Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Personalplanung am Beispiel der GALERIA Kaufhof GmbH


Hausarbeit, 2015

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der demografische Wandel
2.1 Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
2.2 Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

3 Einfluss des demografischen Wandels auf die Personalplanung
3.1 Aufgaben der Personalplanung
3.2 Personalplanung in Bezug auf den demografischen Wandel

4 Die Personalplanung der GALERIA Kaufhof GmbH
4.1 Die GALERIA Kaufhof GmbH
4.2 Maßnahmen der GALERIA Kaufhof GmbH zur Bewältigung des demografischen Wandels
4.3 Bewertung der Maßnahmen hinsichtlich des Erfolgs

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Thema des demografischen Wandels hat in den letzten Jahren stark an Relevanz gewonnen und ist schon lange kein Problem der Zukunft mehr. Die Konsequenzen für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sind unübersehbar. Fast täglich wird die Gesellschaft mit Problemen wie der Über- alterung und Schrumpfung der Gesellschaft, sowie den Grenzen des Rentenversicherungssys- tems, konfrontiert. Die Folgen für den Arbeitsmarkt und die entstehenden Probleme in den Un- ternehmen, auf welche in den Medien deutlich weniger eingegangen wird, sind jedoch von ebenso großer Bedeutung.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Personalplanung der Unternehmen in Deutschland darzustellen. Die Maßnahmen der Personalplanung sollen am Beispiel der GALERIA Kaufhof GmbH verdeutlicht werden. Eine anschließende Analyse soll Aufschluss über den Erfolg der Maßnahmen geben.

Der Einfluss der aktuellen Flüchtlingspolitik in Deutschland auf die Bevölkerungsentwicklung wird in dieser Arbeit nicht betrachtet. Die in Folge genannten Zukunftsprognosen vernachlässigen daher die stark zugenommenen Flüchtlingsströme der letzten Jahre. Außerdem betreffen die dargestellten Untersuchungen zur Personalplanung mittelgroße bis große Unternehmen und sind nur teilweise auf kleine Unternehmen anwendbar.

Der Hauptteil dieser Arbeit ist in drei Kapitel gegliedert. Das erste Kapitel befasst sich mit der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und den Faktoren, durch die sie beeinflusst wird. Hierbei wird sowohl auf aktuelle Zahlen der Auswirkungen, als auch auf Zukunftsprognosen eingegangen. Auch wird auf die resultierenden Effekte auf den Arbeitsmarkt eingegangen, welche sich aus den Folgen des demografischen Wandels ergeben.

Im zweiten Kapitel werden die Aufgaben und die Bedeutsamkeit der Personalplanung eines Un- ternehmens erläutert und wie diese durch den demografischen Wandel beeinflusst und ange- passt werden.

Im letzten Abschnitt werden die Erkenntnisse aus den vorherigen Kapiteln am Beispiel der GA- LERIA Kaufhof GmbH untersucht. Zuerst wird das Unternehmen knapp vorgestellt, bevor auf die konkreten Maßnahmen in der Personalplanung eingegangen wird. Diese werden daraufhin hin- sichtlich des Erfolgs in Bezug auf den demografischen Wandel und auf Verbesserungspotenzial untersucht.

2 Der demografische Wandel

2.1 Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland

Grundlegend wird die Demografie einer Gesellschaft von drei elementaren Faktoren, der Fertilitätsrate, der Lebenserwartung und den Wanderungssalden, beeinflusst.

Die Fertilitätsrate beschreibt das Maß für die Anzahl der Kinder, die eine Frau während ihres Lebens im Durschnitt zur Welt bringt.1 Um die Bevölkerungszahl eines Landes auf einem stabilen Niveau zu halten, ist hierbei ein Durchschnittswert von 2,1 Kindern notwendig. Die deutsche Ge- sellschaft weist seit mehreren Jahrzehnten einen deutlich niedrigeren Wert auf. Im Jahr 2011 lag der Schnitt bei 1,39 Kindern.2 Das Ausmaß der zurückgehenden Geburten hat zwangsläufig Aus- wirkungen auf die Zukunft der deutschen Gesellschaft, da sich mit ihr die Zahl potenzieller Mütter reduziert.3

Die Gründe für den Rückgang der Fertilitätsrate in Deutschland sind unter anderem, das sich verändernde Rollenverständnis in Familien in Folge der Frauenemanzipation. Auch die steigenden Lebensunterhaltungskosten, die häufig von einem Alleinverdiener nicht mehr zu tragen sind, spielen eine zentrale Rolle.4

Die zweite wichtige Determinante der demografischen Entwicklung in Deutschland ist die Steigerung der Lebenserwartung, als Folge des anhaltenden Fortschrittes in den Bereichen der medizinischen Versorgung und der Lebensbedingungen.5 Im Jahr 2011 liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei etwa 75 Jahren für die Männer und 81 Jahren für die Frauen.6 Bis zum Jahr 2060 wird ein weiterer Anstieg auf etwa 85 bis 87,7 Jahre für das männliche Geschlecht, sowie 89,2 bis 91,2 Jahre für das weibliche Geschlecht prognostiziert.7

Der Wanderungssaldo eines Landes bildet den dritten Einflussfaktor auf den demografischen Wandel. Dieser beschreibt die Differenz der Zuwanderer und Abwanderer eines Landes, inner- halb einer Periode. Im Gegensatz zu den beiden oben genannten Faktoren ist bei der historischen Betrachtung des Wanderungssaldos kein allgemeiner Trend zu erkennen. Auch Angaben bezüg- lich zukünftigen Wanderungssalden können nicht getroffen werden, da diese von politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen anderer Länder, sowie der deutschen Migrationspolitik abhängig sind.8

Die Bedeutsamkeit eines positiven Wanderungssaldos ist mit der Stabilisierung der Bevölke- rungszahl in Zeiten sinkender Fertilitätsraten zu erklären. Bezogen auf Deutschland, ist hierfür derzeit ein positiver Saldo von etwa 500.000 Personen pro Jahr nötig.9

Die Auswirkungen der Einflussgrößen führten im Zeitraum 2003 bis 2010 zu einem starken Be- völkerungsrückgang. In den Folgejahren 2011 bis 2013 wurde der Trend bei einer Bevölkerungs- zahl von 80,8 Millionen Menschen aufgrund hoher Nettozuwanderungen vorerst unterbrochen. Bis zum Jahr 2060 wird ein weiterer Bevölkerungsrückgang auf etwa 67,6 bis 73,1 Millionen Men- schen, je nach Zuwanderungsstärke, prognostiziert. Die Ursachen der Prognose liegen in der immer weiter sinkenden Fertilitätsrate deutscher Frauen, sowie der steigenden Sterberate der deutschen Bevölkerung als Folge der Alterung. Langfristig übersteigt die Zahl der Gestorbenen somit die Zahl der Geborenen. Die Nettozuwanderung reicht nicht aus, um die dabei entstehende Differenz zu schließen.10

Auch die Altersstruktur der Bevölkerung wird sich in Folge der sinkenden Fertilitätsraten und stei- genden Lebenserwartungen gravierend verändern. Schon seit einiger Zeit weicht die Struktur von der klassischen Pyramidenform ab, welche sich aus ausgeprägten jungen Jahrgängen und ab- nehmender Besetzung der höheren Altersklassen ergibt.11 Stattdessen wird die Bevölkerung durch eine stark besetzte mittlere Altersklasse dominiert, während die Zahl der jungen Generation deutlich abnimmt. So steht in der Zukunft einer immer breiter werdenden alten Generation eine immer dünner werdende junge Generation gegenüber.12 Die dargestellten Entwicklungen stellen viele Bereiche vor große Herausforderungen und erfordern neue Maßnahmen.

Neben dem Rentenversicherungssystem werden die demografischen Veränderungen auch für zahlreiche Unternehmen verschiedenster Branchen nachhaltige Konsequenzen haben.13

2.2 Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Die dargestellten Auswirkungen des demografischen Wandels in Kapitel 2.1 betreffen unmittelbar die Struktur der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter.14 Im Jahr 2013 lag die Zahl der erwerbsfähigen Deutschen, alle 20- bis 64-Jährigen, bei 49,2 Millionen Menschen. Bis zum Jahr 2060 wird mit einem deutlichen Rückgang dieser Schicht auf etwa 34 bis 37 Millionen Menschen gerechnet, was einem Verlust von 24 bis 30 Prozent, je nach Ausmaß, entspricht.15

Die Alterung der allgemeinen deutschen Bevölkerung wird sich ebenfalls auf die Schicht der Er- werbsfähigen auswirken.16 Die Zahl der jüngeren Erwerbsfähigen, alle 20 - bis 29 - Jährigen, wird sich in den kommenden Jahrzehnten deutlich reduzieren, während der Anteil der älteren Erwerbs- fähigen, alle 50 - bis 65 - Jährige, deutlich wachsen wird.17

Die dargestellten Entwicklungen machen den Handlungsbedarf deutscher Unternehmen deutlich. Durch den wachsenden Wettbewerb der Arbeitswelt, als Folge der rasant fortschreitenden Glo- balisierung, ist es von besonderer Bedeutung wettbewerbsfähig zu bleiben.18 Die Anpassung der Personalplanung an die tiefgreifenden demografischen Entwicklungen, ist hierbei von enormer Wichtigkeit.

Derzeit sehen nur wenige Arbeitgeber Maßnahmen in diesem Bereich als notwendig an. Lediglich ein geringer Anteil hat bereits interne Maßnahmen getroffen um auch in Zukunft trotz schrumpfender Zahl der Erwerbsfähigen konkurrenzfähig zu bleiben. Auch die Anpassungen bezüglich der Alterung der Arbeitnehmer in den Betrieben gehen nur sehr stockend voran.19

3 Einfluss des demografischen Wandels auf die Personalplanung

3.1 Aufgaben der Personalplanung

Als Grundfunktion der Personalwirtschaft hat die Personalplanung das Ziel, die Mitarbeiterkapa- zität an den Bedarf eines Unternehmens anzugleichen. Dabei geht es einerseits um die quanti- tative Anpassung, andererseits um die qualitative Anpassung an die Stellenanforderungen.20

Ein Teilbereich der Personalplanung ist die Personalbedarfsplanung. Sie ermittelt den Bedarf an Mitarbeitern mit bestimmter Qualifikation, zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einem bestimmten Ort. Vom Sollbedarf an Personal wird der Istbestand abgezogen, sowie voraussichtliche Abgänge addiert und Zugänge subtrahiert.21

Wenn sich aus der Bedarfsplanung eine zukünftige Unterdeckung in Quantität oder Qualität ergibt, ist diese Lücke entsprechend zu schließen. Dies fällt in den Zuständigkeitsbereich der Personalbeschaffungsplanung. Sie lässt sich in Festlegung des Beschaffungswegs, Personalwerbung und Personalauswahl unterteilen. Im Gegensatz dazu ist es die Aufgabe der Personalabbauplanung, mögliche Überdeckungen zu beseitigen. Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen ist nur eine von mehreren Alternativen des Personalabbaus.22

Die Personaleinsatzplanung hat das Ziel, die Mitarbeiter effizient den zu bewältigenden Aufgaben des Unternehmens zuzuordnen.23

[...]


1 Vgl. Sporket, M. (2011), S. 26.

2 Vgl. Rump, J. / Eilers, S. (2014), S. 11.

3 Vgl. Rump, J. / Eilers, S. (2014), S. 11.

4 Vgl. Rump, J. / Eilers, S. (2014), S. 12.

5 Vgl. Rump, J. / Eilers, S. (2014), S. 14.

6 Vgl. Sporket, M. (2011), S. 28.

7 Vgl. Rump, J. / Eilers, S. (2014), S. 14.

8 Vgl. Sporket, M. (2011), S. 28.

9 Vgl. Rump, J. / Eilers, S. (2014), S. 13.

10 Vgl. Statistisches Bundesamt (2015), S. 15.

11 Vgl. Sporket, M. (2011), S. 36.

12 Vgl. Statistisches Bundesamt (2015), S. 17.

13 Vgl. Holz, M. / Da-Cruz, P. (2007), S. 21.

14 Vgl. Sporket, M. (2011), S. 39.

15 Vgl. Statistisches Bundesamt (2015), S. 20.

16 Vgl. Sporket, M. (2011), S. 40.

17 Vgl. Klein, A. (2012), S. 67.

18 Vgl. Happe, G. (2007), S. 15.

19 Vgl. Holz, M. / Da-Cruz, P. (2007), S. 15.

20 Vgl. Wöhe, G. / Döring, U. (2013), S. 123.

21 Vgl. Schwarz, D. (2010), S. 25-26.

22 Vgl. Wöhe, G. / Döring, U. (2013), S. 127-129.

23 Vgl. Wöhe, G. / Döring, U. (2013), S. 132.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Personalplanung am Beispiel der GALERIA Kaufhof GmbH
Hochschule
Fachhochschule Braunschweig / Wolfenbüttel; Standort Wolfsburg
Note
1,0
Autoren
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V345386
ISBN (eBook)
9783668354661
ISBN (Buch)
9783668354678
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswirkungen, wandels, personalplanung, beispiel, galeria, kaufhof, gmbh
Arbeit zitieren
Marvin Beccard (Autor)Niklas Müller (Autor), 2015, Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Personalplanung am Beispiel der GALERIA Kaufhof GmbH, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345386

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