Die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf Deutschlands Banken


Seminararbeit, 2016

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung des Zinsniveaus

3. Ursachen der Niedrigzinspolitik

4. Auswirkungen auf Deutschlands Banken
4.1. Genossenschaftsbanken und Sparkassen
4.2. Großbanken
4.3. Direktbanken

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Die lange Talfahrt des EZB-Leitzinses

Abbildung 2: Marktzinsen Geld-Seite

Abbildung 3: Zinserwartung am Finanzmarkt

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Seit Beginn meines Berufslebens in der Finanzbranche im Jahr 2005 bis heute hat sich die Zinslandschaft in Deutschland grundlegend verändert. Während dieser Zeit kam es in Europa und damit auch in Deutschland zu einem noch nie dagewesenen Rückgang des Zinsniveaus, der die gesamte Finanzbranche in eine bislang unbekannte Situation gebracht hat. Da dieses Thema meiner Meinung nach sowohl gegenwärtig als auch für die Zukunft sehr bedeutsam ist, habe ich mich dafür entschieden, mich in dieser Seminararbeit mit den Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf Deutschlands Banken zu beschäftigen.

Den Anfang dieser Entwicklung markiert der Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007, in Folge dessen eine expansive Geldpolitik mit der Zielsetzung eingeführt wurde, die Belastungen dieser Krise für die Finanz- und Realwirtschaft möglichst klein zu halten.[1]

Diese Entwicklung, welche in dieser Intensität von den wenigsten Experten erwartet wurde, stellt Deutschlands Banken vor enorme Herausforderungen. Bewährte Geschäftsmodelle von Banken funktionieren plötzlich nicht mehr und erprobte Theorien wie etwa die, dass ein risikoloser Zins existiert,[2] müssen in Frage gestellt werden.

„Vergiss die Bank! Der Nullzins lässt uns keine Wahl. Wir müssen uns selbst um unser Geld kümmern“[3] schreibt ein großes Deutsches Wirtschaftsmagazin zu der Thematik. Viele Banken, Bankkunden und Bankmitarbeiter sind aufgrund solcher Schlagzeilen verunsichert.

Ist beziehungsweise wird die o. g. These, die meiner Meinung nach suggerieren soll, dass Banken heutzutage für Geldanlagen nicht mehr benötigt werden, Realität?

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung zu dem derzeit bestehenden Zinsniveau sowie den Ursachen, die den Entscheidungsträger, die Europäische Zentralbank, dazu veranlasst hat, diese Politik zu betreiben.

Aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Ausarbeitung können nicht alle Ursachen und Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf Deutschlands Banken aufgeführt werden. Im Hinblick auf das Thema wird sich die Arbeit auf die Auswirkungen bezüglich der meines Erachtens nach wichtigsten Bankenarten konzentrieren: Sparkassen und Genossenschaftsbanken, Großbanken und Direktbanken. Zum Ende der Arbeit werde ich in einem Fazit erörtern, welche Kreditinstitutsgruppen am stärksten unter dem Niedrigzinsniveau zu leiden haben und welche davon sogar profitieren könnten. Abschließend wird ein Ausblick in künftige Zinsentwicklung gewagt.

2. Entwicklung des Zinsniveaus

Ein sehr wichtiges Element für die Steuerung der nationalen Geldpolitik ist der Leitzins. Da der Leitzins sich unmittelbar auf den Interbankenhandel auswirkt, wird durch diesen auch der Geldmarkt direkt beeinflusst.[4]

In Deutschland wurde der Leitzins bis 1999 von der Bundesbank festgelegt, bevor sie durch die Europäische Währungsunion diese Rechtsmacht an die Europäische Zentralbank abgeben musste, die seither den Leitzins für die gesamte Eurozone bestimmt. Ein niedriger Leitzins bedeutet für Geschäftsbanken eine leichtere Geldbeschaffung bei der Zentralbank und eröffnet ihnen die Möglichkeit, diese niedrigen Zinsen in Form von billigen Krediten an ihre Kunden weiterzugeben. Andererseits bedeutet dies aber auch, dass Guthabenzinsen für Geldanlagen gesenkt werden.[5] Ein hoher Leitzins sorgt hingegen dafür, dass Kredite, die Geldinstitute bei der Europäischen Zentralbank aufnehmen, teurer werden, und hat somit eine gegenteilige Wirkung.[6]

Noch im Sommer 2008, unmittelbar vor dem Höhepunkt der Finanzkrise, hatte die Europäische Zentralbank den Leitzins auf 4,25 Prozent festgesetzt, ehe sie ihn anschließend innherhalb nur weniger Monate auf ein Prozent senkte.[7]

Seit diesem Zeitpunkt befinden sich sowohl langfristige als auch kurzfristige Zinsen in einem Abwärtstrend.[8]

Am 10.03.2016 hat die Europäische Zentralbank den Leitzins erstmals auf null Prozent gesenkt, nachdem dieser zuvor seit September 2014 auf einem Rekordtief von 0,05 Prozent gelegen hatte.[9]

Aufgrund dieser Geldpolitik war es der Bundesrepublik Deutschland im Juli 2016 möglich, erstmals in der Geschichte eine Bundesanleihe mit einem Nullkupon auf dem Markt zu platzieren, dessen Durchschnittsrendite mit 0,05 Prozent sogar negativ ist.[10]

Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung des EZB-Zinssatzes für das Hauptrefinanzierungsgeschäft (EZB Leitzins) zwischen 1999 und 2016.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die lange Talfahrt des EZB-Leitzinses[12]

3. Ursachen der Niedrigzinspolitik

Allgemein ist unter dem Begriff Zins das Entgelt für die Inanspruchnahme von Liquidität oder Geldkapital für einen bestimmten Zeitraum zu verstehen.[13]

Vorrangiges Ziel der Europäischen Zentralbank ist es, die Preisstabilität im Euro-Währungsgebiet zu erhalten.[14]

Zum jetztigen Zeitpunkt manifestiert sich das deutlich niedrige Zinsniveau durch die Tatsache, dass die Inflation im Juni 2016 bei nur 0,1 Prozent lag.[15]

Geringe Inflation, also wenig Teuerung, klingt auf den ersten Blick positiv, jedoch bereitet dieser Umstand den Verantwortlichen der Europäischen Zentralbank Sorgen. Bei der Inflationsbemessung wird kaum berücksichtigt, dass viele Produkte nicht nur teurer, sondern auch besser werden. Aus diesem Grund wird die Inflation im Euroraum tendenziell überschätzt. Die Europäische Zentralbank geht deshalb erst bei einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent von Preisstabilität aus. Des Weiteren leidet die Wirtschaft in Europa noch immer unter den Folgen der Finanzkrise, was zur Folge hat, dass die Preise weiter sinken. Auch deshalb hat die Europäische Zentralbank den Leitzins, zu welchem sich Geschäftsbanken bei ihr Geld leihen können, schrittweise gesenkt. Niedrige Zinsen machen Sparen nicht mehr attraktiv und Kredite günstiger. In der Theorie wird bei dieser Konstellation mehr konsumiert und investiert, was die Preise in der Eurozone wieder ansteigen lassen soll. Aufgrund von Faktoren, die außerhalb des Einflussbereichs der Europäischen Zentralbank liegen, wie zum Beispiel der niedrige Ölpreis, hat die Niedrigzinspolitik der Euroäischen Zentralbank bisher den gewünschten Effekt, das Ansteigen der Inflationsrate, nicht erreichen können. Solange die Inflationsrate in der gesamten Euro-Zone nicht ansteigt, ist kaum damit zu rechnen, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik ändert.[16]

Insgesamt erhofft sich die Europäische Zentralbank mit ihrer Niedrigzinspolitik, private Haushalte, Kreditwirtschaft, Finanzmärkte und Unternehmen zu mehr Investitionen im realwirtschaftlichen Bereich zu bewegen.[17]

4. Auswirkungen auf Deutschlands Banken

4.1. Genossenschaftsbanken und Sparkassen

Seit Anfang des Jahres 2016 sind die Zinsen weiter gesunken. Im genossenschaftlichen Bankensektor hat sich die Situation seit Juli 2016 nochmals verschärft, nachdem das Zentralinstitut der Genossenschaftsbanken, die DZ Bank[18], angekündigt hat, Einlagen von Genossenschaftsbanken mit negativen Zinsen zu belegen.[19]

Die Kosten für die Strafzinsen in Höhe von mittlerweile 0,4 % für Geld, das Kreditinstitute bei der Europäischen Zentralbank parken, sollen im Genossenschaftssektor je zu 50 % vom Zentralinstitut DZ Bank und Deutschlands Genossenschaftsbanken in der Fläche getragen werden.[20]

Die nachfolgende Grafik (Stand Mai 2016) aus einem internen Aushang der BBBank eG (Genossenschaftsbank) zeigt, dass Bewertungszinsen bis in den Laufzeitbereich von vier Jahren mittlerweile negativ geworden sind.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Marktzinsen Geldseite[22]

Deutschlands Genossenschaftsbanken werden diese negativen Zinsen derzeit nicht an Privatkunden weitergeben,[23] allerdings wirkt sich die andauernde Nullzins- bzw. Negativzinspolitik auf die angebotenen Produkte aus, so dass Banken gezwungen sind, Zinsanpassungen bei ihrem Produktportfolio vorzunehmen. Die BBBank eG hat beispielsweise als Folge der derzeitigen Geldpolitik die Zinsen für täglich fällige Passivprodukte auf 0,00 Prozent gesenkt sowie Festgeldanlagen aus dem Produktangebot genommen.[24]

Nicht nur den Genossenschaftsbanken bereiten die niedrigen Zinsen Sorgen – auch für die deutschen Sparkassen wird die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank immer mehr zum Problem. Bislang ist die Ertragslage bei den meisten Sparkassen und Genossenschaftsbanken noch in Ordnung. Sollte sich die Geldpolitik bis 2018 jedoch nicht ändern, erwarten Experten für viele Institute massive Probleme, bis hin zu der Frage, wie lange die meist regionalen Institute diese Situation noch durchhalten können werden. Bei den derzeitigen Problemen im Zuge der aktuellen Geldpolitik geht es leider nicht um vorübergehende Schwierigkeiten, sondern um das Geschäftsmodell von Sparkassen und Genossenschaftsbanken selbst. Die meisten dieser Kreditinstitute hängen bis zu 80 Prozent vom sogenannten Zinsüberschuss ab – also den Zinseinnahmen, die sie für ausgereichte Kredite und eigene Geldanlagen erhalten, abzüglich der Zinsen, die sie ihren Kunden für Passiveinlagen bezahlen. Obwohl die Sparkassen und Genossenschaftsbanken ihren Kunden nur noch geringe bis keine Zinsen bezahlen, ist der Zinsüberschuss, den die betreffenden Kreditinstitute erzielen können, deutlich gesunken.[25]

Nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Herrn Georg Fahrenschon, müssen angesichts der derzeitigen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank alle Marktteilnehmer neue Ertragsquellen erschließen. Es ist damit zu rechnen, dass vielen Instituten keine andere Wahl bleibt, als Kundengebühren zu erhöhen. Des Weiteren wollen die betroffenen Kreditinstitute die internen Kosten senken. Dies geschieht beispielsweise mit einer Ausdünnung des als teuer geltenden Filialnetzes sowie mit einer Senkung der Personalkosten durch die Praxis, freigewordene Stellen nicht wieder zu besetzen. Einige der Genossenschaftsbanken und Sparkassen versuchen den Margenverlust im Privatkundengeschäft mit dem noch etwas besser laufenden Firmenkundengeschäft zu kompensieren. Diese Möglichkeiten sind jedoch begrenzt und auf Dauer auch nicht umsetzbar.[26]

Als weiteres Problem ist anzusehen, dass die Kreditinstitute bei einer zu deutlichen Gebührenerhöhung angesichts des starken Wettbewerbs zu viele Kunden verlieren könnten.[27]

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass je länger die derzeitige Niedrigzinsphase andauert, Kostensenkungen desto dringlicher werden. Aktuell verfügen viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken noch über einige eigene Geldanlagen, die augenblicklich höher verzinst sind. Allerdings wird mit jeder alten, besser verzinsten Geldanlage, die ausläuft, das Problem größer, da sich keine vergleichbare Anlagemöglichkeit mehr finden lässt. Es ist damit zu rechnen, dass wenn die Zinsen zehn Jahre lang so bleiben, einige Institute in große wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten können.[28]

Klar ist, dass sich die bisher vergleichsweise guten Ergebnisse der Sparkassen und Genossenschaftsbanken in den nächsten Jahren nicht wiederholen werden können. Da viele Kreditinstitute allerdings in den letzten Jahren hohe Rücklagen bilden konnten, sind die Verbände der Genossenschaftsbanken und Sparkassen optimistisch, die durch die Geldpolitik entstandenen Auswirkungen zumindest mittelfristig meistern zu können.[29]

4.2. Großbanken

Auch auf Deutschlands Großbanken, wie etwa die Deutsche Bank oder die Commerzbank, hat die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank deutliche Auswirkungen. Die Experten der Frankfurter Privatbank Metzer haben berechnet, dass ein bis 2018 bei null Prozent verharrender Leitzins das Zinsergebnis aller fünf börsennotierten deutschen Banken um 2,1 Milliarden Euro gegenüber jenem von 2015 reduzieren würde.[30]

Während kleine und mittlere Banken allerdings kaum Möglichkeiten haben, Probleme im Einlagengeschäft zu kompensieren, haben Großbanken den Vorteil, dass sie sehr unterschiedliche Geschäftsfelder betreiben. Damit besteht für diese Bankengruppe eher die Möglichkeit, einen rückläufigen Zinsüberschuss mit anderen Ertragsquellen zumindest teilweise wieder auszugleichen.[31]

Trotz der soeben aufgeführten positiven Aspekte bekommen auch Großbanken die Dauerniedrigzinsen immer stärker zu spüren.[32] Aufgrund der Strafzinsen, die Banken mittlerweile für eigene Einlagen bei der Europäischen Zentralbank bezahlen müssen, denkt zum Beispiel die Commerzbank darüber nach, überschüssiges Geld nicht mehr bei der Europäischen Zentralbank anzulegen, sondern dieses in Bargeldform in hauseigenen Tresoren zu lagern, um damit den Kosten für die Negativverzinsung ihrer eigenen Einlagen zu entgehen. Beim aktuellen Strafzins in Höhe von 0,4 Prozent ist eine Bargeldlagerung von eigenem Geld für Banken noch nicht wirtschaftlich. Ab einer Erhöhung des Strafzinses auf ungefähr 0,7 Prozent würde sich diese Vorgehensweise nach Ansicht von Experten eventuell lohnen.[33]

Ein weiterer Aspekt der aktuellen Niedrigzinsphase ist, dass Berechnungen zufolge Banken ihren Privatkunden pro Jahr ein Prozent für deren Spareinlagen in Rechnung stellen müssten, um kostendeckend arbeiten zu können. Das bedeutet, dass Kreditinstitute ihren Privatkunden eigentlich nicht nur keine Verzinsung auf Einlagen mehr bieten können, sondern sogar noch Geld dafür einfordern müssten. Im Gegensatz zu institutionellen Anlegern, von denen viele Banken bereits Einlagenzinsen verlangen, gibt es derzeit allerdings noch kein Kreditinstitut, welches Passiveinlagen von Privatkunden negativ verzinst. Keine Bank will die erste sein, die private Sparer mit Strafzinsen belegt. Neben einer Rufschädigung für das betreffende Institut besteht auch eine große Wahrscheinlichkeit, dass Kunden in einem solchen Fall zu einem anderen Institut wechseln. Einer Umfrage des Vermögensverwalters Flossbach von Storch zufolge würden 49 Prozent der Befragten zu einem anderen Kreditinstitut wechseln, wenn ihre Bank den Zins für ihre Passiveinlagen ins Negative senkte.[34]

Sämtliche deutsche Banken haben im Zuge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank mit Gewinnrückgängen zu kämpfen. Großbanken werden aber nach Ansicht von Fachleuten einen geringeren Rückgang wie etwa Sparkassen oder Genossenschaftsbanken hinnehmen müssen.[35]

Ohne die Ergreifung von Gegenmaßnahmen müssten Deutschlands Kreditinstitute entweder ihre Erträge um rund 30 Prozent steigern oder ihre Kosten um fast 30 Prozent senken, um wieder eine Eigenkapitalrendite von 6 Prozent zu erreichen, was in den letzten 30 Jahren in Durchschnitt erzielt werden konnte.[36]

Um den Verlust aufgrund der rückgängigen Zinsüberschüsse aufzufangen, haben viele Banken damit begonnen, für bestimmte Produkte und Dienstleistungen höhere Preise zu verlangen. Außerdem erwarten Experten einen weiteren Abbau von Bankfilialen. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der deutschen Bankfilialen um 35 Prozent gesunken. Experten halten einen Abbau um weitere 30 Prozent unter anderem aufgrund der derzeitigen Geldpolitik für möglich. Viele Banken setzen zudem vermehrt auf Digitalisierungsmaßnahmen, wie etwa auf Kundenberatung per Video, Überweisungen per Smartphone oder das Einscannen von Rechnungen, um damit Kosten zu senken.[37]

Derzeit versuchen einige Großbanken, wie etwa die Postbank oder die Commerzbank, zum einen über die Erhöhung von bestehenden Gebühren sowie zum anderen über die Bepreisung von bislang kostenfrei angebotenen Produkten und Dienstleistungen zumindest einen Teil der Kosten zu kompensieren, die durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank entstehen. Als Beispiel kann etwa die Erhöhung von Gebühren für Girokonten sowie die Einführung eines Preises für bislang kostenlos angebotene beleghafte Überweisungen genannt werden.[38]

Klassische Maßnahmen zur Einsparung von Kosten oder zur Steigerung von Erträgen reichen jedoch nicht aus. Bei einigen Kreditinstituten wird es genügen, wenn diese sich stärker an Aspekten wie der Kundenzufriedenheit oder der Standardisierung von Produkten orientieren. Einige Banken werden jedoch soweit gehen müssen, ihr gesamtes Geschäftsmodell zu hinterfragen. Insgesamt ist zu erkennen, dass den Großbanken das derzeitige Niedrigzinsumfeld etwas weniger als den Sparkassen und Genossenschaftsbanken schadet. Es wird jedoch auch bei Deutschlands Großbanken zu tiefgreifenden Veränderungen kommen müssen.[39]

[...]


[1] Vgl. A. Pauli, Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf den Bankensektor, Bonn 2013, S. 1

[2] Vgl. S. Günther/C. Moriabadi/J. Schulte/H. Garz, Portfolio-Management, Frankfurt am Main 2012, S. 30

[3] o. V.: Vergiss die Bank! Der Nullzins lässt uns keine Wahl. Wir müssen uns selbst um unser Geld kümmern, in: Wirtschaftswoche vom 24.06.2016, S. 1

[4] Vgl. Bankkonditionen.at: Leitzinsen, http://www.bankkonditionen.at/service/leitzinsen.cfm [Zugriff: 11.07.2016]

[5] Vgl. Frankfurter Allgemeine: Allgemeine Infos über Leitzins, http://www.faz.net/aktuell/finanzen/thema/leitzins [Zugriff: 10.07.2016]

[6] Vgl. tagesgeld.info: Leitzins – Bedeutung und Entwicklung, http://www.tagesgeld.info/lexikon/leitzins/ [Zugriff: 11.07.2016]

[7] Vgl. Zeit Online: Wie teuer Geld doch einmal war, http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-09/ezb-notenbanken-leitzinsen?print [Zugriff am 10.07.2016]

[8] Vgl. J. Meyer, Die Niedrigzinspolitik der EZB. Realwirtschaftliche Auswirkungen, Göttingen 2015, S. 7

[9] Vgl. Zeit Online: EZB senkt Leitzins erstmals auf null Prozent, http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-03/ezb-senkt-leitzins-erstmals-auf-null-prozent [Zugriff: 22.07.2016]

[10] Vgl. Handelsblatt: Nullkupon und negative Rendite, http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/anleihen/zehnjaehrige-bundesanleihe-nullkupon-und-negative-rendite/v_detail_tab_print/13869664.html [Zugriff: 22.07.2016]

[11] Vgl. dasinvestment.com: Die lange Talfahrt des EZB-Leitzinses, http://www.dasinvestment.com/institutionelle/news/datum/2016/03/14/die-lange-talfahrt-des-ezb-leitzinses/ [Zugriff am 10.07.2016]

[12] Vgl. dasinvestment.com: Die lange Talfahrt des EZB-Leitzinses http://www.dasinvestment.com/institutionelle/news/datum/2016/03/14/die-lange-talfahrt-des-ezb-leitzinses/ [Zugriff am 10.07.2016]

[13] Vgl. D. Gerdesmeier, Geldtheorie und Geldpolitik, Frankfurt am Main 2010, S. 55

[14] Vgl. W. Grill/ H. Perczynski, Wirtschaftslehre des Kreditwesens, Troisdorf 2004, S. 33

[15] Vgl. Spiegel Online: EZB belässt Leitzins bei null Prozent, http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ezb-belaesst-leitzins-im-euroraum-bei-null-prozent-a-1104103.html [Zugriff am 24.07.2016]

[16] Vgl. Bayer 2: Niedrig-Ölpreis bremst Teuerung weiter, http://www.br.de/radio/bayern2/politik/radiowelt/inflation-teuerung-preisverfall-niedrigzins100.html [Zugriff am 24.07.2016]

[17] Vgl. Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband, Standpunkte der Chefvolkswirte, in: Monatsbericht März 2016, Berlin, S. 2

[18] Wikipedia: DZ Bank, https://de.wikipedia.org/wiki/DZ_Bank [Zugriff am 30.07.2016]

[19] Vgl. BBBank eG, Änderungen bei den Passivkonditionen per 13. Mai 2016 – Straffung der Produktpalette, Karlsruhe 2016, S. 1

[20] Vgl. Finanzen.net: Volksbanken: Weiterhin keine Strafzinsen für Privatkunden, http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Volksbanken-Weiterhin-keine-Strafzinsen-fuer-Privatkunden-4959439 [Zugriff 30.07.2016]

[21] Vgl. BBBank eG, Änderungen bei den Passivkonditionen per 13. Mai 2016 – Straffung der Produktpalette, Karlsruhe 2016, S. 2

[22] Vgl. BBBank eG, Änderungen bei den Passivkonditionen per 13. Mai 2016 – Straffung der Produktpalette, Karlsruhe 2016, S.2

[23] Vgl. Finanzen.net: Volksbanken: Weiterhin keine Strafzinsen für Privatkunden, http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Volksbanken-Weiterhin-keine-Strafzinsen-fuer-Privatkunden-4959439 [Zugriff am 30.07.2016]

[24] Vgl. BBBank eG, Änderungen bei den Passivkonditionen per 13. Mai 2016 – Straffung der Produktpalette, Karlsruhe, S.2

[25] Vgl. Frankfurter Allgemeine: Die niedrigen Zinsen bringen Sparkassen in Bedrängnis, http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/die-niedrigen-zinsen-bringen-sparkassen-in-bedraengnis-13402190.html [Zugriff am 31.07.2016]

[26] Vgl. Frankfurter Allgemeine: Höhere Gebühren für Konten wahrscheinlich, http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/die-sparkasse-werden-wahrscheinlich-die-kontofuehrungsgebuehren-erhoehen-14126110.html [Zugriff am 31.07.2016]

[27] Vgl. ARD: Niedrigzins trifft Girokonten, http://boerse.ard.de/anlagestrategie/geldanlage/niedrigzins-trifft-girokonten100.html [Zugriff am 30.07.2016]

[28] Vgl. Frankfurter Allgemeine: Die niedrigen Zinsen bringen Sparkassen in Bedrängnis, http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/die-niedrigen-zinsen-bringen-sparkassen-in-bedraengnis-13402190.html [Zugriff am 31.07.2016]

[29] Vgl. Frankfurter Allgemeine: Höhere Gebühren für Konten wahrscheinlich, http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/die-sparkasse-werden-wahrscheinlich-die-kontofuehrungsgebuehren-erhoehen-14126110.html [Zugriff am 31.07.2016]

[30] Vgl. Frankfurter Allgemeine: Deutsche Banken im Bermuda-Dreieck, http://www.faz.net/aktuell/finanzen/duestere-aussichten-deutsche-banken-im-bermuda-dreieck-14269775.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 [Zugriff am 27.07.2016]

[31] Vgl. Frankfurter Allgemeine: Die niedrigen Zinsen bringen Sparkassen in Bedrängnis, http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/die-niedrigen-zinsen-bringen-sparkassen-in-bedraengnis-13402190.html [Zugriff am 31.07.2016]

[32] Vgl. Handelsblatt: Commerzbank: Niedrigzins schickt den Gewinn in den Keller, http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/commerzbank-niedrigzins-schickt-den-gewinn-in-den-keller/v_detail_tab_print/13926048.html [Zugriff am 31.07.2016]

[33] Vgl. Süddeutsche Zeitung: Niedrigzinsen machen erfinderisch, http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/banken-niedrigzinsen-machen-erfinderisch-1.3027448 [Zugriff am 31.07.2016]

[34] Vgl. Frankfurter Allgemeine: Deutsche Banken im Bermuda-Dreieck, http://www.faz.net/aktuell/finanzen/duestere-aussichten-deutsche-banken-im-bermuda-dreieck-14269775.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 [Zugriff am 27.07.2016]

[35] Vgl. Frankfurter Allgemeine: Deutsche Banken vor dramatischem Wandel, http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/deutschen-banken-droht-milliardenverlust-14162249.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 [Zugriff am 31.07.2016]

[36] Vgl. McKinsey: Deutsche Banken vor grundlegendem Wandel, https://www.mckinsey.de/deutsche-banken-vor-grundlegendem-wandel [Zugriff am 31.07.2016]

[37] Vgl. Frankfurter Allgemeine: Deutsche Banken vor dramatischem Wandel, http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/deutschen-banken-droht-milliardenverlust-14162249.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 [Zugriff am 31.07.2016]

[38] Vgl. ARD: Niedrigzins trifft Girokonten, http://boerse.ard.de/anlagestrategie/geldanlage/niedrigzins-trifft-girokonten100.html [Zugriff am 30.07.2016]

[39] Vgl. Frankfurter Allgemeine: Deutsche Banken vor dramatischem Wandel, http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/deutschen-banken-droht-milliardenverlust-14162249.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2 [Zugriff am 31.07.2016]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf Deutschlands Banken
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V346455
ISBN (eBook)
9783668357617
ISBN (Buch)
9783668357624
Dateigröße
840 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswirkungen, niedrigzinspolitik, deutschlands, banken
Arbeit zitieren
Matthias Lechner (Autor), 2016, Die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf Deutschlands Banken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346455

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