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Der PraenaTest in theologisch-ethischer Perspektive

Title: Der PraenaTest in theologisch-ethischer Perspektive

Master's Thesis , 2015 , 125 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jennifer Jollet (Author)

Theology - Systematic Theology
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Der PraenaTest wird zunehmend von Frauen, die eine Risikoschwangerschaft eingehen verwendet. Doch welche Komplikationen können sich ergeben und welches ethische Dilemma steckt dahinter? Diese Arbeit beschäftigt sich vor allem mit der ethischen und religiösen Sicht auf dieses Thema.

Wird es durch den Test zu einer Diskriminierung von Menschen mit dem Down-Syndrom kommen? Steht einem behinderten Kind die gleiche Menschenwürde zu wie einem gesunden Kind? Ist es ethisch legitim sein behindertes Kind abzutreiben? Handelt es sich zu diesem frühen Zeitpunkt überhaupt schon um menschliches Leben? Und inwiefern stellt ein Down-Syndrom-Kind eine Belastung für die Mutter dar? Diese Fragen münden letztendlich in die Hauptfragestellung, ob der PraenaTest aus christlicher Sicht ethisch zu rechtfertigen ist.
Diese Arbeit versucht all diesen Fragen nachzugehen. So soll zu Beginn ein kurzer Überblick über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Pränataldiagnostik geben werden. Dort soll vor allem der Fokus auf dem PraenaTest liegen. Anschließend soll es um die unterschiedlichen Chromosomenstörungen gehen, die durch den PraenaTest aufgedeckt werden können, da durch diese Untersuchung beurteilt werden kann, wie schwerwiegend eine Krankheit ist. Nach dieser sehr medizinischen Betrachtungen widmet sich die Arbeit der ethischen Beurteilung. Dazu ist es zunächst wichtig, alle relevanten Unterthemen, die für den PraenaTest von Relevanz sind, zu betrachten. Dazu gehören die Menschenwürde, die die Grundlage der gesamten ethischen Betrachtung darstellt, die Abtreibung und der Umgang mit behinderten Menschen, welche an dem Down-Syndrom erkrankt sind. So ist es möglich am Ende eine ethische Abwägung des PraenaTests durchzuführen, um zum Schluss ein ausgereiftes Fazit ziehen zu können.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medizinische Betrachtungen

2.1 Die Pränataldiagnostik

2.1.1 Der Ultraschall als am häufigsten genutzte Pränataldiagnostik

2.1.2 Die Nackentransparenzmessung

2.1.3 Die Amniozentese als häufigste invasive Methode

2.1.4 Die Chorionzottenbiopsie

2.1.5 Die Kluft zwischen diagnostizierbaren und therapierbaren Möglichkeiten

2.1.6 Der Schwangerschaftsabbruch als Folge der Pränataldiagnostik

2.1.6.1 Die rechtliche Lage

2.1.6.2 Die ärztlichen Pflichten

2.1.6.3 Die psychischen Folgen

2.2 Der PraenaTest als neustes Testverfahren in der Pränataldiagnostik

2.2.1 Die Diagnosemöglichkeiten des PraenaTests

2.2.2 Die Durchführung des Tests

2.2.3 Für welche Schwangere ist der PraenaTest geeignet

2.2.4 Die Kosten für den PraenaTest

2.2.5 Gibt der PraenaTest Sicherheit?

2.2.6 Die Pflichten des Arztes

2.3 Die unterschiedlichen Chromosomenkrankheiten

2.3.1 Die Trisomie 21

2.3.1.1 Die unterschiedlichen Arten der Trisomie 21

2.3.1.2 Die Auswirkungen des Down-Syndroms

2.3.1.3 Die Diagnose des Down-Syndrom

2.3.1.4 Die Therapiemöglichkeiten

2.3.2 Die Trisomie 18

2.3.3 Die Trisomie 13

2.3.4 Das Turner-Syndrom

2.3.5 Das Triple-X-Syndrom

2.3.6 Das Klinefelter-Syndrom

2.3.7 Das XYY-Syndrom (Jacobs-Syndrom)

3. Ethische Betrachtungen zum PraenaTests

3.1 Der Begriff der Menschenwürde

3.1.1 Der Begriff der Menschenwürde in dem Verständnis der empirisch geprägten biomedizinischen Ethik

3.1.2 Menschenwürde und Lebensschutz aus christlicher Sicht – das transzendente Verständnis der Menschenwürde

3.1.2.1 Die Gottebenbildlichkeit – der Mensch als das Bild Gottes

3.1.2.2 Der Begriff der Person in christlicher Perspektive

3.1.3 Das christliche Verständnis der Menschenwürde in der säkularen Gesellschaft

3.1.4 Menschenwürde für das vorgeburtliche Leben

3.1.4.1 Ab wann beginnt das menschliche Leben?

3.1.4.2 Was bedeutet das Setzen der Befruchtung als Lebensbeginn für die Menschenwürde der Embryonen?

3.1.5 Menschenwürde für kranke und behinderte Menschen

3.2 Die Ethische Beurteilung von Abtreibungen

3.2.1 Die Abtreibung aus christlicher Sicht

3.2.1.1 Das Verständnis des Tötungsverbots

3.2.1.2 Der Schwangerschaftsabbruch im Kontext des erweiterten Verständnisses des Tötungsverbots

3.2.2 Die Spätabtreibung

3.2.3 Die Rolle der Eltern: Entweder Täter oder Opfer?

3.2.3.1 Die Rechte und Pflichten der Eltern

3.2.3.2 Die Mutter zwischen sozialen Druck und emotionaler Belastung

3.2.4 Die Rolle der Ärzte

3.2.5 Zwischenfazit zur Thematik des Schwangerschaftsabbruches

3.3 Die Behinderung als besondere ethische Herausforderung

3.3.1 Die Entscheidung der Mutter für oder gegen ein Down-Syndrom-Kind

3.3.1.1 Die Entscheidung gegen das Kind mit Down-Syndrom – Ein Fallbeispiel

3.3.1.2 Die Entscheidung für das Leben des Kindes mit Down-Syndrom – Ein Fallbeispiel

3.3.2 Die Last eines Down-Syndrom-Kindes

3.3.2.1 Die Familie als erste inklusive Institution

3.3.2.2 Von der Familie in die Eigenständigkeit

3.3.3 Behinderungen aus christlicher Sicht

3.3.4 Zwischenfazit: Das Down-Syndrom als besondere Herausforderung

4. Die kritische Auseinandersetzung mit dem PraenaTests im Verständnis der zuvor erläuterten ethischen Betrachtungen

4.1 Führt der PraenaTest zu einem Dammbruch in der Pränataldiagnostik?

4.2 Das Verhindern von Spätabtreibungen als wichtigstes Argument für den PraenaTest

4.3 Diskriminierung durch den PraenaTest

4.4 Die Sicht der Mutter

4.4.1 Die Familie als therapierbares Objekt

4.4.2 Die Liebe der Eltern

4.5 Hilfe zur Ermutigung: Die Annahme eines Kindes mit Down-Syndrom

5. Schlussfazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das neue nichtinvasive Testverfahren des "PraenaTests" aus christlich-ethischer Sicht zu rechtfertigen ist. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, ob dieser Test zu einer Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen, namentlich dem Down-Syndrom, führt und wie dies mit dem Konzept der Menschenwürde vereinbar ist.

  • Medizinische Grundlagen der Pränataldiagnostik und Funktionsweise des PraenaTests
  • Ethische Reflexion des Menschenwürdebegriffs (empirisch vs. christlich-transzendent)
  • Die moralische Bewertung von Schwangerschaftsabbrüchen und Spätabtreibungen
  • Der Umgang mit Behinderung und der Wert des Lebens behinderter Menschen
  • Diskriminierungspotenziale und die soziale Verantwortung von Eltern und Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Die Amniozentese als häufigste invasive Methode

Die Amniozentese wird von den Frauenärzten am häufigsten für eine Abklärung von Auffälligkeiten beim Ultraschall oder einer anderen vorangegangenen nichtinvasiven Methode durchgeführt. Doch zunächst soll an dieser Stelle geklärt werden, was eine invasive Methode ist: Man versteht unter einer invasiven Diagnostik alle Untersuchungen, die mit dem Gebrauch einer Nadel und dem Eindringen in den Körper der Mutter zu tun haben, wie z.B. Fruchtwasserentnahmen, Entnahmen von Plazentageweben oder fetalem Blut, Entnahme vom Gewebe des Kindes und auch fetale Narkose. In der Phase der Frühschwangerschaft geht es bei den Untersuchungen meistens um die Analyse der Chromosomen, wie es bei der Amniozentese und der Chorionzottenbiopsie der Fall ist.

Im Fruchtwasser sind Zellen des Kindes vorhanden, welche entweder aus dem Harntrakt stammen oder von der Haut abgeschilfert sind. Somit kann man durch die Entnahme des Fruchtwassers, die Zellen des Kindes im Labor untersuchen. Da es nur wenige Zellen sind, müssen sie vor der Auswertung in einer Kultur vermehrt werden, daher kann es zehn bis vierzehn Tage bis zum Vorliegen eines Endergebnisses dauern. Da nur Flüssigkeit entnommen wird, ist die Nadel bei der Punktion sehr dünn, wodurch der Schmerz für die Frau erträglicher ist. Trotzdem kommt es zu leichten Schmerzen und Kreislaufreaktionen. Eine Betäubung ist nicht möglich.

Während der Punktion kann man den Verlauf der Nadel sowie die Lage des Kindes mit Hilfe von Ultraschall gut nachvollziehen, sodass eine Verletzungsgefahr des Kindes recht gering ist. Da ein solcher Eingriff auch für die Mutter sehr anstrengend ist, sollte die Schwangere anschließend noch 30 Minuten liegen und sich die nächsten 24 Stunden zu Hause schonen. Am nächsten Tag wird eine Kontrolluntersuchung durchgeführt. Das größte Risiko bei der Amniozentese ist das Verursachen eines Blasensprungs. Dieser entsteht, wenn das Loch in der Eihaut das Fruchtwasser entweichen lässt. Dadurch kann es beispielsweise zu bleibenden Schäden bei der fetalen Lunge oder zur Versteifung der Gelenke des Kindes, im schlimmsten Fall zur vorzeitigen Wehentätigkeit kommen, sodass ein eventuell völlig gesundes Kind auf diese Weise getötet werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand von Fallbeispielen aus dem Alltag die gesellschaftliche Stigmatisierung von Menschen mit Down-Syndrom und führt in die moralische Problematik pränataler Diagnostik ein.

2. Medizinische Betrachtungen: Dieses Kapitel gibt einen systematischen Überblick über verschiedene Methoden der Pränataldiagnostik, ihre medizinische Funktionsweise, Risiken sowie die speziellen Krankheitsbilder wie Trisomie 21.

3. Ethische Betrachtungen zum PraenaTests: Hier erfolgt eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem christlichen Menschenwürdebegriff und dessen Anwendung auf das vorgeburtliche Leben sowie die ethische Beurteilung von Schwangerschaftsabbrüchen.

4. Die kritische Auseinandersetzung mit dem PraenaTests im Verständnis der zuvor erläuterten ethischen Betrachtungen: Das Kapitel führt die medizinischen Fakten mit der ethischen Theorie zusammen und diskutiert das Diskriminierungspotenzial des PraenaTests sowie die Rolle von Eltern und Ärzten.

5. Schlussfazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass der PraenaTest in der derzeitigen gesellschaftlichen Praxis ethisch nicht zu vertreten ist, da er die Selektion behinderten Lebens begünstigt.

Schlüsselwörter

PraenaTest, Pränataldiagnostik, Menschenwürde, Down-Syndrom, Trisomie 21, christliche Ethik, Schwangerschaftsabbruch, Behinderung, Selektion, Lebensschutz, Gottebenbildlichkeit, Inklusion, medizinische Ethik, Bioethik, Selbstbestimmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das neue pränatale Testverfahren "PraenaTest" aus einer theologisch-ethischen Perspektive und hinterfragt dessen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und den Umgang mit behindertem Leben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf medizinischen Fakten zur Pränataldiagnostik, der theologischen Begründung der Menschenwürde sowie einer ethischen Debatte über Abtreibung und den Umgang mit Menschen mit Down-Syndrom.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Fragestellung lautet, ob der PraenaTest aus christlicher Sicht ethisch zu rechtfertigen ist, insbesondere unter Berücksichtigung der möglichen Diskriminierung von Kindern mit Down-Syndrom.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine systematische ethische und theologische Analyse, die medizinische Fakten in den Kontext christlicher Anthropologie und aktueller bioethischer Diskurse stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine medizinische Bestandsaufnahme der Testverfahren, eine grundlegende ethische Reflexion über Menschenwürde und eine kritische Auseinandersetzung mit den Konsequenzen des PraenaTests für die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Behinderung.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind PraenaTest, Menschenwürde, Down-Syndrom, christliche Ethik, Selektion und Lebensschutz.

Warum spielt die Gottebenbildlichkeit eine so zentrale Rolle in der Argumentation der Autorin?

Die Gottebenbildlichkeit dient der Autorin als Begründung für eine "fremde Würde", die jedem Menschen unabhängig von seiner geistigen oder körperlichen Leistungsfähigkeit von Gott zugesprochen wird und somit vor Selektion schützt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Eltern und Ärzte im Kontext des PraenaTests?

Die Autorin sieht sowohl Eltern als auch Ärzte in der Pflicht, sich nicht von einem rein medizinisch-technischen Automatismus leiten zu lassen, sondern eine bewusste, verantwortungsvolle Entscheidung für das Leben zu treffen, die über ökonomische oder gesellschaftliche Druckfaktoren hinausgeht.

Excerpt out of 125 pages  - scroll top

Details

Title
Der PraenaTest in theologisch-ethischer Perspektive
College
University of Hannover
Grade
1,3
Author
Jennifer Jollet (Author)
Publication Year
2015
Pages
125
Catalog Number
V345300
ISBN (eBook)
9783668355583
ISBN (Book)
9783668355590
Language
German
Tags
praenatest perspektive
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Jollet (Author), 2015, Der PraenaTest in theologisch-ethischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345300
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