Methoden zum Angstabbau im Sport


Seminararbeit, 2000
44 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITION DER ANGST
2.1. WAS IST ANGST?
2.2. ANGST UND ERREGUNG
2.3. YERKES-DODSON-GESETZ

3. BEWÄLTIGUNGSMECHANISMEN
3.1. COPING
3.2. BIOFEEDBACK
3.2.1. BEISPIEL SPORTSCHIEßEN
3.2.2. PULS - FEEDBACK

4. AUTOGENES TRAINING
4.1. Definition:
4.2. Körperhaltung
4.3. Übersicht Autogenes Training

5. BIOFEEDBACK MIT AUTOGENEM TRAINING KOMBINIERT

6. BEISPIELE VON LEISTUNGSSPORTLERN

7. BEISPIEL EINER ANGSTREGULATION
7.1. Einige kognitive Methoden
7.1.1. Angstbewältigung mit „Systematischer Desensibilisierung“
7.1.2. Bewältigung von Angstsituationen mittels „Stressimpfung“
7.1.3. Problembewältigung durch „Verbale Selbstinstruktion“
7.2. verschiedene Formen des Trainings
7.3. Entspannungsmusik

8. TRAININGSPLAN DES AUTOGENEN TRAININGS

9. ZITATE VON SPORTLERN

9. SCHLUSSBEMERKUNG

10. LITERTURVERZEICHNIS
10.1. Erweiternde Literatur:
10.2. Zeitschriften

11. ANHANG
11.1. Fußnote
11.2. Lexikon

1. EINLEITUNG

Ich möchte einige Methoden zum Angstabbau darstellen. Darüber hinaus sollen einige Beispiele zeigen, dass psychologisches Training für den Leistungssportler ein wichtiger Trainingsbestandteil sein sollte. Im Besonderen möchte ich das Biofeedback und das autogene Training als Entspannungsmethoden vorstellen, die mit kognitiven Methoden gekoppelt werden sollten, um den nötigen Erfolg zu verzeichnen. Die Entspannungsmethoden alleine können, müssen aber nicht zum Angstabbau dienen.

Angst kommt im Sport immer wieder vor, sei es die Angst vor Misserfolg, vor einer Verletzung, vor den Gegnern, vor dem eigenen Ich, vor den Zuschauern, Gewitterangst, Angst vor Tieren, Höhenangst, usw. Damit umgehen kann der Sportler nur, wenn sich der Angst bewusst ist, und sie verarbeiten kann. Die Angst kann auch Antriebsfeder sein für Höchstleistungen, weil durch sie ein gewisses „Kribbeln“ entstehen kann, das zur richtigen Aktivierung führt, in der der Sportler sein Leistungsoptimum herausholen kann.

„Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet,

braucht man sie auch nicht woanders zu erwarten.“

(La Rochefoucault)1

2. DEFINITION DER ANGST

Es ist gar nicht so einfach eine eindeutige und klare Definition von Angst in der gängigen Literatur aufzufinden, da in den verschiedenen Forschungsrichtungen unterschiedliche Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Aus diesem Grund scheint es unmöglich, den Wortstamm genauer zu untersuchen.

Das Wort „Angst“ ist verwandt mit dem lateinischen „angustus“ und bedeutet „eng“, „beengend“, „die freie Bewegung hindernd“. In DORSCH (1987) wir Angst definiert als

„ein mit Beengung, Erregung, Verzweiflung verknüpftes Lebensgefühl, dessen besonderes Kennzeichen die Aufhebung der willens mäßigen und verstandesmäßigen Steuerung der Persönlichkeit ist. Man sieht in der Angst auch einen aus dem Gefahrenschutzinstinkt erwachsenen Affekt, der, teils in akutem Ausbruch (dem Schreck verwandt), teils in schleichend-quälender Form eine elementare Erschütterung bewirkt.“ (Dorsch 1987, S. 34)

Angst bezeichnet emotionale Erregungszustände, die auf die Wahrnehmung von mehr oder weniger konkreten Hinweisen zurückgehen.

Körperliche Erregungszustände zeigen sich bei Angst auf intensive Reize oder Gefahren, z. B. Zittern, Erröten, Verkrampfung, ...

Bei alltäglichen Ängsten dagegen dominieren kognitive Bewertungsprozesse, die sich in beunruhigenden Gefühls- und Vorstellungsinhalten äußern.

KROHNE (1975) fasst diese drei theoretischen Systeme, der psychoanalytischen Auffassung, der Reiz-Reaktions-Theorien und der kognitiven Theorien in eine gemeinsame Definition zusammen. Er versucht eine allgemeine Begriffsbestimmung, bei der er Angst abgegrenzt als

„ein (emotionaler) Zustand des Organismus, bestimmt durch einen als betont unangenehm erlebten Erregungsanstieg angesichts der Wahrnehmung einer komplexen und mehrdeutigen Gefahrensituation, in der eine adäquate Reaktion des Individuums nicht möglich erscheint.“ (Krohne 1975, S. 11)

BOISEN (1975) reduziert das Phänomen Angst im Sport, da ihr keine Definition geeignet erscheint, auf folgende Merkmale:

„1. Angst ist eine emotionale Reaktion auf eine Gefahrensituation oder auf die Antizipation derselben.
2. Sie wird als unangenehm wahrgenommen und ist von physiologischen Veränderungen begleitet.
3. Sie ruft Verhaltensänderungen hervor.“ (Boisen 1975, S. 15)

In diesem Spektrum der Meinungsverschiedenheiten, in dem Bedrohung, Unvorhersehbares, Unkontrollierbarkeit im Zusammenhang mit Angst mit kleinen inhaltlichen Variationen immer, wieder auftreten, formulierten HACKFORT/SCHWENKMEZGER (1985) bezüglich Angst konkreter:

„Angst ist eine kognitive, emotionale und körperliche Reaktion auf eine Gefahrensituation beziehungsweise auf die Erwartung einer Gefahren- oder Bedrohungssituation.“ (In Mayerhofer 1992, S. 6: Hackfort/Schwenkmezger 1985, S. 19)

2.1. WAS IST ANGST?

Angst ist nach BAEYER (1,973)

„die Gesamtheit der menschlichen Bedrohtheitserlebnisse, soweit sie mit emotionaler und leiblicher Verstimmung verbunden sind.“ (S. 26)

An zwei Beispielen aus dem Sport möchte ich die Angst konkretisieren (vgl. Berger 1988, S. 5ff): Der Österreicher Adi Hirner, Skispringer, dem bei einem schweren Sturz die Niere riss, meldete sich nach zähen und langwierigen Comeback-Versuchen in Innsbruck von der Vierschanzentournee ab, weil ihn der Mut verlassen hatte, obwohl er guten Willens war. Das nennen wir die Angst von innen. Die von außen kommt plötzlich und trifft den unvorbereiteten Springer. Wenn ein Springer vor einem anderen stürzt und wegtransportiert wird, soll der Nachfolgende sein Bestes geben und auch erreichen. Hier passt das zweite Beispiel hinein: Ernst Vettori, österreichischer Weltklasse - Skispringer, sah am Abstoßbalken, dass vor ihm bei der Ski-Flug-WM Leute gestürzt sind, die sonst nicht stürzen. Als er das registrierte hatte er sich gedacht: „Nein, nicht mit mir. Ich will nicht.“ Die Folge war, dass Vettori aufhörte zu springen.

Aber dass Angst nicht nur negativ sein kann, sondern auch dazu dienen kann, dass ein Sportler sie in Extrembereichen kontrollieren kann. Der aus der DDR nach Österreich geflüchtete Claus Tuscherer bewies bei der Weltmeisterschaft in Lahti 1978, dass Angst in gewissen Situationen falsch am Platz ist. Er hat bemerkt, dass er in der Luft einen Ski verlor. Eigentlich ein Alptraum eines jeden Skispringers. Aber diese Gefahrensituation wurde im Training simuliert, daher war seine Schrecksekunde äußerst kurz. In dieser, heiklen Lage mit Angst zu reagieren, wäre unter Umständen tödlich gewesen. Hier sieht man, dass Angst mit dem sportlichen Handeln als notwendig verbunden gesehen wird. Es gilt nicht eine angstfreie Situation im Training herzustellen, sondern ein erträgliches Maß an Angst soll vom Trainer erzeugt werden, damit die Athleten lernen, mit Angst umzugehen und sie zu überwinden oder zu bewältigen.

2.2. ANGST UND ERREGUNG

Betrachtet man die angeführten Definitionen, so wird der Ausdruck Erregung eng mit dem Phänomenbereich der Angst assoziiert. E stellt sich nun die Frage, in welchen Tatbeständen sich die beiden aufeinander beziehen lassen. Für die Erregung werden die Termini <arousal> und <activation> aus dem amerikanischen herangezogen. Wir wollen im Folgenden die beiden Termini synonym behandeln. Darunter verstehen wir

„den jeweiligen generellen aktuellen Antriebszustand eines Organismus, der kontinuierlich von entspanntem Tiefschlaf bis hin zur Hyperaktivität variieren kann und sich neben diesen Verhaltensmerkmalen auch in bestimmten neurophysiologisch beschreibbaren Prozessen manifestiert.“ (Krohne 1975, S. 13)

<Arousal> können wir auch als positives Lampenfieber bezeichnen. Arousal lautet übersetzt „aufrütteln“.

„Es ist ein wichtiger Zustand beim Zustandekommen sportlicher Höchstleistungen: nicht zu aufgeregt zu sein, aber auch nicht zu gelassen. Ohne diese besondere Erregung vor dem Start läuft nichts; nichts läuft auch, wenn die Erregung zu stark wird und in übergroße Nervosität ausschlägt, stellte der kalifornische Psychologe Bruce Ogilvie fest, der sich seit vielen Jahren mit geistigen Trainingsprozessen für Spitzensportler beschäftigt und Tausende von Stars betreut hat, darunter auch Edwin Moses, jahrelang bester 400m Hürdenläufer.“ (Reinhardt 1990, S. 214)

2.3. YERKES-DODSON-GESETZ

Es ist nahe liegend, dass Angst sehr mit Über-Aktivierung zusammenhängt. Jedoch fehlen dazu vegetative oder kognitive Zusatzinformationen. Im Gegensatz dazu die verständliche und biologisch sinnvolle Furcht, die als

a) angeborene Antwort auf noxische Situationen steht
b) gelernte Reaktion auf Signale, die das unmittelbare Bevorstehen einer solchen ankündigen, wird damit genau das Phänomen präzisiert, das die Psychologie (diagnostisch/therapeutisch) interessiert:

„Angst ist frei flottierende, unerklärbare Aktivierung und wird als Affekt erlebt, dessen Intensität in keiner sinnvollen Relation zum Auslöser steht.“ (Beer 1992, S. 9)

Die praktische Konsequenz dieser Theorie ist das Yerkes-Dodson-Gesetz, als die umgekehrt U-förmige Beziehung zwischen Leistung und Aktivierung oder Leistungsfähigkeit und Erregung. Dieses Gesetz ist zwar umstritten, man kann es aber als Grundtatsache der Experimentalpsychologie ansehen. Gerade mit dem optimalen Erregungsniveau können Sportler die besten Leistungen bringen, und sind so imstande Weltrekorde zu brechen. Daher kommt auch der Ausspruch: „Heute hatte ich einen guten Tag.“

Das Konzept der Angst beruht weitgehend auf der Fähigkeit des Betroffenen, seine Gefühle auszudrücken.

Angst behindert nicht immer die Leistungsfähigkeit: Vielmehr ist eine mittlere Aktivierung für die Leistung optimal. Bei zu niedriger oder zu hoher Aktivität wird die Leistung geringer. Wie die Abbildung 1 zeigt, besteht also ein kurven-liniarer Zusammenhang zwischen Leistung und Aktivierung oder Leistungsfähigkeit und Erregung. Auf die Angst bezogen bedeutet das, dass bei zu geringer Aktivität (also keine Angst), ebenso wie bei extremer Aktivierung (entspricht großer Angst) die Leistung einer Person sehr stark eingeschränkt oder vollkommen absinken kann. Natürlich kann es auch durch andere Emotionen wie etwa Zorn, Hass, Furcht zu einer hohen Aktivierung kommen.

Dieser Zusammenhang ist im Sport sehr gut bei den 100m Läufern zu beobachten. Sprinter können nur dann gute Leistungen erbringen, wenn sie sich in einem gewissen Aktivierungszustand (Vorstartzustand) befinden.

3. BEWÄLTIGUNGSMECHANISMEN

Personen mit Leistungsabfällen sollte man Methoden beibringen, mit deren Hilfe sie sich entspannen können. Durch die veränderte Entspannung kann die Aktivierung und damit die Leistungsfähigkeit verändert werden.

* Autogenes Training nach SCHULTZ

* Verbesserte Copingstrategien

* Biofeedback

* Yoga

* Das Anspannen und Entspannen der Skelettmuskulatur nach JACOBSON

* Isometrie zur Anspannung, Musik zur Entspannung

* und noch weitere Methoden

3.1. COPING

Der erste Schritt zur Bewältigung von Angst ist es, diese zu erkennen und sich einzugestehen, weil Angst keine Schande ist. Bewusstwerden bedeutet Angst erfassbar machen. Die Angst aussprechen zu dürfen, verbessert das Vertrauen und reduziert das Bedrohungserlebnis.

„Es tut gut, wenn man seine Ängste aussprechen kann, weiß Ex-Eiskunstlauf-Europameisterin Claudia Kristofics-Binder, ich hatte zu Beginn meiner Karriere stets Angst vor dem dreifachen Toeloop. Dann habe ich mit meiner Trainerin darüber gesprochen. Mir ist der Sprung bewusst geworden, und die Angst ist von selbst verschwunden.“ (Berger 1988, S. 59)

Die Erscheinungsformen von Angst können ebenso vielfältig sein wie die Ursachen. Im Folgenden werden daher nur beispielhaft Erscheinungsformen, die bei Angst beobachtet beziehungsweise erforscht worden sind (Boisen 1975, Vormbrock 1982, Hackfort & Schwenkmezger 1982, Größing 1982), aufgelistet.

Äußerung auf physiologischer Ebene:

* Vermehrte Schweißabsonderung, vor allem an den Händen; Herz- und Atemfrequenz erhöht

* Verkrampfung, wie beispielsweise das Hochziehen der Schultern

* Erröten, Blässe

* erweiterte Pupillen

* kalter Schweiß

* Herzklopfen

* Übelkeit

* beschleunigte Atmung

* Magenschmerzen

* Zittern

Äußerungen auf emotionaler und motorischer Ebene:

* Weinen

* zittrige Stimme

* Stottern

* Schweigen oder andere „vorlassen“, keine Anteilnahme am Geschehen, sich in sich zurückziehen; aggressives Verhalten, z. B. Stören im Unterricht, Ärgern der Mittrainierer

* kasperlhaftes Getue

* Regression in frühere, schon überwundene Könnensstadien

* ruckhafte, eckige Bewegungen

* motorische Unruhe, z. B. Reiben der Hände, von einem Fuß auf den anderen treten, bestimmte trainierte Übungen häufig wiederholen

* mehrmaliges Ansetzen zur Bewegung, Abbremsen kurz vor der Zielbewegung, plötzliches Stoppen

* Zusammenbruch der Bewegung während der Ausführung, überraschendes In-Sich-Zusammenkauern mitten in der Bewegung

* Koordinationsstörungen

* Fluchtverhalten: häufiges Trainingsgewand vergessen, Vortäuschen einer Verletzung, sich als Helfer anbieten, um der angstauslösenden Situation zu entgehen, ...

In der Angstliteratur werden nur in sehr bescheidenem Ausmaß Möglichkeiten zur Bewältigung von Angst erwähnt, wobei immer davon ausgegangen wird, was im „Angstfall“ zu tun sei. Der englische Begriff „coping“ (deutsch: bewältigen) bezieht sich auf kognitive Prozesse zur Bewältigung von Bedrohungssituationen. Angstbewältigung, Angstverarbeitung und „coping“ bezeichnen alle denselben Prozess und werden daher als synonyme Begriffe verwendet.

KROHNE (1975) beschreibt „Angstbewältigung“ als einen Teil des umfassenden Konzepts zur Bewältigung von Stress - „coping“. Gemeint ist damit, dass sich Menschen nicht nur mit Angstzuständen, sondern auch mit anderen Emotionen wie Ärger, Freude. Trauer - also mit belastenden Ereignissen (z. B. Lärm, Verlust, Trennung, Krankheit, ...) - auseinanderzusetzen haben. Der Begriff „Coping“ beschränkt sich im weiteren ausschließlich auf die Bewältigung angstbezogener Sachverhalte.

Unterschiedliche Definitionen weisen laut Krohne folgende Gemeinsamkeiten auf:

„1) Coping bezieht sich auf einen Prozess, nicht auf das angestrebte Ziel; dieses würde als Beherrschung bezeichnet (mastery - Murphy, 1962 oder management - Lazarus & Folkman 1983).
2) Der Prozess beinhaltet verhaltensmäßige wie kognitive (intrapsychische) Reaktionen des Individuums. Als eine Untergruppe der letztgenannten Reaktionen werden von der Mehrzahl der Autoren auch die sogenannten Angstabwehrmechanismen (Freud 1946) mit ihrem stärker realitätsverzerrenden Charakter angesehen (vgl. Z. B. Lazarus, Averill & Opton 1974).
3) Diese Reaktionen richten sich auf solche Anforderungen, die von der betreffenden Person als die eigenen Möglichkeiten beanspruchend oder sogar überfordernd erlebt werden. Ihnen kann nicht durch automatisierte Reaktionen, sondern nur durch verstärkte Anstrengung begegnet werden (vgl. Lazarus & Folkman 1983; Schulz & Schönpflug 1982).“ (Mayerhofer 1992, S. 26f)

BUTOLLO (1993) fasst die Angstlösung grob auf drei Ebenen zusammen: der konkret-praktischen (1), der Bewusstseins orientierten (2) und der existentiellen (3) Ebene.

Ad 1) Diese Ebene betrifft praktisch auftretende Probleme. Ist eine reale Bedrohung gegeben? Welche konkreten Maßnahmen kann man setzen? Hier wird vor allem versucht, starre Angstmuster zu lösen. Dies geschieht in der Hoffnung, dass nach Reduktion dieser Behinderung der Mensch freier ist, diejenigen Bedingungen zu bearbeiten, die den biographischen oder existentiellen Rahmen für die Angstbelastung liefern.

Ad 2) Hier wird das Gewahrwerden der im Zuge der Angstreaktion inneren und äußeren Vorgänge gefördert. Auf dieser Ebene werden schwierige Erlebnisse der Kindheit rekonstruiert, und deren Wiederholung im gegenwärtigen Angsterleben zu erkennen versucht. Die Selbststeuerung alter Ängste und das Experimentieren mit Lösungsversuchen gehört ebenfalls zu dieser Ebene.

Ad 3) Die dritte Ebene schließt die ersten zwei gleich mit ein. Die Angst bekommt hier einen Sinn, der aber im Widerspruch zwischen dem „Sosein“ unserer Lebensqualität und unserer Wunschvorstellungen ist. Gerade diese Ängste wollen eine intensivere Konfrontation mit den Grenzen unserer Existenz vermeiden und die Kernfrage des menschlichen Daseins beiseite schieben. Wenn wir das nicht tun, können die übermächtigen Probleme plötzlich andere Dimensionen erreichen, und erscheinen uns für unwichtig. Die eigenen individuellen Ziele werden relativiert und einem gesellschaftlichen Ziel untergeordnet.

Es wäre nun falsch sich an eine Ebene zu binden. Wie im Leben gehören alle drei zusammen, die auch in der Therapie mitsammen praktiziert werden sollen. Insgesamt sind diese Ebenen ja Facetten der Realität des Phänomens Angst und gehören gleichzeitig berücksichtigt. (vgl. Butollo 1993, S. 158)

[...]

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten

Details

Titel
Methoden zum Angstabbau im Sport
Hochschule
Universität Wien  (Sportuniversität Wien)
Veranstaltung
Seminar Trainingslehre
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
44
Katalognummer
V34651
ISBN (eBook)
9783638348140
ISBN (Buch)
9783638729451
Dateigröße
733 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Methoden, Angstabbau, Sport, Seminar, Trainingslehre
Arbeit zitieren
Mag. Karlheinz Piringer (Autor), 2000, Methoden zum Angstabbau im Sport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34651

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