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Die Eucharistie bei Kyrill von Alexandrien

Titel: Die Eucharistie bei Kyrill von Alexandrien

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Elias (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine Untersuchung zu Kyrills Christologie und Eucharistie anhand von Quellen. Das griechische Original wird zitiert und übersetzt.

Im Spannungsfeld von negativer Kritik und positiver Aufnahme in der Geschichte der evangelischen Theologie will die folgende Arbeit die „abschreckende Partie“ über die Eucharistie-Lehre Kyrills von Alexandrien ausarbeiten. Jedenfalls ist seit der harschen Kritik Harnacks im deutschen Sprachraum keine größere Veröffentlichung zur Theologie Kyrills mehr erschienen. Dies steht im Gegensatz zu den zahlreichen Veröffentlichung aus anderen Ländern, insbesondere des anglo-amerikanischen Bereichs. Harnack meinte noch, Kyrill ermangle es an einem „festen Lehrtropus“, doch ist dies gerade nicht der Fall.

In zwei Teilen sollen Christologie und Eucharistie Kyrills dargestellt werden, erstere jedoch immer im Rahmen der Eucharistievorstellungen Kyrills. Das Gewicht der Arbeit soll also nicht auf der christologischen Seite, sondern mehr auf der soteriologischen und damit im Besonderen auf der Eucharistie liegen. In einem ersten Schritt sei zunächst Kyrills Vorstellung des Sündenfalls referiert, um darauf aufbauend das Werk Christi darzustellen, und somit letztlich auf die vielfältigen Aspekte der Eucharistie Bezug zu nehmen. Als Quellenschwerpunkt wurde Kyrills Johannes-Kommentar gewählt, der zu den Kapiteln fünf und sechs ausführliche Darstellungen seiner Eucharistielehre enthält und folglich maßgeblich für ein Behandlung dieser Thematik ist. Die Zitation des Kommentars erfolgt nach Puseys.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zur Christologie Kyrills

1.1. Urzustand und Fall

1.2. Die Einswerdung (ἕνωσις) des Logos mit dem Fleisch

1.3. Zur Bedeutung der christologischen Begriffe für die Eucharistie

2. Eucharistie ist Leben

2.1. Von der Christologie zur Eucharistie

2.2. Das eigene Fleisch des Logos (ἡ ἰδία σὰρξ τοῦ Λόγου)

2.3. Christi Leben bedeutet Leben für den Menschen

2.4. Die mystische Eulogie

3. Resume

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die eucharistische Theologie des Kyrill von Alexandrien aufzuarbeiten und sie in den Kontext seiner Christologie zu stellen. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie Kyrill die Sakramentalisierung des Abendmahls theologisch begründet und inwiefern diese Lehre als heilsstiftendes Geschehen für den Menschen zu verstehen ist.

  • Die systematische Aufarbeitung der christologischen Grundlagen bei Kyrill von Alexandrien.
  • Die soteriologische Bedeutung der Eucharistie als lebendigmachendes Fleisch des Logos.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit historischer Rezeption und negativer Kritik an Kyrills eucharistischer Lehre.
  • Die Darstellung der Einheit von Gott und Mensch als Voraussetzung für die Wirksamkeit der Eucharistie.
  • Die Untersuchung der Rolle des Heiligen Geistes und der Taufe im Kontext der Heilserfahrung.

Auszug aus dem Buch

2.2. Das eigene Fleisch des Logos (ἡ ἰδία σὰρξ τοῦ Λόγου)

Zunächst sei angemerkt, dass wir es im Folgenden nicht mit einer Logos-Sarx-Christologie zu tun haben, in der der Logos sich lediglich einer fleischlichen Hülle bedient. Der Logos geht mit dem ganzen Menschen eine Einheit ein. Die Rolle der Seele in Kyrills Konzeption wird später noch aufgegriffen. Spricht Kyrill von der Bedeutung Christi in der Eucharistie, so verwendet er häufig die Formel „ἡ ἰδία σὰρξ τοῦ Λόγου“ und gerade hier wird der Unterschied zu den Antiochenern und Nestorius deutlich. „Wenn wir alle miteinander in Christus zusammenleibig sind, so nicht nur miteinander, sondern auch in ihm. Es ist offensichtlich, dass er in uns ist durch das eigene Fleisch. […] Christus ist nämlich das Band der Einheit, Gott und Mensch.“

Ganz klar beschreibt Kyrill hier die Folge der Eucharistie. Weil in Christus Gott in einem Menschen fleischgeworden ist und beide eine Henosis bilden, sind alle Menschen in ihm eines Leibes (σύσσωμοι) und das durch die Teilhabe am eigenen Fleisch Christi. Das ἴδιος hat dabei eine eigentümlich breite Bedeutungsmenge. Es ist das eigene, zu ihm gehörige, Fleisch Christi, das es nur in ihm als Gott-Mensch-Einheit gibt, und es ist das dem Menschen zugeeignete Fleisch, das in der Eucharistie gereicht wird. Für Kyrill ist hier der entscheidende Mangel der nestorianischen Konzeption zu sehen. Die enge Bindung des Logos an sein eigenes Fleisch ist für Nestorius nicht denkbar, da Gott sich nicht etwas Menschliches und erst recht nicht Fleisch „zu eigen“ machen kann, ohne dabei seine Göttlichkeit zu verlieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert die konträre Bewertung von Kyrills Eucharistielehre in der Forschung, beginnend bei Harnacks harschen Vorwürfen bis hin zur theologischen Hochschätzung in lutherischen Kontexten.

1. Zur Christologie Kyrills: Dieses Kapitel erläutert Kyrills Verständnis von Urzustand und Fall sowie die zentrale Rolle der Fleischwerdung (Henosis), die als notwendige Voraussetzung für das Heilsgeschehen fungiert.

2. Eucharistie ist Leben: Der Hauptteil entfaltet die eucharistische Theologie als Konsequenz der Christologie, wobei die Eucharistie als lebenspendende Vereinigung des Menschen mit dem Fleisch des Logos definiert wird.

3. Resume: Das abschließende Kapitel fasst die enge Verzahnung von Christologie und Eucharistie zusammen und ordnet Kyrills Theologie als bindendes Element in die ökumenische Tradition ein.

Schlüsselwörter

Kyrill von Alexandrien, Eucharistie, Christologie, Henosis, Inkarnation, Soteriologie, Fleisch des Logos, göttliches Leben, mystische Eulogie, Sakrament, Leib Christi, Ökumene, Gott-Mensch-Einheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die eucharistische Lehre des Kirchenvaters Kyrill von Alexandrien und zeigt auf, wie diese untrennbar mit seiner Christologie verbunden ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Inkarnation, der Begriff der „Henosis“ (Einheit), das Verständnis der Eucharistie als lebensspendendes Geschehen und die soteriologische Bedeutung der Teilhabe am Leib Christi.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die oft als „abschreckend“ bezeichnete Abendmahlslehre Kyrills historisch und theologisch neu zu bewerten und ihre tiefe Verwurzelung im Heilsglauben darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kirchenhistorischen Analyse, die schwerpunktmäßig Kyrills Johannes-Kommentar und seine Schriften zur kaiserlichen Familie als Quellengrundlage nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der systematischen Herleitung der Eucharistielehre aus der Christologie, der Bedeutung des „eigenen Fleisches des Logos“ und der mystischen Eulogie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Christologie, Eucharistie, Henosis, Soteriologie und göttliche Teilhabe (Partizipation) charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Kyrills Eucharistieverständnis von der nestorianischen Position?

Kyrill betont die reale, lebenspendende Einheit von Gottheit und Menschheit im Fleisch Christi, während er die nestorianische Sichtweise als Trennung kritisiert, die das eucharistische Geschehen als heilslose „Menschenfresserei“ entwertet.

Welche Rolle spielt die „Henosis“ für das Heil des Menschen?

Die Henosis ermöglicht, dass die menschliche Natur durch die Vereinigung mit dem göttlichen Logos göttliche Kraft erhält, wodurch der Mensch aus der Herrschaft von Sünde und Tod befreit wird.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Eucharistie bei Kyrill von Alexandrien
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Ev.-Theol. Fachbereich)
Veranstaltung
Die Eucharistie der Alten Kirche
Note
1,0
Autor
Christian Elias (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V346422
ISBN (eBook)
9783668358669
ISBN (Buch)
9783668358676
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kyrill Eucharistie Abendmahl Kirchenväter Christologie Soteriologie Harnack
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Elias (Autor:in), 2011, Die Eucharistie bei Kyrill von Alexandrien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346422
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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