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Analyse des Märchens "Rumpelstilzchen" nach Max Lüthi

Title: Analyse des Märchens "Rumpelstilzchen" nach Max Lüthi

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 16 Pages , Grade: 1

Autor:in: Verena Decker (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Max Lüthi ist wohl einer der bekanntesten Märchenforscher überhaupt. Viele seiner Veröffentlichungen sind dem Märchen gewidmet. So auch sein Buch „Das europäische Volksmärchen“ 1 Hier ordnet er die Merkmale der Märchen in fünf große Hauptkategorien ein, die er Eindimensionalität, Flächenhaftigkeit, abstrakter Stil, Isolation und Allverbundenheit und Sublimation und Welthaltigkeit nennt. Rumpelstilzchen gehört als grimmsches Kinder-und Hausmärchen zu der Literatur, welcher Lüthi seine Aufmerksamkeit im „europäischen Volksmärchen“ gewidmet hat.
Ich habe es mir nun zur Aufgabe gemacht nachzuprüfen, ob alle diese Hauptkategorien Lüthis auf das Märchen „Rumpelstilzchen“ zutreffen oder ob es Abweichungen oder Atypisches gibt, und werde diese benennen. Da sich Lüthis Ergebnisse auf eine sehr große Märchensammlung beziehen, kann ich mir vorstellen, dass viele, wenn nicht gar alle seiner Erkenntnisse zwar allgemein auf das „europäische Volksmärchen“ zutreffen, sich aber nicht alle in jedem einzelnen Märchen wiedererkennen lassen. Vielleicht sind manche von Lüthi genannte Aspekte in „Rumpelstilzchen“ zu berichtigen oder sogar zu widerlegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Märchen "Rumpelstilzchen"

3. Eindimensionalität

4. Flächenhaftigkeit

5. Abstrakter Stil

6. Isolation und Allverbundenheit

7. Sublimation und Welthaltigkeit

8. Resumee

10.Primärtext „Rumpelstilzchen“, der 3. Auflage der Grimmschen KHM von 1837 folgend

Zielsetzung und Themen der Analyse

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich zum Ziel, die fünf zentralen Märchen-Hauptkategorien von Max Lüthi – Eindimensionalität, Flächenhaftigkeit, abstrakter Stil, Isolation und Allverbundenheit sowie Sublimation und Welthaltigkeit – kritisch auf das Märchen „Rumpelstilzchen“ anzuwenden. Dabei soll untersucht werden, inwieweit diese theoretischen Konzepte auf das spezifische Märchen zutreffen oder ob atypische Abweichungen existieren.

  • Überprüfung der Lüthi-Kategorien am Beispiel „Rumpelstilzchen“.
  • Analyse der Figurenkonstellation und der fehlenden emotionalen Tiefe.
  • Untersuchung der strukturellen Merkmale wie Zeitsprünge und Wiederholungsformeln.
  • Kritische Reflexion über die Rolle von Zufall, Präzision und Isolation im Handlungsverlauf.
  • Diskussion über die "Entwirklichung" von Motiven im Kontext von Erotik und Realität.

Auszug aus dem Buch

3. Eindimensionalität

Lüthis Aspekt der Eindimensionalität des Märchens trifft auch auf Rumpelstilzchen zu. Hier begegnet der Märchenheld – die schöne Müllerstochter – einer jenseitigen Gestalt in Form eines Männleins mit den Kräften, Stroh zu Gold zu spinnen, wundert sich aber weder über sein plötzliches Erscheinen, noch über seine numinosen Kräf te. Für sie scheint es zur selben Dimension zu gehören. Das innere Erleben ist bei den Märchenfiguren nicht vorhanden. Das Mädchen beginnt sofort mit Rumpelstilz chen zu sprechen, ohne es über seine Herkunft o.ä. zu befragen. Ihr fehlen sowohl numinose Angst als auch numinose Neugier. Sie verkehrt also mit diesem Jensei tigen, als ob er ihresgleichen wäre. Lüthi spricht auch davon, dass der Märchenheld folglich nicht als Staunender, sondern als Handelnder auftritt, in dem sich weder Verwunderung noch Verzweiflung regen. Die Müllerstochter handelt dem Verlauf des Märchens entsprechend zwingend richtig, hat aber weder Zeit noch Anlage sich über Seltsames zu wundern.

Ihre Tränen gehören nach Lüthi folglich nicht zu ihrer Gefühlswelt, sondern sind eine korrekte Handlung, die das Erscheinen des Männ leins auslösen. Kann aber wirklich überhaupt nicht von Gefühlswelt der Müllerin gesprochen werden, wenn es im Text heißt „Da saß nun die arme Müllerstochter, und wußte um ihr Leben keinen Rat, [...] und ihre Angst ward immer größer, daß sie endlich zu weinen anfing“? Oder „Da war die Königin ganz froh daß sie den Namen wußte“ oder auch „Die Königin erschrak“? Werden hier nicht Gefühle des Mädchens geschildert? Für mich diskutable Textpassagen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor stellt die Forschungsabsicht vor, Max Lüthis fünf Hauptkategorien der Märchenforschung auf ihre Gültigkeit bei „Rumpelstilzchen“ zu überprüfen.

2. Zum Märchen "Rumpelstilzchen": Es wird ein kurzer historischer Abriss zur Entstehung und zu den Quellen der Grimmschen Fassung von „Rumpelstilzchen“ gegeben.

3. Eindimensionalität: Dieser Abschnitt analysiert das Fehlen von numinosem Staunen bei der Müllerstochter und diskutiert, ob ihr Handeln als zwingend oder emotional begründet zu werten ist.

4. Flächenhaftigkeit: Der Fokus liegt auf der mangelnden Tiefengliederung der Figuren, der fehlenden Umweltbeschreibung und dem Fehlen einer psychologischen Innenwelt.

5. Abstrakter Stil: Es wird erörtert, wie starre Formeln, Kontraste und Wiederholungen die Wirklichkeitsferne und die scharfe Konturierung des Märchens unterstreichen.

6. Isolation und Allverbundenheit: Das Kapitel beleuchtet, wie die isolierte Existenz der Figuren gleichzeitig die Voraussetzung für eine universale, aber beziehungslose Allverbundenheit schafft.

7. Sublimation und Welthaltigkeit: Hier wird diskutiert, wie reale Lebenserfahrungen durch "Entwirklichung" in eine zauberhafte Märchenform überführt werden.

8. Resumee: Der Autor zieht das Fazit, dass „Rumpelstilzchen“ weitgehend Lüthis Theorie entspricht, merkt jedoch kritisch an, dass manche Aspekte Raum für Diskussionen bieten.

10.Primärtext „Rumpelstilzchen“, der 3. Auflage der Grimmschen KHM von 1837 folgend: Dies ist der ungekürzte Originaltext des untersuchten Märchens.

Schlüsselwörter

Max Lüthi, Rumpelstilzchen, Volksmärchen, Eindimensionalität, Flächenhaftigkeit, Abstrakter Stil, Isolation, Allverbundenheit, Sublimation, Welthaltigkeit, Märchenanalyse, Brüder Grimm, Märchenfiguren, Motivik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Märchen „Rumpelstilzchen“ auf Basis der theoretischen Konzepte von Max Lüthi aus seinem Standardwerk „Das europäische Volksmärchen“.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die formalen und inhaltlichen Kategorien des Märchens, insbesondere die Beziehung zwischen Jenseits und Diesseits sowie die psychologische Gestaltung der Figuren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu prüfen, ob Lüthis Kategorien – wie Eindimensionalität oder Flächenhaftigkeit – in „Rumpelstilzchen“ lückenlos anwendbar sind oder ob es Abweichungen gibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Theorie auf das spezifische Textbeispiel anwendet und dabei eigene Beobachtungen und kritische Fragen einfließen lässt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die fünf Hauptkategorien Lüthis (Eindimensionalität, Flächenhaftigkeit, abstrakter Stil, Isolation und Allverbundenheit, Sublimation und Welthaltigkeit) detailliert am Märchentext durchleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Märchenanalyse, Eindimensionalität, Isolation und Motivik aus.

Wie bewertet der Autor das Handeln der Müllerstochter?

Der Autor hinterfragt, ob die Müllerstochter rein passiv und „zwingend richtig“ handelt oder ob Anzeichen für aktives, machtbewusstes Handeln gegenüber dem Männlein vorhanden sind.

Ist der Schluss des Märchens nach Lüthis Theorie schlüssig?

Der Autor weist darauf hin, dass die fehlende klassische Schlussphrase und die abrupte Vernichtung des Männleins den untypischen Charakter der Geschichte unterstreichen.

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Details

Title
Analyse des Märchens "Rumpelstilzchen" nach Max Lüthi
College
University of Hildesheim  (Deutsche Sprache und Literatur)
Course
Literaturwissenschaftliches Hauptseminar
Grade
1
Author
Verena Decker (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V34604
ISBN (eBook)
9783638347815
Language
German
Tags
Analyse Märchens Rumpelstilzchen Lüthi Literaturwissenschaftliches Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Decker (Author), 2005, Analyse des Märchens "Rumpelstilzchen" nach Max Lüthi, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34604
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