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Zur Wahrheitsprobematik in der Wissenssoziologie. Kritische Gegenüberstellung der Theorien von Karl Mannheim und Max Scheler

Titel: Zur Wahrheitsprobematik in der Wissenssoziologie. Kritische Gegenüberstellung der Theorien von Karl Mannheim und Max Scheler

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stefanie Ertl (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Abhandlung ist die Beantwortung der Frage, wie Scheler und Mannheim Wahrheit auffassen, welchen Stellenwert die Wahrheit in den Ausführungen der Autoren einnimmt beziehungsweise wie Wahrheit in Bezug auf Wissen verstanden wird. Ist Wissen Wahrheit und wie kann Wahrheit überhaupt entstehen? Kann Wahrheit überhaupt existieren, wenn jede Gesellschaft unterschiedliches Wissen besitzt und welche Wahrheit ist dann wahr?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, sollen zuerst Schelers Konzeption und Begriffe, welche für diese Ausarbeitung von Bedeutung sind, in ihren Grundzügen dargestellt werden, bevor auf das spezifische Verständnis von Wissen eingegangen wird. Im nächsten Teil erfolgt die Auseinandersetzung mit Mannheims wissenssoziologischen, hierfür wichtigen, Ansätzen, bevor sich wiederum ausführlich mit der bestimmten Auffassung von Wissen befasst wird. Nachdem Schelers und Mannheims Theorien vor allem mit der Fokussierung auf den Begriff Wissen vorgestellt wurden und für ein allgemeines Verständnis der verschiedenen wissenssoziologischen Perspektiven gesorgt wurde, werden nach der isolierten Betrachtung die theoretischen Modelle gegenübergestellt und einem Vergleich unterzogen, um Gemeinsamkeiten beziehungsweise differente Ansichten ausmachen zu können.

Die wechselseitige Betrachtung soll vor allem auch dazu dienen, herauszustellen, wie bei beiden der Begriff der Wahrheit verwendet wird und wie Wahrheit verstanden wird, um vorläufig das Wahrheitsproblem in der Wissenssoziologie bestimmen zu können. Im Fazit werden die wichtigsten Aspekte erneut hervorgeholt und auf den Punkt gebracht, um den Fragen auf den Grund zu gehen, wie Wahrheit entstehen kann und ob Wahrheit in Gegenwart unterschiedlicher Gesellschaften mit unterschiedlichen Wissensbeständen überhaupt existieren kann beziehungsweise objektiv gelten kann und ob man von einer Wahrheitsproblematik in der Wissenssoziologie sprechen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenssoziologie nach Max Scheler

2.1 Die Wissensformen

2.2 Real- und Idealfaktoren

3. Wissenssoziologie nach Karl Mannheim

3.1 Seinsverbundenheit des Denkens

3.2 Freischwebende Intelligenz

4. Gegenüberstellung- Gemeinsamkeiten und Unterschiede

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das spezifische Wissensverständnis von Max Scheler und Karl Mannheim, um die Frage zu beantworten, wie diese Autoren Wahrheit auffassen, welchen Stellenwert sie ihr beimessen und wie Wahrheit in Bezug auf Wissen definiert wird. Dabei wird insbesondere beleuchtet, ob Wahrheit bei unterschiedlichen Wissensbeständen in verschiedenen Gesellschaften objektiv existieren kann.

  • Kritische Analyse der wissenssoziologischen Ansätze von Max Scheler und Karl Mannheim.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Wissen, Seinsverbundenheit und Wahrheit.
  • Gegenüberstellung von Schelers Wissensformen und Mannheims Konzept der freischwebenden Intelligenz.
  • Diskussion des Relativismusproblems innerhalb der Wissenssoziologie.

Auszug aus dem Buch

3.2 Freischwebende Intelligenz

Oben wurde bereits angedeutet, dass Individuen stets nur bestimmte Teilaspekte der Wirklichkeit erfassen können, je nach dem an welchen sozialen Standort sie in der Gesellschaft gebunden sind. Erstrebenswert sei jedoch eine Synthese aller Partikulareinsichten, wobei man aber nicht davon ausgehen kann, dass die Synthese etwas Statisches schafft, sondern dass diese jederzeit neu unternommen werden kann (vgl. Barboza 2009: 96). Die Synthese würde jedoch voraussetzen, dass man über Wissen über alle Teilbereiche verfügt. Mannheim geht an dieser Stelle davon aus, dass eine bestimmte soziale Gruppe existiert, die in der Lage ist, aus der Seinsgebundenheit auszubrechen: die freischwebende Intelligenz (vgl. Mannheim 1969: 135). Diese bezeichnet

„[…] eine besondere Gruppe von Personen, die gebildeter, unvoreingenommener im Hinblick auf spezifische Interessen und somit privilegiert ist, die Begrenztheit der partikularen Perspektiven einzelner Gruppen zu sehen sowie die Notwendigkeit, diese zu vermitteln und zu synthetisieren.“ (Maasen 2009: 25)

Diese Intelligenzschicht hat also die Macht beziehungsweise die Chance die Partikularität zu überwinden und zu einer neuen Sichtweise zu gelangen, welches Mannheim als dynamische Synthese bezeichnet (vgl. Kruse 2008: 201). Doch wie kann eine solche Gruppierung entstehen? Die wichtigste Voraussetzung sei an dieser Stelle genannt (vgl. Neusüss 1968: 194): die Intellektuellen müssen sich von der Gebundenheit distanzieren können, um die Totalität des gesellschaftlichen Zusammenhangs erkennen zu können, also relativ klassenlos sein. Weiterhin müssen sie gewissermaßen über allem „schweben“, damit sie ihren eigenen Standort reflektieren, um diesen mit anderen in Verbindung setzen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Entstehung der Wissenssoziologie ein, stellt die beiden zentralen Protagonisten Max Scheler und Karl Mannheim vor und definiert das Ziel der Arbeit, deren Wissensbegriff und Wahrheitsproblematik zu untersuchen.

2. Wissenssoziologie nach Max Scheler: In diesem Kapitel werden Schelers Unterscheidung der Wissensformen sowie sein Konzept der Real- und Idealfaktoren als Bestimmungsfaktoren für die Entstehung von Wissen detailliert erläutert.

3. Wissenssoziologie nach Karl Mannheim: Dieser Abschnitt analysiert Mannheims Theorie der Seinsverbundenheit des Denkens, seinen Ideologiebegriff sowie das Konzept der freischwebenden Intelligenz als Mittel zur Überwindung von Partikularität.

4. Gegenüberstellung- Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Hier werden die theoretischen Konstrukte von Mannheim und Scheler systematisch verglichen, wobei insbesondere ihre divergenten Auffassungen von Wahrheit, Wertordnungen und historischer Entwicklung herausgearbeitet werden.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Wahrheit in der Wissenssoziologie aufgrund der Standortgebundenheit des Wissens stets als eine partiale Perspektive verstanden werden muss, was eine objektive Wahrheitsfindung erschwert.

Schlüsselwörter

Wissenssoziologie, Max Scheler, Karl Mannheim, Wahrheitsproblematik, Seinsverbundenheit, Idealfaktoren, Realfaktoren, Wissensformen, freischwebende Intelligenz, Ideologie, Standortgebundenheit, Partikularität, Erkenntnistheorie, Relativismus, Sozialhistorische Kontexte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die wissenssoziologischen Theorien von Max Scheler und Karl Mannheim mit einem speziellen Fokus auf deren Auffassung von Wahrheit und dem Stellenwert von Wissen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernbereichen gehören die Analyse von Wissensformen, die Untersuchung des Einflusses von sozialen Standorten auf das Denken sowie die kritische Gegenüberstellung von Schelers und Mannheims Ansätzen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie Scheler und Mannheim Wahrheit definieren und ob Wahrheit in Anbetracht unterschiedlicher gesellschaftlicher Wissensbestände objektiv existieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, um die Theorien beider Autoren systematisch zu vergleichen und die daraus resultierenden Erkenntnisse reflexiv zu diskutieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Schelers Wissenssoziologie, Mannheims Ansatz der Seinsverbundenheit und eine abschließende, vergleichende Gegenüberstellung der Theorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wissenssoziologie, Seinsverbundenheit, Standortgebundenheit, Idealfaktoren und Wahrheitsproblematik charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Schelers Verständnis von Real- und Idealfaktoren von Mannheims Ansatz?

Scheler sieht eine Trennung zwischen Ideal- und Realfaktoren, die durch ein festes Gesetz interagieren, während Mannheim diese als miteinander verwobene Prozesse betrachtet, bei denen auch der Unterbau bereits geistige Anteile enthält.

Was ist die „freischwebende Intelligenz“ laut Mannheim?

Sie bezeichnet eine soziale Gruppe, die in der Lage ist, sich von ihrer eigenen gesellschaftlichen Standortgebundenheit zu distanzieren, um eine umfassendere, synthetische Sicht auf die gesellschaftliche Wirklichkeit zu gewinnen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Wahrheitsprobematik in der Wissenssoziologie. Kritische Gegenüberstellung der Theorien von Karl Mannheim und Max Scheler
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,0
Autor
Stefanie Ertl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V346324
ISBN (eBook)
9783668357112
ISBN (Buch)
9783668357129
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wahrheitsprobematik wissenssoziologie kritische gegenüberstellung theorien karl mannheim scheler
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Ertl (Autor:in), 2016, Zur Wahrheitsprobematik in der Wissenssoziologie. Kritische Gegenüberstellung der Theorien von Karl Mannheim und Max Scheler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346324
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Leseprobe aus  21  Seiten
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