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Die Rolle der Fremderfahrung in Edmund Husserls 'Cartesianischen Meditationen'

Titel: Die Rolle der Fremderfahrung in Edmund Husserls 'Cartesianischen Meditationen'

Hausarbeit , 2004 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Moritz Deutschmann (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon ein Blick in das Inhaltsverzeichnis von Edmund Husserls “Cartesianischen Meditationen” macht deutlich, welche Bedeutung für Husserl die Theorie der Intersubjektivität hatte. Die fünfte Meditation, in der das Thema hauptsächlich behandelt wird, ist mit Abstand das längste Kapitel im ganzen Buch. Dementsprechend intensiv ist der Abschnitt auch in der Forschung diskutiert worden. Elisabeth Ströker konstatiert ein ”Schwanken seiner [Husserls, M.D.] Aufnahme zwischen hoher Anerkennung und scharfer Kritik”
In dieser Hausarbeit soll zunächst in zwei Abschnitten thesenartig gezeigt werden, warum Husserl in den "Cartesianischen Meditationen" das Thema der Fremderfahrung überhaupt behandelt. Eine genauere Erläuterung ergibt sich dann im zweiten Kapitel, in dem Husserls Theorie der Fremderfahrung und die Bedeutung des Eigenen in ihr dargestellt wird. Ein drittes Kapitel fast die Ergebnisse zusammen und bewertet Husserls Konzeption der Fremderfahrung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Warum gehört das Problem der Fremderfahrung zum Programm der transzendentalen Phänomenologie?

Zwischen Solipsismusverdacht und Aufgabe der εποχη

Eine transzendentale Theorie der objektiven Welt

Warum kann das Fremde sich nur auf dem Boden des Eigenen konstituieren?

Die Eigenheitssphäre und ihr Inhalt

Der Andere als Analogon des Selbst

Zusammenfassung und Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Fremderfahrung in Edmund Husserls „Cartesianischen Meditationen“ mit dem Ziel, die Notwendigkeit und den Mechanismus dieser Erfahrung innerhalb der transzendentalen Phänomenologie zu ergründen und kritisch zu bewerten.

  • Die Abwehr des Solipsismusvorwurfs in Husserls Philosophie.
  • Die konstitutive Bedeutung der Fremderfahrung für eine objektive Welt.
  • Die Analyse der Eigenheitssphäre und des Begriffs der Analogie.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Methode der Appräsentation.
  • Der Vergleich von phänomenologischen Ansätzen mit sprach- und sozialwissenschaftlichen Perspektiven.

Auszug aus dem Buch

Der Andere als Analogon des Selbst

Husserl bemüht sich ab §50 um eine genauere Auslegung der Analogie zwischen dem Eigenen und dem Fremden. Auf diese soll hier nur insoweit eingegangen werden, wie es für die Beantwortung der zweiten Frage nötig ist.

Die entscheidende Rolle spielt in dieser ”verähnlichenden Apperzeption” des Anderen der Körper. Der Andere kann nur als Körper in mein Wahrnehmungsfeld treten, denn nur als solcher ist er mir original zugänglich. Nur als Körper ist er Bestandteil meiner Eigenheitssphäre, wenn auch nicht als Teil einer objektiven Welt, die ja Fremderfahrung schon voraussetzt. Durch eine ”Sinnüberschiebung” von meinem Körper her, der für mich selbst immer auch Leib ist, bekommt der andere Körper den Sinn Leib. So nehme ich den Anderen nicht nur als Ding wahr, sondern als ein Wesen, das genauso wie ich, die Welt in seinem Bewusstsein konstituiert und neben den Dingen auch mich und andere Subjekte als solche erkennen kann. Im ”Gebaren” des Anderen bewährt sich diese Sinnüberschiebung andauernd; sie kann sich aber, wie das zum Beispiel bei einer Verwechslung eines Menschen mit einer Schaufensterpuppe der Fall ist, als Täuschung herausstellen.

Eine genauere Auslegung der Sinnüberschiebung zeigt, dass diese nicht einfach eine Verdoppelung meines eigenen Leibes, nicht die Konstitution eines ”zweiten Ich”, sondern eine Modifikation desselben ist. Insofern ist der Andere, wie Husserl in §44 sagt, gleichzeitig ”Spiegelung meiner selbst, und doch nicht eigentlich Spiegelung; Analogon meiner selbst und doch wieder nicht Analogon im gewöhnlichen Sinne.” Auch der Begriff des ”alter ego”, des ”anderen Ich” bringt diese Paradoxie zum Ausdruck.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Arbeit erläutert die zentrale Bedeutung der Intersubjektivität in den „Cartesianischen Meditationen“ und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

Warum gehört das Problem der Fremderfahrung zum Programm der transzendentalen Phänomenologie?: Dieses Kapitel analysiert Husserls Bestreben, den Solipsismus zu widerlegen und Fremderfahrung als notwendige Bedingung für eine objektive Welt zu etablieren.

Warum kann das Fremde sich nur auf dem Boden des Eigenen konstituieren?: Hier wird untersucht, wie durch die Reduktion auf die Eigenheitssphäre der Andere erst innerhalb des Bewusstseins als Analogon verständlich gemacht werden kann.

Zusammenfassung und Bewertung: Das abschließende Kapitel reflektiert den Argumentationsgang Husserls und setzt sich kritisch mit Einwänden aus der sprach- und sozialwissenschaftlichen Forschung auseinander.

Schlüsselwörter

Edmund Husserl, Cartesianische Meditationen, Fremderfahrung, Intersubjektivität, transzendentale Phänomenologie, Eigenheitssphäre, Appräsentation, Sinnüberschiebung, Solipsismus, Bewusstsein, Konstitution, alter ego, Leiblichkeit, Objektivität, Subjektphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Edmund Husserl in seinem Werk „Cartesianische Meditationen“ die Erfahrung des Anderen in den Rahmen seiner transzendentalen Phänomenologie einbettet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Eigenheitssphäre, die Funktion der Appräsentation, der Begriff des Analogon sowie die konstitutive Rolle der Intersubjektivität für eine objektive Welt.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, warum Husserl Fremderfahrung als essenziell betrachtet, und seine Argumentationsweise einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die phänomenologische Methode, indem sie Husserls Auslegungen der intentionalen Leistungen des Bewusstseins analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begründung der Notwendigkeit der Fremderfahrung für die Phänomenologie und die Erläuterung, wie das Fremde auf dem Boden des Eigenen konstituiert wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind insbesondere „Eigenheitssphäre“, „Appräsentation“ und „transzendentale Phänomenologie“.

Wie unterscheidet Husserl den „Körper“ vom „Leib“?

Husserl betrachtet den Körper als Objekt der Welt, während der Leib durch einen unmittelbaren Selbstbezug ausgezeichnet ist, in dem das Subjekt unmittelbar schaltet und waltet.

Warum wird Husserl von sprachtheoretischen Ansätzen kritisiert?

Kritiker wie Apel und Habermas argumentieren, dass Husserls Fokus auf das transzendentale Ego die intersubjektive Natur von Sprache und Kommunikation vernachlässigt.

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Details

Titel
Die Rolle der Fremderfahrung in Edmund Husserls 'Cartesianischen Meditationen'
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Edmund Husserl: Cartesianische Meditationen
Note
1,0
Autor
Moritz Deutschmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V34528
ISBN (eBook)
9783638347235
ISBN (Buch)
9783640315529
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rolle Fremderfahrung Husserl Cartesianische Meditationen Fremde Edmund Phänomenologie Erkenntnistheorie Zeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Moritz Deutschmann (Autor:in), 2004, Die Rolle der Fremderfahrung in Edmund Husserls 'Cartesianischen Meditationen', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34528
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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