Auf der Suche nach Informationen zum Thema High- Frequency-Trade (HTF) wird man mit vielen Zeitungsartikeln, Kommentaren und Theorien konfrontiert. Daraus lässt sich eine zunehmende Kritik am Hochfrequenzhandel entnehmen, da der Mensch in seinem Tun nicht mit der Effizienz und Schnelligkeit des HFT mithalten kann.
Viele Medien oder auch Experten haben geteilte Meinungen in Bezug auf dieses Thema, welche nachfolgend anhand der Ursachen des „Flash Crash“ einander gegenübergestellt werden. Der „Flash Crash“, sprich der Einbruch des US-amerikanischen Aktienmarktes am 6. Mai 2010 ist eines der umstrittensten Themen und somit auch ein sehr gutes Beispiel für die Ursachen des Hochfrequenzhandel. Dies führte dazu, dass der Dow Jones innerhalb einer halben Stunde um 1000 Punkte fiel und eine Verkaufswelle auf den verunsicherten Märkten auslöste.
Die Medien sahen einzelne Handelsteilnehmer als dessen Verursacher. Kritiker dagegen sind der Meinung, dass für den kompletten Zusammenbruch der Börse nicht nur ein Markteilnehmer verantwortlich sein kann. Es lassen sich jedoch bei der kritischen Betrachtung gegenüber automatisierten Vorgängen, einige Zusammenhänge in den Aussagen finden. Der Hochfrequenzhandel wächst rasend schnell und viele ungelöste Probleme liegen bei der Ursache im elektronischen und programmierten Handel, da dieser sehr komplex und „unberechenbar“ ist.
Zu Beginn gibt die Seminararbeit Einblicke in die Geschichte des Börsenhandels und die dort entstehende Entwicklung des High-Frequency-Trade. Es folgt eine Definition der Teilnehmer, welche auf solchen Märkten aktiv sind. Die Strategien, die genutzt werden, um mit dem Hochfrequenzhandel auf den Märkten agieren zu können werden aufgezeigt und erläutert. Schließlich endet diese Ausarbeitung mit einer kritischen Betrachtung der Chancen und Risiken. Ziel ist es, dem Leser eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik zu gewährleisten und keine einseitige Berichterstattung diverser Medien oder Wirtschaftskritikern.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BÖRSENHANDEL UND DER ZUSAMMENHANG ZU HIGH- FREQUENZY- TRADE
2.1 Definition
2.2 Durch den Börsenhandel zum High- Frequency- Trade
2.2.1 Geschichte und Entwicklung des Börsenhandels
2.2.2 Teilnehmer des High- Frequenzy- Trade
2.2.2.1 Sell- Side
2.2.2.2 Buy- Side
2.2.3 Strategien des High- Frequency- Trade
2.2.3.1 Abitrage
2.2.3.2 Liquidity Detection
3 KRITISCHE BETRACHTUNG
3.1 Chancen des High- Frequency- Trade
3.2 Risiken des High- Frequency- Trade
4 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit befasst sich mit einer volkswirtschaftlichen Beurteilung des Hochfrequenzhandels (HFT). Ziel ist es, dem Leser eine ganzheitliche Perspektive zu vermitteln, die über einseitige Berichterstattung hinausgeht, indem die historischen Entwicklungen, die verschiedenen Handelsstrategien sowie die Chancen und Risiken dieses komplexen, automatisierten Handels kritisch analysiert werden.
- Historische Entwicklung vom traditionellen Börsenhandel zum algorithmischen Hochfrequenzhandel.
- Differenzierung der Marktakteure in Sell-Side und Buy-Side.
- Analyse technischer Handelsstrategien wie Statistical Arbitrage und Liquidity Detection.
- Kritische Würdigung der Markteffizienz und der systemischen Risiken (z.B. Flash Crash).
Auszug aus dem Buch
2.2.3.1 Abitrage
Die Statistical Arbitrage-Strategie wird häufig für kurze Zeitintervalle verwendet. Mit Hilfe des Computers und Internets können dadurch Absatzmärkte zielgerichtet gefunden werden. So wurde die Abitrage zu einer der beliebtesten Strategien im High- Frequency- Trade.
Ziel dieser Strategie ist es schnellstmöglich Gewinne zu erwirtschaften. Dazu versucht der Händler Preisunterschiede oder auch Spreads an diversen Handelsplätzen auszunutzen. Dafür bietet sich ein mittiger Standort zwischen den Handelsplätzen an, denn mit der geringen Distanz geht ein Geschwindigkeitsvorsprung einher.
Folglich kann mit der Ordereingabe bereits erste Gewinne erzielt werden, da beispielsweise eine Stornierung großvolumiger Order(Auftrag an z.B. Bank um Aktien zu kaufen), welche mit einer hoher Geschwindigkeit platziert wurden, erfolgen kann, bevor der Händler diesen einlösen kann. Somit kann eine günstige Preisbewegung für den Trader( Händler) ermöglicht werden. Im Orderbuch wird dies als hohes Angebot oder einer großen Nachfrage signalisiert. Somit wird eine Liquidität je nach Platzierung auf beiden Seiten vorgegeben. Der Abschluss eines Börsengeschäfts ist demnach nicht zwingend notwendig, um den Preis eines Wertpapiers zu beeinflussen.
Seitdem Händler, welche die Abitrage-Strategie ausführen, auf vorhandene Ineffizienzen reagieren, sind sie hauptsächlich Interessenten von Liquidität.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Kritik am Hochfrequenzhandel anhand öffentlicher Medienberichte und thematisiert den sogenannten „Flash Crash“ als kontroverses Beispiel für die Risiken automatisierter Handelssysteme.
2 BÖRSENHANDEL UND DER ZUSAMMENHANG ZU HIGH- FREQUENZY- TRADE: Dieses Kapitel definiert den Hochfrequenzhandel als Unterform des algorithmischen Handels, ordnet seine Akteure in die Sell- und Buy-Side ein und erläutert technische Strategien wie Arbitrage und Liquiditätsentdeckung.
3 KRITISCHE BETRACHTUNG: Hier werden die positiven Effekte des HFT auf die Markteffizienz und Liquidität den erheblichen Gefahren durch unkontrollierbare Algorithmen und technische Programmierfehler gegenübergestellt.
4 FAZIT: Das Fazit resümiert, dass der Hochfrequenzhandel trotz bestehender Regulierungsdebatten global präsent bleiben wird und fordert einen ausgewogenen Umgang zwischen technologischer Innovation und Marktsicherheit.
Schlüsselwörter
Hochfrequenzhandel, HFT, algorithmischer Handel, Börsenhandel, Arbitrage, Liquidität, Markteffizienz, Flash Crash, Sell-Side, Buy-Side, Marktstabilität, Finanzmarkt, Technologie, Preisbildung, Volatilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine volkswirtschaftliche Einordnung und kritische Beurteilung des Hochfrequenzhandels (HFT) unter Berücksichtigung sowohl seiner Effizienzvorteile als auch seiner Risiken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben der historischen Entwicklung des Börsenwesens stehen die Akteure (Sell-Side/Buy-Side), spezifische Handelsstrategien sowie die Auswirkungen auf Marktstabilität und Transaktionskosten im Zentrum.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Ziel ist es, eine ganzheitliche Sicht auf den Hochfrequenzhandel zu bieten und zu hinterfragen, ob die Effizienzsteigerungen die durch den automatisierten Handel entstehenden Risiken rechtfertigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die durch Fallbeispiele wie den „Flash Crash“ und wirtschaftstheoretische Definitionen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologische und historische Herleitung, die detaillierte Beschreibung der HFT-Strategien sowie die diskursive Gegenüberstellung von Chancen und Risiken.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Zu den zentralen Begriffen zählen Hochfrequenzhandel, Marktliquidität, algorithmischer Handel und die Balance zwischen technologischem Fortschritt und regulatorischer Sicherheit.
Wie unterscheidet sich der HFT vom klassischen algorithmischen Handel?
Der wesentliche Unterschied liegt in der extrem kurzen Zeitspanne der Haltedauer von Positionen beim HFT, mit dem Ziel, das Risiko über Nacht zu vermeiden.
Welches Beispiel wird für ein technisches Versagen im HFT angeführt?
Die Arbeit nennt den Vorfall bei „Knight Capital“ im Jahr 2012, bei dem ein fehlerhaftes Testprogramm innerhalb weniger Minuten massive finanzielle Verluste verursachte.
- Quote paper
- Marco Wahner (Author), 2015, Volkswirtschaftliche Beurteilung von High- Frequency-Trade, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345247