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Une famille en pierre - Zu "L'Amant" von Marguerite Duras

Title: Une famille en pierre - Zu "L'Amant" von Marguerite Duras

Term Paper , 2004 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Cornelia Laufer (Author)

French Studies - Literature
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Als 1984 L’Amant in Frankreich veröffentlicht wurde, waren sich die Kritiker und die Presse einig, mit diesem Werk einen Schlüssel zu den früheren Romanen von Duras, wie beispielsweise „Un barrage contre le Pacifique“, gefunden zu haben: In diesem Buch, das gleichzeitig fiktionales Werk und Autobiographie ist, zerreißt M. Duras einen Schleier: den, der ihre Jugend verdeckte, der mehrere ihrer Werke verdunkelte.“ „Duras ist hier zu ihren Ursprüngen, zu ihrer Urszene zurückgegangen.“ Kurz nach der Veröffentlichung von L’Amant wehrte sich Duras noch dagegen, dass es sich um ein autobiographisches Werk handele, betonte, es gehe dabei um eine fiktive Geschichte und verwies auf den Romancharakter. Schließlich äußerte sich die Autorin in ihrem Buch selbst dazu: L’histoire de ma vie n’existe pas. Ca n’existe pas. Il n’y a jamais de centre. Pas de chemin, pas de ligne. Il y a de vastes endroits où l’on fait croire qu’il y avait quelqu’un, ce n’est pas vrai il n’y avait personne.

Marguerite Duras legt in ihren Werken Spuren von sich und ihrem Leben, die entziffert und gleichsam übersetzt werden wollen und deren Bedeutung keinesfalls immer evident sind. Duras schafft es, den Mythos, der sich um ihre Person und ihre Lebensgeschichte gebildet hat, aufrecht zu erhalten, indem sie immer wieder die Spuren ihrer Kindheit verwischt und in immer neue Masken schlüpft. Zudem betont ein autobiographischer Roman neben dem Bezug auf „wirklich Erlebtes“ die grundsätzliche Fiktionalität des Erzählten. Auch wenn sich die Romanfiguren direkt auf lebende Vorbilder beziehen, geht ein autobiographischer Roman frei mit den Elementen des gelebten Lebens um und kombiniert diese Elemente neu, ergänzt sie und schafft somit eine fiktionale Welt. Daher ist es problematisch, die Familie, die in dem Roman L’Amant geschildert wird, mit der tatsächlichen Familie Donnadieu, in der Marguerite Duras aufgewachsen ist, gleichzusetzen, auch wenn die Autorin sich als Protagonistin zu erkennen gibt und diesen Eindruck durch das Fehlen eines fiktiven Namens und die Erzählweise in der ersten Person auch noch bestärkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Mutter, die Tochter und das Geld

3. Der ältere Bruder

4. Eine Familie aus Stein

5. Der kleine Bruder

6. Der Abschied von Indochina

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den autobiographischen Charakter sowie die familiären Machtstrukturen im Roman "L'Amant" von Marguerite Duras. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der gelebten Realität der Autorin und ihrer literarischen Verarbeitung der Kindheit in Indochina aufzuzeigen.

  • Die Spannung zwischen fiktionalem Werk und Autobiographie
  • Machtgefüge und ökonomische Zwänge in der Mutter-Tochter-Beziehung
  • Die Rolle der Brüder als Kontrastfiguren zur Protagonistin
  • Die Familie als zerstörerische Einheit und die Suche nach individueller Freiheit

Auszug aus dem Buch

2.Die Mutter, die Tochter und das Geld

Das in L’Amant geschilderte Verhältnis zwischen der Mutter und ihrer Tochter ist ein zum Teil sehr widersprüchliches.

Die Mutter, die wegen des Kaufs einer unbebaubaren Konzession in Geldnot geraten ist, kleidet ihre Tochter sehr aufreizend, um die Blicke der Männer auf sie zu lenken. Insgeheim verspricht sie sich davon, dass ihre Tochter durch die Liaison mit einem reichen Mann wieder Geld ins Haus bringen wird.

Le lien avec la misère est là aussi dans le chapeau d’homme car il faudra bien que l’argent arrive dans la maison, d’une façon ou d’une autre il le faudra. Autour d’elle c’est les déserts, les fils c’est les déserts, ils feront rien, les terres salées aussi, l’argent restera perdu, c’est bien fini. Reste cette petite-là qui grandit et qui, elle, saura peut-être un jour comment on fait venir l’argent dans cette maison. C’est pour cette raison, elle ne le sait pas, que la mère permet à son enfant de sortir dans cette tenue d’enfant prostituée. [...] Ca fait sourire la mère.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, ob "L'Amant" als rein autobiographisch oder als fiktionales Werk zu lesen ist, und beleuchtet die Ambivalenz von Duras gegenüber ihrer eigenen Lebensgeschichte.

2. Die Mutter, die Tochter und das Geld: Das Kapitel analysiert die schwierige finanzielle Situation der Familie und wie diese den Umgang der Mutter mit ihrer Tochter bestimmt, wobei das Geld als treibende Kraft für die Liaison mit dem chinesischen Liebhaber fungiert.

3. Der ältere Bruder: Hier wird die destruktive Rolle des älteren Bruders Pierre beleuchtet, der die Familie tyrannisiert und trotz seiner Verfehlungen von der Mutter bedingungslos favorisiert wird.

4. Eine Familie aus Stein: Dieses Kapitel thematisiert die emotionalen Defizite und die Unfähigkeit zur echten familiären Bindung, welche Duras als "Familie aus Stein" beschreibt.

5. Der kleine Bruder: Im Zentrum steht das liebevolle Verhältnis zwischen der Protagonistin und ihrem jüngeren Bruder Paulo, wobei dessen Schutzbedürftigkeit und Ähnlichkeit zum Liebhaber zentral sind.

6. Der Abschied von Indochina: Das Kapitel beschreibt den Prozess der Ablösung von der Familie durch die Rückkehr nach Frankreich und wie die Erinnerung an die Kindheit zur literarischen "écriture courante" wird.

7. Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Duras mit dem Schreiben nicht abrechnet, sondern Frieden mit ihrer traumatischen Vergangenheit sucht und das "Unaussprechliche" in Form von Geständnisliteratur verarbeitet.

Schlüsselwörter

Marguerite Duras, L’Amant, Autobiographie, Fiktionalität, Familie, Mutter-Tochter-Verhältnis, Identität, Indochina, Geschwisterbeziehung, Schreiben, Trauma, Unaussprechliches, Erinnerung, Machtstrukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die literarische Auseinandersetzung von Marguerite Duras mit ihrer Kindheit und ihrer Familie im Roman "L'Amant".

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die prekäre Familienkonstellation, das ökonomische Kalkül der Mutter und die Identitätssuche der Protagonistin.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es wird hinterfragt, wie Duras in ihrem Werk die Grenze zwischen autobiographischem Erleben und literarischer Fiktion konstruiert.

Welche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Textstellen mit biographischen Hintergründen und Vergleichsanalysen zu früheren Werken wie "Un Barrage contre le Pacifique" verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifisch die Beziehungen zur Mutter, zu den beiden Brüdern, die familiäre Atmosphäre und die endgültige räumliche sowie emotionale Abnabelung von Indochina.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben der Autorin und dem Werk sind "Autobiographie", "Familie" und "Identität" prägende Begriffe für den Inhalt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Mutter?

Die Arbeit zeigt auf, dass die Mutter sowohl als Unterdrückerin durch materielle Not als auch als bewunderte Figur aufgrund ihrer Hartnäckigkeit porträtiert wird.

Gibt es eine inhaltliche Veränderung gegenüber früheren Werken von Duras?

Ja, die Arbeit weist darauf hin, dass Duras in "L'Amant" frühere Romane korrigiert und durch die autobiographische Offenheit ein neues Licht auf die Ereignisse wirft.

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Details

Title
Une famille en pierre - Zu "L'Amant" von Marguerite Duras
College
University of Freiburg
Grade
1,3
Author
Cornelia Laufer (Author)
Publication Year
2004
Pages
12
Catalog Number
V34523
ISBN (eBook)
9783638347204
ISBN (Book)
9783638811729
Language
German
Tags
Amant Marguerite Duras
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelia Laufer (Author), 2004, Une famille en pierre - Zu "L'Amant" von Marguerite Duras, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34523
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