Die folgende Hausarbeit widmet sich dem Thema soziale Erwünschtheit, ein besonderes Augenmerk soll auf den Einfluss sozialer Erwünschtheit auf das Antwortverhalten in Interviews gelegt werden. Dabei werden auch eventuelle Korrelate mit Persönlichkeitseigenschaften betrachtet. Grundlage hierfür bildet eine theoretische Arbeit zu der Erwünschtheit von Persönlichkeitseigenschaften. Vorab werden drei Operationalisierungen vorgestellt, sie sollen Möglichkeiten aufzeigen den Faktor soziale Erwünschtheit möglichst differenziert zu erfassen und bei Auswertungen von Fragebögen zu berücksichtigen. Die herausgearbeiteten Ergebnisse werden unter der Fragestellung zusammengeführt, ob die Einflüsse sozial erwünschten Antwortverhaltens auf Forschungsstudien durch sorgfältige Analyse der Gründe ihres Auftretens, häufiger erkannt und vermieden werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
3 Definition
4 Die angemessene Erfassung der Stärke und Richtung sozialer Erwünschtheit
4.1 Zusammenfassung
4.2 Methodik
4.3 Anwendung der drei Operationalisierungen
4.4 Ergebnisse
5 Self-knowledge and social desirability of personality traits
5.1 Zusammenfassung
5.2 Methodik
5.3 Ergebnisse
6 Diskussion
6.1 Bewertung der ausgewählten Studien
6.1.1 Die angemessene Erfassung der Stärke und Richtung von Anreizen durch soziale Erwünschtheit
6.1.2 Self-knowledge and social desirability of personality traits
6.2 Bezug zur Fragestellung
6.3 Abschließende Bewertung
Zielsetzung und Themenbereiche
Die Arbeit untersucht den Einfluss von sozialer Erwünschtheit auf das Antwortverhalten in Befragungen und Interviews sowie die damit verbundene Problematik der Validität von Selbstbeschreibungen. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob durch eine sorgfältige Operationalisierung der Gründe für Antwortverzerrungen valide Ergebnisse in Forschungsstudien erzielt werden können.
- Grundlagen der Rational-Choice-Theorie im Kontext sozialer Erwünschtheit
- Methodische Ansätze zur Identifikation und Messung von Social Desirability Bias
- Einfluss der Erwünschtheitswahrnehmung auf Persönlichkeitseigenschaften
- Kritische Analyse und Bewertung bestehender Forschungsstudien
- Herausforderungen bei der Operationalisierung von Antwortverzerrungen
Auszug aus dem Buch
Die angemessene Erfassung der Stärke und Richtung sozialer Erwünschtheit
Der vorliegende Artikel von Volker Stocké und Christian Hunkler aus dem Jahr 2004 konzentriert sich auf die angemessene Erfassung der SD-Bias. Dabei stellen die Autoren drei verschiedene Möglichkeiten zur Operationalisierung gegeneinander. Ihre Fragestellung dabei lautet, ob es möglich ist, bei den häufig in Selbstzuschreibungen untersuchten Merkmalen Lebensglück, Fernseh- und Alkoholkonsum und Blutspenden den SD-Bias zu isolieren und mit allen drei Operationalisierungen zu erfassen. Getestet wurde dabei, ob sich bei einem der Themen übereinstimmende Testergebnisse mit allen drei Methoden erreichen lassen. Abschließend sollte rausgestellt werden, dass die Bewertung verschiedener Merkmalsausprägungen im Hinblick auf ihre soziale Erwünschtheit entscheidend ist für eine angemessene Operationalisierung.
Die empirische Studie setzte sich aus einer lokalen Zufallsstichprobe der Bevölkerung Mannheims zusammen. Alle der 143 Teilnehmer (N = 143), dessen Interview ausgewertet wurde waren über 18 Jahre alt und besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Haushalte der Teilnehmer wurden nach einem Zufallsprinzip ausgewählt, ebenso der Teilnehmer aus jedem Haushalt. Die erwähnten 143 verwertbaren Interviews stellten eine Ausschöpfungsquote von 33.3 Prozent dar. Aufgrund der kleinen Stichprobe wurde Repräsentativität verfehlt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung thematisiert das Problem systematischer Antwortverzerrungen in Umfragen und setzt den Rahmen für die Untersuchung der sozialen Erwünschtheit.
2 Theoretischer Hintergrund: Das Kapitel skizziert die historischen Wurzeln des Konstrukts und beleuchtet die Kritik an bisherigen, primär motivorientierten Erklärungsmodellen.
3 Definition: Hier wird der Versuch unternommen, soziale Erwünschtheit trotz unterschiedlicher theoretischer Ansätze als systematische Antwortverzerrung (SD-Bias) präzise zu definieren.
4 Die angemessene Erfassung der Stärke und Richtung sozialer Erwünschtheit: In diesem Kapitel wird eine Studie vorgestellt, die drei verschiedene Methoden zur Operationalisierung des SD-Bias vergleicht und kritisch hinterfragt.
5 Self-knowledge and social desirability of personality traits: Dieses Kapitel präsentiert ein Experiment, das den Einfluss der Erwünschtheitswahrnehmung auf die Selbstzuschreibung von Extraversion und Neurotizismus untersucht.
6 Diskussion: Hier erfolgt eine kritische Reflexion der zuvor vorgestellten Studien im Hinblick auf ihre Methodik, Validität und Relevanz für die Forschungsfragestellung.
Schlüsselwörter
Soziale Erwünschtheit, Antwortverzerrung, Social Desirability Bias, Rational-Choice-Theorie, Operationalisierung, Persönlichkeitseigenschaften, Selbstbeschreibung, Validität, Befragungsforschung, Motivforschung, Merkmalsausprägung, Forschungsmethodik, Antwortverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik sozialer Erwünschtheit als Verzerrungsfaktor bei Befragungen und deren Einfluss auf die Validität von Selbstbeschreibungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die theoretische Fundierung des Konstrukts soziale Erwünschtheit, verschiedene methodische Ansätze zur Operationalisierung des Bias sowie die kritische Evaluation empirischer Studien.
Welches Hauptziel verfolgt die Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob durch eine präzise Identifikation der Entstehungsgründe für sozial erwünschtes Antwortverhalten die Validität empirischer Studien verbessert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Studienanalyse, um bestehende Forschungsansätze (insbesondere von Stocké & Hunkler sowie Meleddu & Guicciardi) zu vergleichen und auf ihre methodischen Schwächen zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung theoretischer Hintergründe, die Definition des Begriffs sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion zweier spezifischer Forschungsstudien.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Social Desirability Bias, Antwortverzerrung, Validität und Operationalisierung beschreiben.
Warum wird im Kapitel 4 die Neutralitätsannahme der Standardoperationalisierung als problematisch bewertet?
Die Studie zeigt empirisch, dass bei vielen Themen keine neutrale Mitte bei der Einschätzung von Merkmalsausprägungen existiert, was die Validität herkömmlicher Messmethoden untergräbt.
Welche Schwachstellen identifiziert die Arbeit an der Studie von Meleddu und Guicciardi?
Kritisiert werden die methodische Gleichsetzung von Neurotizismus mit Ängstlichkeit ohne ausreichende Belege sowie das Fehlen der Zitation relevanter Quellen für die getroffenen Annahmen.
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- Jasmin Mattern (Author), 2015, Die angemessene Erfassung der Stärke und Richtung sozialer Erwünschtheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346628