Stationsarbeit im Englischunterricht der Grundschule mit einer Analyse lehrwerksunabhängiger Materialien


Hausarbeit, 2004

28 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Planung und Organisation einer Stationsarbeit
2. 1 Thema
2. 2 Lernraum
2. 3 Arbeitsaufträge
2. 4 Arbeitsmaterial
2. 5 Arbeitsplatz
2. 6 Lerngruppe
2. 7 Laufzettel

3. Chancen und Risiken des Stationenlernens

4. Analyse lehrwerksunabhängiger Materialien für eine Stationsarbeit
4. 1 Kriterien zur Beurteilung
4. 2 “At School”
4. 3 “First Steps into English”

5. Praktisches Beispiel einer Stationsarbeit unter Zuhilfenahme des analysierten Materials

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

1. Einleitung

Stationenlernen ist eine bisher noch nicht sehr verbreitete Methode für den Englischunterricht in der Grundschule. Sie hat vielmehr ihren Platz im Unterricht weiterführender Schulen, beziehungsweise der Sekundarstufe. Diesem Phänomen begegnete ich auch bei der Literaturrecherche für diese Arbeit. Ich konnte lediglich eine Sonderausgabe einer Zeitschrift finden, die sich ganz speziell auf das Stationenlernen im Englischunterricht der Grundschule bezog. Doch gerade im frühen Englischbereich, wo Kinder ihre ersten Erfahrungen mit der neuen, fremden Sprache machen, könnte diese Methode sehr gut eingesetzt werden.

Ich werde deshalb in dieser Arbeit versuchen diesen Themenkomplex unter verschiedenen Gesichtspunkten und Fragestellungen zu erarbeiten. Zu Beginn werde ich die Planung einer Stationsarbeit detailliert vorstellen, da diese Methode auf einer gründlichen Planung aufbaut und es äußerst wichtig ist, alle Punkte zu beachten. Anschließend werde ich nicht nur auf die Chancen, sondern auch auf die Risiken eingehen, die diese Methode bietet. Um eine Stationsarbeit zu planen und aufzubauen kann auch eine Zuhilfenahme verschiedener Lehrmaterialien nützlich sein. Aus diesem Grund habe ich zwei lehrwerksunabhängige Materialien analysiert, die zu diesem Zwecke eingesetzt werden können.

Um zu verdeutlichen, wie eine geplante Stationsarbeit im Endeffekt aussehen kann, habe ich eine beispielhafte Stationsarbeit für den Englischunterricht zum Thema „Animals“ gestaltet. Somit kann diese Arbeit mir selbst und möglicherweise auch anderen zukünftigen Englischlehrerinnen und Englischlehrern nützlich sein.

Ich möchte demnach mit dieser Arbeit einen sowohl theoretischen, als auch praktischen Einblick in die Methode und vor allem die Möglichkeiten des Stationenlernens gerade im frühen Englischunterricht der Grundschule geben.

2. Planung und Organisation einer Stationsarbeit

Die Planung und Organisation einer Stationsarbeit erfordert weit mehr Aufwand und Materialbedarf als die einer frontalen Unterrichtsstunde. Das liegt natürlich auch daran, dass man im Prinzip eine ganze Unterrichtseinheit auf einmal vorbereiten muss. Aus diesem Grund sollte man vorher genau bedenken, worauf zu achten ist um keine wesentlichen Bestandteile zu vergessen. Im Folgenden werden die Bestandteile einer Stationsarbeit einzeln betrachtet, um bei einer Planung Punkt für Punkt vorgehen zu können.

2.1 Thema

Nicht jedes Thema ist für eine Stationsarbeit geeignet. Wie Monika Teichmann angibt, wird die Idee zu einer Stationsarbeit ohnehin erst entstehen, nachdem man sich mit einem Thema gründlich befasst hat (vgl. Teichmann 2002, S. 7).

Ein geeignetes Thema für die Arbeit an Stationen sollte durch möglichst viele Zugänge erschließbar sein. Diese Zugänge können auditiv, visuell oder haptisch sein, können sowohl den Geruchs- als auch den Geschmackssinn einbeziehen oder auf Bewegung basieren. Weiterhin ist wichtig, dass es in verschiedene unabhängige Lernabschnitte aufteilbar ist, da man die Informationen ja auf eine bestimmte Anzahl an Stationen verteilen muss. Allein durch diese Informationen muss das Thema für die Schüler erschließbar sein.

2.2 Lernraum

In den meisten Fällen ist der Klassenraum der Lernraum. Dieser kann aber auch beliebig erweitert werden. So kann eine Stationsarbeit zum Beispiel auch teilweise im Freien, wie auf dem Schulhof oder komplett im Freien, wie im Wald oder auf dem Feld, stattfinden. Derartige Vorhaben erfordern aber noch zusätzliche Planungsaspekte, wie beispielsweise das Wetter und werden generell nicht über einen längeren Zeitraum durchgeführt. Unabhängig davon, was nun genau der Lernraum ist, muss er einige Kriterien, um für eine Stationsarbeit geeignet zu sein: Es muss genügend Platz für Auf- und Abbau sein, da die Stationen meistens nicht liegen bleiben können, sondern verstaut werden müssen; er muss genügend Platz für die Stationen bieten und geräumige Arbeitsplätze bereitstellen.

2.3 Arbeitsaufträge

Die Arbeitsaufträge müssen sowohl äußerlich als auch inhaltlich bedacht gestaltet sein. So ist es vorteilhaft, wenn die Arbeitsaufträge je nach Station auf unterschiedlich farbigem Papier gedruckt sind, so dass diese eindeutig zuzuordnen sind (vgl. Hebel/Zipfel 1999). In eigenem Interesse sollte man die Arbeitsaufträge laminieren, um sie später noch einmal verwenden zu können und sie so vor Beschädigung zu schützen. Die Arbeitsaufträge sind inhaltlich voneinander getrennt – jeder betrifft einen bestimmten Themenabschnitt. Besonders wichtig ist, dass sie von überschaubarem Umfang für die Kinder sind, da die Motivation sonst nachlassen kann.

Inhaltlich sollten die Arbeitsaufträge verschiedene Zwecke verfolgen, was bedeutet, das in der einen Aufgabenstellung die Erarbeitung von Wissen im Vordergrund steht und in einer anderen eher die Methode, mit der sich der Schüler das Wissen erschließt. Weiterhin sollten die Arbeitsaufträge zwischen Einzel-, Gruppen- und Partnerarbeit variieren, wobei diese Vorschläge nicht verpflichtend sein sollten, da schlussendlich jedes Kind selbst entscheiden muss, womit es am besten zurecht kommt.

2.4 Arbeitsmaterialien

Grundsätzlich ist bei der Stationsarbeit keine Materialart ausgeschlossen. Wie bereits erwähnt, ist darauf zu achten, dass möglichst viele Sinneskanäle angesprochen werden, da die Stationsarbeit einen hervorragenden Rahmen dafür liefert. So kann also von Videos, Kassetten, Modellen, Bildern, Spielen, bis hin zur Fühlkiste, Bastelstation, Kochecke alles eingesetzt werden. Wichtig ist, dass man nicht mit dem Ziel vorangeht, möglichst viele Medien in der Stationsarbeit unterzubringen, sondern dass diese zweckmäßig eingesetzt werden und Lernerfolg versprechen.

2.5 Arbeitsplatz

Die Überlegungen, die den Arbeitsplatz betreffen, müssen schon bei der Auswahl des Lernorts berücksichtigt werden. Denn jedes Kind braucht seinen eigenen Arbeitsplatz, um zu schreiben oder andere Dinge in Einzelarbeit zu erledigen. Wo dieser Arbeitsplatz ist, kommt auf die Gestaltung der Stationen an. Befinden sich diese direkt an den Tischen, was oftmals auch nicht anders möglich ist, ist auch der Arbeitsplatz an den Stationen. Sind die Stationen jedoch an einem anderen Ort aufgebaut, kann das Kind seinen eigentlichen Platz als Arbeitsfläche nutzen.

2.6 Lerngruppe

Das Stationslernen ist besonders für größere Gruppen geeignet. Jedoch muss man die Anzahl der Stationen der Größe der Lerngruppe anpassen. Je Station sollten nicht mehr als drei bis fünf Kinder arbeiten. Das hieße, dass in einer Klasse mit 30 Schülern mindestens sieben Stationen aufgebaut sein müssten (vgl. Teichmann 2002, S. 6).

2.7 Laufzettel

Der Laufzettel muss ebenfalls von der Lehrperson vorbereitet werden. Auf diesem Zettel, den jeder Schüler bekommt, wird vermerkt, welche Stationen schon bearbeitet wurden. Der Laufzettel kann auch durch ein Plakat an der Wand ersetzt werden, in das sich die Schüler eintragen. Das kommt jedoch sehr auf den Umfang der Stationsarbeit an.

Der Laufzettel dient dem Schüler zur Orientierung und möglicherweise auch zum Vergleich mit den Mitschülern. Für den Lehrer stellt es ebenfalls eine Hilfe dar, da er kontrollieren kann, wieweit die Arbeit des Schülers fortgeschritten ist.

3. Chancen und Risiken des Stationslernens

Das Lernen an Stationen bietet eine Vielzahl an Vorteilen für den Unterricht, birgt jedoch auch einige Risiken. Deren Kenntnis vorausgesetzt, lassen sich aber sicher Mittel und Wege finden, diese zu umgehen oder auszuräumen.

Der Vorteil für den einzelnen Schüler liegt klar im selbständigen und selbst gesteuerten Lernen. Die Schüler können selbst auswählen, an welcher Station sie als nächstes weiterarbeiten möchten. Selbst wenn die Reihenfolge der Stationen vorgegeben sein sollte, besteht immer noch die Möglichkeit, zwischen den Teilangeboten einer Station auszuwählen. Ihr Vorgehen ist bestimmt von ihrem individuellen Arbeitstempo. Auf diese Weise verfolgt das Kind seinen eigenen Rhythmus und kann seinen Interessengebieten oder Fähigkeiten entsprechend auswählen. Es verspürt, wie Roland Bauer bemerkt, keinen direkten Handlungsdruck wie in einem gemeinsamen Unterrichtsgespräch (vgl. Bauer 1997, S. 28). Es bekommt, die Zeit, die es benötigt, um sich einer Aufgabe anzunehmen. Durch diese Freiheiten kann insbesondere auch die Motivation der Schüler günstig beeinflusst werden. Sie fühlen sich für ihre Arbeit selbst verantwortlich und entwickeln darum häufig einen enormen Antrieb, die gestellten Aufgaben zu bewältigen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist, dass Lerner, die mit der Methode bereits vertraut sind und sie beherrschen, die geleistete Arbeit als wesentlich umfangreicher einschätzen, als in anderen Unterrichtsformen. Das liegt vermutlich daran, dass der individuelle Arbeitseinsatz wesentlich höher ist, da die Aufgaben nicht mehr in der Gesamtgruppe gelöst werden, wie beispielsweise im Frontalunterricht (vgl. Teichmann 2002, S. 5). Kinder sind sehr stolz auf die eigene Arbeitsleistung, was sie normalerweise zusätzlich antreibt.

Ein ebenfalls sehr günstiger Aspekt in Bezug auf die Arbeitsleistung der Kinder ist die Möglichkeit, sehr viel Abwechslung zu schaffen. Dieser Punkt ist natürlich in großem Maße abhängig, von der Kreativität und Einsatzbereitschaft des Lehrers. So ist beispielsweise ein Lernen mit vielen Sinnen möglich. Das ist zwar auch in anderen Unterrichtsformen durchführbar, kann dabei aber nicht in dem Maße auf das einzelne Kind abgestimmt sein. Das Lernen an Stationen bietet die Möglichkeit, alle Sinne anzusprechen. Mit Kassetten, CDs, verschiedenen Instrumenten und themenbezogen noch vielen weiteren Möglichkeiten wird der Gehörsinn gefordert; Bilder, Videos und Modelle sprechen die Kinder beispielsweise visuell an. Des Weiteren können sich die Kinder auf viele Arten haptisch mit Gegenständen befassen, zum Beispiel mit einer Fühlkiste oder verschiedenen Materialien zum Betasten. Auch Geschmacks- und Geruchssinn können in eine Stationsarbeit einbezogen werden, indem man Kindern Kostproben zur Verfügung stellt, Lebensmittel herstellen lässt oder Gerüche unterscheiden lässt. Diese Beispiele sind lediglich spontane Einfälle, die je nach Thema angepasst, überdacht und erweitert werden müssten. Es soll jedoch gezeigt werden, dass die Bandbreite an Möglichkeiten für eine abwechslungsreiche Stationsarbeit erheblich ist.

Der Reichtum an Abwechslung ist nicht nur auf inhaltliche Aspekte bezogen. Auch die äußeren Umstände der Stationsarbeit können sehr variabel sein. So muss nicht jede Station an einem Tisch des Klassenzimmers positioniert sein. Sie können ebenfalls in anderen Räumen, dem Schulhof oder auf dem Flur aufgebaut sein. Ebenfalls können die verschiedenen Arbeits- und Sozialformen variiert und damit gleichzeitig trainiert werden. Die Stationen können sowohl als Gruppenarbeit, als Partnerarbeit oder auch als Einzelarbeit konzipiert werden.

Der Wechsel von Station zu Station bietet weiterhin die Möglichkeit, sich kurz zu bewegen und eine kleine Pause zu machen. Dies sollte eher positiv bewertet werden, da diese Bewegung dazu beitragen kann, Anspannungen zu lösen, einen Moment abzuschalten und entspannt die neue Arbeit zu beginnen. Auch Monika Teichmann ist der Ansicht, dass die Wechsel zwischen Orten, Sozialformen und auch Gruppenzusammensetzungen von Schülern sehr geschätzt werden, da sie ansonsten doch immer recht lange sitzen müssen (vgl. Teichmann 2002, S. 6).

Zu guter letzt bietet die Arbeit an Stationen vermehrte Differenzierungsmöglichkeiten. Die Ausrichtung des Angebots erfolgt „nicht wie in einem lehrerzentrierten Unterricht am Durchschnittsschüler, sondern beachtet stärker die vorhandene Bandbreite der Fähigkeiten und Möglichkeiten der Kinder.“ (Bauer 1997, S. 28) Dabei kann eine Differenzierung sowohl in Bezug auf die Qualität, als auch auf die Quantität stattfinden. Dies lässt sich dadurch verwirklichen, dass es Pflicht- und Wahlaufgaben gibt. So lässt sich quasi eine untere Grenze festlegen, die alle Kinder erreichen sollten, nach oben ist sie allerdings offen. Zu den Pflichtaufgaben sollten jedoch nicht nur einfachere Aufgaben gehören, es muss auch Aufgaben geben, die eine Herausforderung für alle Schüler darstellen.

Besonders im fremdsprachlichen Unterricht besteht die Möglichkeit, gute Lernerfolge durch ein Lernen an Stationen zu erzielen. Wie jedoch Monika Teichmann berichtet, wurde diese Methode im Englischunterricht in jüngerer Zeit oft vermieden, da die Betonung des fremdsprachlichen Unterrichts auf Sprachhandeln in der Zielsprache liegen sollte, was durch die Stationsarbeit nicht umsetzbar sei (vgl. Teichmann 2002, S. 5). Jedoch ist eher das Gegenteil der Fall. Bei der Arbeit an Lernstationen stehen Schüler nicht unter der direkten Beobachtung des Lehrers, was dazu führt, dass Hemmungen unter Umständen abgebaut werden können. Die Kinder gehen mit der neuen Sprache spielerisch um und sehen sie darum nicht als etwas an, das gelernt werden muss. Besonders in Gruppenarbeiten können sie große Lernerfolge erzielen, da sie dort mit anderen Schülern zusammenarbeiten und sich gegenseitig motivieren aber auch kontrollieren können.

Auch für die Lehrkraft bietet das Lernen an Stationen die Gelegenheit, den Unterricht vorteilhafter zu erleben. Durch die verschiedenartigen Aufgabentypen wird dem Lehrer zum Beispiel ein besserer Überblick über das Leistungsvermögen der Kinder ermöglicht. Er kann nachvollziehen, welche Aufgaben sich ein Kind bevorzugt sucht und inwieweit es in der Lage ist, diese zu lösen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Stationsarbeit im Englischunterricht der Grundschule mit einer Analyse lehrwerksunabhängiger Materialien
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Magic Bumblebee, Ginger and Early Bird in Colourland
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
28
Katalognummer
V34622
ISBN (eBook)
9783638347938
Dateigröße
666 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit geht zuerst auf die theoretischen Grundlagen der Stationsarbeit ein und analysiert anschließend zwei Materialsammlungen, die diese ergänzen können. ("At school" und "First steps into Englisch" aus dem Verlag an der Ruhr) Abschließend wird ein praktisches Beispiel einer Stationsarbeit zum Thema "Animals" im Englischunterricht gegeben.
Schlagworte
Stationsarbeit, Englischunterricht, Grundschule, Analyse, Materialien, Magic, Bumblebee, Ginger, Early, Bird, Colourland
Arbeit zitieren
Maike Wörsching (Autor), 2004, Stationsarbeit im Englischunterricht der Grundschule mit einer Analyse lehrwerksunabhängiger Materialien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34622

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