Im Verlauf dieser Arbeit soll erörtert werden, welchen Einfluss Subventionen auf den Agrarsektor haben. Welche Bedeutung haben Subventionen in der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)? Sind diese eine unverzichtbare Hilfe und ein sinnvolles Fördermittel oder können Subventionen zukünftig gemindert oder gar gänzlich gestrichen werden?
Um diese Frage beantworten zu können, werden zunächst Begriffe definiert. Es wird auf die gegenwärtige Situation als auch auf die Wettbewerbssituation eingegangen um schließlich das Pro- und Kontra von Agrarförderungen zu ermitteln.
Seit nun mehr als einem halben Jahrhundert ist die gemeinsame Agrarpolitik (genannt GAP) einer der wichtigsten Eckpfeiler der Politikbereiche in der Europäischen Union (EU). Es handelt sich um eine Politik, welche alle Mitgliedsstaaten der EU gemeinsam auf EU Ebene verwalten und durch den EU-Jahreshaushalt finanzieren. Eines der wichtigsten Ziele der GAP besteht darin eine regelmäßige Versorgung von erschwinglichen Lebensmitteln für Verbraucher zu sichern und im gleichen Zug den Landwirten ein angemessenes Einkommen zu gewährleisten. Weitere Zielsetzungen der gemeinsamen Agrarpolitik sind sowohl die Förderung von Agrarwirtschaft, die Umverteilung von Beihilfen zwischen Ländern und Betrieben als auch eine wachstumsorientierte Politik zur Unterstützung der ländlichen Entwicklung.
Landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland beziehen rund 44% ihres Einkommens aus Subventionen. Diese Förderungen werden aus zwei EU-Agrarfonds bezogen. Zum einen aus dem Europäischen Garantiefonds für Landwirtschaft (EGFL), welcher auch als erste Säule der GAP zählt und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER, die zweite Säule der GAP) für die ländliche Entwicklung. Auf diese beiden tragenden Säulen wird im späteren Teil dieser Hausarbeit noch näher eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Strukturpolitik
2.2 Agrarpolitik
2.3 Subventionen
3. Gegenwärtige Subventionen
3.1 Die Erste Säule – Direktzahlungen
3.2 Die Zweite Säule – Förderung der ländlichen Entwicklung
4. Wettbewerbssituation innerhalb der Mitgliedsstaaten
4.1 Umweltrecht
4.2 Pflanzenschutz
4.3 Tierarzneimittel / Fütterungsarzneimittel
5. Analyse der Subventionen
5.1 Nachteile von Subventionen
5.1.1 Wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit
5.1.2 Bewusstseinswandel
5.1.3 Ressourcenbindung
5.1.4 Aufteilung der Fördermittel
5.1.5 Gewinneffekte
5.1.6 Mitnahmeeffekte
5.2 Vorteile von Subventionen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle von Subventionen in der EU-Agrarmarktpolitik, wobei der Fokus auf der Analyse der Vor- und Nachteile staatlicher Unterstützungen und deren Einfluss auf den Agrarsektor liegt.
- Strukturelle Analyse der beiden Säulen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).
- Untersuchung der Wettbewerbssituation innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten.
- Kritische Analyse ökonomischer Effekte von Subventionen (Wettbewerbsverzerrung, Ressourcenbindung).
- Bewertung der Argumente für und gegen eine Subventionspolitik im internationalen Kontext.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Erste Säule – Direktzahlungen
Direktzahlungen sind ein Kernelement der EU-Agrarförderung. Mit diesem Instrument wird die Einkommens- und Risikoabsicherung landwirtschaftlicher Betriebe in Form einer von der Produktion unabhängigen Zahlung unterstützt. Sie dient als Ausgleich für die Absenkung der Stützpreise für regionale Agrarerzeugnisse, um landwirtschaftliche Betriebe auch weiterhin ein ausreichendes Einkommen zu garantieren.
Die Direktzahlungen waren anfangs an die Größe der Fläche des produzierenden Betriebs, an die Produktionsmenge oder an die Zahl der Tiere gekoppelt. Somit hatten größere landwirtschaftliche Betriebe und auch Betriebe mit besseren Standortbedingungen einen Vorteil. Mit der Neuauflage von 2003 können Direktzahlungen auch ohne Beachtung von Produktion (produktionsentkoppelt) eingefahren werden. Jedoch müssen prämienberechtigte Flächen weiterhin gepflegt werden und dürfen nicht brach fallen. Direktzahlungen sollen nach wie vor den Betrieben ein ausreichendes Einkommen garantieren. Ebenso soll mit dieser Entkopplung der Überschussproduktion entgegengesteuert werden um eine Vermeidung von sogenannten Milchseen und Butterberge anzustreben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und Darstellung der Forschungsfrage bezüglich der Notwendigkeit und Wirkung von Agrarsubventionen.
2. Begriffsdefinitionen: Definition der zentralen Konzepte Strukturpolitik, Agrarpolitik und Subventionen als theoretische Basis der Untersuchung.
3. Gegenwärtige Subventionen: Vorstellung der zwei Fördersäulen der EU, der Direktzahlungen sowie der Förderung des ländlichen Raums.
4. Wettbewerbssituation innerhalb der Mitgliedsstaaten: Analyse der unterschiedlichen nationalen Rahmenbedingungen wie Umweltrecht und Pflanzenschutz, die den Wettbewerb beeinflussen.
5. Analyse der Subventionen: Kritische Untersuchung der Nachteile, wie Wettbewerbsverzerrungen und Ressourcenbindung, sowie der Vorteile, wie Existenzsicherung kleiner Betriebe.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Vor- und Nachteile sowie ein Ausblick auf zukünftige Reformnotwendigkeiten im Lichte internationaler Vergleiche.
Schlüsselwörter
Gemeinsame Agrarpolitik, GAP, Subventionen, EU-Agrarfonds, Direktzahlungen, Agrarsektor, Wettbewerbsfähigkeit, Strukturwandel, ELER, Agrarpolitik, Nahrungsmittelversorgung, Wettbewerbsverzerrung, Ressourcenbindung, Fördermittel, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle von Subventionen innerhalb der EU-Agrarmarktpolitik und bewertet kritisch deren Auswirkungen auf den Agrarsektor.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die Struktur der EU-Agrarfonds (Erste und Zweite Säule), die Wettbewerbssituation zwischen den Mitgliedsstaaten sowie die ökonomischen Vor- und Nachteile staatlicher Förderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu erörtern, ob Subventionen eine unverzichtbare Unterstützung darstellen oder ob sie gemindert bzw. gestrichen werden könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Analysearbeit, die verschiedene wirtschaftliche Konzepte und aktuelle Daten zur EU-Agrarpolitik auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition relevanter Begriffe, die Darstellung der aktuellen Fördersituation, eine Analyse der Wettbewerbsbedingungen in der EU sowie eine detaillierte Pro- und Contra-Debatte über Agrarsubventionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), Subventionen, Wettbewerbsfähigkeit, Strukturwandel und Agrarförderung charakterisiert.
Warum wird die Subventionspolitik der EU oft kritisiert?
Kritikpunkte sind unter anderem die Wettbewerbsverzerrung, die Förderung von Großkonzernen gegenüber Kleinbauern sowie die mangelnde ökonomische Effizienz durch Fehlallokationen von Ressourcen.
Welches internationale Beispiel wird für den Verzicht auf Subventionen angeführt?
Die Arbeit verweist auf Neuseeland, wo der Staat 1984 nahezu alle Subventionen für die Landwirtschaft strich, was die Landwirte zwang, ihre Kosten zu senken und innovativer zu produzieren.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2015, Die Rolle von Subventionen in der EU-Agrarmarktpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345693