Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Skandinavistik

Frauengestalten in den Vinlandsagas

Titel: Frauengestalten in den Vinlandsagas

Hausarbeit , 2013 , 15 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Lisa Gutman (Autor:in)

Skandinavistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Um die Frauengestalten der Sagas, insbesondere der Isländersagas, zu untersuchen, ist es sinnvoll zunächst allgemein auf die Rolle der Frauen in dieser Literaturgattung einzugehen. Hier vermutet man, dass es sich dabei mehr um Archetypen als um charakterlich ausgestaltete Figuren handelt. In den Vinlandsagas nehmen die Frauengestalten aktiver am Geschehen teil und verkörpern nicht nur die üblichen Darstellungen und Typisierungen. Der Beschreibung ihrer Herkunft, ihrer Äußerlichkeiten und ihres Wesens wird mehr Aufmerksamkeit gewidmet und das Augenmerk liegt nicht auf generischen Versatzstücken, sondern auf dem Wirken der Agierenden, wie ich im Folgenden zeigen möchte.

Die einzelnen Grundtypen tauchen als wiederkehrendes Motiv mit einer bestimmten Funktion in den Sagas auf, auch wenn Frauengestalten insgesamt weit weniger offensiv agieren als die meist männlichen Helden der Sagas und in erster Linie dem Fortgang der Handlung dienen. Sie erscheinen, erfüllen ihre Funktion und werden dann nicht wieder erwähnt. Ihr Auftritt erscheint als zweckdienliches Motiv, als Mot-vierung und als Projektionsfläche für den männlichen Protagonisten. Weibliche Figuren spielen in erster Linie eine vorbereitende und auslösende Rolle, in seltenen Fällen aber auch eine aktive, indem sie anspornend oder aufhetzend ins Geschehen eingreifen. Dieser Typus wird in der Forschungsliteratur als „Hetzerin“ bezeichnet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeine Definitionen

2.1 Sagas

2.2 Isländersagas (Íslendinga sögur)

2.3 Vinlandsagas

3 Frauentypen in Isländersagas

3.1 Rolle der Frau allgemein

3.2 Seherinnen

3.3 Hetzerinnen

4 Frauengestalten in den Vinlandsagas

4.1 Þorbjǫrg

4.1.1 Darstellung in der Eirík saga rauđa

4.1.2 Darstellung in der Grænlendinga saga

4.2 Freydis

4.2.1 Darstellung in der Grænlendinga saga

4.2.2 Darstellung in der Eirík saga rauđa

4.3 Guđriđr

4.3.1 Darstellung in der Grænlendinga saga

4.3.2 Darstellung in der Eirík saga rauđa

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Frauengestalten in den Vinlandsagas, um aufzuzeigen, dass diese nicht nur als stereotype Archetypen fungieren, sondern aktiv am Geschehen teilhaben und in ihrer Charakterisierung über generische Rollenbilder hinausgehen.

  • Die Rolle der Frau in isländischen Sagas allgemein
  • Differenzierung der Typen: Seherinnen und Hetzerinnen
  • Analyse der Schlüsselfiguren Þorbjǫrg, Freydis und Guđriđr
  • Vergleichende Untersuchung zwischen Eirík saga rauđa und Grænlendinga saga
  • Literarische Stilmittel der Charakterisierung in den Sagas

Auszug aus dem Buch

3.3 Hetzerinnen

Hetzerinnen sind die am häufigsten vertretenen Frauengestalten in den Isländersagas und auch die erfolgreichsten. Sie treiben einen nahen männlichen Verwandten, meist den Ehemann, durch eine Hetzrede (hvǫt) zur Tat oder Rache an und erreichen fast immer ihr Ziel. Dies wird in direkter Rede und Gegenrede wiedergegeben, wobei fast formelhaft der Feigheits- bzw. Weibischkeitsvorwurf angewandt wird. Auffällig ist hier die Verwendung der Adjektive argr (schlimm, gemein) und ragr (weibisch, unmännlich)3. Somit wird die Männlichkeit des Angesprochenen, vornehmlich seine männliche Ehre, seine Kraft und sein Mut in Frage gestellt.

Mit dem Auftritt einer hetzenden Frauengestalt wird eine neue Kette von Ereignissen ausgelöst, er dient also wieder dem Fortgang der Handlung. Gleichzeitig bietet die Negativdarstellung der Frauenfigur hier ein Gegengewicht zum ehrbaren männlichen Protagonisten, der den Vorwurf der Feigheit und die Kränkung der Familienehre nicht auf sich sitzen lassen kann. Er handelt also aus seiner Sicht richtig.

Andererseits treten Hetzerinnen auch als starke Gestalten auf, um auf eine schwache männlichen Figur hinzuweisen, wie zum Beispiel bei Freydis und Þorvardr in der Grænlendingasaga, worauf ich später noch eingehen werde.

Das Motiv der Aufstachelung durch eine Frauengestalt dient häufig nur als Übergangsstück bzw. Überleitung zur nächsten Handlung. Da in den Isländersagas nie das Innere einer Figur thematisiert wird, wird so der Gedankengang als Zwiegespräch dargestellt und die folgende Handlung plausibel gemacht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Untersuchungsthema der Frauengestalten in den Isländersagas und Definition der zentralen Fragestellung.

2 Allgemeine Definitionen: Erläuterung der literarischen Gattungen Sagas, Isländersagas und Vinlandsagas sowie deren Entstehungskontext.

3 Frauentypen in Isländersagas: Kategorisierung der weiblichen Rollenbilder wie der Seherin und der Hetzerin im Kontext der mittelalterlichen Sagas.

4 Frauengestalten in den Vinlandsagas: Detaillierte Fallstudien zu den Figuren Þorbjǫrg, Freydis und Guđriđr und ihre spezifische Darstellung in den beiden Vinlandsagas.

5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der literarischen Stilisierung und aktiven Rolle der Frauenfiguren in den untersuchten Sagas.

Schlüsselwörter

Vinlandsagas, Isländersagas, Frauengestalten, Literaturwissenschaft, Seherinnen, Hetzerinnen, Þorbjǫrg, Freydis, Guđriđr, Eirík saga rauđa, Grænlendinga saga, Geschlechterrollen, Sagazeit, Altisländische Literatur, Motivik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Darstellung von Frauenfiguren in den Vinlandsagas und untersucht deren Funktion als aktive Akteurinnen im Vergleich zu gängigen stereotypen Rollenbildern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Typisierung von Frauen in mittelalterlichen Sagas, die Einordnung von Seherinnen und Hetzerinnen sowie die narrative Gestaltung weiblicher Charaktere in den Vinlandsagas.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Frauengestalten in den Vinlandsagas weit differenzierter gezeichnet sind, als es die bloße Einordnung in Archetypen vermuten lässt, und eine aktive Rolle für den Fortgang der Handlung einnehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die insbesondere auf einem Vergleich der Darstellung derselben Figuren in den zwei unterschiedlichen Vinlandsagas basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die spezifischen Funktionen und Darstellungen der drei Frauenfiguren Þorbjǫrg, Freydis und Guđriđr anhand der vorliegenden Sagatexte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Vinlandsagas, Isländersagas, Frauengestalten, Seherinnen, Hetzerinnen sowie die spezifischen Namen der untersuchten literarischen Figuren.

Warum ist die Figur der Freydis besonders für die Untersuchung relevant?

Freydis dient als Beispiel für eine Ausnahmeerscheinung, die durch ihr gewaltsames Handeln in der Grænlendinga saga als abschreckendes Beispiel fungiert und damit die moralischen Grenzen der damaligen Zeit illustriert.

Welche Bedeutung hat Guđriđr für die Vinlandsagas?

Guđriđr wird als Idealbild der Siedlerfrau und unumstößliche Christin dargestellt, deren Rolle durch ihre familiäre Bedeutung und ihr besonnenes Handeln innerhalb der Erzählungen gestärkt wird.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frauengestalten in den Vinlandsagas
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Nordische Philologie)
Veranstaltung
Skandinavistische Studien
Note
2,0
Autor
Lisa Gutman (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V345591
ISBN (eBook)
9783668354081
ISBN (Buch)
9783668354098
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Isländersaga Vinlandsaga Saga Erik der Rote Vinland Frauenfiguren literarische Darstellung von Frauen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Gutman (Autor:in), 2013, Frauengestalten in den Vinlandsagas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345591
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  15  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum