilpädagogin an einer Beratungsstelle erhalten. Hier wird das Interesse der Studierenden geweckt, da es ein mögliches zukünftiges Arbeitsfeld darstellen kann. Dies ist auch verbunden mit der Zukunftsbedeutung. Bei der Exemplarischen Bedeutung wird nachgefragt, welches allgemeine Problem der betreffende Inhalt erschließt? Als allgemeiner Sachverhalt soll die eigene Haltung der Studierenden in Bezug auf das Führen von personenzentrierten Elterngesprächen reflektiert werden. Es soll zur fachlichen Weiterbildung eine persönliche Entwicklung stattfinden, welche einen Prozess in der gesamten Heilpädagogenausbildung darstellt und nicht nur in den zwei Wochen stattfindet. In diesen zwei Wochen soll weiterhin an der eigenen personenzentrierten Haltung der Studierenden gearbeitet werden (vgl. von Felden, 2014, S. 17).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Didaktik, Methodik und Medien in der Erwachsenenbildung. Didaktisches Handeln und Design
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Note
mit Erfolg bestanden
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V345201
ISBN (eBook)
9783668353503
ISBN (Buch)
9783668353510
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Didaktik, EB, Erwachsenenbildung, Pädagogik, Medien, Fernstudium, TU, Kaiserslautern, Lernen, Lehren, Unterrichten, Psychologie, Erwachsene, Weiterbildung, Modelle, Methodik
Arbeit zitieren
Martina Kellner-Fichtl (Autor), 2015, Didaktik, Methodik und Medien in der Erwachsenenbildung. Didaktisches Handeln und Design, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345201

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