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Der Wirkfaktor Hund im Rahmen tiergestützter Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen

Glauben oder Wissen?

Título: Der Wirkfaktor Hund im Rahmen tiergestützter Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen

Tesis (Bachelor) , 2016 , 59 Páginas , Calificación: 1,1

Autor:in: Julia Rothfos (Autor)

Psicología - Consulta y Terapia
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Die Einbeziehung von Tieren in eine psychotherapeutische Behandlung ist weder neu noch ungewöhnlich. Seit den 1960er Jahren wird dieses Gebiet dokumentiert und beforscht. Allerdings ist hier die Praxis der Theorie weit voraus. Offizielle Stellen wie die Gesellschaft für Neuropädiatrie und die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin vermissen immer noch einen wissenschaftlich fundierten Nachweis der Wirksamkeit tiergestützter Psychotherapie.

In der folgenden Arbeit wird recherchiert, ob es ausreichend Wirksamkeitsstudien aus den letzten zehn Jahren gibt, die den Anforderungen der evidenzbasierten Medizin genügen. Dazu wurden in verschiedenen Datenbanken gefundene Studien zu hundegestützter Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen anhand von Checklisten ausgewertet, ein Qualitätsstandard zugeordnet und eine mögliche Evidenzempfehlung ausgesprochen.

Im Ergebnis lässt sich feststellen, dass es sich bei tiergestützter Therapie um ein ausgesprochen heterogenes Forschungsfeld handelt. Für bestimmte Symptomkomplexe kann tiergestützte Psychotherapie als evidenzbasiert bezeichnet werden, der höchste Evidenzgrad ist jedoch noch nicht erreicht. Zwar wurden in den letzten Jahren verstärkt auch randomisierte und kontrollierte Studien durchgeführt, es sind aber immer noch viele Fragen offen und vor allem fehlt es nach wie vor an einer einheitlichen theoretischen Grundlage für tiergestützte Psychotherapie.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Abstract

2 Einführung und Vorstellung der Arbeit

3 Der Wirkfaktor Hund in der Psychotherapie

3.1 Mensch-Hund-Beziehung

3.1.1 Bindungstheorie

3.1.2 Biophilie

3.1.3 Du-Evidenz

3.1.4 Spiegelneurone

3.1.5 Social Brain Hypothese

3.2 Tiergestützte Psychotherapie

3.2.1 Definition tiergestützte Psychotherapie

3.2.2 Entwicklung der tiergestützten Psychotherapie

3.2.3 Forschungsstand

3.3 Therapiebegleithunde und ihr Einsatz bei Kindern und Jugendlichen

3.3.1 Kinder und Tiere

3.3.2 Mögliche Wirkfaktoren von Therapiebegleithunden

4 Glauben oder Wissen

4.1 Forschungsfragen

4.2 Studiensuche

4.2.1 Inhaltliche Kriterien

4.2.2 Methodik

4.2.3 Suchergebnisse

4.3 Anforderungen an eine wissenschaftlich fundierte Studie

4.4 Überprüfung ausgewählter Studien

5 Ergebnisse

5.1 Ergebnisse im Hinblick auf die untersuchten Störungsbilder

5.2 Ergebnisse im Hinblick auf die untersuchten abhängigen Variablen

5.3 Ergebnisse bezüglich der Anzahl Studien pro Erscheinungsjahr

5.4 Ergebnisse im Bezug zu den Forschungsfragen

6 Diskussion, Limitierungen und Empfehlungen

7 Fazit

8 Literatur

9 Anhang

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Wirksamkeit der hundegestützten Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen wissenschaftlich fundiert belegt ist oder ob es sich lediglich um subjektive Einschätzungen handelt. Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand anhand der Anforderungen der evidenzbasierten Medizin zu prüfen.

  • Evidenzbasierte Bewertung der hundegestützten Psychotherapie
  • Mensch-Hund-Beziehung als theoretische Grundlage
  • Wirkfaktoren von Therapiebegleithunden
  • Qualitätsanalyse aktueller empirischer Studien (2006–2016)
  • Diskussion der methodischen Herausforderungen in der Anthrozoologie

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Kinder und Tiere

Kinder scheinen noch stärker als Erwachsene auf tiergestützte Interventionen anzusprechen (Nimer & Lundahl, 2007). Dies lässt sich mit der ganz besonderen Beziehung von Kindern zu Tieren erklären. Für Kinder sind Tiere ein wichtiger Teil des Lebens und jedes Kind hat sein Lieblingstier. Es findet sich kaum ein Kinderzimmer ohne Kuscheltiere, Tierbilder, Tierbücher etc. Kinder sehen in Tieren in erster Linie Spaßmacher, Spielgefährten, Beschützer, Freunde, Vertraute. Sie erzählen dem Tier ihre persönlichen Geheimnisse, Kummer und Sorgen in der Überzeugung, dass das Tier sie versteht. Vor allem Hunde können durch die ihnen eigene uneingeschränkte Akzeptanz des Gegenübers bei Kindern Vertrauen und Sicherheitsgefühl verstärken und werden deshalb gerne als Partner für Spiel und Eroberung der Umwelt gewählt. (Prothmann, 2014).

Es lassen sich direkte und indirekte Einflüsse des Hundes auf die Entwicklung eines Kindes feststellen. Bei einem Versuch mit einer Schulklasse zeigte sich z.B., dass sich das Selbstwertgefühl von unsicheren Kindern verstärkte, als sie sich 9 Monate lang um ein Tier in der Klasse kümmern sollten. Drei- bis sechsjährige Kinder mit einem Haustier wiesen mehr Empathie und Einfühlungsvermögen auf als die, die kein Haustier besaßen. Da Haustiere auch geduldige Zuhörer sind, können sie den Sprachreiz und somit die Sprachentwicklung fördern. Indirekte Einflüsse können z.B. Anerkennung und Austausch mit Klassenkameraden sein oder Bestätigung und Lob durch die Eltern für den Umgang mit den Tieren (Prothmann 2014).

Zusammenfassung der Kapitel

Abstract: Ein Überblick über die Forschungsarbeit, die den wissenschaftlichen Status der tiergestützten Therapie durch eine systematische Auswertung von Studien aus dem letzten Jahrzehnt kritisch beleuchtet.

Einführung und Vorstellung der Arbeit: Einführung in die historische Entwicklung der Mensch-Hund-Beziehung und Zielsetzung der Arbeit, die Wirksamkeit des Hundes als Therapietier wissenschaftlich zu validieren.

Der Wirkfaktor Hund in der Psychotherapie: Darstellung theoretischer Modelle wie Bindungstheorie und Biophilie sowie der spezifischen Wirkmechanismen von Therapiebegleithunden.

Glauben oder Wissen: Entwicklung der Forschungsfragen und methodische Beschreibung der systematischen Studiensuche und der angewandten Qualitätskriterien.

Ergebnisse: Detaillierte Auswertung und Qualitätsbewertung der 29 gefundenen Studien im Hinblick auf Störungsbilder und abhängige Variablen.

Diskussion, Limitierungen und Empfehlungen: Kritische Reflexion der methodischen Schwierigkeiten bei der Erforschung tiergestützter Interventionen und Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass Hunde in der Therapie ein hohes Potenzial bergen, jedoch weitere standardisierte Forschung für eine wissenschaftliche Anerkennung erforderlich ist.

Schlüsselwörter

Tiergestützte Psychotherapie, Therapiebegleithund, Mensch-Hund-Beziehung, Evidenzbasierte Medizin, Kinder und Jugendliche, Wirkfaktoren, Bindungstheorie, Psychotherapie, Qualitätsstandard, Empirische Forschung, ADHS, Autismus, Stressreduktion, Selbstwirksamkeit, Anthrozoologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die in der Praxis beobachtete positive Wirkung von Hunden in der Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen objektiv wissenschaftlich belegt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Erklärungsmodelle der Mensch-Hund-Beziehung, die Definition tiergestützter Psychotherapie und die evidenzbasierte Bewertung von klinischen Studien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, die wissenschaftliche Fundierung der hundegestützten Psychotherapie zu prüfen und der Kritik von Fachgesellschaften, denen methodisch einwandfreie Nachweise fehlen, zu begegnen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin führt eine systematische Literaturrecherche und eine kriteriengestützte Qualitätsbewertung (mittels validierter Checklisten) von 29 empirischen Studien aus den Jahren 2006 bis 2016 durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Vorgehensweise der Studiensuche, eine detaillierte Analyse der Ergebnisse nach Störungsbildern sowie eine Diskussion der methodischen Qualität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Tiergestützte Psychotherapie, Therapiebegleithund, Evidenzbasierte Medizin, Bindungstheorie und Anthrozoologie.

Warum wird in der Arbeit zwischen „Glauben“ und „Wissen“ unterschieden?

Der Titel greift die Skepsis offizieller medizinischer Stellen auf, die tiergestützte Ansätze mangels „harter“ wissenschaftlicher Belege oft nur als subjektive Überzeugung („Glauben“) statt als fundierte Behandlung („Wissen“) einstufen.

Wie bewertet die Arbeit die Qualität der aktuellen Forschung?

Die Autorin stellt fest, dass ein Großteil der Studien einen soliden methodischen Standard aufweist, mahnt aber gleichzeitig zu mehr Einheitlichkeit bei den Forschungsdesigns und zur Schließung von theoretischen Lücken.

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Detalles

Título
Der Wirkfaktor Hund im Rahmen tiergestützter Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen
Subtítulo
Glauben oder Wissen?
Calificación
1,1
Autor
Julia Rothfos (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
59
No. de catálogo
V345322
ISBN (Ebook)
9783668351318
ISBN (Libro)
9783668351325
Idioma
Alemán
Etiqueta
tiergestützt psychotherapie kinder jugendliche hunde animal assisted therapy hundegestützt wirksamkeitsstudien evidenzbasierte medizin
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Rothfos (Autor), 2016, Der Wirkfaktor Hund im Rahmen tiergestützter Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345322
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