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Lean Management im Industriebetrieb

Title: Lean Management im Industriebetrieb

Term Paper , 2005 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Klee (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Im Jahre 1950 stand ein mittelständischer Automobilproduzent vor einer grundlegenden Problemstellung: Der Chef Eiji Toyoda musste mit dem Markt unterlegenen Mitteln den Versuch unternehmen, einen modernen Produktionsbetrieb einzurichten und auszubauen. Die Voraussetzungen dafür waren schwierig. Zum einen war die Massenfertigung der amerikanischen Konkurrenten unvergleichlich hoch entwickelt: Fords Rouge – Komplex in Detroit produzierte in einer Dreiviertelstunde etwa genauso viele Fahrzeuge wie die hier beschriebene handwerkliche Kraftwagen – Fabrik in einem ganzen Jahr, ca. 220 Exemplare. Auch fehlte dem vom 2. Weltkrieg gebeutelten Japan der Kapitalmarkt, der die nötigen Mittel zum Aufbau einer modernen PKW – Massenproduktion hätte bereitstellen können. Darüber hinaus war ein aufnahmefähiger Automobilmarkt - aufgrund des Fehlens von solventen Händlern und zahlungsfähigen Massenkonsumenten - in Japan zu diesem Zeitpunkt noch nicht erkennbar. Trotz dieser widrigen Umstände und nur mit der Unterstützung einer optimistischen und treuen Restbelegschaft machten sich Toyoda, der Produktionsleiter Taiichi Ohno und Marketingleiter Shotaro Kamiya an die Arbeit und schufen die Toyota Motor Sales Company (heute: Toyota Motor Corporation), im Folgenden in dieser Arbeit nur noch „Toyota“ genannt. Ohno verzichtete dabei auf eine Adaptierung der tayloristischen Arbeitsorganisation, die er bei Ford kennen lernte und analysieren konnte. Er sah in ihr eine gigantische Verschwendung von Ressourcen. Weiterhin war für Ohno die kapitalintensive Massenfertigung mit ihren riesigen Produktionslosen nicht direkt auf den japanischen Binnenmarkt übertragbar. Toyota erwirtschaftet heute einen weltweiten Jahresumsatz von 112 Milliarden US-Dollar und rangiert damit am Umsatz gemessenen unter den zehn größten Unternehmen der Welt. Das Beispiel spiegelt eine beeindruckende Erfolgsgeschichte wider und ist nur durch einen besonderen Wettbewerbsvorteil zu erklären.

In der Vergangenheit wurden viele Theorien entwickelt, die diesen Vorteil, der nicht auf Toyota beschränkt scheint, sondern mehr oder weniger stark viele Unternehmen im japanischen Kulturkreis begünstigt, zu analysieren versuchten. Beispielsweise wurde vermutet, dass eine übermäßig starke Robotisierung und Automatisierung der Grund für höhere Effizienz sei. Weiterhin wurden kulturelle Unterschiede (emsige, sich selbstlos aufopfernde japanische Mitarbeiter) für den Erfolg verantwortlich gemacht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. TERMINOLOGISCHE GRUNDLAGEN DES LEAN MANAGEMENT

2.1 BEGRIFFSKLÄRUNG UND ABGRENZUNG

2.2 URSPRUNG UND ENTWICKLUNG

3. PHILOSOPHIE DES LEAN MANAGEMENTS

3. 1 PROAKTIVES DENKEN

3.2 SENSITIVES DENKEN

3.3 GANZHEITLICHES DENKEN

3.4 POTENTIALDENKEN

3.5 ÖKONOMISCHES DENKEN

4. UMSETZUNG DES LEAN MANAGEMENTS IM INDUSTRIEBETRIEB

4.1 KONTINUIERLICHER MATERIALFLUSS

4.2 TOTAL QUALITY MANAGEMENT (TQM)

4.3 INTEGRIERTE PRODUKTENTWICKLUNG

4.4 PROAKTIVES MARKETING

4.5 STRATEGISCHER KAPITALEINSATZ

4.6 UNTERNEHMEN ALS FAMILIE

5. KRITIK

5.1 GESTEIGERTES KONFLIKTPOTENTIAL IM LEAN MANAGEMENT

5.2 GEFAHREN DURCH MITARBEITERFREISETZUNG

5.3 RISIKO FÖRDERNDE OUTSOURCING - STRATEGIEN

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Arbeitsorganisationsform des Lean Management im Industriebetrieb. Ziel ist es, die Konzepte, Philosophien und Umsetzungsstrategien zu beleuchten sowie die These zu überprüfen, ob Lean Management ein unerlässliches Instrument für das langfristige Bestehen von Industriebetrieben darstellt.

  • Grundlagen und Entstehungsgeschichte des Lean Management
  • Die Philosophie der fünf Leitgedanken schlanken Denkens
  • Sechs zentrale Grundstrategien zur operativen Umsetzung
  • Kritische Analyse von Konfliktpotenzialen und Risiken bei der Implementierung

Auszug aus dem Buch

4.1 Kontinuierlicher Materialfluss

Bezogen auf die fünf Leitgedanken kann Lean Management die Begleiterscheinungen der tayloristischen und fordistischen Massenproduktion (Unflexibilität; große Puffer30; demotivierte, durch Teilarbeit unterforderte Mitarbeiter31) nicht tolerieren. Grund dafür ist, dass die genannten Probleme, mangels Wertschöpfungscharakter, als Verschwendung zu betrachten sind.32 Die Verbindung eines kontinuierlichen Materialflusses mit kundenorientierter Fertigung ist eine Lösungsstrategie für diese Probleme. Störungsfreie Maschinen, die jedoch nicht gekauft, sondern nur durch ständige, vorbeugende Instandhaltung, Wartung und Verbesserung im Unternehmen selbst „erzeugt“ werden können sind ein wichtiger Eckpfeiler dieser Strategie. So übernehmen, in leaner Produktion, Arbeiter an den Anlagen selbst deren Wartung und Pflege. Dabei gilt der Grundsatz, dass Mitarbeiter in leanen Unternehmungen breit (flexibel einsetzbar) und tief (Fachwissen) qualifiziert sind. Neben Qualitätsverbesserung, erhöhter Produktionssicherheit und mehr Einsatzflexibilität, bringt dies auch eine verbesserte Motivation durch mehr Verantwortung und größere Aufgabenbereiche mit sich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der historischen Ausgangslage bei Toyota und Definition des Untersuchungsziels sowie der These zur Wirksamkeit des Lean Managements.

2. TERMINOLOGISCHE GRUNDLAGEN DES LEAN MANAGEMENT: Erläuterung der Begrifflichkeit, Abgrenzung zu verwandten Managementkonzepten und Beschreibung des Ursprungs im IMVP-Forschungsprogramm.

3. PHILOSOPHIE DES LEAN MANAGEMENTS: Beschreibung der fünf zentralen Leitgedanken: Proaktives, sensitives, ganzheitliches, Potential- und ökonomisches Denken als Fundament.

4. UMSETZUNG DES LEAN MANAGEMENTS IM INDUSTRIEBETRIEB: Detaillierte Erläuterung von sechs Grundstrategien wie kontinuierlichem Materialfluss, TQM, integrierter Produktentwicklung, Marketing, Kapitaleinsatz und der Unternehmenskultur als Familie.

5. KRITIK: Kritische Auseinandersetzung mit den Schattenseiten wie Konfliktpotentialen, den Risiken von Mitarbeiterfreisetzungen und den Gefahren durch Outsourcing-Strategien.

6. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung des Lean Managements als interessantes, aber kein universelles „Allheilmittel“, mit besonderer Attraktivität für Unternehmensneugründungen.

Schlüsselwörter

Lean Management, Lean Production, Toyota-Produktionssystem, KANBAN, Just-in-Time, Total Quality Management, KAIZEN, Simultaneous Engineering, Prozessoptimierung, Unternehmensfamilie, Wertschöpfungskette, Mitarbeiterorientierung, Outsourcing, Effizienzsteigerung, Wettbewerbsvorteil.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Lean Management als eine spezifische Form der Arbeitsorganisation in Industriebetrieben und bewertet dessen Praxistauglichkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen, die Lean-Philosophie, operative Umsetzungsstrategien sowie eine kritische Hinterfragung der Konzepte ab.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, ein Grundverständnis des schlanken Führungskonzepts zu vermitteln und die These zu prüfen, ob es für Industriebetriebe langfristig unerlässlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine deskriptive und analytische Literaturstudie durch, die theoretische Konzepte mit praktischen Fallbeispielen, insbesondere von Toyota, verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sechs Grundstrategien – vom Materialfluss über TQM und Produktentwicklung bis hin zum Unternehmenskulturverständnis – detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Lean Management, Wertschöpfungskette, KAIZEN, Just-in-Time und Prozessoptimierung.

Warum gilt Lean Management nicht als rein japanische Erfindung?

Der Autor argumentiert, dass Lean Management auf der systematischen Adaptierung und Verknüpfung bereits bestehender westlicher Theorien durch japanische Akteure wie Taichi Ohno basiert.

Welche Risiken birgt die Implementierung laut der Untersuchung?

Zu den Risiken gehören Konflikte durch abgebautes mittleres Management, Know-how-Verlust bei überzogenen Entlassungen sowie Komplexitätsverlagerungen durch risikoreiche Outsourcing-Strategien.

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Details

Title
Lean Management im Industriebetrieb
College
Berlin School of Economics  (Fachbereich Berufsakademie)
Grade
1,3
Author
Michael Klee (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V34619
ISBN (eBook)
9783638347907
Language
German
Tags
Lean Management Industriebetrieb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Klee (Author), 2005, Lean Management im Industriebetrieb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34619
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