Volkswirtschaftliche Beurteilung von High- Frequency-Trade


Hausarbeit, 2015

24 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Börsenhandel und der Zusammenhang zu High- Frequenzy- Trade
2.1 Definition
2.2 Durch den Börsenhandel zum High- Frequency- Trade
2.2.1 Geschichte und Entwicklung des Börsenhandels
2.2.2 Teilnehmer des High- Frequenzy- Trade
2.2.2.1 Sell- Side
2.2.2.2 Buy- Side
2.2.3 Strategien des High- Frequency- Trade
2.2.3.1 Abitrage
2.2.3.2 Liquidity Detection

3 Kritische Betrachtung
3.1 Chancen des High- Frequency- Trade
3.2 Risiken des High- Frequency- Trade

4 Fazit

5 Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anleihebestand und Anleihenhandel

Abbildung 2: Hochfrequenzbasierte Handelsstrategien

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Auf der Suche nach Informationen zum Thema High- Frequency- Trade wird man mit vielen Zeitungsartikeln, Kommentaren und Theorien konfrontiert. So schreibt beispielsweise die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 19.01.2013:

„Hochfrequenzhandel ist an den Börsen in Mode: Computer verschieben rasend schnell Aktien hin und her. So schnell kommt kein Mensch mit. Ist am Ende das ganze Finanzsystem in Gefahr?“[1]

Daraus lässt sich eine zunehmende Kritik am Hochfrequenzhandel entnehmen, da der Mensch in seinem Tun nicht mit der Effizienz und Schnelligkeit des HFT mithalten kann.

Viele Medien oder auch Experten haben geteilte Meinungen im Bezug auf dieses Thema, welche nachfolgend anhand der Ursachen des „Flash Crash“ gegenübergestellt werden.

Der „Flash Crash“, sprich der Einbruch des US- amerikanischen Aktienmarktes am 6. Mai 2010 ist eines der umstrittensten Themen und somit auch ein sehr gutes Beispiel für die Ursachen des Hochfrequenzhandel.

Dies führte dazu, dass der Dow Jones innerhalb einer halben Stunde um 1000 Punkte fiel und eine Verkaufswelle auf den verunsicherten Märkten auslöste.[2]

Die Medien sahen einzelne Handelsteilnehmer als dessen Verursacher. Doch Kritiker dagegen sind der Meinung, dass für den kompletten Zusammenbruch der Börse nicht nur ein Markteilnehmer verantwortlich sein kann. Es lassen sich jedoch bei der kritischen Betrachtung gegenüber automatisierten Vorgängen, einige Zusammenhänge in den Aussagen finden.

Der Hochfrequenzhandel wächst rasend schnell und viele ungelöste Probleme liegen bei der Ursache im elektronischen und programmierten Handel, da dieser sehr komplex und „unberechenbar“ ist.

Zu Beginn gibt die Seminararbeit Einblicke in die Geschichte des Börsenhandels und die dort entstehende Entwicklung des High- Frequency- Trade. Es folgt eine Definition der Teilnehmer, welche auf solchen Märkten aktiv sind. Die Strategien, die genutzt werden, um mit dem Hochfrequenzhandel auf den Märkten agieren zu können werden aufgezeigt und erläutert. Schließlich endet diese Ausarbeitung mit einer kritischen Betrachtung der Chancen und Risiken.

Ziel ist es, dem Leser eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik zu gewährleisten und keine einseitige Berichterstattung diverser Medien oder Wirtschaftskritikern.

2 Börsenhandel und der Zusammenhang zu High- Frequenzy- Trade

2.1 Definition

Eine einheitliche Definition von High- Frequency- Trade wird in den wissenschaftlichen Büchern nicht gewährleistet. Eine Definition des Hochfrequenzhandels von Daniel Saraga lautet:

„Rund um die Uhr laufen blitzschnelle Computerprogramme mit automatischen Algorithmen auf Hochtouren und beobachten die Finanzmärkte. Ihr Ziel: in wenigen Millisekunden ein paar Cent Gewinn machen. Analyse einer umstrittenen und kaum bekannten Praxis: das High- Frequency- Trading.“[3]

In der Literatur ist man sich einig, dass es einen Zusammenhang zwischen dem sogenannten algorithmischen Handel und dem Hochfrequenzhandel gibt.

Der wesentliche Unterschied liegt in der Zeitspanne des Handelns. Während der algorithmische Handel Besitzperioden aufweist, welche Minuten, Tage oder Wochen andauern können, konzentriert sich der Hochfrequenzhandel auf kurze Perioden. Dadurch soll die Position am Ende eines Handelstages neutral gehalten werden.[4]

Abschließend ist es wie so oft, dass die Markteilnehmer, welche am schnellsten handeln den größten Gewinn am Ende eine Tages verbuchen können. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Hochfrequenzhandel eine Art des algorithmischen Handels darstellt und der Mensch durch den Computer ersetzt wird.

2.2 Durch den Börsenhandel zum High- Frequency- Trade

Um sich mit der Materie des Hochfrequenzhandels beschäftigen zu können, ist es unbedingt notwendig, sich über die Entwicklung des Handels an der Börse im Klaren zu sein. Der HFT revolutionierte in den letzten Jahrzehnten den Börsenhandel, indem dessen Geschwindigkeit um ein Vielfaches gesteigert wurde. Dies ist letztlich auf den Einsatz von Computern sowie auf die Erfindung des Internets zurückzuführen, welche maßgeblich für die Entwicklung des gegenwärtigen Finanzmarktes verantwortlich sind. Diese Revolution soll nachfolgend näher betrachtet werden.

2.2.1 Geschichte und Entwicklung des Börsenhandels

Der Handel hat seinen Ursprung im Beginn der Menschheit. So unterlag bereits der Tauschhandel dem Prinzip von "Angebot und Nachfrage", welcher sich in den nächsten Jahrhunderten zu einem finanzbasierenden Markt entwickelte.

Erste Finanzgesellschaften sind im alten Rom zu verorten, in dem Zölle und Bergwerke für mehrere Jahre an Finanzgesellschaften verpachtet wurden.[5]

Eine passende Definition die nicht nur damals, sondern auch heute gilt lautet:

„Handel übernimmt die Aufgabe, räumliche, zeitliche, qualitative und quantitative Spannungen zwischen der Produktion und der Konsumtion auszugleichen“.[6]

Im Jahre 1409 eröffnete die erste Börse der Welt ihre Tore in Brügge.[7]

Der Handel in Brügge basierte damals noch nicht auf immateriellen Waren wie Wertpapieren, sondern auf reell vorhandenen Gütern, welche persönlich und direkt übergeben wurden. Dazu kamen Bank- und Kaufleute aus verschiedenen Regionen Europas in Brügge zusammen.

Im Jahr 1606 hatte ein niederländisches Unternehmen namens „ Vereenigde Oost- Indische Comapagnie die Idee, Namenspapiere an Dritte zu übergeben um weiterhin in die Schiffsflotten investieren zu können[8]. Dieses Stück Papier wurde damals als Anteilsschein bezeichnet. Der daraus resultierende Nutzen war das Recht auf die Mitgliedschaft in einer Gesellschaft und den Anspruch auf die Auszahlung einer Dividende. Innerhalb weniger Jahrzehnte vervielfachte sich der Wert[9]. Eine neue Revolution auf den Finanzmärkten war angestoßen, die Gründung der „Aktie“.

Schnell wurde den Gesellschaften, welche die sogenannten Anteilsscheine verkauften bewusst, dass nicht nur die Herausgabe der Aktien am Primärmarkt möglich ist. Es dauerte nicht lang und ein Sekundärmarkt wurde gegründet. Dort entstand der Handel mit den Wertpapieren.[10]

Jahrhunderte lang war der Ablauf an der Börse gleich. So haben sich die Beteiligten täglich oder stündlich an öffentlichen Plätzen oder Gebäuden zum Handel getroffen. Doch Dank vollelektronischer und standortunabhängiger Handelssysteme, welche noch genannt werden, nahm die Börsengeschichte eine weitere Wendung an[11].

Die elektronischen Aktienmärkte wie zum Beispiel IBIS[12], NASDAQ[13] und XETRA[14] wurden eingeführt. Durch die Erfindung der ersten Computer, rückte der persönliche Handel immer weiter in den Hintergrund. Die Entwicklung des Internets war ausschlaggebend für die Beschleunigung des Prozesses. Die daraus resultierenden Ergebnisse zwischen Käufer und Verkäufer lagen darin, dass sich nicht nur die Distanz, sondern auch die Zeit des Handels verringerte.

Der frühere Ablauf war vergleichsweise deutlich zeitaufwändiger und nur durch mehrere Ausführungsschritte zu bewerkstelligen.

Demnach kontaktierte der Käufer seinen Verkaufsvertreter, um Preisauskunft über ein Wertpapier zu erlangen. Dieser machte sich dann auf den Weg und holt sich die benötigten Preise. Die erhaltenen Informationen gibt er danach an seinen Kunden weiter. Entscheidet dieser sich für den Kauf, wiederholt sich der ganze Prozess erneut. Der Ablauf war langsam, fehleranfällig und sehr teuer, da die Kosten an den Kunden weitergegeben wurden.[15]

Durch die oben aufgeführten Handelssysteme wird die Dauer der Anspruchszeit eines Ablaufs auf wenige Minuten minimiert. Der Käufer nimmt sein Handeln somit selbst in die Hand, indem er einen elektronischen Auftrag erteilt. Es ist durchaus möglich seine Order mit einem Limit zu versehen, welches Höchst- und Mindestpreise beinhaltet. Der Auftrag gelangt auf direktem Weg an die Börse.

Dieses System zeigt noch einmal auf, dass nicht nur die Zeit sondern auch Kosten, welche für Zwischenstationen bis zur Orderausführung entstehen deutlich verringert wurden.

Die zunehmende Popularität am Wertpapierhandel mit den verschiedenen Systemen, ist in Abbildung eins zu erkennen. Diese zeigt den Bestand von börsen- und nicht- börsengehandelter Anleihen vom Zeitraum 1991 bis 2008.

[...]


[1] Vgl. Artikel von Christian Siedenbiedel Frankfurter Allgemeine(19.01.2013).

[2] Vgl. Artikel „Was den US- Börsencrash im Mai verursachte“ Handelsblatt(01.10.2010)

[3] Saraga Daniel, „Millionengewinne in Millisekunden“

[4] Vgl. Jonathan A. Brogaard HFT and its Imptact on Market Quality(Seite 5)

[5] Vgl. Börse, Artikel „Die Vorläufer: Rom und Genua“

[6] Prof.Dr. Willy Schneider: „Handel“ Wirtschaftslexikon Gabler

[7] Vgl. „Die Geschichte der Börse“, finanz-content.de

[8] Vgl. Artikel „Welche Aktie war die erste?“ Handelsblatt

[9] Vgl. „Gewürze als Dividende“, Stern

[10] Vgl. Deutsche Börsengeschichte, S. 17 ff Pohl, Hans

[11] Vgl. Artikel „Vom Parkett zum elektronischen Handelsplatz“, S. 7, deutsche- boerse.com

[12] siehe Abkürzungsverzeichnis

[13] weltweit erster elektronischer Aktienmarkt, Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon

[14] vollelektronisches Handelssystem an der Frankfurter Börse, Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon

[15] Vgl. HFT von Irene Aldridge S. 7 und 8

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Volkswirtschaftliche Beurteilung von High- Frequency-Trade
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
24
Katalognummer
V345247
ISBN (eBook)
9783668355699
ISBN (Buch)
9783668355705
Dateigröße
627 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
High-Frequency-Trade, HTF, Börse, Berichterstattung, Medien, Chancen, Risiken, Strategien, Bewertung, volkswirtschaftlich
Arbeit zitieren
Marco Wahner (Autor), 2015, Volkswirtschaftliche Beurteilung von High- Frequency-Trade, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345247

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