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Deliberative Demokratie und Massenmedien

Welche Funktion(en) besitzen die Massenmedien in der deliberativen Demokratie?

Titel: Deliberative Demokratie und Massenmedien

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Grebe (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
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Theorien, die sich mit Demokratien beschäftigen, sogenannte Demokratietheorien, gibt es einige. Seien sie von Max Weber, Ernst Fraenkel oder auch David Held aufgestellt. Jeder dieser Theoretiker verfolgt mit seiner Ideologie unterschiedliche Ziele in Bezug auf die Demokratie als politische Ordnung. So auch der Soziologe und Philosoph Jürgen Habermas, als Begründer der sogenannten „Diskurstheorie“ die er aus der Kritik, sowohl an der liberalen Demokratie, als auch der republikanischen Demokratietheorie hervorbrachte, indem es ihm gelang, die beiden Demokratietheorien miteinander zu vereinen, ohne die jeweiligen Nachteile des liberalen, beziehungsweise republikanischen Models mit einzubeziehen.

Habermas sieht in der „Prozedur für Beratung und Beschlussfassung“ (Habermas 1999: 285) das Optimum für „[…]vernünftige bzw. faire Ergebnisse[…]“(ebd: 285) in Bezug auf den politischen Meinungs- und Willensbildungsprozess der Bürger. Er spricht von „[…] Arenen, in denen eine mehr oder weniger rationale Meinungs- und Willensbildung über gesamtgesellschaftlich relevante Themen und regelungsbedürftige Materien stattfinden kann.“ (Habermas 1999: 288) Diese „Arenen“ lassen sich mit der (politischen) Öffentlichkeit vergleichen. Während sich die politische Öffentlichkeit in der Antike noch auf dem Marktplatz konstatiert hat, so hat sich dieses Phänomen mit der Zeit gewandelt. Es ist heute schwer vorstellbar, Habermas normative Theorie der deliberativen Demokratie nach seinen Erwartungen umzusetzen, denn „Öffentliche Deliberation braucht öffentliche Orte und Zeiten – beide Voraussetzungen sind heute bedroht“ (Mückenberger 2014: 4). Es muss daher eine Alternative geboten werden, die die Eigenschaften der politischen Öffentlichkeit übernimmt und aus der eine gesellschaftliche Meinungs- und Willensbildung hervorgeht.

Ein hierzu oft genanntes Mittel sind die Medien, genauer gesagt die Massenmedien, denn einen Großteil unseres politischen Wissens erfahren wir einzig über dieses Medium. Warum sollen sie dann nicht auch in der deliberativen Demokratie eine wichtige Rolle spielen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Deliberative Demokratie nach Habermas

1. Politische Öffentlichkeit als Voraussetzung der deliberativen Demokratie

III. Aufgaben, Funktionen und Wirkungen der Massenmedien

1. Funktionen der Massenmedien

2. Wirkungsformen der Massenmedien

IV. Massenmedien in der deliberativen Demokratie

V. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Massenmedien innerhalb der deliberativen Demokratietheorie nach Jürgen Habermas. Dabei wird der zentralen Forschungsfrage nachgegangen, welche Funktionen Massenmedien in diesem demokratischen Modell übernehmen und ob sie in der Lage sind, die notwendige politische Öffentlichkeit zu gewährleisten.

  • Grundlagen der deliberativen Demokratietheorie
  • Strukturen und Voraussetzungen der politischen Öffentlichkeit
  • Kategorisierung der Funktionen und Wirkungsformen von Massenmedien
  • Verknüpfung von Medientheorie und deliberativem Demokratieverständnis
  • Kritische Analyse der medialen Macht und deren Einfluss auf öffentliche Diskurse

Auszug aus dem Buch

1. Funktionen der Massenmedien

Um diese Aufgaben zu erledigen kommen den Massenmedien unterschiedliche Funktionen zu. Diese werden durch Roland Burkart in vier Kategorien unterteilt: Informations-, soziale, politische und ökonomische Funktionen (Burkart 2002: 382). Die Informationsfunktion der Medien, ist eine der wichtigsten Funktionen, denn viele der Geschehnisse, unabhängig ob politische oder gesellschaftliche, erfahren Bürgerinnen und Bürger nicht selbst, indem sie vor Ort sind und diese miterleben, sonder sie bekommen die jeweiligen Informationen „[…]aus zweiter Hand[…]“ (Rhomberg 2009:23) über die Medien vermittelt. Dies sind sogenannte Sekundärerfahrungen, während das „Selbsterleben“ eines Geschehnisses oder Ereignisses eine Primärerfahrung darstellt (Rohmberg: 2009: 23) Unter die Kategorie der allgemeinen Informationsfunktion lässt sich auch die (politische) Bildungsfunktion einordnen. Durch diese leisten die Medien ihren Beitrag zu Bildung von Staatsbürgern, wie es auch im Programmauftrag der öffentlich Rechtlichen (Siehe Kapitel III) festgelegt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Demokratietheorie von Jürgen Habermas ein und stellt die Hypothese auf, dass Massenmedien die Funktion der politischen Öffentlichkeit in einer deliberativen Demokratie übernehmen.

II. Deliberative Demokratie nach Habermas: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Deliberation und die notwendigen Voraussetzungen für einen idealen Diskurs sowie die Transformation von kommunikativer in administrative Macht.

1. Politische Öffentlichkeit als Voraussetzung der deliberativen Demokratie: Der Abschnitt vertieft die Bedeutung der Öffentlichkeit als notwendigen Raum für Kommunikation und gesellschaftlichen Austausch.

III. Aufgaben, Funktionen und Wirkungen der Massenmedien: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Massenkommunikation sowie die vielfältigen Aufgaben und Wirkungsmodelle der Medien dargelegt.

1. Funktionen der Massenmedien: Es werden die von Burkart definierten Informations-, sozialen, politischen und ökonomischen Funktionen der Massenmedien im Detail analysiert.

2. Wirkungsformen der Massenmedien: Dieser Teil befasst sich mit zentralen Modellen der Medienwirkungsforschung wie Agenda-Setting, Priming, Framing und der Theorie der Schweigespirale.

IV. Massenmedien in der deliberativen Demokratie: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Anforderungen an die Deliberation mit den tatsächlichen Funktionen und Wirkungsweisen der Massenmedien.

V. Fazit: Das Fazit bestätigt die Hypothese der Arbeit und reflektiert kritisch über die zunehmende mediale Macht und die Herausforderungen für eine ausgewogene Berichterstattung.

Schlüsselwörter

Deliberative Demokratie, Jürgen Habermas, Politische Öffentlichkeit, Massenmedien, Diskurstheorie, Kommunikative Macht, Medienwirkungsforschung, Agenda-Setting, Schweigespirale, Deliberation, Meinungsbildung, Mediale Macht, Politische Kommunikation, Informationsfunktion, Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von deliberativer Demokratietheorie und der Rolle der Massenmedien als Akteure in der politischen Kommunikation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Demokratietheorie nach Habermas, die Definition und Funktion von Massenmedien sowie die Untersuchung von Medienwirkungseffekten auf die Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Massenmedien die Funktionen der politischen Öffentlichkeit innerhalb einer deliberativen Demokratie ausfüllen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete Literaturanalyse, die verschiedene politik- und kommunikationswissenschaftliche Ansätze miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Habermas’schen Theorie, die Funktionsanalyse der Medien und deren Wirkungsmodelle sowie die Zusammenführung beider Bereiche in einer kritischen Diskussion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Deliberative Demokratie, Politische Öffentlichkeit, Mediale Macht und Politische Kommunikation einordnen.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärerfahrung für die Argumentation wichtig?

Da Bürger politische Ereignisse oft nur über Medien vermittelt erfahren (Sekundärerfahrung), hängen ihre Informationsgrundlage und Meinungsbildung entscheidend von der Qualität der medialen Vermittlung ab.

Welchen Einfluss hat das Modell der Schweigespirale auf die deliberative Demokratie?

Die Schweigespirale kann laut der Arbeit diskursive Formationen unterbinden, da dominierende Meinungen andere Ansichten verdrängen und so einen freien, deliberativen Austausch behindern.

Inwiefern können Massenmedien die „administrative Macht“ kontrollieren?

Durch ihre Kritik- und Kontrollfunktion ermöglichen Massenmedien eine Rückkopplung der Politik an die öffentliche Meinung, wodurch politische Entscheidungsträger für ihr Handeln kritisch überprüft werden können.

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Details

Titel
Deliberative Demokratie und Massenmedien
Untertitel
Welche Funktion(en) besitzen die Massenmedien in der deliberativen Demokratie?
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar Einführung in die Politikwissenschaft
Note
1,0
Autor
Julia Grebe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V345682
ISBN (eBook)
9783668355385
ISBN (Buch)
9783668355392
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politikwissenschaft Habermas Deliberative Demokratie Medien Öffentlichkeit Diskurstheorie Deliberation Einführung Funktionen der Medien Massenmedien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Grebe (Autor:in), 2015, Deliberative Demokratie und Massenmedien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345682
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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