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Remi Brague - Das eigene als das Andere verstehen

Título: Remi Brague - Das eigene als das Andere verstehen

Trabajo , 2004 , 25 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Lars Vogel (Autor)

Filosofía - Práctica (etica, estética, cultura, naturaleza, derecho, etc.)
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Der vorliegende Text bemüht sich um Darlegung und Kritik des Essays „Europe – en voie romaine“ von Remi Brague, der in deutschen Übersetzung „Europa – eine exzentrische Identität“ vorliegt. Ziel der Arbeit ist es, Bragues Gedanken, die er essayistisch darbietet, in die Form einer akademischen Abhandlung zu übersetzen. Diese Vorgabe strukturiert die Arbeit in einigen gewichtigen Punkten. Die Struktur des Essays soll möglichst ignoriert und seine zahlreichen historischen Ausschmückungen weitgehend weggelassen werden, um den gedanklichen Gehalt klar sichtbar werden zu lassen. Es soll auch die Form des Essays, der naturgemäß eher überredenden Charakter hat, auf eine argumentative Grundlage gestellt werden, von der aus er abgelehnt oder verteidigt werden kann. Die Kritik in Detailfragen, die an verschiedenen Stellen anzubringen wäre, soll äußerst sparsam gehalten werden, da es z.B. müßig wäre, Brague ein ums andere mal eine Ungenauigkeit in der Begriffswahl nachzuweisen, da sprachliche Abwechslung dem Stile eines Essays entspricht. Die Kritik soll sich deshalb nur auf die zentralen Punkte erstrecken.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bragues Kulturbegriff

2.1. Der holistische Kulturbegriff

2.2. Bragues Gegenentwurf

2.2.1. Bragues Kulturbegriff

2.2.2. Vorteile des Bragueschen Kulturbegriffs

2.3. Beispiele für die römische Haltung in der Geschichte und ihre Gegenmodelle

2.3.1. Die Römer und die Griechen

2.3.2. Das Christentum und der Islam

2.3.3. Europa und der Islam sowie Byzanz

2.4. Bragues Gegenwartsanalyse und seine Forderungen

3. Kritik und Würdigung

3.1. Das Verhältnis von Kultur und Raum

3.2. Der Verlust des Eigenen

3.3. Die Rettung des Eigenen

3.4. Subjektivistischer und holistischer Kulturbegriff – Revisited

3.5. Das Problem des Anderen

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Essay "Europe – en voie romaine" von Rémi Brague auseinander. Ziel ist es, Bragues essayistische Überlegungen in eine strengere akademische Abhandlung zu überführen, um die Argumentationsstruktur seines Kulturbegriffs – insbesondere der "römischen Haltung" – freizulegen und auf ihre Tragfähigkeit hin zu prüfen.

  • Analyse und Dekonstruktion des holistischen versus des prozessualen Kulturbegriffs.
  • Untersuchung der "römischen Haltung" als normative Maxime für den Umgang mit kulturellen Quellen.
  • Kritische Reflexion der räumlichen und zeitlichen Verortung europäischer Identität bei Brague.
  • Diskussion über das Verhältnis von "Eigenem" und "Anderem" in einer zunehmend mobilen Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Bragues Kulturbegriff

Brague nennt die spezielle Form, wie eine Kultur mit diesem Spannungsverhältnis umgehen soll (und die europäische Kultur damit umgegangen ist) vorzugsweise „römische Haltung“. Im Gegensatz zu der oben illustrierten Sichtweise, in der die Quellen einer Kultur als zu dieser Kultur zugehörig gesehen werden, wird bei der römischen Haltung eine fremde Quelle nicht als Eigenes, sondern als Anderes anerkannt, auch wenn die je eigene Kultur sich darauf bezieht und bezogen hat, d.h. sie wird, auch wenn sie die eigene Kultur prägte, nicht als Bestandteil dieser Kultur angesehen. Man betrachtet seine Kultur nicht als aus sich selbst heraus entstanden, die zeitliche Kontinuität wird gebrochen, die eigenen Quellen sind das Andere. Die eigene Kultur ist Vermittler eines anderen Inhaltes, der nicht sie selbst ist. Dies setzt voraus, dass man innerhalb einer Kultur die jeweiligen Inhalte doppelt begreift, als Anzueignendes und als Angeeignetes, als Anderes und als Eigenes.

Aus dieser Sicht folgt, dass das Andere als Anderes, dem es nachzueifern gilt, bewahrt wird, aber deshalb zugleich auch dauernd das Gefühl besteht, diesem Vorbild nicht gerecht werden zu können. Wenn nun aber das Andere in seiner Form als Anderes bewahrt wird, kann sich auch immer wieder neu darauf bezogen werden. Es bleibt Anzueignendes, auch wenn es in einer bestimmten Weise schon angeeignet wurde. Aber diese Sicht macht es möglich anzuerkennen, dass das Anzueignende eventuell unzutreffend angeeignet wurde und deshalb eine neue Aneignung notwendig wird. Das Andere muss dann wieder neu zu Eigenem gemacht werden. Eine solche Neuaneignung nennt Brague „Renaissance“. Das Bewusstsein, dass die Quellen der eigenen Kultur nicht innerhalb dieser Kultur liegen, sondern ihr zeitlich schon anderes vorausliegt, nennt Brague „Zweitrangigkeit“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Zielsetzung ein, Bragues Essay über die römische Haltung in eine argumentative akademische Form zu bringen und dessen Schwachstellen zu identifizieren.

2. Bragues Kulturbegriff: Es wird Bragues Konzept eines prozessualen Kulturbegriffs erarbeitet, der sich als Gegenmodell zu holistischen und substantialistischen Vorstellungen von Kultur positioniert.

2.1. Der holistische Kulturbegriff: Dieser Abschnitt beschreibt und kritisiert die Auffassung einer Kultur als homogenes, abgeschlossenes Ganzes, das seine Träger vollständig determiniert.

2.2. Bragues Gegenentwurf: Die zentrale "römische Haltung" wird erläutert, bei der fremde Quellen als "Anderes" respektiert und permanent neu angeeignet werden.

2.2.1. Bragues Kulturbegriff: Vertiefung der Definition der "römischen Haltung" und der damit verbundenen Anerkennung der "Zweitrangigkeit" der eigenen Kultur.

2.2.2. Vorteile des Bragueschen Kulturbegriffs: Die Argumente für Bragues Ansatz werden dargelegt, insbesondere die Vermeidung von Sündenbock-Mechanismen und die Förderung von Selbstreflexion.

2.3. Beispiele für die römische Haltung in der Geschichte und ihre Gegenmodelle: Analyse der Anwendung der römischen Haltung am Beispiel der römischen Antike, des Christentums und der Abgrenzung zu islamischen oder byzantinischen Modellen.

2.3.1. Die Römer und die Griechen: Darstellung der römischen Rezeption griechischer Kultur als Prototyp einer bewussten Aneignung des Anderen.

2.3.2. Das Christentum und der Islam: Kontrastierung des christlichen Verhältnisses zum Alten Testament mit dem islamischen Verständnis der Offenbarung als Koran.

2.3.3. Europa und der Islam sowie Byzanz: Diskussion, wie christliche religiöse Strukturen zur Stabilisierung der römischen Haltung in Europa beitrugen.

2.4. Bragues Gegenwartsanalyse und seine Forderungen: Untersuchung von Bragues Diagnose einer schleichenden Historisierung des Vergangenen und sein Plädoyer für die Rückbesinnung auf christliche Aneignungsformen.

3. Kritik und Würdigung: Kritische Reflexion der Grenzen von Bragues Modell, insbesondere in Bezug auf die räumliche und kulturelle Verortung.

3.1. Das Verhältnis von Kultur und Raum: Problematisierung der Schwierigkeit, Europa ohne den Rückgriff auf holistische (räumliche) Kriterien zu definieren.

3.2. Der Verlust des Eigenen: Erörterung der Gefahr, dass im Bragueschen Modell das "Eigene" aufgrund der permanenten Fremdreferenz zu einem inhaltsleeren Begriff wird.

3.3. Die Rettung des Eigenen: Suche nach einer Synthese zwischen holistischem und prozessualem Kulturbegriff, um die Identität des Eigenen zu bewahren.

3.4. Subjektivistischer und holistischer Kulturbegriff – Revisited: Analyse der Spannungen zwischen der individuellen Selbstzuschreibung (Subjektivismus) und der Notwendigkeit einer kulturellen Kohärenz.

3.5. Das Problem des Anderen: Abschließende kritische Untersuchung zur Frage, nach welchen normativen Maßstäben das "Andere" ausgewählt wird.

4. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Arbeit, die den Entwurf Bragues als inspirierenden, aber in seiner Konsequenz ambivalenten Ansatz charakterisiert.

Schlüsselwörter

Kulturbegriff, Römische Haltung, Europa, Aneignung, Zweitrangigkeit, Holismus, Subjektivismus, Renaissance, Identität, Das Eigene, Das Andere, Christentum, Kulturgeschichte, Marcionismus, Selbstreflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert und kritisiert den Essay "Europa – eine exzentrische Identität" von Rémi Brague, indem sie dessen essayistische Thesen in ein systematisches, akademisches Modell überführt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte des holistischen gegenüber dem prozessualen Kulturbegriff, die sogenannte "römische Haltung" als kulturelles Vorbild sowie das Spannungsverhältnis zwischen dem Eigenen und dem Anderen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die argumentative Überprüfung der Bragueschen These. Es wird untersucht, ob Bragues Modell der ständigen Wiederaneignung des Anderen als normative Maxime für moderne Kulturen tauglich ist oder ob es zu identitätstheoretischen Problemen führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Methode ist eine philosophisch-argumentative Analyse und Dekonstruktion der essayistischen Struktur Bragues, ergänzt durch eine kritische Prüfung der internen Widersprüche und Begriffsdefinitionen im Kontext von Kulturtheorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Bragueschen Entwurfs, die historische Illustration durch Beispiele (Rom, Christentum, Islam) und eine tiefgehende kritische Würdigung, die insbesondere die räumliche und zeitliche Verortung von Kultur hinterfragt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kulturbegriff, Römische Haltung, Europa, Aneignung, Zweitrangigkeit, Subjektivismus, Renaissance und Identität.

Inwiefern hinterfragt die Arbeit den "leeren Behälter" bei Brague?

Die Arbeit kritisiert, dass Bragues Konzept, wonach Kultur nur aus dem Prozess der Aneignung besteht, dazu führt, dass das "Eigene" inhaltsleer wird. Wenn Kultur nur ein Behälter für das Andere ist, fehlt ein Maßstab für das, was das Eigene im Kern definiert.

Wie bewertet die Arbeit den Vorschlag zur Rückkehr zur "römischen Haltung"?

Die Arbeit erkennt die Vorteile dieser Haltung hinsichtlich Dynamik und Selbstreflexion an, warnt aber davor, dass Bragues Modell in vielen modernen, fortschrittsorientierten Kontexten an seine Grenzen stößt und daher keine universelle Lösung darstellt.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Remi Brague - Das eigene als das Andere verstehen
Universidad
http://www.uni-jena.de/
Calificación
1
Autor
Lars Vogel (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
25
No. de catálogo
V34643
ISBN (Ebook)
9783638348089
Idioma
Alemán
Etiqueta
Remi Brague Andere
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lars Vogel (Autor), 2004, Remi Brague - Das eigene als das Andere verstehen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34643
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