Die nachfolgende Ausarbeitung beschäftigt sich mit der fachdidaktischen Konkretisierung des Mathematikunterrichts in jahrgangsgemischten Klassen. In diesem Abschnitt soll ein grober Überblick gegeben werden, welche Aspekte zu diesem Thema im Folgenden genauer behandelt und dargestellt werden.
Im Allgemeinen besteht die Arbeit aus zwei großen Schwerpunktthemen, nämlich aus der didaktischen Konzeption des jahrgangsgemischten Mathematikunterrichts und aus der Präsentation einiger Aufgabenformate, die für die Umsetzung dieser Konzeption gut geeignet sind. Bei der didaktischen Konzeption soll zunächst näher auf die Begründungszusammenhänge, insbesondere die Notwendigkeit der Differenzierung, eingegangen werden und anschließend zentrale Elemente für diese Konzeption herausgearbeitet werden. Im zweiten Teil der Arbeit, der eher praxisorientiert aufgebaut ist, werden dann die Aufgabenformate „Eigenproduktionen“, „Arbeit mit Lernumgebungen“ und „Substanzielle Aufgaben“ vorgestellt und anhand von Beispielen nochmals illustriert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Konzeption für einen jahrgangsgemischten Mathematikunterricht
2.1 Begründungszusammenhänge für die didaktische Konzeption
2.2 Elemente einer didaktischen Konzeption
2.2.1 Mathematikunterricht mit inhaltsdifferenzierten Aufgabenangeboten
2.2.2 Mathematikunterricht mit anforderungsdifferenzierten Aufgaben
2.2.3 Mathematikunterricht mit anforderungsoffenen Aufgaben
3. Ausgewählte Aufgabenformate
3.1 Eigenproduktionen
3.2 Arbeit mit Lernumgebungen
3.3 Substanzielle Aufgabenformate
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, fachdidaktische Strategien für den Mathematikunterricht in jahrgangsgemischten Klassen zu konkretisieren, um der hohen Heterogenität innerhalb dieser Lerngruppen durch geeignete Konzeptionen und Aufgabenformate erfolgreich zu begegnen.
- Notwendigkeit und Formen der Differenzierung (äußere vs. innere Differenzierung)
- Lehrersteuerung versus Schülerverantwortung bei Lernarrangements
- Präsentation praxisorientierter Aufgabenformate (Eigenproduktionen, Lernumgebungen, substanzielle Aufgaben)
- Methoden zur Förderung des individuellen Lernfortschritts
- Bedeutung von Kommunikation und Austausch in Reflexionsphasen
Auszug aus dem Buch
3.1 Eigenproduktionen
Eigenproduktionen sind schriftliche oder mündliche Äußerungen, die sich „durch Freiheit in der Wahl der Vorgehensweise und/oder [durch] Freiheit in der Wahl der Darstellungsweise“ (LISUM 2010) auszeichnen. Das bedeutet also, dass die Kinder selbstständig entscheiden können, wie sie am liebsten vorgehen möchten und/oder wie sie ihre Ergebnisse und Vorgehensweisen darstellen möchten. Nach Selter werden vier Arten von Eigenproduktionen unterschieden:
− Erfinden von Aufgaben (Erfindungen)
− Bewältigen von Rechenanforderungen aufgrund individueller Vorgehensweisen (Rechenwege)
− Nutzen von Zusammenhängen innerhalb substanzieller Aufgabenkontexte (Forscheraufgaben)
− schriftliche Reflexion über einen Lernprozess (Rückschau bzw. Ausblick)
Durch Eigenproduktionen soll den Kindern ermöglicht werden, eigene Kompetenzen zu erkennen, aber auch Kompetenzen von Mitschülern zu entdecken "und gemeinsam auf verschiedenen Niveaus von- und miteinander zu lernen.“ (Selter 2006, 133) Eigenproduktionen bieten also auch Raum für kooperatives Lernen und nicht ausschließlich für individuelles Lernen. (vgl. ebd., 132 f.)
Folgender Arbeitsauftrag ist ein gutes Beispiel für eine solche Eigenproduktion, weil den Schülern offen gelassen wird, wie sie an die Aufgabe herangehen und wie sie diese letztendlich lösen und darstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Notwendigkeit einer fachdidaktischen Neukonzeption für jahrgangsgemischten Mathematikunterricht und benennt die Schwerpunkte der Arbeit.
2. Konzeption für einen jahrgangsgemischten Mathematikunterricht: Das Kapitel erläutert die Bedeutung von Differenzierungsmaßnahmen und stellt drei Ansätze vor, die sich durch den Grad der Lehrersteuerung unterscheiden.
3. Ausgewählte Aufgabenformate: Es werden konkrete Formate wie Eigenproduktionen, Lernumgebungen und substanzielle Aufgaben theoretisch fundiert und praxisnah illustriert.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass durch die Kombination differenzierender Methoden und Aufgabenformate ein erfolgreicher Mathematikunterricht auch in heterogenen Klassen möglich ist.
Schlüsselwörter
Jahrgangsmischung, Mathematikunterricht, Differenzierung, Eigenproduktionen, Lernumgebungen, substanzielle Aufgabenformate, Lehrersteuerung, Schülerverantwortung, Heterogenität, Grundschule, LehrplanPLUS, Fachdidaktik, Zone der nächsten Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit fachdidaktischen Konzepten zur Gestaltung des Mathematikunterrichts in jahrgangsgemischten Grundschulklassen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Notwendigkeit von Differenzierungsmaßnahmen sowie die Vorstellung spezifischer Aufgabenformate, die den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen von Kindern gerecht werden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte didaktische Konzeption und den Einsatz geeigneter Aufgaben der Unterricht in heterogenen Lerngruppen erfolgreich gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fachdidaktischen Literaturanalyse, die theoretische Ansätze mit praktischen Unterrichtsbeispielen und Illustrationen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Differenzierung im jahrgangsgemischten Unterricht sowie eine praxisorientierte Vorstellung von Aufgabenformaten wie Eigenproduktionen und Lernumgebungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Jahrgangsmischung, Differenzierung, Eigenproduktionen, Lernumgebungen und substanzielle Aufgabenformate.
Was unterscheidet inhaltsdifferenzierte von anforderungsoffenen Aufgaben?
Inhaltsdifferenzierte Aufgaben werden von der Lehrkraft stark vorstrukturiert und inhaltlich angepasst, während anforderungsoffene Aufgaben den Kindern bei identischer Aufgabenstellung individuelle Freiheiten bei Lösungsstrategien und Schwierigkeitsgraden lassen.
Warum sind Zauberquadrate ein Beispiel für substanzielle Aufgaben?
Zauberquadrate sind substanzielle Aufgaben, da sie Regeln und mathematische Strukturen im Raster enthalten, die die Schüler selbst entdecken und für ihre Berechnungen nutzen müssen.
Welche Rolle spielt die "natürliche Differenzierung"?
Die natürliche Differenzierung gilt als essenzielles Prinzip, bei dem die Kinder durch ein gemeinsames Lernangebot selbst bestimmen, welchen Weg und welches Niveau sie zur Bearbeitung wählen, was ihre Eigenverantwortung stärkt.
- Arbeit zitieren
- Tanja Mai (Autor:in), 2014, Fachdidaktische Konkretisierung des jahrgangsgemischten Mathematikunterrichts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345392