Im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung gewinnen die Faktoren Eigenkapital und Liquidität vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Viele Unternehmen leiden unter der schlechten Zahlungsmoral ihrer Abnehmer, was zu Beeinträchtigungen dieser Faktoren führen kann. Nutzt ein Unternehmen das komplette Zahlungslimit aus und zahlt seine Verbindlichkeiten erst sehr spät, so hat dies Folgen für den Lieferanten, der auf sein Geld warten muss. Oftmals ist es dann notwendig, teure Kredite aufzunehmen werden, um kurzfristige Liquiditätslücken zu überbrücken.
Das Factoring bietet dem Unternehmen eine von vielen Möglichkeiten der kurzfristigen Finanzmittelausstattung, durch die das Problem des Liquiditätsengpasses vermieden werden kann. Nach einer Definition und der geschichtlichen Entwicklung des Factoring in Deutschland, werden die Vor- und Nachteile für den Factoring-Kunden im Rahmen dieser Seminararbeit dargestellt und finanzwirtschaftlich beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Definition
1.2 Geschichtliche Entwicklung des Factoring in Deutschland
2. Finanzwirtschaftliche Beurteilung von Factoring-Verträgen
2.1 Die Finanzierungsfunktion
2.1.1 Vorteile für den Factoring-Kunden
2.1.1.Nachteile für den Factoring-Kunden
2.2 Die Dienstleistungsfunktion
2.2.1 Vorteile für den Factoring-Kunden
2.2.2 Nachteile für den Factoring-Kunden
2.3 Die Delkrederefunktion
2.3.1 Vorteile für den Factoring-Kunden
2.3.2 Nachteile für den Factoring-Kunden
2.4 Kosten des Factoring
2.4.1 Die Factor-Gebühr
2.4.1.1 Der Dienstleistungsanteil
2.4.1.2 Der Delkredere-Anteil
2.4.2 Sonstige Kosten
3. Zusammenfassendes Ergebnis zur Beurteilung von Factoring-Verträgen
4. Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, Factoring-Verträge aus einer finanzwirtschaftlichen Perspektive zu analysieren und deren Eignung als Instrument der kurzfristigen Absatzfinanzierung für Unternehmen zu bewerten.
- Definition und historische Entwicklung von Factoring in Deutschland
- Analyse der Funktionen: Finanzierung, Dienstleistung und Delkredere
- Untersuchung der Vor- und Nachteile für den Factoring-Kunden
- Detaillierte Kostenbetrachtung (Factor-Gebühren und Einflussfaktoren)
- Beurteilung der Relevanz von Factoring im Kontext aktueller wirtschaftlicher Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Finanzierungsfunktion
Durch die aus den verkauften Forderungen resultierenden Zahlungen vom Factor an den Factoring-Kunden tritt ein Finanzierungseffekt ein. „Bei den meisten Factoring-Interessenten steht der Finanzierungsaspekt im Vordergrund und zwar gleichgültig, ob das echte Factoring ... oder das unechte Factoring ... eingesetzt wird.“ Dieser Effekt äußert sich in der Weise, dass der Factoring-Kunde sofort über den Betrag der verkauften Forderungen verfügen kann, um so Vorteile für weitere Geschäfte zu nutzen. Da es aber auch Nachteile für den Factoring-Kunden gibt, wird die Finanzierungsfunktion im Folgenden finanzwirtschaftlich beurteilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik von Eigenkapital und Liquidität bei Unternehmen und Vorstellung von Factoring als Finanzierungsalternative.
2. Finanzwirtschaftliche Beurteilung von Factoring-Verträgen: Detaillierte Untersuchung der drei Kernfunktionen (Finanzierung, Dienstleistung, Delkredere) inklusive Kostenanalyse und Bewertung der Chancen und Risiken.
3. Zusammenfassendes Ergebnis zur Beurteilung von Factoring-Verträgen: Synthese der Ergebnisse, die eine Kosten-Nutzen-Analyse vor Abschluss eines Vertrages empfiehlt und strategische Überlegungen zum stillen Factoring bietet.
4. Ausblick: Prognose zur zukünftigen Entwicklung des Factoring vor dem Hintergrund strengerer Eigenkapitalregeln und erwarteter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Factoring, Finanzwirtschaft, Absatzfinanzierung, Liquidität, Delkredere, Factor-Gebühr, Forderungskauf, Finanzierungseffekt, Debitorenmanagement, Eigenkapital, Bonitätsprüfung, Kosten-Nutzen-Analyse, Mittelstand, Forderungsmanagement, Ausfallrisiko
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der finanzwirtschaftlichen Bewertung von Factoring-Verträgen als Mittel zur kurzfristigen Unternehmensfinanzierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die drei Hauptfunktionen des Factorings (Finanzierung, Dienstleistung, Delkredere) sowie die Struktur der anfallenden Kosten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Analyse der Vor- und Nachteile von Factoring, um Unternehmen bei der Entscheidung für oder gegen dieses Finanzinstrument zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Fachliteratur und aktuellen Wirtschaftsdaten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Finanzierungs-, Dienstleistungs- und Delkrederefunktion sowie die verschiedenen Kostenkomponenten der Factor-Gebühr.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Factoring, Liquidität, Forderungskauf, Delkrederefunktion und Kosten-Nutzen-Analyse.
Wie unterscheidet sich "echtes" von "unechtem" Factoring?
Beim echten Factoring übernimmt der Factor das volle Ausfallrisiko des Schuldners, während beim unechten Factoring dieses Risiko beim Factoring-Kunden verbleibt.
Welchen Einfluss haben Zinssätze auf die Kosten des Factorings?
Da die Zinsen für die Zeit zwischen Ankauf der Forderung und Zahlungseingang durch den Debitor an den Factor gezahlt werden, kann Factoring in Hochzinsphasen eine teure Finanzierungsalternative darstellen.
- Quote paper
- Sven Tillery (Author), 2003, Finanzwirtschaftliche Beurteilung von Factoring-Verträgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34582